Kultur und Erkenntnis

Die monatelange Zeit der Dunkelheit für unsere Lichterketten bricht an. Ich löse die Kabelbinder, falte Lichtervorhang, Eisregen- und Sternenkette zusammen, verfrachte sie in den Keller, sperre sie in Kartons ein und lasse sie auf die nächste Adventszeit wartend verharren. Die Armen. Nur die elendig lange Kette in den Weinstöcken darf noch abgeschaltet draußen bleiben – zu viel Action für heute. – Zum Lunch gibt es Pizza, natürlich Fertigpizza aus dem Froster, die ich mit ein wenig Käse kärglich aufmotze. Mit Ober- und Unterhitze erwärmt, natürlich vorher aufgetaut, denn von der empfohlenen Verarbeitung direkt aus dem Froster in den Ofen halte ich überhaupt nichts, schmeckt sie mittelmäßig passabel. Nicht vergleichbar mit individuell hergestellter aber magenfüllend und mehr oder weniger gut essbar. Sollte mich erneut danach gelüsten empfiehlt sich unbedingt ein Restaurantbesuch. Fazit: Wer nicht kochen kann erfährt durch Fastfood ein abwechslungsreiches Angebot wobei sich stark abgestumpfte Geschmacksknospen für den Genuss als äußerst hilfreich erweisen 😉. Ach ja, das allwöchentliche Blumengießen darf ich nicht vergessen – eine Aufgabe jagt die andere 😀. – Am späten Nachmittag packt mich eine arge Müdigkeit, die vernachlässigte Mittagsruhe fordert massiv ihren Tribut. Fast hätte die Zeit danach nicht mehr für meine Andacht gereicht, die sich heute mit Salomos Profanbauten, Israels Hoffnungsperspektiven und einer – möglicherweise unausweichlichen – Kapitulation biblischer Erkenntnis vor der heutigen Lebenskultur befasst. Ich bin verunsichert, muss aber immer an den alttestamentlichen Götzendienst denken, der damals als allgemein akzeptiertes kulturell-gesellschaftliches Wissen galt und doch von Gott massiv kritisiert wurde. Unser nahezu unerschütterliches Vertrauen in die menschliche Weisheit könnte uns möglicherweise immer noch im Weg stehen. Wie dem auch sei, ich verbringe einen nicht vorbildlichen Abend mit viel zu viel Kalorien und lasse es zu allem Überfluss auch noch spät werden. Das gefällt mir gar nicht. Es liegt an mir es zu ändern …

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Alles ist gut

Der Tag beginnt gut für meine Kurbegeisterte denn sie darf eine Woche länger bleiben. Schön für sie. Jetzt kann ich ihre Bahnrückfahrkarte buchen und mir ein Hotel fürs Abholen suchen. Beides ist relativ schnell erledigt. Nun schnappe ich mir den Asche-Eimer und entleere ihn in die Tonne, mein schwarzer Parka wird dabei grau. So schnell geht Alter. Der Aktivitätstag vollendet sich mit Sägeaktivitäten zur Herstellung von Anzünd-Brettchen sowie dem Transport von Kaminholz in Kachelofennähe. Jetzt reicht es aber für heute! Genug ist genug! – Pünktlich ab 17 Uhr erstrahlt unsere Illumination zum letzten Mal in der aktuellen Weihnachts-/Neujahrszeit. – Ich verstehe Michael Diener immer mehr wiewohl ich seine Ansichten nicht so ganz teile. Ich lerne, dass es sich sehr lohnen kann sich mit der Motivation Andersdenkender auseinander zu setzen. Die Option der eigenen anderen Meinung bleibt aber das Verständnis für den anderen kann wachsen, und das ist immer ein großer Schritt aufeinander zu. – Die Chefin arbeitet sich erneut an einem seltsamen Fall ab – erstaunlich was in den Köpfen der Drehbuchautoren so alles Platz findet. Von Natur aus seltsam sind zwei Fälle des Navi-CIS, nun ja ganz nett. Mittendrin um 22 Uhr heißt es: Ade Lichterglanz😢! Künftig wird wieder Dunkelheit unser Heim umhüllen. Gott sei Dank nur draußen! – Es wird gar nicht mal so spät. Der Schlaf wartet schon. Alles ist gut.

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Laissez faire laissez aller

Mein Ehepartner beeinflusst offensichtlich meinen Lebensstil deutlich positiv. Ich finde nur schwer in meinen gewohnten Rhythmus zurück. Starke Erfahrung. – Es wird morgens wieder ein wenig später – so ist mein Leben neuerdings. Ein Scheibchen Knäckebrot, Zeitungslektüre und schwups steht die Mittagszeit vor der Tür. Doch vor meinem Dosenlunch muss der Kaffeeautomat seine lang angemahnte Vollreinigung erhalten. Ein neuer Wasserfilter, was immer so ein Ding praktisch bewirken mag, Kaffeemehl allüberall herauspulen und ein „ewig“ dauerndes Entkalken. Kurz gesagt nach einem langen Prozess – mein Mittagsmahl findet viel zu spät den Weg in mein Verdauungsorgan – wird mir so de facto mein Nachmittagstee „geklaut“. Tageschaos statt Tagesordnung, armer Kurzzeitsingle. Die Abendandacht folgt andererseits, gefühlt viel zu früh. Welch ein Tag, welch eine persönliche Zeitverschiebung. Auf mein Hauptziel für die Zeit des Alleinseins konnte ich noch nicht einmal ansatzweise zugehen. Seufz. Abends „repariere“ ich noch schnell den Online-Empfang meiner TV-App durch abstöpseln und wieder einstecken😀😇. Wunder der Technik! Dann zappe ich ein bisschen hin und her, kreuz und quer, lese dabei ein wenig und lasse die Zeit vorbeihuschen. Es wird normalspät und Kumpel Schlaf steht ohne zu zögern bereit.

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Ideologie trifft Rechtsstaat

Der morgendliche Tagesbeginn gestaltet sich erneut besser. Kurzer Zeitungsblick, Andacht und ab geht es in meine Gemeinde zum allmonatlichen Saugevent. Zweieinhalb Vorträge von Frank Lüdke begleiten mich dabei. Kein Mensch begegnet mir, alles ist wie ausgestorben. Das gab es noch nicht oft. – Käsespätzle aus der Tüte sind mit dem Geschmack wohlgefälligen Aromen versehen und lassen sich mit ein bisschen Nachwürze gut vertilgen. Als Permanent-Single hätte ich wohl ein stärkeres Ernährungsproblem als ich bisher annahm. Nun denn. – Bei Freunden gebe ich ein wenig Wasser auf alles was nach Pflanze aussieht – mein Daumen ist nicht grün, eher wüstenfarben -, danach treffe ich mich zum ersten Mal mit dem neuen Norma-Markt hier am Ort. Dort riecht es aber komisch! Das Angebot ist, vorsichtig formuliert, sehr eigen und auf mir meist unbekannte Marken begrenzt. Die müssen ja nicht schlecht sein, wenn auch mancherlei Erfahrung eher skeptisch stimmt. Probieren geht über studieren. – Der Mittagsschlaf fordert inzwischen unnachsichtig sein Recht. Ich komme dem gern nach 😀. – Abends haben sogar die öffentlich-rechtlichen Medien mitbekommen, dass Silvester überwiegend Halbstarke aus Migrantenkreisen gewütet haben. Aha, man hat alle Festgenommenen bereits wieder freigelassen, sie werden, wenn überhaupt, einen milden Richter finden, der sie schlimmstenfalls kurz strafend anblickt. Das wird sicher Wirkung zeigen. Nur welche? Ich verstehe nicht weshalb die politisch-juristisch-sozial Verantwortlichen mich unbedingt in die Arme rechter Rattenfänger treiben wollen. Ich will da nicht hin!!! Laberei hilft bei diesem Klientel offensichtlich nicht, also Mädels und Jungs tut etwas wirkungsvolles, das diese Gewaltausbrüche künftig verhindert. Mit „Augen zu“ kommt ihr da nicht durch, so bleibt ihr (wie immer) stecken. Seufz. – Okay, für mich heißt das wohl ab mit dem Kopf zurück in den Sand, abgestandene Krimikost zur Beruhigung konsumieren, mich über mein Alter und den erneut pünktlichen Schlaf freuen. Ihr könnt mich mal … what ever.

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Außentermine

Das Aufstehen klappt etwas besser. Ich komme meinem Zielpunkt spürbar näher. Meine übliche Morgenroutine „wickelt sich“ fast normal ab. Bezüglich eines neuen Andachtsbuches zum Jahresanfang verbreiten sich bei mir noch ein paar Unsicherheiten aber es wird schon. Die Zeit zwischen meinem bewusst kärglichen Frühstück und einer reichhaltigen Mittagssuppe ist recht kurz so dass meiner Abnehmabsicht möglicherweise schwere Zeiten bevorstehen. Seufz. Wenig später lasse ich mich testen, erfreulicherweise negativ. Meine Mum wirkt sehr apathisch, ein Gespräch ist kaum möglich und ich verlasse sie ziemlich niedergeschlagenen Gemüts. Traurig. – Meine Geschäfte in Vorsfelde unterstützt perfekt die PayByPhone-App, die das Parken auf ein digitales Niveau hebt 😇. – Beim Teetrinken daheim fällt mir auf wie rasend schnell der Tag an mir vorbeigeschossen ist. Die Grundreinigung des Kaffeeautomaten ist unterblieben. Morgen kann es diesbezüglich auch eng werden. Weshalb habe ich alter Pensionist überhaupt noch Termine? Nicht zu fassen😀?! – Auch meine Abendandacht läuft noch nicht rund – der Start des neuen Jahres scheint in dieser Hinsicht etwas holprig vonstatten zu gehen. Gut Ding will Weile haben 😉. – Es ist kühl hier, so dass ich spontan mir mein Straffrieren durch ein paar Scheite entflammten Holzes ein klein wenig erleichtere. – In den Nachrichten kommt so langsam heraus, dass etliche der Silvesterkrawalle auf junge Migranten (mit Vorder- oder Hintergrund) zurückzuführen sind. Diese Rumeierei in den Medien nur weil diesmal die „Falschen“ ausgeflippt sind, ätzt mich an. Das schürt nur Misstrauen. Kontraproduktiv. – Einem etwas seltsam wirkenden Münstertatort folgt ein Stoevertatort, alternativ einer mit Haferkamp, also gut denn, ich suche ziemlich bald mein Nachtlager auf. Bonne nuit.

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Falsche Schneeflocke

Und wieder wird es so spät. Erneut komme ich allzu schwerfällig zu einer unmöglichen Uhrzeit aus den Federn. Im Wohnzimmer ist es immer noch schön warm. Noch bin ich fest der Überzeugung es läge an den Spätfolgen eines mächtigen Feuers im Kachelofen. Bis ich endlich, viel zu spät, auf das Heizungsthermostat schaue. Das ist nicht zu fassen! So blöd kann ich doch nicht sein! Bin ich wirklich schon so senil? Statt der Schneeflocke grinst mich die „5“ unverschämt an! Da habe ich stundenlang Heizöl sinnlos verkokelt, teures, wertvolles, nahezu unbezahlbares schwarzes Gold?!? Was für ein Dösbaddel blickt mich jeden Morgen aus dem Spiegel an? Merde, Merde, Merde!!! Was bin ich sauer! Heizung aus, ab sofort ist ein Straffrieren angesagt! – Nach der Morgenandacht fahre ich zum Einkaufen, ein seltsames Erlebnis für einen bislang rundum versorgten Ehegatten. Früher war alles übersichtlicher 😉. Es gab eine Kühlabteilung und da fand man alles, was Kälte liebt. Heute gibt es zwei Frostdepartements, ein großes in Kassennähe und ein noch größeres am andern Ende des Geschäfts, um die Ecke herum platziert. Zweimal durchwandere ich ersteres, absolut erfolglos bei der Joghurtsuche. Letzteres durchziehe ich ebenfalls zweimal bis ich diverse Joghurts entdecke. Von meiner Lieblingsmarke finde ich allerdings nur eine Geschmacksrichtung. Fast ein Desaster. Ich weiß schon weshalb ich fast nur noch im Internet einkaufe. Wäre ich gezwungen dauerhaft allein zu wirtschaften, würde ich es wohl auch beim Lebensmittelhandel versuchen. Ist ja irre welche Entdeckerpfade ich und mein Einkaufswagen zurücklegen mussten. Resümee: Edeka sagt sie lieben Lebensmittel, wenn sie Kunden liebten, wäre das auch nicht schlecht. Zum guten Ende funktioniert die Kreditkartenzahlung perfekt. Geht doch. – Zum Lunch erlaube ich mir eine Reminiszenz an mein Berufsleben: die gute, alte, durch und durch künstliche, maggiverseuchte 5-Minuten-Terrine. Lecker für Anspruchslose – und davon habe ich mich phasenweise mittags ernährt? Faszinierend. – Nachmittag und der Barnaby-Abend flutschen nur so vorbei. Es gelingt mir ein gutes Stück früher mein Nachtlager aufzusuchen und trotzdem kommt der Schlaf schnell. Es scheint voranzugehen.

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Gefährlicher Schlendrian

Ich schlafe noch eine Stunde länger als gestern. Verständlich. Dankenswerterweise habe ich keinen schweren Kopf! Das kärgliche Frühstück setzt leider keine Maßstäbe für meine sonstige Ernährung heute. Das ist sehr schade. Lunch, Dinner und Nach-Mitternachts-Snack arbeiten viel zu erfolgreich an Produktion und Lagerung von Körperfetten. Seufz. – Die Dezember-Regenbilanz ist erfreulich, doch sie gleicht nicht die Defizite des restlichen Jahres aus. Insgesamt fiel 2022 hierorts 157 l/qm weniger Regen als in der Vergleichsperiode 1981-2010. – Nachmittags höre ich mir aller Ruhe zwei Predigten aus Bremen an, Silvester und von heute morgen, gestern über einen Psalm und heute über die Jahreslosung, insgesamt höchst beeindruckend. – Abends werfe ich den Kachelofen an in vollster Überzeugung schon vorher die Heizung abgestellt zu haben. Ein kräftiges Feuer erzeugt mollige Wärme im Wohnzimmer, außergewöhnlich hohe Temperaturen durch überbordende Ofenhitze, meine ich. – Im Fernsehen schaue ich mir zwei Filme mit Eddie Murphy an. Ich kenne sie längst, kann fast mitsprechen und doch ist es richtig nett. Fatalerweise lasse ich mich danach noch auf einen dritten Film ein, der ist jedoch irgendwie doof, so zappe ich hin und her, es wird spät und später, wird früh und früher. Ich begebe mich erneut viel zu spät in mein Bettchen. Das ist gar nicht gut. Wenn ich jetzt Mister Schlendrian die Herrschaft übergebe, wird es böse enden. Nein, so geht es nicht weiter, ich muss mein Alleinsein ordnen. Hoffentlich gelingt es. Freundlicherweise ist der Schlaf sofort da. Wenigstens etwas.

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Silvester

Die Langschlafprobe endet erfolgversprechend gegen zehn Uhr. Einem gemütlichen Frühstück folgt ein noch gemütlicherer Tagesablauf. Meine Liebste vollzieht in Westerland ihre Kuranwendungen. Ich muss das nicht und so sind wir beide zufrieden. Was will man mehr? Sie bekommt für Montag einen Anwendungsplan, dagegen sind normale Arbeitstage als Erholung zu werten. Nun denn, nur Mut! – Ich bereite mir ein leckeres Mittagsmahl, Kartoffelsalat und Würstchen und begebe mich am sehr späten Nachmittag zum Jahresabschlussgottesdienst in meine Gemeinde. Es ist ein feiner Abschied vom nicht mehr lange laufenden Kalenderjahr. – Zu Hause bereite ich mir ein Käsefondue und muss feststellen, dass ein Gewürztraminer kein bisschen damit harmoniert. Das war mir eigentlich schon vorher klar aber jetzt weiß ich es aus eigener Erfahrung 😉😇. – Dinner for one gehört zum Pflichtprogramm, Alfreds Silvesterparty normalerweise auch doch heute mal nicht. Punkt. Stattdessen höre ich Dieter Nuhr bei seinem Jahresresümee zu, um mir anschließend die etwas andere Sicht von Urban Priol zu Gemüte zu führen. Beide haben irgendwie recht und auch wieder unrecht, urteile ich in meiner bescheidenen Sicht der Dinge. Aber wer hört schon auf mich? Vielleicht ist das ganz gut so 🤔😀! – Zum Jahreswechsel serviere ich mir einen Fürsten Metternich, telefoniere nach Sylt und begebe mich im Anschluss nach draußen. Ein kurzer Plausch mit den Nachbarn, ein ohrenbetäubender Lärm ringsum, es knallt, zischt und leuchtet um mich her und so retiriere ich in unsere Freisitz-Lounge. Bei einer Neujahrszigarre und einem Glas Sekt bespreche ich mit meinem Gott das vergangene Jahr und stelle meine Pläne für 2023 unter seine Regie. Ich liebe dieses alljährliche Gespräch. Gott antwortet erstaunlich schnell mit einem Zuspruch, nämlich meinem Taufspruch und ich kann sehr dankbar das neue Jahr beginnen. Es wird nicht spät, sondern eher sehr früh. Der Schlaf hat geduldig gewartet und schlägt schnell zu. Ein guter Start!

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