Andante, vivace, presto

Der Montag beginnt ruhig und beschaulich, so wie es sein soll und ich es liebe. Ein wenig den Mac quälen, eine Webcam aufladen und sogenannte funkgesteuerte Uhren von der Sommerzeit überzeugen. Nach einer erholsamen Mittagsruhe geht es rund. Wir bringen eine Freundin zum Kardiologen, ich halte Tiger in Bereitschaft für die Rückfahrt. Der Facharzt überrascht sie (und uns) mit der Empfehlung einer Einweisung ins Klinikum, überträgt aber die Verantwortung dafür auf den Hausarzt. Also suchen wir denselben auf, der für eine sofortige Überstellung dringend plädiert. Was soll man machen? Die Freundin ist voll entsetzt, empört, ablehnend – aber was bleibt ihr übrig? Gefasst ergibt sie sich in ihr Schicksal und packt ihre Siebensachen. Wir düsen zwischendurch heimwärts, ich nehme anderthalb Pötte Kaffee mit auf den Weg und dann geht’s schon wieder los. Die Einlieferung verläuft wie üblich emotional kalt und für Gespräche völlig unempfänglich. Immer dasselbe Theater, die Angst vor Corona ist ja verständlich aber das Bestreben Grundlagendaten für eine korrekte Anamnese zu sammeln sollte schon erwartet werden. Die Erwartung umfassende Infos von einer 95-jährigen schwerhörigen älteren Dame zu erlangen ist lebensfremd. Sehr schade! – Recht geschafft stürzen wir uns auf die Nachrichten, ich lasse zwei bekannte Folgen von Barnaby an mir vorbeirauschen und lese anschließend eine Story bis zum unerfreulichen Ende. Es wird mittelspät doch das ist egal, denn der Schlaf hat leider auswärts zu tun.

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Praller Sonntagsmix

Es gibt Sonntage da höre ich drei Predigten und habe den sprichwörtlichen Eindruck „in ein Ohr rein im anderen raus“. Nichts bleibt haften, jedenfalls nichts das etwas später noch abrufbar wäre. Und dann gibt es Sonntage wie diesen, da höre ich zwei Predigten und einen Vortrag und alle drei sind gegenwärtig und inhaltlich präsent. Stark. In der einen geht es um Hiob, der von einem „Löser“ weiß, wobei ich mein Wissen um die Stellung und Aufgaben des alttestamentlichen Lösers erweitere und gleichzeitig mir Jesu Wirken für uns neu unterstreichen lasse. In der zweiten Predigt bin ich herausgefordert für meine Berufung als Kind Gottes dankbar zu sein und diese nicht mit der Aufgabensuche im Reich Gottes zu verwechseln. Schließlich werde ich noch fachkundig aufgeschlaut über eine Religionsrichtung basierend auf der Publikation „Ein Kurs im Wundern“, die nahezu nichts mit dem Christentum zu tun hat, wiewohl sie sich der christlichen Terminologie bedient. Sie ist vielmehr der fernöstlichen Religionsphilosophie zuzuordnen. Eine erkenntnisreiche Glaubenstour, die ich heute absolvieren darf. Alles bestens. – ‚Die fabelhafte Welt der Amélie‘ nimmt mich anderthalb Stunden voll fasziniert in Beschlag – welch ein toller Film! Danach begeistern mich McDonald und Dodds ein Ermittlerteam der Extraklasse wie es bislang nur das britische Fernsehen hervorbringen kann. Super! Zum guten Ende noch ein wenig lesen und ab geht es in die Federn. Der gute Schlaf steht zwar noch nicht bereit, lässt sich aber nicht viel Zeit.

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Steuerrechtswahnsinn

Und wieder steht ein Horrorthema auf dem Programm: die Umsatzsteuererklärung für die Photovoltaikanlage (allein die Tatsache der Umsatzsteuerpflicht zeigt schon das irre Denken der MdBs). Ich schaue diverse YouTube-Beiträge dazu und mir schwirrt der Kopf. Statt eine stinknormale Abwicklung zu erläutern verlieren sich die Steuerberater in Einzel- und Sonderfälle von Unternehmern, die ihren Gewerbebetrieb mit Strom versorgen bis hin zu Vermietern, die ihren Mietern Strom liefern. So ein Schrott das alles in ein Video zu packen! Ist das typisch für Menschen, die unser beknacktes Steuerrecht irgendwie verstehen, dass sie dessen Irrungen und Wirrungen unbedingt widerspiegeln müssen? Politiker, die so etwas beschließen sollen sich nicht wundern, wenn ihr Ruf nicht der Beste ist. Irgendwann fliegt mein Handtuch und ich breche ab. Ihr könnt mich mal … Immerhin habe ich noch Zeit für diesen Shitkram. – Abends zappe ich zwischen drei Krimis hin und her, zwei kann ich gut verfolgen beim dritten verliere ich irgendwann den roten Faden. Im Anschluss lese ich noch einen weiteren bis zum erwarteten Ende – mit dieser Auflösung hatte ich schon etliche Kapitel vor dem Ende gerechnet. Zu viel Kenntnisse über die Denke der Autoren kann die Spannung durchaus rauben. Es wird später als geplant. Immerhin verschwindet diese Nacht eine Stunde. Ein stetig wiederkehrender, gewaltig nervender Grund dafür dass meine Beziehung zur EU nie die allerbeste sein kann.

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Feuerwehr Bochum löscht

Während meine Diakonin wieder ihrer Betreuungsfreude nachgeht (was ich übrigens sehr gut finde!) nehme ich mir unsere Reiseunterlagen vor. Was sollten wir mitnehmen, was wandert jetzt schon in die Akte, müssen wir vorab noch an weiteres denken? Gestern hatte ich schon einen intensiven Kampf mit dem belgischen Einreiseformular online ausgefochten bis ich merkte, dass es sich dem iPad verweigert während es willig dem MacBook folgt. Das muss man wissen! Aus Schaden klug geworden nehme ich die Registrierungsbestätigung nicht nur virtuell sondern auch ausgedruckt mit. Mit Schaudern denke ich an unseren gescheiterten und dann doch ganz netten Oslo-Ausflug zurück als man uns wegen einer unzureichend programmierten App fast nicht an Bord gelassen hätte. Uns hatte nur ein Screenshot „gerettet“. Nein, kein zweites derartiges Desaster! Jetzt die Kofferanhänger beschriften, alles in eine Mappe packen und es kann irgendwann losgehen – ist ja noch ein bisschen hin. Der Papierkram für eine kleine Reise ist immer wieder erschütternd. – Der Alte am Abend ätzt mich wieder mit einer Kameraführung und einem Drehbuch an, die beide in der Gefahr stehen irgendwann irgendwelche Preise zu gewinnen, fürchterlich. Die Handlung ist wie üblich: bei den Reichen und manchmal Schönen geht es ganz schlimm zu. Das hingenommen war es ein recht passabler Streifen. – Ich konsumiere ein paar Elektro-Auto-News, blicke kurz bei der Tesla-Inbetriebnahme in Grünheide vorbei und lasse mir vom Helden aus Florida seine Airbnb-Erfahrungen berichten. Die Bochumer Feuerwehr lässt den WDR und so auch mich beim Löschen zusehen. Offensichtlich ein vielseitiger hochinteressanter Job – aber nicht mein Ding. Vorm Einschlafen jetzt mit ein paar Krimi-Seiten langsam zur Ruhe kommen. Es wird normal spät. Der Schlaf steht parat. Fein.

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Stresstag

Mit sehr frühem Aufstehen (für meine Verhältnisse) beginnt dieser terminreiche Tag. Ich schütte meine Aufwachdroge (Kaffee mit Milch) in eine Thermoskanne, nehme das trockene Knäckebrot dazu und wir machen uns auf den Weg. Wir holen eine Freundin ab und meine Halbprofi-Diakonin begleitet sie zur Ärztin während der Chauffeur geduldig den Wagen parkt, den besagten Kaffee konsumiert, am Knäckebrot knabbert und Zeitung liest. Die Ärztin lässt sich viel Zeit, so dass wir den Folgetermin ein bisschen schieben müssen. Endlich können wir unsere Freundin, die alte 95-jährige Dame, wieder heimwärts bugsieren. Im Anschluss holen wir beide uns die 4. Impfung, den Super-Booster wie ich sie nenne, ab. Mit Freunden lassen wir uns beim Thailänder verwöhnen, es schmeckt sehr lecker. Nach der wohlverdienten Mittagsruhe wartet schon ein Versicherungsvertreter auf uns, der sich nach zwei Stunden schließlich mit einem Abschluss verabschiedet. Mein altersgerechtes Vorhaben alle Versicherungen unter einem Dach zu vereinen ist damit abgeschlossen. Mit der Post kommen unsere Flusskreuzfahrtunterlagen. Für die Vorfreude fehlt mir heute der Nerv. Komisch. Jetzt darf ich endlich durchatmen bis wir erneut den Tiger entern und uns zum Hauskreis in Bewegung setzen. Es wird eine diskussionsfreudige Runde mit einer langer „Nachbesprechung“ 😉😇😊. Wieder zu Hause wird es mittelspät mit einem ungeduldigen Schlaf, der mich massiv zum Nachtlager drängt.

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Ruhe vor dem Sturm

Während meine Angetraute zwei weitere Termine wahrnimmt – es ist eine terminlich schreckliche Woche – montiere ich die neue Kamera. Dem geht ein leitergestützter Versuch voraus, der mir hilft den besten Montageort zu eruieren. Auf der Haushaltsleiter habe ich einen recht sicheren Stand, die Montage selbst ist nicht ganz so einfach, doch die magnetische Spitze des Akkuschraubers gepaart mit vorsichtiger Werkzeugführung lässt schließlich die Schrauben im Holz „Fuß fassen“ 😉. Die Kamera ist schnell ausgerichtet und leicht fixiert. Es gibt schon wunderbar durchdachte Systeme. Die Verbindung funktioniert einwandfrei. Sehr gut. Ansonsten entfaltet sich die Ruhe vor dem morgigen „Sturm“. Es wird erstaunlicherweise gar nicht einmal früh und nur weil ich statt zum Ende zu springen den Krimi bis zur Auflösung lese. Sehr unvernünftig!

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Leben der Ketschuas

Stresstag Nummer 1 in dieser Woche. Natürlich geht es recht früh – aber noch vertretbar früh – aus den Federn. Es gilt eine Freundin zum Arzt zu befördern. Das klappt reibungslos und ich kann auch noch ein Päckchen mit Medikamenten im Heim meiner Mum abgegeben. Zu ihr darf ich nicht, denn im Heim kursiert der Covid-19-Virus. Meine Altvordere ist leider positiv glücklicherweise nur mit leichten Symptomen. Dennoch gilt natürlich eine Kontaktsperre, die sie weder begreifen noch akzeptieren kann. Das hilft ihr und uns aber nicht. Wir müssen draußen bleiben. 😢 Seufz. Gute Besserung!!! – Es gelingt meiner fragefreudigen ehemaligen Braut den zweiten Arzttermin vorzuziehen und so darf ich sie viel früher als gedacht abholen. Außerdem zeigt mir meine App, dass der erwartete Paktetzusteller bereits in unserer Straße aktiv ist. So fange ich ihn ab, nehme die Sendung in Empfang und düse in die Stadt. Das passt prima. – Nachmittags theoretisiere ich über die beste Kameraposition, die optimale Halterung und denkbare Aufnahmewinkel, doch das sind Nägel ohne Köpfe. Dann ist es bald Zeit sich in unsere Gemeinde zu begeben für einen Vortrag aus Peru über das Leben der Ketschuas. Wir sind erschüttert über die menschlichen Tragödien mit denen die Krankenschwester, Missionarin und Therapeutin dort zu kämpfen hat und staunen über Gottes Möglichkeiten – der Glaube kann tatsächlich Berge versetzen! Mut machend. Die Referentin bleibt über Nacht bei uns, wir haben hochinteressante Nachgespräche und erfahren viel über das Leben in Peru in 3.000 Meter Höhe. Leider muss sie morgen lange vor dem ersten Hahnenkrähen los und dabei haben wir uns schon so auf das Frühstück mit ihr gefreut. So ist das Leben halt. Für den Besuch wird es früh (nach meinem Maßstab) und für mich mittelspät.

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Business as usual – Bomben überall

Wir sind einkaufsmäßig ein wenig unterwegs. Tiger schlägt sich wie immer sehr gut, verbraucht nur etwas viel Strom. Das Winterhalbjahr ist nicht seine Zeit und das verstehe ich sehr gut. Nach der Tour hänge ich ihn ans Netz, so dass er Saft saugen kann. Als die Sonneneinstrahlung nachlässt stoppe ich den Ladevorgang. Morgen will ich es einmal mit der verminderten Ladeleistung versuchen. Im Internet finde ich heraus, dass dadurch die Ladeleistung etwa halbiert wird und das passt gut zu unserem Strom vom Dach. Ich könnte mir vorstellen, dass den Tigerdurst allein die Photovoltaikanlage stillen kann. – Die Webcam auf die ich spekuliert habe ist heute stark preisreduziert. Ich schlage kurzentschlossen zu. Außerdem habe ich eine neue Position für unsere Haustür-Cam entdeckt, von der aus der Bürgersteig völlig ausgeblendet wird. Damit bin ich auch datenschutzrechtlich auf einem guten Weg. – Wenige Restschrauben der Loungebretter sitzen bombenfest und so muss ich mich der Frage stellen wie ich die Planken lösen kann. Das wird wohl nicht einfach. Seufz. – In der Ukraine wütet die russische Armee mit einer unglaublichen Zerstörungswut und absolut rücksichtslos mit aller Wucht gegen die Zivilbevölkerung. Das lässt für einen eventuellen Sieg das Allerböseste erahnen, kein Wunder, dass sich die Ukrainer kräftig, verbissen wehren. Uns bleibt, neben materiellen Hilfen für die Flüchtlinge, in jedem Fall das Gebet im Bewusstsein, dass unser Herr dem Elend ein Ende machen kann. Weshalb er es nicht tut, weshalb er so viel Geduld mit Putin und seinen Schergen hat, wissen wir nicht – doch ich vertraue IHM voll und ganz: Erbarm dich, HERR! Dort fallen Bomben und wir genießen den Feierabend. Es wird mittelspät.

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