Nikodemus, Tutanchamun, Saladin und ein Krimi

Wir schaffen es gut zum Gottesdienst in unserer Gemeinde. Die Konfis werden vorgestellt und machen ihre Sache wirklich gut. Unser Pastor predigt über Nikodemus und Jesus. Die Aussage ist klar, wir sollen im Glauben (und auch ansonsten) neugierig bleiben und offen sein für neue Erfahrungen. Das ist eine wichtige Aussage. Leider geht er dadurch nicht auf das Zentrum des Bibeltextes ein aber natürlich hat er die Freiheit mal andere Akzente zu setzen. – Im Anschluss lassen wir es uns im Hackepeter schmecken. Ich gehe gern dorthin selbst wenn die Küche geschmacklich nur im oberen Mittelfeld ihre Heimat hat. Das ist schon okay. – Nach einer sehr ausgiebigen Mittagspause hören wir noch die Predigt aus Bremen über David, seine und unsere Tränen und den Herrn, der sie zählt, sammelt und abwischen wird. Klare Kante, wie immer, warum auch nicht? – Abends lassen wir uns von einem Bericht über Tutanchamun fesseln und danach mache ich mit irgendwelchen 3-D-Scans der Pyramiden, einem verschwundenen römischen Hafen an den Ufern des Nil und Saladins Zitadelle inmitten seiner Festung weiter. – Zum langen Ende noch einen Krimi lesen zwecks nervlicher Beruhigung und damit es wieder schön spät wird.

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Kamerapositionssuche

Unser Eingangskamera sendet alle naselang irgendwelche Bewegungsmeldungen. Das nervt mit der Zeit. Ich suche einen neuen Montageort und werde möglicherweise fündig. Es fehlt mir nur eine adäquate Halterung. Die intensive Suche verläuft leider ergebnislos obwohl ich der Meinung bin, dass irgendwo noch eine herumschwirren müsste. Dann muss ich halt eine montierte verlagern. Dann muss ich noch einen kleinen „Wald“ aus der Dachrinne entfernen. Unser Winkelhausdach hat bauartbedingt einen Knick und der ist eine wunderbare „Fanghilfe“ für vom Sturm verwehte Zweige samt stachliger Nadelbaumabrisse, die sich allesamt unten in der Dachrinne sammeln. Nun ist die Dachrinne zwar einerseits unten am Dach, andererseits aber auch ganz schön hoch vom Boden aus betrachtet 😉😀. Ohne Leiter geht nichts. – Das Seniorenheim ist heute dicht, so dass wir den Besuch bei meiner Mum canceln. Die Wohngruppen werden wohl wieder einmal auf Covid-19 durchgetestet. – Ein paar Wolken durchlöchern das Photovoltaikergebnis – eine phantastische Kurve am Vormittag endet in Einzelzacken am Nachmittag. Schade, doch der März ist jetzt schon sehr ertragreich. Gut so. – In meiner Andacht lese ich über den „Dienstantritt“ Josuas als Führer Israels, über die Botschaften, die Jeremia ausgerichtet hat und verfolge das Lebensbild der Dame, deren Name nicht in meinen Speicher will. – Fernsehen ist nicht und so lese ich einen neuen Krimi, handelnd in Windsor. Nett gemacht, gut geschrieben. Doch ich will wissen wer es war und lese bis zum Schluss. Es wird sehr arg spät.

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Ast im Wind

Ich schaue mir das Ablaufbecken genauer an. Eigentlich dürfte die Montage recht einfach sein, wenn ich nur wüsste wo ich den ersten Dichtungsring platzieren muss, so dass er an der richtigen Stelle sitzt und ich die Schraube, die ihn presst, fest anziehen kann. Glücklicherweise kommt die Post und ich vertage das Problem noch einmal. Es ist sowieso ein Privileg Montagen, die man nicht sofort kapiert, einfach liegen lassen zu können, darüber zu schlafen und sie mit frischer Kreativität wenig später erneut anzugehen. Das hat sich bei mir stark bewährt. Die Hemmschwelle nimmt ab und die Ideen zu. So soll es sein! – Ich suche nach Lösungen für eine unserer Außenkameras und überlege ernsthaft ob eine Neubeschaffung nicht einfacher ist als der Kabelverbergungsaufwand bei der alten. Irgendwann wird sich bestimmt ein interessantes Sonderangebot einstellen, wenn nicht die Inflation brutalst zuschlägt. Ich bin und bleibe unschlüssig. – Der Alte am Abend hat ein etwas frustrierendes Ende wiewohl der Plot dem Schema folgt, dass die Unverdächtigste die Täterin ist. Im Anschluss klinke ich mich aus dem Honecker-Holmer-Film aus, weil mir die ganze Situation viel zu nahe tritt – o was bin ich doch für ein spinnertes Sensibelchen – der „Prinz“ auf der gekochten Erbse, meine Zeit, ist mir das peinlich! – So verfolge ich die Elektroauto-News, bewundere einen YouTube-Protagonisten bei seinem Urlaub in Florida oder Hawaii, egal, er stellt seinen Mietwagen vor und ich merke unsere sogenannten SUVs sind Kleinlimousinen gegen diesen Panzer. Weshalb bin ich nur so müde? Ab in die Falle und recht fix versenkt mich der Schlaf in eine wechselhafte Traumnacht, die immer wieder versucht mit der Wirklichkeit zu poussieren. Seltsame Realträumereien.

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Auf, auf zum fröhlichen Boostern

Im Frühtau saust meine Bettgenossin aus dem Haus, um der Arzthelferin bei ihrer Freundin zum Blutabnehmen den Weg zu ebnen. Ihre Freundin hört nämlich das Klingeln an der Haustür nicht. Ich kann so in aller Ruhe und viel zu spät aufstehen. Das mache ich gern. – Zur Mittagszeit brechen wir zu einer Beerdigung im Bestattungswald auf. Die Trauergemeinde ist recht groß, das stört aber den Regen gar nicht, der uns die ganze Zeit über begleitet. So mischt sich das stete Tröpfeln mit der einen oder anderen Träne. Wir müssen im Wald Maske tragen, wieder so ein absurdes Highlight der Coronaregelungen. – Auf dem Rückweg holen wir uns einen Termin für den Super-Booster. Ob dann der Super-Duper-Booster, der Hyper-Booster, der Mega-Booster und schließlich der All-Time-Excellent-Booster auf uns warten – wer weiß das schon? So Gott will und wir noch leben, werden wir es erfahren. Ein paar weitere städtische Erledigungen später geht es heimwärts zu einem verspäteten aber umso erholsameren Mittagsschlaf. So viel Zeit muss sein! – In meiner Andacht beginne ich mit dem Josua-Buch und lese unter anderem eine Biographie einer vielgelobten englischen Dame, einer Zeitgenossin von Wilberforce, deren Name irgendwie nicht seinen Weg in mein Hirn findet. Komisch eigentlich. – Abends erfreuen wir uns an vielfältigen Impressionen der Flensburger Förde und danach erleben wir die dänische Insel Møn, ein faszinierendes Stückchen Erde. Bildersatt und doch durch YouTube irrend, unterbrochen von Forty Thieves, Shanghai und Royal Parade Suited begebe ich mich nach zwei Folgen von Navy CIS L.A. endlich wieder ins Traumland, das sich mir erfreulich schnell öffnet.

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Hoffen, harren, vertrauen

Die TUI hat endlich die Kosten für die ausgefallene Kurzkreuzfahrt erstattet. Wurde ja auch Zeit. – Die Versuche zur Schraubenlösung bei den Loggia-Planken sind nur mäßig erfolgreich, zwei oder drei erbarmen sich und geben ihren Halt auf. Der optische Eindruck der Edelstahlschrauben ist zwar beeindruckend gut doch der Torxkopf hätte etwas stabiler ausfallen können. Seufz. – Während meine Mitbewohnerin irgendwo in Wolfsburg ihren Turnübungen frönt, versuche ich eine Kamera an ein neues Ladegerät zu gewöhnen. Das funktioniert recht gut – nur die Leitungsführung zur Kamera – sowohl draußen als auch permanent – bereitet mir große Probleme. Wo kann ich die Verbindung verlegen ohne die Hausoptik zu verhunzen? Ich befürchte das Problem wird mich noch einige Zeit verfolgen. Außerdem drücke ich mich massiv um die Montage des Ablaufbeckens im Keller – doch das Verdrängen beseitigt das Problem leider, leider nicht. Ich muss mich wohl möglichst bald dazu aufraffen. – Eine weitere Baustelle erschließt sich bei der ersten steuerlichen jährlichen Ertragsaufstellung – wie immer das blöde Ding auch heißen mag – meiner Photovoltaikanlage. Die bezahlte Mehrwertsteuer ist zwar als Vorsteuer geltend gemacht, wurde aber (glaube ich) im letzten Jahr noch nicht erstattet, keinerlei Einnahmen und nur einen nicht abgerechneten Eigenverbrauch. Wie stelle ich das in der doofen Excel-Tabelle dar? Ich wende mich mit Grausen ab. Noch so eine Vertagungssache. Die wachsen mir bald über den Kopf. – Die Wismarer Vorabendkrimiserie löst den Fall einer „Ehe zu dritt“ – wohl das nächste Sexualkonstrukt, das uns als völlig normal untergejubelt werden soll. – Währenddessen lässt der neue russische Schein-Zar die Menschen in der Ukraine weiter quälen. Wo führt das alles nur hin? – Mit der Flucht in zweifelhafte Krimis löst sich kein Problem, mit schierem Grübeln oder mauligem Hadern ebensowenig, Vernunft ist ein rares Gut in dieser unserer Welt und Weltflucht – egal wie – meist nur eine Scheinlösung. Da bleibt nur klagen, beten und ringen mit dem Herrn aller Herren. Er regiert. Aber ER hat auch seine eigenen Zeitvorstellungen und einen Blick von Vergangenheit zur Gegenwart hinaus in die Zukunft bis zur Ewigkeit. Im Erkennen meiner Winzigkeit und seiner unfassbaren Größe darf ich dennoch vor ihn treten. Welch ein Privileg, das er seinen Leuten einräumt. Gott wird richten. Gott wird es richten. Amen.

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Desastertag

Gründlich ausschlafen tut so gut – ist das alters- oder faulheitsbedingt? Das kann man schon ins Zweifeln kommen. Ich versuche ein paar Schrauben aus den Loggia-Planken zu lösen, habe auch weitgehend Erfolg aber leider nur weitgehend. Wie bekomme ich die festsitzenden Biester aus ihren Löchern? Selbst nur eine Unbewegliche, die ihren Torxkopf aufgibt kann das ganze Brett fixieren – und davon gibt es mehrere. Merde. Also versuche ich einen Internet-Trick und träufele etwas WD-40-Öl, was helfen soll, es aber nicht tut. Ich vertage die Angelegenheit. – Mittags bereite ich mir ein Fertiggericht aus der Dose zu, das dann erstens wie Dosenfutter schmeckt und zweitens schwerstens im Magen liegt. Welch ein Desaster, wenn ich jemals gezwungen sein sollte selbst zu kochen kommt sofort ein Thermomix ins Haus, denn das wäre meine einzige Hoffnung in eigener Regie halbwegs schmackhafte Mahlzeiten zu produzieren 😉. – Die Diakoniepassion stellt meine liebevolle Gefährtin heute vor große Herausforderungen. Deren Hausarzt beschwört sie über unseren AB ihre Freundin ins Klinikum zu transferieren. Eine Einweisung gibt es nicht, weil seine Praxis überraschend am Nachmittag geschlossen ist. Anderswo ist trotz vielfacher Versuche keine zu erlangen. Nach einem Fachgespräch mit dem ärztlichen Notdienst fährt sie schließlich mit ihrer Freundin zur Notaufnahme. Die nehmen diese zwar in Empfang, sie selbst wird aber kaum angehört, gleich abgebügelt, abgewimmelt, vor die Tür gesetzt. Frech behauptet die Schwester sie käme mit der extrem schwerhörigen Patientin klar. Drei Stunden später können wir sie wieder abholen. Ein Blick in den Arztbrief zeigt, man hat meiner Frau nicht zugehört, nur ihre über neunzigjährige Freundin befragt, die natürlich nicht sagen konnte weshalb sie überhaupt dort war, falls sie überhaupt die Fragen verstanden hat. Noch ein Desaster – die Angst vor Covid-19 blockiert eine gründliche Anamnese – ein äußerst schwaches Bild. So langsam fange ich an einige Horrorgeschichten über die Notaufnahme zu glauben. Zu Hause lese ich noch ein paar Krimis, ärgere mich sehr über meine Einfalt auf immer denselben Plot, in vielen Folgen neu aufgewärmt, hereinzufallen. Inzwischen schmeckt er immer fader, fast wie Dosenfutter. Es wird dennoch spät – der Schlaf stellt sich netterweise pünktlich ein.

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Bummeln und telefonieren

Was für ein Trödeltag! Nun gut, vormittags lasse ich es viel zu ruhig angehen und am Nachmittag regnet es. Gegen Mittag erreicht uns ein Anruf der chaotischen Arztpraxis der Freundin meiner diakonisch aktiven Lebenspartnerin. Der Arzt, der eigentlich letzte Woche zu ihr kommen sollte aber nicht kam, sich dann für nächste Woche Montag angekündigt hat, steht heute völlig unerwartet vor der Tür und kommt nicht rein. Eine äußerst seltsame Arztpraxis mit extrem gewöhnungsbedürftiger Terminplanung. Meine Hobby-Diakonin sattelt den Tiger, saust los, öffnet die Tür der Freundin für den Arzt und bekommt gleich eine nachmittagsfüllende Aufgabe aufgehuckt. Das hat sie nun davon, könnte man meinen aber sie ist ja engagiert und hilft gerne. Leider mit wenig Erfolg, denn es scheint mir leichter sechs richtige Zahlen zu tippen als einen sofortiger Facharzttermin zu organisieren. So ist es halt wenn Gesundheitsreformer nur auf Kosten schielen und die Patienten aus den Augen verlieren. – Dem Diktator Klein-Stalin scheint es ähnlich zu gehen, denn er bombt ohne Rücksicht auf die Kosten drauf los. Sollte ihm der Raub gelingen, was ja noch gar nicht sicher ist, bleibt die Frage: Was will er denn um alles in der Welt mit einem total verwüsteten Land ohne halbwegs funktionsfähige Infrastruktur anfangen? Was soll eine Marionettenregierung stemmen, der das alles fehlt, dazu noch ein Großteil der Bevölkerung abhanden gekommen ist und dazu bewaffnete Gruppen im Lande hat, die sie aus ganzem Herzen hassen? Wie stellt sich der Großreichträumer das vor? Will er Russen aus seinem sowieso schon weitgehend unbebauten Land umsiedeln? Wozu das alles? – Abends entfliehen wir nach Griechenland, erst in die Berge und dann auf kleine Inseln. Es wird normal spät.

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1984

Wieder einmal „glänzen“ wir durch Abwesenheit beim Gottesdienst unserer Gemeinde. Irgendwie hakt es bei der Koordination von Aufstehen, Frühstück und Gottesdienstzeit in Kombination mit der nötigen Motivation. Wir arbeiten dran. Andererseits sehen wir einen famosen Gottesdienst aus Bremen zum Thema ‚Menschensohn‘ wie sich Jesus oftmals bezeichnet hat. Die Sonne strahlt vom Himmel und der Tag übernimmt mit wenig Watt Vorsprung das „gelbe Trikot“ der Stromhöchstproduktion in diesem Jahr. Es scheint voranzugehen. Die Heizölpreise erklimmen zurzeit vormals unvorstellbare Höhen. So liegt es nahe über die Reduzierung des Heizölverbrauchs nachzudenken, was ich auch tue. – Jetzt greift der neue Mini-Stalin aus Moskau auch noch Städte nahe der polnischen Grenze an. Er scheint kein Maß mehr zu kennen. – Eine Dokumentation über seinen Werdegang, sein abstruses Geschichtsverständnis – George Orwell lässt grüßen – und russisch-zentriertes Weltbild rufen unangenehme Erinnerungen an andere Diktatoren wach. Warum müssen Menschen, die anfangs so patent und kreativ waren sich so barbarisch entwickeln, schließlich ist Putin ja nun wirklich kein Einzelfall? Ich werde es wohl nie so richtig begreifen. Macht macht kaputt – offensichtlich. – Fernsehen bietet mir heute nichts und so lese ich meine unterhaltsamen Krimis weiter, unterbrochen nur von dem einen oder anderen YouTube-Video. Es wird schon wieder echt spät. Nun ja.

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