Kreativlos

Wie feiern wir unsere Geburtstage zum Jahrzehntzifferwechsel in diesem Jahr? Eine schwierige Frage, denn unsere Ansichten liegen weit auseinander. Zugegeben, am praktischsten und leicht zu handhaben wäre ein gemeinsames Frühstück mit allen unseren Freunden. Aber ich käme mir dabei völlig ausgegrenzt vor. Eine Mahlzeit, die für mich keine ist, hat halt keinerlei Stellenwert bei mir. So ein großes Gartenfest mit Zelt und allem Pipapo wäre dagegen ein würdiges Event doch mit sehr viel Vor-, Nach- und Hauptarbeit verbunden, selbst wenn der Großteil der Speisen geliefert wird. Und unseren sowieso schon malträtierten neuen Rasen mit einem Zelt weiter zu quälen, ist nunmal keine zufriedenstellende Aussicht. Also messen wir zwecks weiterer Überlegungen unsere untere Terrasse aus. Dort könnten wir vier Tische platzieren. Wenn es aber regnet, nass ist oder kalt? Irgendwie fehlt uns der rechte Ideen-Kick. Zu allem Übel gibt währenddessen unsere Fußballmannschaft auf ihrer Verliererstraße noch einmal Gas. Das wird heute nichts mit kreativen Ideen. – Den Abend teilen sich YouTube und ein Ostfrieslandkrimi. Es wird wieder ganz schön spät aber der Schlaf macht in letzter Zeit einen guten Job.

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Reisepannen

Heute fülle ich das Schiffsmanifest aus, natürlich so kompliziert wie möglich. Ich könnte es handschriftlich tun aber das wäre ja wohl zu simpel! Also scanne ich es ein, exportiere das so gewonnene PDF-Dokument in die PDF-Expert-App und kann es nun per iPad ausfüllen. Auch das ist nicht ganz so leicht wie es klingt, macht mir aber Freude. Fein. Dann suchen wir uns Ausflüge aus und mir wird erschreckend bewusst, dass die Schifffahrt durch Holland, die ich mir so toll vorgestellt hatte, allergrößtenteils nachts stattfindet, weil wir tagsüber an irgendwelchen Kai-Anlagen herumliegen. Merde, da hätte ich früher dran denken sollen. Okay, so geht Kreuzfahrt meist, egal ob Fluss oder See aber das ist nun einmal nicht mein Ding. Ich will die Landschaft vorüberziehen sehen und die ist im Dunkeln überwiegend unsichtbar. Wer lesen kann ist eben klar im Vorteil. Nun gut, dann lassen wir uns eben über die Ausflüge abzocken und ich starre in die Finsternis. Dazu kommt, dass der zum Check-in nötige Antigentest in Amsterdam tatsächlich rund 40 € pro Person kostet. Also werden wir wohl schweren Herzens den Hotelaufenthalt fallen lassen und erst zum Schiffsentern anreisen. Doppelt merde! Mit meinen Fahrten geht in letzter Zeit viel schief, muss ich konstatieren. Was hat mir das zu sagen? Keine Ahnung. – Während Putin seine Armee weiter in der Ukraine wüten lässt schauen wir den Staatsanwalt. Es geht mal wieder um einen Mord in „feinen Kreisen“, gewürzt mit Doppelmoral und elitären Denkmustern, wie bei den öffentlich-rechtlichen so üblich. Dennoch ein interessanter Fall. – Und wieder beschließt eine leichte Krimilektüre meinen Abend. Es wird recht spät – weshalb auch immer.

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Hauskreisgenuss

Die Rechnung für unsere Flusskreuzfahrt durch Holland trifft ein. Beigefügt sind die angebotenen Ausflüge – nicht gerade Schnäppchen – und ein umfangreiches Hygienekonzept. Der Schock: wir benötigen zum Check-in einen aktuellen Antigentest. Ich schau mal was so etwas in den Niederlanden kostet und bin leicht entsetzt. Wir müssen uns wohl unsere vorzeitige Anreise abschminken wie auch die geplante Übernachtung in einem sehr angenehmen Hotel. Das ist mehr als schade wenn so die Tour auf ihre mager knappen 7 Tage zusammenschmilzt. Kaum sind wir da, müssen wir schon wieder zurück. Aber schauen wir mal ob uns die explodierenden Coronazahlen nicht einen noch viel fetteren Brocken in den Weg knallen. Oder ob Putin völlig ausflippt. Wer weiß das schon in diesen verrückten Zeiten? – Die intensive Sonneneinstrahlung nutze ich um Tiger mit Saft zu versorgen. Das könnte zwar noch optimaler laufen aber ich übe ja noch. – Heute ist endlich mal wieder Hauskreis – welch ein Fest! Und es wird tatsächlich ein Highlight. So viele unterschiedliche Wortbeiträge, eine so intensive Diskussion hatten wir schon lange nicht mehr, sie hat mir – merke ich – sehr gefehlt. Die Zeit rauscht vorbei. Die mit rotem vergorenen Saft unterlegten Nachgespräche sind ebenso intensiv, engagiert und lang anhaltend. Welch eine Freude! Zu Hause benötige ich tatsächlich einige Zeit um wieder vom Disputiermodus in den Ruhemodus herunterzukommen. Ein sehr feiner Tagesausklang. Super.

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Galoppierende Chips

Auf zur Mutter, heute werden wir sogar im Heim kontrolliert, dann der „Schock“: das Zimmer ist leer. Der Rollator ist da, doch der Rollstuhl ist weg. Eine Helferin hat meine Mum zu einem Rundgang (korrekter: Rundfahrt) im Freigelände abgeholt. Es freut mich sehr das zu sehen, denn eine demente Person kann halt nichts von ihrem Tagesablauf erzählen. Das ist sehr schade, denn durch ihr Leiden sind Gesprächsthemen sehr, sehr begrenzt. Immerhin kommt sie frisch und munter von ihrem kleinen Ausflug zurück und ist viel besser drauf als sonst. – Während meine Aktionsbegeisterte ihrem Sport frönt, genieße ich meine Mittagsruhe – nicht die schlechteste Alternative. Ansonsten gilt es Brennholz zu holen, Anzündbretter zu sägen und den Eingang unerwarteter Zahlungen erfreut zur Kenntnis zu nehmen. Nun ja, ganz unerwartet waren sie nicht, schön sind sie doch. – Ich halte Rückschau auf das Apple-Event: Ein paar neue Smartphones stimmen die Fans ein. Wenig später betritt ein grandios schneller neuer Chip die Bühne, besser gesagt eine famose Allianz zweier superschneller Chips, die jetzt wie ein einziger Chip hyperfix agieren und die Daten im Galopp nur so hin und her beamen. Dazu gibt es einen passenden Rechner sowie einen 27-Zoll-Bildschirm mit eigenem Chip. Alle vereint ihre appletypischen Kontoleerräumfähigkeiten. – Danach beobachte ich einen Kreuzfahrer beim Ablegen in Lanzarote und führe mir ein paar Statements zum just vorgestellten ID.Buzz zu Gemüte. Nettes Teil auf den ersten Blick – leider mit einem für das Fahrzeug möglicherweise zu schwachen Akku bei weiten Touren. Wie in letzter Zeit üblich beschließe ich den Tag mit einem Krimi. Es wird wieder mittelspät.

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Drückebergerei

Heute strahlt uns die Sonne wieder bärenmäßig vom Himmel an. Der Wechselrichter brummt zufrieden vor sich hin und jagt jede Menge Strom durch die Leitung. Ich dagegen lasse meine Treterchen von meiner Lieblingspodologin pflegen. Leicht beschwingt schwebe ich zum Tiger. Morgen wollen wir zu meiner Mum und so lassen wir uns heute schon mal testen. Negativ. Das ist sehr gut! – Ich verrichte ein wenig Innendienst während meine sich gärtnerisch verpflichtet fühlende Ehegattin dem Außengelände ihre Zuwendung zuteil kommen lässt. Ich kann mich einfach nicht aufraffen in die Kühle zu treten. Dass dass mittelfristig nicht geht ist mir durchaus bewusst, denn irgendwann muss ich dort ebenfalls ran. Das ist leider absehbar. Brrrrr. – So kläre ich Versicherungsfragen, überprüfe zwei Angebote und telefoniere mit unserem Händler. Noch eine Kaffeepause und schon neigt sich der Nachmittag dem Ende und so meiner täglichen Andacht entgegen. Keine rühmenswerte Leistung aber immerhin habe ich wenigstens ein wenig getan. – Der Krieg in der Ukraine ist nach wie vor grausig – Putin mir graut vor dir!!! – Die Rosenheim Cops spenden ebenso durchschaubare wie gedanklich entspannende Unterhaltung, die neue Folge von „Mord mit Aussicht“ ist fast noch peinlicher wie die Serie davor, nicht mein Ding. Ich hätte besser die Doku über Putin schauen sollen, die ich nur beim Zappen häppchenweise mitbekomme. – So lese ich eben wieder über üble Mordfälle auf Fischland-Darß-Zingst. Es wird wieder mittelspät. Der Schlaf kommt ein klein wenig später dafür tief und fest. Nett.

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Inkontinenter Akku

Die Sonne lacht wunderbar freudig vom Himmel und doch ist es kalt, eine für mich doofe Kombination. Erst wird man nach draußen gelockt und dann schockgefroren. Ich habe eine Außenkamera, deren Akku an starker Inkontinenz leidet oder anders ausgedrückt er kann keinen Strom halten. Das ist nicht gut, jede Woche ist Aufladen angesagt. Ich plane die Cam dauerhaft mit dem Netz zu verbinden und überlege schwer wie ich das dazu unvermeidbare Kabel möglichst „unsichtbar“ führen könnte. Das ist nicht einfach. Ich könnte auch eine neue andere Webcam kaufen, doch das will ich nicht, wenn es günstigere Lösungen gibt. Solange ich nur solche Probleme habe, muss es mir einfach gut gehen, finde ich. – Doch die Freude wird angesichts der immer wieder hochschwappenden Gedanken an die russische Invasion der Ukraine arg begrenzt. – Abends halte ich nur einen Barnaby durch, irgendwie bin ich das Anschauen bekannter Folgen ziemlich leid. Also lese ich wieder. Es wird normal spät. Das Gelesene hält nur kurze Zeit den Schlaf zurück. Er ist diese Woche sehr dienstbeflissen. Das finde ich gut.

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Theologie und geharzter Trank

In der Studierstube geht es erneut um den Epheserbrief. Und wieder schweifen wir ab. Alles ist in Gottes Hand und doch gibt es einen furchtbaren Krieg in der Ukraine. Welche Motive mögen Putin bewegen? Wir sprechen auch über mögliche Beweggründe, die die Presse kaum würdigt. Abends im Gottesdienst nimmt in mir eine Erkenntnis Gestalt an: Gott hat uns Menschen die Verwaltung des Irdischen anvertraut. Und wenn Gott das macht, ist er konsequent. Wenn wir Menschen meinen wir könnten es besser als Gott, müssen wir eben mit den Folgen leben. Wer ohne Gott auskommen will, völlig egal ob Bettler oder König, darf es versuchen. Liebe, wirkliche Liebe, ermöglicht es den Geliebten ihren Willen ausleben zu dürfen. Gott will keine Marionetten, wer frei entscheidet muss halt die daraus entstehenden Lasten schultern. Letztere sind aber meist schwer verdaulich und treffen uns oder unsere Mitmenschen sehr hart. Gott sei Dank wenn Gott sich dann doch einmal über uns erbarmt – ein „Recht“ haben wir aber nicht darauf. – Im Abendgottesdienst feiern wir endlich mal wieder Abendmahl. Das tut so wohl. Endlich mal wieder diese spürbare Nähe zum Herrn und Heiland – das hat mir sehr gefehlt. – Der Tatort am Abend ist leicht irre aber nicht unlustig. Ein wenig zu viel Retsina lässt trotz aller darin liegender Unvernunft im Anschluss wenigstens den Schlaf tief und fest geraten. Nun ja.

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Zwei Termine

Früh geht es aus den Federn, die Dusche treibt die Müdigkeit in die Isolation und wir machen uns zum Geburtstagsfrühstück auf. Tiger bringt uns zum Lido im ehemaligen Hallenbad. Es ist eine angenehme Gesellschaft in munterer Runde. Die Begrüßung ist herzlich, das Frühstück reichlich und – wichtig – es wird auch Rührei samt gebratenen Schinkenspeckstreifen serviert. Insofern ist alles okay. Ich esse zu viel, was für eine erste Tagesmahlzeit bei mir eher ungewöhnlich ist. Danach fühle ich mich wie genudelt. – Der absolut notwendige Mittagsschlaf ermöglicht es dem Magen frei von anderen Einflüssen seinen Job zu tun. – Am sehr frühen Abend machen wir uns schon wieder auf, diesmal zur Jahresmitgliederstunde meiner Gemeinde. So ein Jahresbericht ist interessant und kurzweilig aber auch lang. Trotz Corona ist einiges in der Gemeinde gelaufen. Prima. Eine Wahl für drei Posten mit drei Kandidaten ist nicht wirklich spannend, der Kassenbericht gewährt aussagereiche Einblicke und ist erfreulich kurz. Die Erläuterungen zu den Diakonaten und der Jahresplanung haben bei mir einen schlechten Stand – mein erstarktes Aufmerksamkeitsdefizit besiegt sie locker. – Daheim lese ich noch ein wenig und es wird mittelspät. Ein mein empfindliches Gemüt erschütternder Krimi-Ausgang verzögert leider die Bemühungen des Schlafes.

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