Elstereien

Heute will ich mich an die Steuererklärung wagen. Mein Programm behauptet, dass ich die ganzen von Dritten ans Finanzamt gemeldeten Daten herunterladen kann, wenn ich mich bei Elster anmelde. Am Rande bemerkt ist „Elster“ ein trefflicher Name für das finanzamtliche Wirken, vor allem wenn man an das wohlbekannte Adjektiv denkt, das man gemeinhin der Elster zuordnet. Klare Selbsterkenntnis – Respekt! Das ist der amüsante Teil der Sache. Die Anmeldung entpuppt sich als langwieriger Vorgang. In dieser Zeit hätte ich unsere Daten dreimal eingeben können. Aber wenn ich schon mal etwas anfange, versuche ich es auch zu Ende zu bringen. Und das ist nicht leicht, denn kurz bevor mir leicht stöhnend ein „Geschafft!!!“ über die Lippen kommt, erscheint ein Hinweis auf einen nötigen Abrufcode, der in den nächsten Tagen per Post eintrudeln soll. Per Post, du meine Zeit! Die mehrfach verschlüsselte Kommunikation mit ‚Elster‘ erscheint nicht sicher genug und deshalb wählt man den „Fort-Knox-Weg“ per Briefboten. Wow. Mal schauen ob der Briefträger das Teil im Geldtransporter bringt. Wenn ich eins nicht ab kann, dann so eine „gewollt-aber-nicht-gekonnte“ Vorgehensweise. Was soll an einer wie auch immer gestalteten gedruckten Information sicherer sein? Und dann muss ich höchstwahrscheinlich eine kryptische Zeile Zeichen für Zeichen eintippen und jeder kleinste Tippfehler wird sich furchtbar rächen. Horror! Soll ich jetzt – kurz vor dem Ziel – alles manuell eingeben oder ein paar Tage warten? Okay, spiele ich das miese Spiel bis zum bitteren Ende mit. Bürokraten at work!

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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