Azteken

Den Gottesdienst in der reformierten Gemeinde hält sehr ansprechend eine gute Freundin. Es geht um Zachäus und Jesus. Der Gottesdienstbesuch weist noch viel Potenzial nach oben aus. Im Anschluss besuchen wir meine Mum, die es in diesen Zeiten nicht leicht hat. – Es folgt ein weiterer ruhiger Sonntag mit einer Predigt aus Bremen, ebenfalls über Zachäus. Die Azteken, ihr Aufstieg und Fall, beschäftigen uns am Vorabend. Es war ein Volk mit klaren moralischen Grundsätzen, detaillierten Verhaltensregeln, einem geordneten Schulwesen für Mädchen und Jungen, einer beeindruckenden Infrastruktur, ausgeprägter Hygiene und mancherlei überraschenden Sozialregeln wie die Festlegung, dass Sklaverei nicht vererbbar war – die Kinder wurden als Freie geboren. Das klingt alles gut, wenn nicht die unendliche Zahl der Menschenopfer, meist Kriegsgefangene, gewesen wäre. Im Jahr 2015 fand man eine fette Mauer aus Schädeln der Getöteten. DNA-Analysen zeigten, dass sie von den unterdrückten indigenen Völkern stammten. Die Götter sollten durch Blut versöhnt werden. Das entschuldigt in keiner Weise den goldgierigen Völkermord der spanischen Konquistadoren, hält aber das Mitleid mit dieser opferwütigen Zivilisation in Grenzen. Immerhin war die Gesellschaftsstruktur und das Lebensumfeld allen vergleichbaren europäischen Städten der damaligen Zeit weit überlegen. Übrigens initiierten die Spanier zwar den Untergang, weitestgehend ausgeführt haben ihn aber die jahrzehntelang von den Azteken unterdrückten Völker. Man könnte vielerlei Lehren aus dieser Geschichte ziehen, voranbringende oder zurückwerfende. Ich befürchte man hat es auch. Vor allem die Letzteren.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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