Die letzte Rille ist nicht mehr meins

Frühmorgens fallen mir zwei Dinge ins Auge. Erstens habe ich mein Tagebuch ein wenig vernachlässigt. Zweitens bleiben mir noch zweieinhalb Tage für Paul Gerhardt. Ersteres ist schnell nachgeholt. Am Lebensbild dagegen kaue ich noch herum. Zwanzig Minuten Vortragszeit habe ich und gefühlt sechzig bräuchte ich. Außerdem sind noch ein paar Lebensstationen offen. Ich wollte nicht auf letzte Rille arbeiten aber dennoch ergab es sich so. Das ist gar nicht gut. Ich hoffe auf den HERRN. So kann ich mutig vorangehen – obwohl es erfreulich gut klappt komme ich wieder nicht zum Abschluss. Es wird offensichtlich eng. Schade. Noch lasse ich mich nicht verleiten bis in die Nacht hinein zu arbeiten. Da würde nichts Gutes herauskommen. Ich benötige die Ruhe- und Entspannungszeiten für meine nachlassende Konzentration. Gottvertrauen vermittelt Gelassenheit – selbst wenn es mitunter in mir zuckt. Lieber Herr Jesus, hilf mir das zu tun was ich kann und mache das Beste daraus. Danke! – Es geht relativ früh ins Seniorenbett, gefolgt von einer grottigen Nachtruhe. Wenig, traumverseuchter Schlaf und viele Wachzeiten dazwischen. Was ist bloß mit mir los? Ich bin sehr dankbar, dass mich morgens nichts und niemand zum Aufstehen drängt. Seltsame Tage.

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Beeindruckende Predigt

Die Sonne lacht uns in Sonntagsstimmung an und wir begeben uns nach dem Frühstück zu unserer Gemeinde. Man, bin ich müde, fast schlafe ich im Gottesdienst ein. Doch die Predigt macht mich munter, so soll es sein und so ist es gut. Es geht um Genügsamkeit, ein Thema, das mir nicht unbedingt naheliegt 😉. Es ist ein Predigt in schlichten Worten, tiefgehendem Inhalt und praktischem Nährwert. So soll es sein. Sie macht Mut zum Nachdenken und gibt Hinweise für das Leben. Ich bin sehr angetan. Zwei gute Bekannte werden als Mitglieder aufgenommen, das freut mich sehr und ein paar kleine Nachgespräche lassen mich heute nicht allein herumstehen. Alles ist gut. – Nachmittags hören wir noch die Predigt aus Bremen, dort ist Konfirmation. Der Abend verläuft relativ fernsehfrei, es wird nicht ganz so spät und der Schlaf wäre gar nicht mal so übel gewesen, wenn nicht die blöden, so realistischen und doch arg unlogischen Träume nerven würden. Ich lese zu viel und die dadurch animierte Phantasie tobt sich halt nachts aus. Aber ich lese doch so gerne …! Mir fehlen inzwischen die Abendandachten, die durch die Vortragsvorbereitungen unter den Tisch fielen. Das ist nicht gut – bin ich nicht Pensionist und habe alle Zeit der Welt????

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Abschied von Bruder Jorge, genannt Franziskus

Eigentlich wollten wir nur einmal vorbeischauen bei den Bestattungszeremonien des Papstes Franziskus, doch dann bleiben wir „hängen“. Schade, dass ich weder lateinisch noch italienisch spreche, denn so bin ich bei manchem etwas außen vor aber das Erste hat doch ziemlich kompetente Moderatoren bereitgestellt, die nur selten nerven. Das tut gut. Es ist beeindruckend mit wie viel Pomp das vom Papst gewünschte bescheidene Begräbnis glänzt aber er war ja auch eine bedeutende Persönlichkeit. Ich bin recht angetan von der Feier samt der Predigt. Nun gut, es gibt auch einige Längen, wenn alle möglichen Heiligen angerufen werden, andererseits war der Chor der Orthodoxen ziemlich beeindruckend. Kurz und gut, es war keine verschwendete Zeit, sondern für mich ein Abschied von einem katholischen Bruder, der einen beachtenswerten Dienst geleistet hat. Gott sei mit Dir, lieber Bruder Jorge! – Doch so rinnt mir die Zeit durch die Finger und mit Paul Gerhardt wird es knapp. Erfreulicherweise kann ich am Abend die Chards abschließen, offen bleibt noch der Text über die Amtszeit in Berlin und Lübben. Ich bitte Gott, dass er mir die treffenden Worte gibt für dieses Lebensbild. – Abends sind wir bei guten Freunden zu Gast, erstaunlicherweise wird es gar nicht mal so spät, alte Leute halt. Seufz 😉😀. Daheim noch ein bisschen entspannen und ab geht es ins Seniorenbett. Der Schlaf ist erst alkoholbedingt tief und fest und danach unterbrechungsintensiv. Na toll.

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Kaiser ohne Kleider

Ich freue mich über die Zeit des Innehaltens, des Zur-Ruhe-Kommens am Morgen bevor der Alltag zuschlägt. Zugegeben so doll ist es nicht mehr mit dem Zuschlagen und doch ist die gemeinsame Morgenandacht wichtig. Sie stärkt die Gewissheit, dass Gott mit uns ist. – Das Turnen bringt dann meinen Rücken auf Trab und macht ihn fit für den Tag. Zusammen mit den News prägen die drei Elemente einen guten Teil der Vormittags. Und dann ruft Paul Gerhardt schon wieder. Vor und nach der Mittagsruhe beschäftigt er mich stark. Hoffentlich wird der Vortrag nicht zu lang – die Zeit wird immer knapper. Früher mochte ich das „auf die letzte Rille Arbeiten“ sehr, doch inzwischen belastet es mich stark. Das Alter schlägt wieder einmal zu. Seufz. – Im „Alten“ geht es um einen Karriercoach, der sich selbst nur noch mit Medikamenten coachen kann und tragisch endet. Nun ja, ein Kaiser ohne Kleider. – Mit dem Lesen wird es nicht gerade früh aber die Nachtruhe ist ganz okay.

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Volles Haus

Meine Allerliebste erinnert sich an gute Bekannte, die die Kunst der Abwasserentsorgung beherrschen. Ein Anruf und sie kommen voller Freundlichkeit vorbei und reparieren unseren Spülenabfluss. Danach plaudern wir noch eine Zeit miteinander. Das war wirklich enorm nett und echt stark von ihnen. Danke Euch!!! – So kommt der gute Paul heute wieder einmal zu kurz. Dennoch verfolge ich am Nachmittag sein Leben ein weiteres gutes Stück bis Wittenberg 😀😉. Mühsam … Das ist wohl so. Seufz. – Abends trifft sich der Rotweinhauskreis bei uns. Bis auf eine Person sind wir ausnahmsweise mal komplett. Dadurch nähern wir uns deutlich der Kapazitätsgrenze unseres Esszimmers. Viel mehr geht nicht. Wir sprechen über den Beginn des Kolosserbriefes, über die Bedeutung des Gebets uns das Mühen um sowie die Stärkung im Glauben. Interessante Diskussion. Die sich anschließende muntere Runde bei Weißem, Rotem und Wasser umfasst ein breites Themenspektrum, köstlich wie immer. – Das Durchatmen nach dieser geliebten Runde dauert dann doch ein wenig, man wird halt alt. So schlägt die „Bettstunde“ ziemlich spät, dafür fällt der Schlaf tief und sehr fest aus. Höchst erfreulich.

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Offenes Rohr

Erneut darf meine Liebste zum Sport während ich daheim den Tag in aller Ruhe beginne. Ich gedenke meines Dads, der heute seinen Achtundachtzigsten gefeiert hätte. Nun ist er auch schon elf Jahre tot. Möge Gott sich seiner erbarmt haben. – Bald gilt es jedoch wieder den guten alten Paule zu seinem Recht kommen zu lassen. Mit neuen Ideen gestalte ich das bislang erarbeitete um, mit dem Ergebnis, dass ich abends nur ein wenig weiter in sein Leben eingedrungen bin. Mühsam nährt sich das Eichhörnchen, seufz. – Während ich auf dem Sofa sitze, bekommt jemand bei uns in der Küche nasse Füße. Ein Teppich ist klatschnass und daneben rinnt ein wenig Spülwasser ziellos umher. O Schreck! O Graus! Unter der Spüle hat sich ein Rohr gelöst und das Abwasser genießt seinen Weg in die Freiheit. Das ist gar nicht gut. Ich habe keine Ahnung von der Welt der Abwasserrohre und so legen wir die Spüle erst einmal still und vertagen uns auf morgen. Mich nimmt so etwas mit zunehmendem Alter immer stärker mit, das Coolbleiben entfernt sich Tag für Tag. Sehr, sehr schade! Ein paar YouTube-Videos und ein Krimi bringen mich wieder runter, schaffen die nötige innere Ruhe für die Nacht. Es wird normal spät aber der Schlaf kommt erst gegen drei. Der Restschlaf fällt sehr oberflächlich aus. Dann ist das leider so.

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Früchte der Stille

Heute widme ich mich ganz dem guten alten Paul Gerhardt. Die Mittagspause entfällt und ich bastle an der Präsentation, suche eine vernünftige Einleitung und erstelle Chards. Es ist manches zu bedenken und trotzdem bin ich nicht so ganz zufrieden. Immerhin ist es ein guter Anfang, ein praktischer Einstieg ins Thema. Gegen Abend breche ich bewusst ab. So eine Unterbrechung ist wichtig, sie öffnet die Gedanken für das Reden Gottes, für Korrekturen, neue Ideen – ich muss vorher nur abschalten und zur Ruhe kommen. Das Abschalten geschieht bei einem Münster-Krimi, der mich sehr amüsiert. Danach noch ein bisschen lesen und ab geht es ins Seniorenbett. Und dort komme ich zur Ruhe und mir wird einiges für den Vortrag klar. Das kenne ich schon, darauf hoffe ich, denn diese geistliche Erfahrung ist einfach nötig um voranzukommen. Ich muss die innere und äußere Stille erleben damit ich auf Gott hören kann. Tagsüber tue ich mich schwer damit aber im Bett geschieht das regelmäßig 😉😇. Die Nachtruhe ist eine wunderbare Erfindung Gottes 😀. Zugeben, danach in den Schlafmodus zu wechseln geschieht leider nicht automatisch und die „Vergessens-Falle“ schnappt im Laufe der Nacht gerne zu – das normale Risiko nächtlicher Aktivitäten. Diesmal gelingt der Übergang erfreulich gut, wenn auch die Nachtruhe sich etwas unterbrechungsreich gestaltet und jede Menge Traumsequenzen mit sich bringt. Dann ist das so.

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Adieu Bruder Jorge

Der Tag beginnt für mich mit der Losung und dem Morgengebet mit Bruder Paulus aus Maria Laach. Wenig später höre ich, dass der Papst in der Nacht verstorben ist. Die Katholiken haben ihr weltliches Oberhaupt verloren. Der Tod von Bruder Jorge stimmt auch mich selbst als überzeugten Lutheraner traurig. Er war ein bemerkenswerter Papst und sein gewählter Name ‚Franziskus‘ war durchaus Programm. Gott nehme ihn in Gnaden an. – Wir frühstücken nicht, denn auf uns wartet ein Lunch im Landhaus Heidekrug. Die Zeit bis dahin nutzen wir um die gestrige Osterpredigt aus Bremen zu hören. Am Beispiel der Emmausjünger verdeutlicht Pastor Latzel die Kennzeichen eines Menschen, der dem auferstandenen Jesus begegnet ist. Interessant. – Diesmal ist das Mahl im Landhaus nicht so überzeugend wie ich es gewohnt bin. Ja, es mundet mir recht trefflich aber das Rotkraut ist lau, die Entenbrust nur wenig wärmer, jedoch geschmacklich einwandfrei, nur die zwei Klöße sind hervorragend. Die Vorsuppe schmeckt exzellent, der Nachtisch ist okay, das Landhaus mithin immer noch gut aber keinesfalls sehr gut. Dafür schwebt es in preislich deutlich abgehobenen Regionen. Schade, empfehlen würde ich es nicht mehr. Die Zeiten ändern sich halt. – Bei Schwager und Schwägerin beschließen wir das Mahl mit Kaffee und einem Verdauerli. So stimmen wir uns prächtig auf die Mittagsruhe ein. – Dem relativ bewegten Vormittag folgt ein ruhiger Nachmittag, leider ohne Zigarre. Man kann eben nicht alles immer haben 😇. So isses. – Die Nachrichten drehen sich natürlich größtenteils um das Oberhaupt der katholischen Fraktion, selbstverständlich schließt sich ein ‚Spezial‘ an die Heute-Sendung an – schade, dass zum großen Teil dort nur wiederholt wird, was schon vorher zu sehen war. Auch das ist man ja gewohnt. – Weder ostermontags- noch trauergerecht verfolge ich daraufhin Ermittlungen in der Karibik, seufz Karibik, durch zwei sehr eigene Damen mit seltsamen Fällen und lasse Barnaby links liegen. Es wird normal spät aber der Schlaf ist perfekt. Toll.

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