Stress im Büro

Wie geahnt wird es wieder spät. Doch irgendwann entfleuche ich dem Nachtlager. Erfolglos versuche ich dem Router meiner Kurfreudigen ein paar zusätzliche Gigabytes zu verpassen doch die Telekom spielt dabei einfach nicht mit. Mieser Laden. Ich hasse Service-Hotlines wegen ihrer schlechten Erreichbarkeit und der grassierenden Inkompetenz für genau die Probleme, die mich jeweils bewegen. Aber hier sehe ich keine andere Möglichkeit als mich durch diesen Dschungel zu kämpfen. Am besten erst am Montag, warum das Wochenende damit belasten? – Mein Mittagessen fällt ganz und gar zu meiner Zufriedenheit aus. Das Chili con carne aus der Kunststoffschale mundet aufgewärmt erstaunlich gut, der Kartoffelbrei dazu gelingt problemlos – was will ich mehr? – Nachmittags starte ich endlich den ersten Versuch mein Büro aufzuräumen, scheitere aber kläglich: der dort lagernde vielfältige „Schrott“ ist übermächtig. Aber ein Scheitern macht noch keine Aufgabe. Besser gerüstet werde ich nächste Woche eine neue Attacke „reiten“. So ist der Plan. – Es folgt ein weiterer TV-Streaming-Abend bei wärmendem Kaminfeuer und gewichtsfördernden Leckereien. Alleinsein macht dick. So isses, wenigstens bei mir. Seufz. – Wie auch am Morgen wird es in der Nacht ebenfalls spät, ein ordentliches Leben liegt mir wohl nicht so ganz. Mit dem Hahnenschrei aufstehen und mit den Hühnern ins Bett gehen ist nicht meine Welt. Was soll ich auch mit Hühnern im Bett? 😀!

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Heizen hat seine Zeit

Es ist halb neun, jetzt noch einmal umdrehen und nach einer gefühlten Minute ist es halb zehn. Zeitsprungswunder😲. Wie immer schaffe ich heute fast nichts. So ein Single-Dasein empfinde ich inzwischen als arg öde. Derzeit ist mein Kälteempfinden extrem stark ausgeprägt, Heizöl hin oder her, zwei Wohnraumheizungen gehen auf Leistung und ich verziehe mich derweil in den warmen Salon. Nach der Andacht ist das Haus wieder angenehm temperiert. Ich begreife jetzt, dass sparen mir leichter fällt, wenn ich es mir leiste ab und an mal über die Stränge zu schlagen 😉. Alles hat seine Zeit, niedrige Temperaturen haben ihre Zeit, 22 Grad haben ihre Zeit😀, mit Öl knausern hat seine Zeit, Öl verfeuern hat seine Zeit … Mittags ein Süppchen, nachmittags ein Teechen und abends den Bauch voll schlagen, keine Frage, meine Versorgung ist offensichtlich gesichert. Ein Serienmarathon „Henker & Richter“ versüßt mir die Abendstunden, mehr oder weniger. So ein Langlauf dauert seine Zeit und so wird es sehr, sehr spät. Ich sehe schwarz für ein frühes Aufstehen.

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Rotweinhauskreis

Wieder stehe ich viel zu spät auf. Wieder naht die Mittagszeit viel zu schnell. Vorher ergänze ich im Nachbarort noch meine Mineralwasservorräte, hole mir einen Salatteller zum Lunch und vergesse dabei das Dressing, packe eine 5-Minuten-Geschmacksverstärker-Terrine in den Korb zusammen mit ein paar anderen Kleinigkeiten. Zurück daheim würge ich mir den trockenen Salat in meinen armen Magen – zum Glück bringt der Krautsalat ein wenig Flüssigkeit mit, mute meiner Zunge die maggispezifischen Aromazusätze des chemischen Eintopfgerichtes zu und entspanne alles mit einer Zitronen-Mousse. Man wird satt davon. – Die Mittagspause beginnt spät, tut aber gut. – Abends holt mich unsere Freundin ab – ihr Mann ist ebenfalls zur Kur – und wir fahren zum Hauskreis. Es entspinnt sich dort eine lebhafte Diskussion über Kain und Abel, ganz nebenbei staune ich über das Wachstum der neu erworbenen Hündin, die erfolgreich daran arbeitet ihren Welpenstatus hinter sich zu lassen. Im inoffiziellen Teil genieße ich den traditionellen Rotwein und wir plaudern allesamt weiter, nur über mehr weltliche Themen. Das ist gut und tut gut. Bis zum Aufbruch geht viel Zeit ins Land, zu Hause trödle ich zusätzlich herum, so dass es wieder total spät wird. ‚O tempora, o mores‘, muss ich über mich seufzen. Wenigstens schlafe ich schnell ein.

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Falten, kochen, disputieren

Wie immer nicht ganz so früh knabbere ich mein Frühstücksknäckebrot – wenigstens diese Mahlzeit läuft noch nicht aus der Bahn. Nach Zeitung, Konto und Andacht stürze ich mich auf die weiße Wäsche. Zusammenlegen ist angesagt. Die schier nicht enden wollende Zahl meiner Unterhemden lässt mich ein Faltsystem schnell entwickeln und lernen. Die Einzelsocken, weiß weil es aus der Mode ist, fügen sich tatsächlich am Ende zu vollständigen Paaren zusammen. Stark. – Meine „Kochkünste“ entfalten sich zu voller Blüte als ich zwei Spiegeleier sanft aus der Pfanne auf zwei geröstete Brotscheiben gleiten lasse 😉. Meine Ansprüche an mich sind nicht allzu hoch: es muss schnell gehen, es muss ohne Brimborium in den Zustand der Essfertigkeit gelangen können und es muss in meinem Sinne essbar sein. Mehr nicht. Ob Bio-Eier oder Geschmacksverstärker, ob frisch oder Froster, ob Tütennahrung oder Dosenfutter – übergangsweise lasse ich mich auf diverse Schandtaten ein. Bei einer völlig unerwünschten Langfristigkeit bliebe mir allerdings nur ein schweineteurer Thermomix, wobei ich selbst mit diesem Kochkunstersatz den Wunsch nach Schnelligkeit opfern müsste. Seufz. – Nachmittags bereite ich mich auf den Abend vor und am frühen Abend bewege ich mich in meine Gemeinde als mitarbeitender Gast in einer Vorstandssitzung. Es ist fast wie früher, Erinnerungen werden wach, ich fühle mich gleich ein paar Jahrzehnte jünger aber die Zeit zurückdrehen, nein, das will ich keinesfalls, das muss nun wirklich nicht sein 😇😀! Eine „posttraumatische Belastungsstörung“, nach der mich ein Teilnehmer lächelnd fragte, ist erfreulicherweise ausgeblieben. Fein. Es dauert sehr, sehr lange, ich kannte es nie anders und doch kommt am Ende ein gutes Ergebnis hervor – das war früher ebenso. Der Heilige Geist muss, scheint mir, zuerst in allen Köpfen die Seifenblasen auflösen bis die eindeutige Sicht klar vor uns liegt. Wie üblich, halt. – Zu Hause pütschere ich noch ein wenig herum ehe ich gar nicht mal so spät mein Nachtlager mit meiner Anwesenheit beehre. Der Schlaf spielt gut mit.

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Mancherlei Müdigkeit

Draußen wird weiter gebuddelt. Mich reißt ein Telefonanruf aus dem morgendlichen Schlaf, ein Freund will eine Einladung loswerden. Okay, neun Uhr ist objektiv betrachtet schon recht spät aber subjektiv angesichts viel zu spät begonnener Nachtruhe noch recht früh. Immerhin bin ich bereits bereit den Hörer zu greifen und Antwort zu geben. Danach muss ich mich erst einmal erholen, mich macht der schnelle Wechsel von Traum zur Wirklichkeit immer total fertig. 😉. – Die Wäsche ist nun schrankfertig zu falten und ordnungsgemäß zu platzieren. Das gelingt problemlos😇. Ein Sonnenstrahl veranlasst mich einen weiteren Waschgang zu wagen. Leider schüttet die Sonne heute ihre Energie auf uns doch nur spärlich aus zur großen Freude meines Stromlieferanten. Das hätte ich mir anders gewünscht. – Mittags erquickt mich ein Tütensüppchen mit eigenhändig hinzugefügter Nudelbeilage. Angesichts meines sonstigen Futterverhaltens ist das keine schlechte Wahl. Die Mittagsruhe ist heute unvermeidbar, mein fülliger Body verlangt dringend nach ihr. Gut, dann gebe ich halt nach. – Gegen Abend entwickelt sich der Kachelofen immer mehr zum echten Kumpel und erfreut Haut und Hirn. Ich lese, schaue Candice Renoir bei ihrer Arbeit zu und gehe, für meine Verhältnisse, früh ins Bett. Erstaunlich.

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Expedition im Supermarktdschungel

Draußen wirbelt irgendeine Tiefbaufirma und verlegt Glasfaserkabel. Von einem Hausanschluss scheinen wir noch meilenweit entfernt zu sein. Nun denn. – Die Sonne lacht vom Himmel und so muss ich mich eilen Wäsche in die Maschine zu verfrachten. Jeder Sonnenstrahl ist bei den derzeitigen Strompreisen kostbar. – Heute ist darüber hinaus erneut Shopping-Day für mich. Auf geht’s zu Aldi und Edeka ins Nachbardorf. Für fünf Euro habe ich Plastik-Leergut dabei – Happi Happi für den Automaten. Mein erster Eindruck: zwischen ALDI und NORMA liegen Welten – sowohl beim Geruch des Ladens als auch beim Angebot. Nun gut, so lange ist mein letzter Besuch beim blauen Discounter nicht her – doch die Erkundung ob und wo sich Gesuchtes in welchem Gang und an welcher Stelle verbirgt, ist immer wieder spannend. Ein Vorteil sind hier die Einkaufswagen-Autobahnen zwischen den Regalen, ich komme gut durch 😀. Andererseits ist die Erfahrung nicht widerstehen zu können – schwups landet der Artikel im Zahlmobil – erschütternd. Bei Edeka gegenüber entdecke ich für mich das Salatbüffet, das ich vormals immer links liegen ließ. Wow, welch ein Angebot von leckeren Ingredienzien. Ich bin voll begeistert und schlage zu mit Mais, Kidneybohnen, Krautsalat, Oliven, Möhrenklein und vielem mehr. Ich sollte künftig mein Fastfoodzeug minimieren und öfter mal hier vorbeischauen. Echt ansprechend und, wie ich zu Hause feststelle, super lecker! – Leider muss ich noch die Schnitzel-Pürree-Reste von gestern aufbrauchen, so dass mein Umfang sich weiter mehrt. Das ist gar nicht gut. Ein weiterer Fernsehabend mit Barnaby, Morse und Renoir lässt mich sehnsuchtsvoll an Ägypten denken. Es wird extrem spät. Ich neige der Überzeugung zu, dass ich mich möglicherweise nicht so im Griff habe, wie es gut für mich wäre. Wenigstens diese Erkenntnis ist da. Gute Nacht.

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Gescheiterter Fluchtversuch

Es ist noch ein wenig Zeit, schnell Augen zu und druseln, die Müdigkeit siegt, plötzlich ist es zu spät zum Aufbruch. Es bleibt mir wieder nur der virtuelle Gottesdienst, was diesmal besonders schade ist, denn es handelt sich um einen Abendmahlsgottesdienst. Die Predigt zur Jahreslosung ist sehr eindrucksvoll doch die Traurigkeit nicht ans Abendmahl gedacht zu haben bleibt. Seufz. – Draußen ist es eher trübe, auf Sylt scheint die Sonne, schön für meine Kurbegeisterte. – „Highlight des Tages“ ist meine erste Kartoffelpüree-Produktion, selbstverständlich aus der Tüte. Das Vorhaben gelingt, mithin muss die Zubereitung einfach sein. Und das ist sie auch. Dazu brate ich mir zwei Kalbsschnitzel in der Pfanne, eins für heute, eins für morgen. Auch das geht problemlos von der Hand, denn beide sind schon adäquat präpariert. Dieses Mahl ordne ich den essbaren Speisen zu. Fein. – Mittagspause, Piepmatzfütterung, Holzversorgung und Tea-Time beschäftigen mich ausreichend am Nachmittag, fast hätte ich dazu noch eine einwöchige Super-Duper-Last-Minute-Ägyptenreise gebucht. Letztlich sehe ich schweren Herzens davon ab mangels Erfolgsaussichten im Abstimmungsprozess des Familienkabinetts. So spielt das Leben, eben. – Ein Tatort-Guckversuch scheitert gewaltig, Castle und Beckett trösten mich mit ihrer Ermittlungsarbeit darüber hinweg bis eine neue Barnaby-Folge mein Herz erfreut: Bei einer Art Musical wird etlichen Mitspieler ihr Lebensfaden abgeschnitten, weil ein inzwischen todkranker Helfer sich für jahrzehntelange Demütigungen rächt. Das Ganze ist frei und frech herausgespielt und nicht mit herzensdüsteren in eigener und fremder Dumpfheit herumirrenden Akteuren gespickt wie beim Tatort. Nett anzuschauen. Mit Candice Renoir geht es in die Nacht. Es wird, seufz, wieder sehr spät. Der Schlaf freut sich, dass ich endlich komme und schlägt sofort zu. Klasse.

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Kultur und Erkenntnis

Die monatelange Zeit der Dunkelheit für unsere Lichterketten bricht an. Ich löse die Kabelbinder, falte Lichtervorhang, Eisregen- und Sternenkette zusammen, verfrachte sie in den Keller, sperre sie in Kartons ein und lasse sie auf die nächste Adventszeit wartend verharren. Die Armen. Nur die elendig lange Kette in den Weinstöcken darf noch abgeschaltet draußen bleiben – zu viel Action für heute. – Zum Lunch gibt es Pizza, natürlich Fertigpizza aus dem Froster, die ich mit ein wenig Käse kärglich aufmotze. Mit Ober- und Unterhitze erwärmt, natürlich vorher aufgetaut, denn von der empfohlenen Verarbeitung direkt aus dem Froster in den Ofen halte ich überhaupt nichts, schmeckt sie mittelmäßig passabel. Nicht vergleichbar mit individuell hergestellter aber magenfüllend und mehr oder weniger gut essbar. Sollte mich erneut danach gelüsten empfiehlt sich unbedingt ein Restaurantbesuch. Fazit: Wer nicht kochen kann erfährt durch Fastfood ein abwechslungsreiches Angebot wobei sich stark abgestumpfte Geschmacksknospen für den Genuss als äußerst hilfreich erweisen 😉. Ach ja, das allwöchentliche Blumengießen darf ich nicht vergessen – eine Aufgabe jagt die andere 😀. – Am späten Nachmittag packt mich eine arge Müdigkeit, die vernachlässigte Mittagsruhe fordert massiv ihren Tribut. Fast hätte die Zeit danach nicht mehr für meine Andacht gereicht, die sich heute mit Salomos Profanbauten, Israels Hoffnungsperspektiven und einer – möglicherweise unausweichlichen – Kapitulation biblischer Erkenntnis vor der heutigen Lebenskultur befasst. Ich bin verunsichert, muss aber immer an den alttestamentlichen Götzendienst denken, der damals als allgemein akzeptiertes kulturell-gesellschaftliches Wissen galt und doch von Gott massiv kritisiert wurde. Unser nahezu unerschütterliches Vertrauen in die menschliche Weisheit könnte uns möglicherweise immer noch im Weg stehen. Wie dem auch sei, ich verbringe einen nicht vorbildlichen Abend mit viel zu viel Kalorien und lasse es zu allem Überfluss auch noch spät werden. Das gefällt mir gar nicht. Es liegt an mir es zu ändern …

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