Warum einfach?

Immer noch bin ich satt. Seltsam. Den Tag hat meine Gebetsliste gepachtet. Besser gesagt ihre Aktualisierung. Irgendwie gelingt es mir immer tolle Sachen zu kreieren, nur mit dem Nachteil eines enormen Pflegeaufwandes. Dieser erzeugt in Folge bei mir extreme Herumtrödelei. So auch hier, denn selbstverständlich habe ich keine simple Liste. No, never! Es gibt einen Monatsplan für 31 Tage ausgelegt, mit regelmäßigen und wechselnden Gebetsanliegen. Das klingt zweifelsohne sehr buchhalterisch, zugegeben, doch einem Akteur in der Vergesslichkeitsoberliga , bleibt keine andere Wahl. Dennoch gelingt es mir das System zu vereinfachen und etwas „schlanker“ aufzubauen.Dorthin wähle ich (natürlich?) den kompliziertesten Weg. Zunächst mühe ich mich redlich den Überblick über die Monatstage zu gewinnen. Auf dieser Basis baue ich neu auf. Gegen Abend bin ich endlich (fix und) fertig. Puh – als Beamter ist man prädestiniert für aufwändige Lösungen – man wird sozusagen im Berufsleben daraufhin konditioniert. 😀! – Die Zeit danach verbringe ich lesenderweise. Es wird spät aber der Schlaf lässt auf sich warten. Los des Alters.

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Bettsucht oder Bettflucht?

Beim Altwerden muss man sich auf vielerlei Neues einstellen. Ich esse den ganzen Tag über nur drei Knäckebrotscheiben und einen Obstsalat und bin trotzdem rappelsatt. So kenne ich mich gar nicht. Ich begreife immer stärker die tiefe Bedeutung des Wortes ‚Seniorenteller‘ – offenbar eine sehr sinnvolle gastronomische Erfindung. – Erstaunlicherweise ist schon eine E-Mail vom Katasteramt eingetroffen mit dem über den Vermittler angeforderten Plan. Stark. Ab damit zum Anlagenbauer. Nun fix die Vollmacht einscannen, mit der Bildbearbeitung die „Verschreibung“ löschen und das Formular neu ausfüllen, unterschreiben und mit einem Anschreiben versandfertig verpacken. Ja, mitunter können Technikkenntnisse zur Fehlervertuschung und Gesichtswahrung hilfreich sein 😉😇! – Es ist mir ein Anliegen mich von unserer Mitgliederversammlung auch persönlich abzumelden. Ich will einfach nicht an möglicherweise endlosen Diskussionen um Personal und Finanzen teilnehmen. Ein Freund ruft an und lädt mich alternativ zu einem Plauderabend ein, da kann ich nicht widerstehen. So lässt sich meine pflichtbewusste Ehehälfte zur Gemeindeveranstaltung abholen während ich wenig später zu Knäckebrot, Bier und Wein abdampfe. Wie kann das sein, dass man sich am Abend danach immer noch wie eine gestopfte Gans vorkommt? Das Meeting in der Gemeinde ist dann doch nicht so langwierig wie befürchtet und so stoßen recht frühzeitig unsere besseren Hälften zu uns. Sie berichten von großem Einvernehmen. Faszinierend! – Gar nicht mal so spät abends treffen wir daheim ein. Der Lauf der Zeit zehrt auch das Durchhaltevermögen auf – agile Bettsucht statt seniler Bettflucht! Ich dagegen bleibe eisern wach und begleite den Asperger-Sub-Kommissar in Portugal. So wird es dann für mich noch spät. Etwa doch senile Bettflucht?

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Welch ein Tag!

Wieder einmal sind wir mit unserer älteren Freundin, die derzeit ein Kräftetief durchmacht, unterwegs. Unser Tiger schnurrt vor sich hin, wenn er nicht gerade bis 30 km/h Raumschiff Enterprise spielt. Unsere Heimatstadt ist schon ein ganz spezielles Autopflaster: an der Ampel stehen drei ID.4 hintereinander. Ob man diese Häufung woanders auch findet? Zweifel sind zurzeit noch angebracht. Während meine zwei Mitfahrerinnen ihre Zeit im Wartezimmer „totschlagen“, warte ich an unserer Gemeinde geduldig in der Hoffnung, dass sich der Arzt unserer Freundin erbarmen möge. Das Zeitmanagement mancher Arztpraxen ist gruselig und stresst so Ärzte, Arzthelferinnen und Patienten gleichermaßen. Schade. – Nachmittags kommt die Auftragsbestätigung für solare Dachplatten und nährt Befürchtungen auf weitere Zusatzarbeiten. Ein katasteramtlicher Lageplan ist nötig, eine Vollmacht muss erteilt werden und ein Eintrag in einem seltsamen Register erfolgen. Natürlich verschreibe ich mich prompt bei der Vollmacht und erteile irgendeiner Agentur gegen Cash einen Auftrag den Plan zu besorgen. Bei letzterem muss wohl die schlimme Uralt-Erinnerung aus 1994 prägend gewesen sein: besser Geld für eine Vermittlung bezahlen als in Helmstedt wieder wie bestellt und nicht abgeholt auf dem Flur völlig uninteressierten Beamten gegenüberstehen. Es bleibt spannend. – Abends gehen wir einer Einladung ins Conca d’oro nach. Ich beginne mit Bruschetta, genieße im Anschluss spitzenmäßige Antipasti-Kompositionen, gefolgt von superleckeren Kalbsmedaillons mit Parmaschinken in Weißweinsauce um schließlich zum Abschluss mit Panna Cotta meinen Magen dem Bersten nahezubringen. – Daheim fördern zwei Calvados und eine Zigarre mental die Schwerstarbeit meiner Verdauungsorgane bis ich völlig groggy auf mein Lager sinke. Welch ein Tag!

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Schechina und Asperger

Endlich raffe ich mich auf um meinen Verpflichtungen unserem Hauskreis/Studierstube gegenüber gerecht zu werden. Wir wollen über die Schechina sprechen, die sichtbare Gegenwart Gottes. Wie viele hebräische Begriffe ist es ein tiefsinniges bedeutungsschweres Wort. Da ich nicht alles vorkauen will enthalte ich mich eigener Gedankenspiele und stelle nur ausgewählte Artikel/Ansichten für unsere Leute zusammen. Das klingt einfach, ist aber recht zeitaufwändig. Die Frage ob wir uns da nicht etwas viel zumuten nimmt immer stärkere Konturen an. Egal – mutig voran. – Durch den Wechsel des Geldinstituts trifft meine Pension nunmehr immer einen Tag später ein, immer noch besser als mit weit überzogenen Bankgebühren abgezockt zu werden. – Und wieder wird es nichts mit dem Holzspalten, das Wetter hat Einspruch eingelegt. Dann ist das halt so. – Meine Mum ist relativ gut drauf und meine fürsorgliche Weggefährtin kutschiert sie durch den Klinikumspark. Eine ehemalige Mitsängerin wird von meiner Altvorderen zwar nicht erkannt, sorgt aber für zusätzliche Ablenkung. Mitunter braucht man das. – Während die bei mir ansässige Fußballbegeisterte sich die deutsche Niederlage gegen England zumutet, entfliehe ich nach Portugal zu einem Sub-Kommissar mit Asperger-Syndrom. Dessen Eigenarten bereichern den Krimistoff. Nett geschrieben. Es wird spät.

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Ein Funcourtlamento und ein Swordfish in Athen

Welch eine Nacht! Doch am Morgen kehrt so langsam eine Beruhigung der Magenlage ein. Gut so! Die Sonne lacht vom Himmel, dass man es kaum glauben mag, dass Gewitter vor der Tür stehen sollen. Wir nutzen diesen schönen Tag. Ich montiere ein Kabel, das unsere Gartenillumination in ihre vorläufig endgültige Form versetzt, bin doch ein wenig erstaunt über die große Trockenheit, so dass wir eine umfangreiche Bewässerungsaktion ins Auge fassen, sollte es die Nacht nicht regnen. So ganz nebenbei kündigen wir unser Sky-Abo, das für wenig schauen viel kostet – auf Dauer zuviel. Wir werden den einen oder anderen Kanal leicht vermissen doch da kommen wir drüber hinweg. Um den Funcourt nebenan tobt ein Beschallungsstreit zwischen Politikern und Anwohnern von dem wir, meiner Meinung nach, nur ganz am Rande betroffen sind. Meine Lebensmitgenossin sieht das anders und beteiligt sich an einer Lagebesprechung von Anwohnern und Politik. Das Ergebnis ist wie ich es erwartet habe, die Anwohner konnten Dampf ablassen und die Politiker versichern alles zu bedenken und noch einmal in ihren Gremien zu diskutieren. Wenn erst einmal die Wahl überstanden ist, wird diese „heiße Kartoffel“ vermutlich für die nächsten Jahre in der Tiefkühltruhe landen, Anwohnerlamento hin oder her. Mein tiefes Vertrauen zu allen Gewählten spiegelt sich deutlich in dieser Meinung wider. Wenn Menschen voll ihrer Partei und nur begrenzt dem Bürger gegenüber verantwortlich sind, kann das gar nicht anders sein. – Abends begleite ich den Swordfish auf seinem ID.3-Trip von Patras nach Athen und lerne seine griechische Gattin kennen. Beide sind sehr sympathisch aber leider Veganer – ich werde sie also nie zum Essen einladen können 😉😢😀. Schade. Sehnsuchtsvoll atme ich das Flair Griechenlands ein – wie gern wäre ich dort. Seufz. Das entlockt mir sogar einen herzlichen Kommentar zum Video, den der Swordfish äußerst freundlich sofort beantwortet. Es wird gar nicht mal so spät.

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Früher Vogel trifft Grummelmagen

Kurz vor dem Weckeralarm wache ich auf, greife das Handy und deaktiviere den Störenfried. Im Frühgottesdienst steht eine Taufe, die wir gern miterleben möchten, auf dem Programm. Getauft wird das Enkelkind eines befreundeten Ehepaars. O wie fällt mir das Aufstehen schwer und dann erst das Wachbleiben! Glücklicherweise lädt uns die Sonne zu einer offenen Cabriotour ein, die dem Wegschlummern entgegenwirkt. Irgendwann im Laufe des Gottesdienstes wache ich endgültig auf, freue ich an der Taufe und an der guten Predigt. Heimwärts geht es wieder oben offen. Es ist völlig ungewohnt nach dem Gottesdienst so früh zu Hause anzukommen. Wir holen unser Frühstück nach und es bleibt sogar noch Zeit für den Gottesdienst aus Bremen. Ich bin immer wieder schockiert, wenn biblische Berichte zitiert werden, die ich sicher gelesen habe, die aber dennoch meinem Hirn entschwunden sind. – Die Mittagsruhe tut nach dem viel zu frühen Aufstehen gut und das anschließende „Babygucken“ bei Bekannten baut so richtig auf. Meine Zeit, sind die Kleinen nach dem Schlüpfen winzig! Beim Besuch erreicht uns eine Einladung von den glücklichen Taufgroßeltern und uns erschließt sich ein perfektes Vorabendprogramm. Klasse! Also cruisen wir mit unserem Elektroauto nach Velpke, probieren den Taufkuchen und plaudern bei ein wenig Wein über dies und das. So stelle ich mir einen Sommerabend vor. – Am Abend verwandeln wir unseren Lunch in ein Dinner, dem wir daheim die Ehre geben. Mir ist weder nach Fernsehen noch nach Südfrankreich und so entweiche ich nach Portugal. Dort ist es auch schön. Heute werde ich nicht alt, denn die Rolle eines früh auf einen Wurm lauernden Vogels schlägt mir sehr arg auf den Magen, der leider die ganze Nacht vor sich hingrummelt. Oder liegt es am viel zu späten Mahl? Wie dem auch sei mein Verdauungsorgan ist not amused. Welch eine Nacht!

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Dünger, Funcourt- und Glasfaserfrust

Meine Gartenliebhaberin will heute unserem kostbaren Rasen etwas Wachstumsstoff zuführen. Kann eigentlich Dünger verderben und wirkungslos werden? Wir werden es sehen. In jedem Fall findet sie einen uralten Sack in der Garage und wir befüllen den Streuwagen. Langsam rieselt die Rasennahrung auf konzentrischen Wegen ins hungrige Grün. Anschließend wird beregnet damit der Stoff nicht für Verbrennungen sorgt. Wir sind gespannt ob sich Wirkungen zeigen. Auf Mr. Shorty könnte, Wachstum vorausgesetzt, eine Menge Arbeit lauern. Warten wir es ab. – Beim Genuss eines köstlichen Eintopfes, ich liebe Eintöpfe, betätigt ein Politiker unser Läutwerk und lädt zu einer Diskussion rund um den Funcourt ein. Es geht um einen Kompromiss zwischen spielfreudiger Jugend und erholungsfreudigen Anliegern. Eigentlich liegt ein Kompromiss auf der Hand aber ich zweifle an der Einsicht der Beteiligten (auf beiden Seiten). Mir persönlich, aber da stehe ich selbst in meiner Zweisamkeit allein da, ist das völlig Wurscht, denn bisher haben mich die Funcourtler kaum gestört. Viel, viel wichtiger wäre mir ein Glasfaseranschluss fürs Internet aber den schieben die Verantwortlichen auf den St.-Nimmerleinstag. Ich glaube, ich verweigere mich der Kommunalwahl. – Der Abend gehört wieder Südfrankreich auch wenn ich zugeben muss, dass selbst eine gute Romanserie nach dem Lesen des dritten Serienteils allmählich an Fahrt verliert. Dennoch wird es leider spät.

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Alltag

Gefühlt noch weit vor dem Frühtau, in Wirklichkeit um acht Uhr frühmorgens, reißt uns unsere Hausklingel brutal aus dem Schlaf. Unser Nachbar fühlt sich berufen uns von seinem Erfolg zu informieren im Kampf gegen den nächtlichen Krach, den auswärtige Jugendliche auf dem sogenannten Funcourt entfalten. Es ist immer von Übel wenn Lokalpolitiker zu wenig Probleme und zu viel Geld verfügbar haben. Sie kommen meist auf grandios irre Ideen, wie besagten Funcourt, der nachts von Lärmfans aus den Nachbarkreisen balltechnisch und musikalisch „bespielt“ wird. Jetzt soll, Schildbürgerstreich Nummer zwei, ein halbhoher Zaun mit abschließbarem Törchen und ein Schild (!) mit Bespielungszeiten dagegen helfen. Auf solche Ideen können nur Politiker kommen. Schallschutzfenster haben dagegen eindeutig Vorteile und bewähren sich auch jetzt als echt gute Idee. – Unsere Gartenillumination erhält ein Update. Zwei kleinere Lampen wandern an den Rand und zwei weitere Kugeln nehmen ihren Platz ein. Ich schließe alles an, wobei ‚anschließen‘ arg übertrieben ist, ich muss nur Schraubverbindungen miteinander verkuppeln. Abends erstrahlt der Garten in ganz neuem Glanz. Alles ist gut. – Der Staatsanwalt löst im ZDF einen seltsamen Fall, dann schaue und höre ich mir die neuesten E-Auto-News an, lasse mich durch lapidare Kreuzfahrt-Infos in diese mir fremde Welt entführen und suche zum guten Ende erneut Südfrankreich auf. Es bleibt früh.

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