Freitagstrott

Ein wenig Buchhaltung – auch elektronische Dokumente müssen irgendwo gehortet werden, ein paar Überweisungen, ein Anruf unserer Gebäudeversicherung, die schnelle Klärung eines Versicherungsschadens, Schadenfotos samt Rechnung abschicken, ein Telefonat hier und da und schwups ist der Vormittag um. Ich kaufe nicht, ich trödele vielmehr die Zeit aus – keine so richtig überzeugende Interpretation des „carpe diem“. Aber so ist es eben. Mittagsruhe ist unverzichtbar 😉😇 und der darauf folgende Nachmittag ist schnell vorbei. – In der Abendandacht beschäftigen mich biblische Verhaltensregeln fürs jüdische Volk, die auch uns viel zu sagen haben. – Die Nachrichten schildern die dramatischen Auswirkungen eines wildgewordenen Diktators mit seinen Großmachtphantasien. YouTube zeigt mir den absehbaren Niedergang der bislang aufstrebenden Flugzeugindustrie. Eine Schande fürs russische Land! – Der Staatsanwalt nervt, die Dialoge sind weltfremd abgehoben und die Problematik nur schwerstens nachvollziehbar. So bleibt mir nur das Lesen und selbst der Krimi nimmt gleich zu Beginn eine abscheuliche Wendung. O tempora, o mores – ich bemühe mich um Abregung, liege eine zeitlang wach bis sich endlich der Kumpel Schlaf einstellt.

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Saugen und Kreuzzüge

Und wieder ist ein Monat vorbei und wieder liegt das Saugen in meiner Gemeinde an. Jenseits aller Routine sind heute beide Staubsauger verschwunden. Ich bin verwirrt 😉 – das gab es ja noch nie! Tatsächlich stöbere ich einen im Konferenzzimmer auf, zwei junge Frauen sind mit Entrümpeln zugange. Hoffentlich komme ich bei der Beschlagnahme des Reinigungsgerätes nicht unhöflich rüber, meine Verblüffung über die leeren „Garagen“ der beiden altbewährten Vorwerksenioren ist mir offenbar zu deutlich ins Gesicht geschrieben. Ansonsten verfolge ich die Kreuzzugsgeschichte während der maschinengestützten Sandkornaufstöberung. Ich bin sehr schnell durch, denn im kleinen Saal sind keine Reihen gestellt und mithin großflächiger Einsatz möglich. Danach geben wir noch ein paar Dinge, die für die Ukraine bestimmt sind, in einem Privathaus ab. Hoffentlich erreichen sie auch ihr Ziel. – Mich lassen die Gedanken über diese Invasion in Europa nicht mehr los. Erst Corona, dann ein Krieg, der Wille den Lauf der Zeit unbedingt in die 50er-, 60er-Jahre zurückzudrehen ohne Rücksicht auf eigene oder fremde Verluste ist mehr als furchterregend. – Zum Fernsehen fehlt mir am Abende die Lust und so lese ich halt bis das Bett ruft. Der Schlaf trödelt auch nicht lange herum. Fein.

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Fast wie früher

Ich drücke mich um die Montage eines Ablaufbeckens – zu viele Einzelteile – und finde eine kleine unvollkommene Zwischenlösung (wie ich hoffe). Doch es hilft alles nichts demnächst muss ich mich daran versuchen. Das wird lustig 😉🥲🤔. Oder lausig – wer weiß das schon? – Der Tag vergeht wieder wie im Flug und ich muss mich an die – gefühlt – zunehmende Geschwindigkeit gewöhnen. Unser Kreuzfahrtversuch ist inzwischen schon wieder eine Woche her. Wow. – Abends treffen wir uns in „trauter Runde“ in meiner Gemeinde. Es ist ein schönes Gefühl mal wieder leibhaftig in einer Arbeitsgruppe maskenlos beisammen zu sitzen und ein wenig so zu tun als würde man arbeiten. Ja, ja, ja, es war eine interessante Veranstaltung, wir haben uns ausgetauscht, geredet, geplaudert, Vorschläge gemacht, zugehört und all das … Doch es war nach der langen Corona-Zeit (warum verging diese Plage so unendlich zäh, während die Zeit ansonsten raste? Haben wir eine Doppelzeit 🤔😀?) etwas ungewohnt und nostalgisch. Also richtig nett. – Zurück daheim erfreute mich ein Krimi mit sagenhaft unwahrscheinlicher Handlung aber gut geschrieben, wenn auch literarisch nicht erwähnenswert. So etwas geht runter wie Öl und entspannt den Geist. Im Hinblick auf die begonnene Fastenzeit genehmigte ich mir noch ein wenig dunklen Saft, um die Erinnerung daran zu bewahren. Es wird sehr spät doch der Schlaf steht schon bereit. Fein.

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Ein Lerche, ein Angebot und Zarenphantastereien

Meine geliebte Angetraute spielt heute Lerche. Während ich alter Uhu noch der Behaglichkeit pflege ist sie schon putzmunter und am Wirbeln. Das erschwert meinen Verweilwillen im Nachtlager sehr. Irgendwann gebe ich auf und verlasse diese mollige Umgebung. Nach der Morgenandacht gilt es, sich um die allmonatlichen Kontoeingänge zu kümmern. Im Laufe des Tages trudeln sie alle ein und das ist fein. Eine fette Geburtstagsspende verlässt die Habenseite gleich wieder gemeinsam mit den vielen monatlichen Lastschriften. Das Auf und das Ab des Finanzlebens. Am sehr frühen Nachmittag geht es in die Stadt. Ein Händler hat ein interessantes Angebot für uns. Wir plaudern viel und schlagen dann zu. So kann das gehen! Auf dem Rückweg lassen wir uns testen und erfreuen uns am negativen Ergebnis. Eine Geburtstagsfeier im kleinen Kreis schließt sich an – auch hier hat Corona ihr böses Spiel getrieben und andere ferngehalten. Es ist ungewöhnlich früh als wir uns zurückziehen. So bleibt noch viel Zeit für die Nachrichten über die Diktatorphantasien und mörderischen Taten eines russischen Möchtegernzaren. Wie viel Leid tun wir Menschen anderen unserer Art an! Es ist eine Schande! So wird es recht spät.

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Schock am Morgen

Ein Schreck durchzuckt meine Mitbewohnerin am ganz frühen Morgen, besser gesagt mitten in der Nacht. Ein Schmerz lässt sie ins Bad eilen um dort eine heftige – wohl allergische – Reaktion im Spiegel betrachten zu können. Ganz, ganz übel! Nach dem Aufstehen ziehen weitere dunkle Wolken auf. Der Hausarzt ist krank, seine Vertreterin mit Corona-Patienten beschäftigt und nur meine Hausärztin erbarmt sich ihrer. Wir düsen los nur um gleich darauf ans Klinikum verwiesen zu werden. Einen halben Tag später weiß zwar immer noch keiner welche Ursache das Übel hatte aber immerhin klingt es ab. Welch ein Aufregertag! Der verspätete Mittagsschlaf lässt uns dankenswerterweise die fehlende Nachtruhe nachholen doch die Ungewissheit ist arg unbefriedigend. Damit müssen wir leben. – Der gute Barnaby in seiner coolen englischen Art lässt mich ruhiger werden auch wenn etliche Leichen seinen Weg pflastern. Es wird nicht so richtig spät.

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Erholsamer Sonntag

Wir feiern einen inhaltsreichen Gottesdienst. Gefreut hatten wir uns auf eine Kindersegnung, wiewohl ich eine Taufe für hilfreicher für das Kind halte aber das ist halt meine Meinung. Doch die Segnung findet nicht statt, einfach so, ohne jegliche Erwähnung. Komisch, seltsam, schade. – Das Wetter ist herrlich und wir plaudern nach dem Gottesdienst ein wenig. Am Nachmittag hören wir noch eine Predigt aus Bremen, zwischendurch lasse ich die erste Hälfte eines Vortrags „Gott genießen“ wie Augustinus es wohl erkannt hatte in mein Hirn dringen. – Ich verdaue langsam die nicht stattgefundene Kreuzfahrt, höre, dass die Folgekreuzfahrt gänzlich ausgefallen ist und sichte ein paar Fotos von der Schleusenpassage. Abends machen wir es uns ein wenig gemütlich und ich lese meinen Krimi bis zum seltsamen aber interessanten Ende. Es wird sehr, sehr, sehr spät.

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Kurz-Kreuzfahrt mit Bürokratieballast

Das Schiff wird erschüttert. Es rappelt, summt und brummt. Ach, die Schiffsmotoren – wir haben sie die ganzen Tage überhaupt nicht vermisst 😉. Der Trip führt von der Columbuskaje zum Kaiserhafen. Ich schaue aus dem Fenster, nichts zu sehen wir liegen am Ufer. Also schnell waschen und Beißerchen bürsten sowie Kleidung überwerfen. Der nächste Blick aus dem Fenster überrascht: Wir fahren in eine enge Schleuse ein. Es bleibt wenig Raum zwischen den Mauern und dem Schiff. Außerdem ist Mein-Schiff-1 so lang, dass beide Schleusentore geöffnet sein müssen, damit es hindurchfahren kann. Und das geht eben nur bei einem Tidenstand der Weser in gleicher Höhe wie im Innenhafen. Das Zeitfenster dafür ist wohl sehr klein. Kaum hat das Heck das äußere Tor passiert, schließt sich dieses bereits wieder. Ein Scheinwerfer am Heck beleuchtet die Schleusenwand und kaum ist unser äußeres Ende daran vorbei, dreht sich der Kahn langsam um die kleine Kurve zum Kaiserhafen zu nehmen. Irgendwie faszinierend. – Das Frühstück nehmen wir anlassbezogen früh ein. Eine kurze Ruhepause später wollen wir samt Gepäck den Kahn verlassen doch die Bürokratie schlägt noch einmal zu. In Bürokratie ist die TUI echt gut. Meine Bordkarte muss mir irgendwann entglitten sein. Ohne Bordkarte komme ich aber nicht vom Schiff. Eine neue wird eine Etage über uns ausgedruckt, heruntergebracht (nett), mir ausgehändigt, ich gebe sie sofort wieder ab, sie wird gescannt und eingezogen. Verrückt! Wer denkt sich so ein Verfahren bloß aus? – Die Fahrt nach Hause gelingt sehr gut – unser Freund bringt uns sicher heim. Sehr schön. Es folgt eine ruhige, fast beschauliche zweite Tageshälfte. Das Gepäck verwandelt sich wieder in Alltagszubehör, die Nachrichten lassen mit Abscheu nach Russland und größter Sorge nach der Ukraine blicken. Ein paar YouTube-Videos über E-Autos, den saumäßigen Mercedes-Service und die Vor- und Nachteile des e-Up sowie eine Talkrunde vom Abend der Invasion begleiten mich bis zur Nachtruhe. Der Schlaf kommt bald.

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Lust und Leid

Wir gönnen uns ein Frühstück im zwölften Stock, plaudern ein wenig und leben in den Tag hinein. Mittags im Restaurant werden wir umsorgt von einer eifrigen Kellnerschar und können leicht genudelt unserem Mittagsschlaf frönen. Danach warte ich, wie peinlich, vor der falschen Bühne auf einen Vortrag und muss enttäuscht feststellen, dass das Schiff viel mehr zu erkunden hat als ich mir so dachte. Nun ja, der Strawberry Kiss, ein alkoholfreier Cocktail, war nicht zu verachten und wir ergattern im Ruhepol in der 12. Etage einen Fensterplatz mit Blick auf die Weser. In der Hand einen Krimi, die Füße auf der gepolsterten Ablage, einen Kaffee, etwas später einen Dolce Vita neben sich, kann man es gut aushalten. Das Dinner fällt heute bei mir sehr mager aus, es war einfach zu viel in den letzten Tagen. – Den Kontrast setzen die Nachrichten aus der Ukraine, es ist barbarisch was dort von Putin entfesselt wird. Ist er noch bei Sinnen? Seine Kommentare lassen fast daran zweifeln – so viel offensichtlicher Hass ist nicht zu fassen. Demokratie scheint für ihn der Feind schlechthin zu sein. – Und wieder in der anderen Welt zurück lasse ich mich von einem Mojito verwöhnen, nippe kurz an der Blutigen Marie und entscheide mich spontan für eine Daiquiri. Nette Cocktailerfahrungen mit dem Resümee: es gibt sehr leckere Vertreter dieser Art sowohl mit als auch ohne Alkohol. Schnell noch den Koffer packen, denn morgen, ganz ganz früh, steht die einzige, kurze Schiffsbewegung dieser sogenannten Kreuzfahrt an. Es wird spannend. Der Schlaf lässt sich sporadisch blicken, sesshaft ist er diese Nacht nicht. Schade.

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