Desastertag

Gründlich ausschlafen tut so gut – ist das alters- oder faulheitsbedingt? Das kann man schon ins Zweifeln kommen. Ich versuche ein paar Schrauben aus den Loggia-Planken zu lösen, habe auch weitgehend Erfolg aber leider nur weitgehend. Wie bekomme ich die festsitzenden Biester aus ihren Löchern? Selbst nur eine Unbewegliche, die ihren Torxkopf aufgibt kann das ganze Brett fixieren – und davon gibt es mehrere. Merde. Also versuche ich einen Internet-Trick und träufele etwas WD-40-Öl, was helfen soll, es aber nicht tut. Ich vertage die Angelegenheit. – Mittags bereite ich mir ein Fertiggericht aus der Dose zu, das dann erstens wie Dosenfutter schmeckt und zweitens schwerstens im Magen liegt. Welch ein Desaster, wenn ich jemals gezwungen sein sollte selbst zu kochen kommt sofort ein Thermomix ins Haus, denn das wäre meine einzige Hoffnung in eigener Regie halbwegs schmackhafte Mahlzeiten zu produzieren 😉. – Die Diakoniepassion stellt meine liebevolle Gefährtin heute vor große Herausforderungen. Deren Hausarzt beschwört sie über unseren AB ihre Freundin ins Klinikum zu transferieren. Eine Einweisung gibt es nicht, weil seine Praxis überraschend am Nachmittag geschlossen ist. Anderswo ist trotz vielfacher Versuche keine zu erlangen. Nach einem Fachgespräch mit dem ärztlichen Notdienst fährt sie schließlich mit ihrer Freundin zur Notaufnahme. Die nehmen diese zwar in Empfang, sie selbst wird aber kaum angehört, gleich abgebügelt, abgewimmelt, vor die Tür gesetzt. Frech behauptet die Schwester sie käme mit der extrem schwerhörigen Patientin klar. Drei Stunden später können wir sie wieder abholen. Ein Blick in den Arztbrief zeigt, man hat meiner Frau nicht zugehört, nur ihre über neunzigjährige Freundin befragt, die natürlich nicht sagen konnte weshalb sie überhaupt dort war, falls sie überhaupt die Fragen verstanden hat. Noch ein Desaster – die Angst vor Covid-19 blockiert eine gründliche Anamnese – ein äußerst schwaches Bild. So langsam fange ich an einige Horrorgeschichten über die Notaufnahme zu glauben. Zu Hause lese ich noch ein paar Krimis, ärgere mich sehr über meine Einfalt auf immer denselben Plot, in vielen Folgen neu aufgewärmt, hereinzufallen. Inzwischen schmeckt er immer fader, fast wie Dosenfutter. Es wird dennoch spät – der Schlaf stellt sich netterweise pünktlich ein.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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