Entscheidungen

So sehr mich Technik begeistern kann, so wenig habe ich mit Autoelektrik am Hut. Das Ladegerät hat seinen Job getan und sollte nun Erhaltungsladung anzeigen aber fast alle Dioden leuchten. In meiner Panik trenne ich das Teil vom Auto. Erst eine Interneterkundungssafari zeigt mir dann, alles war okay. Aha. Warum kann nicht wie üblich eine LED schön brav nach der anderen ihr Licht verbreiten? Warum muss ein ganzer Weihnachtsbaum mich anstrahlen? – Zu allem Überfluss will auch noch unsere Sparkasse in den Abzockmodus schalten und für jede einzelne Buchung Knete haben – alternativ pauschal 7 Euro monatlich abgreifen und außerdem für die Girocard jedes Jahr 12 Euros kassieren. Ich werde freundlich anfragen ob ich da etwas falsch verstanden habe. Wenn nicht – tschüß, auch wenn es nach so vielen Jahrzehnten mehr als schwer fällt. Irgendwann ist der Krug zerbrochen. – Wir geben „grünes Licht“ für eine Autoanreise nach Passau zur Kreuzfahrt und buchen unserem künftigen fahrbaren Untersatz eine stornierbare und bewachte Parkhausunterkunft. Alles wird gut. Hoffentlich. – Abends schaue ich Polizisten in den USA beim Verfolgen und „Antitschen“ von Rasern zu. Eintönig mit Höhepunkten. Das Wissen um eine schwerbewaffnete Bevölkerung wird dabei extrem deutlich. Nein, very sorry, aber die USA sind nicht mein Land. Seine unleugbaren Schönheiten und charaktervollen Persönlichkeiten schaue ich mir lieber von außen an. Automatische Waffen in Kombination mit einer Wildwest-Mentalität gebettet in eine tiefe Trumpverehrung brauche ich nicht. Von der Ferne betrachtet mag ich Land und Leute durchaus. So wird es spät.

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Erfahrungen

Heute harrt das Ladegerät von Ctek auf seinen Einsatz. Mein Respekt gegenüber aller Autotechnik ist sehr ausgeprägt. Entsprechend achtungsvoll nähere ich mich dem Cabrio, lese noch einmal die Bedienungsanleitung, schließe die Plus-Klemme an die Batterie an und dann die Minus-Klemme an die Karosserie. Nun den Stecker des Ladekünstlers in die Steckdose und eine Diode leuchtet und leuchtet und leuchtet und blinkt schließlich. Was soll das schon wieder? Die allwissende Anleitung behauptet, das das Teil blinkt, wenn keine Batterie angeschlossen ist???? Also neuer Versuch: Plus-Klemme anders anbringen … und siehe da sogar der Batterietyp wird erkannt, nach und nach glimmen Dioden und das Laden beginnt. Gegen Abend ist der Akku zu 80% voll und die restlichen 20% werden die Nacht über behutsamer „aufgefüllt“. Alles wird gut. – Mein Impfarm bleibt ruhig, das gefällt mir sehr. Es gelingt mir mit Mühen mich nicht über die Politiker aufzuregen obwohl ich unsere beiden Lokalblätter und Artikel der NZZ lese – durchaus ein Erfolg. Dennoch zeichnet sich ein Drama ab, wenn ich zur Wahl irgendwo ein Kreuz machen soll/will/muss. Haarige Sache. – Eher beruhigend ist es ein Binnenschiffer-Ehepaar sieben Tage zu begleiten. Nun ja, ein 14-Stunden-Arbeitstag war nie mein Ding aber wenn man von Herzen dabei ist, warum nicht? Hektik kommt „nur“ beim Be- und Entladen auf und bei der Unsicherheit neues Transportgut zu organisieren. Die Durchfahrt unter einer engen Brücken hindurch bei dichtem Nebel, wie auch eine Schleusenpassage auf Deck im strömenden Regen sind nicht wirklich entspannend. Ein feiner Bericht, jedoch nicht mein Traumberuf. Dagegen gefällt es mir auf Mauritius schon viel besser. Von den Tropenstürmen abgesehen lebt es sich hier sehr gut, eine tragfähige finanzielle Basis erweist sich dabei als äußerst hilfreich. Nachtruhe „as usual“.

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Endlich geimpft!

Vor dem Aufstehen schellt der zwar erwartete aber viel zu früh muntere Handwerker. Recht fix bringt er unseren Außenwasseranschluss wieder auf Vordermann. Ein kompetenter ‚Early Bird‘. Das habe ich davon einen Spezialisten aus dem Land der Frühaufsteher zu ordern! Recht geschieht mir! – Zur Mittagszeit geht es auf zum fröhlichen Impfen. Die Formulare habe ich bereits zu Hause ausgefüllt und unterzeichnet, sowohl für Astra als auch für Biontech. Ein klein wenig warten in der Praxis und schon kommt die Ärztin. Anamnese kurz gecheckt und rein die Nadel zum Biontechtransfer, 15 Minuten warten, wohl fühlen, ab nach Hause. Perfekt. In sechs Wochen diese Prozedur ein zweites Mal. – Daheim erwartet mich ein Problem ganz anderer Art. Der Staubsauger meldet „Beutel voll“. Okay, dann tausche ich ihn aus obwohl er nicht gepresst proppenvoll ist. Danach hat sich das obskure Signal immer noch nicht vom Acker gemacht. Sollte etwa die breite Bodendüse dicht sein? Also vier Schrauben entfernen, Endstück mühsam abziehen und schon lachen mich dicht gepresste Staubfladen an. Raus damit! Boden ganz abziehen, noch mehr Dreckzeug hat hier eine Zuflucht gefunden. Ex und hopp! Jetzt pule ich das „genial“ konzipierte Verbindungsstück zum Saugrohr frei – klingt wie Loriot leider ohne den Weinvertreter – beeindruckend was ein quer liegendes Streichholz für Stauwirkung entfalten kann. Danach alles wieder zusammen und ab geht die Post. Ich klopfe mir selbst auf die Schulter ob des Erfolgserlebnisses. – Mein Ladegerät trifft ein und in der Theorie klingt alles kinderleicht. Mal sehen ob unser Beetle gleicher Ansicht ist. – Abends begebe ich mich virtuell in die Niederlande. Ich lerne eine ganze Menge über Innovationsfreude aber auch über Ängste in einem Land, das zu weiten Teilen unterhalb des Meeresspiegels liegt und in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts eine immer noch Wirkung zeigende verheerende Flutkatastrophe erlebt hatte. Liebenswertes Land mit liebenswerten Menschen. Es wird überhaupt nicht spät.

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Macht und Schadenfreude

Unser Cabrio muckt rum und so dachte ich in meinen fachlich unbeleckten Sinnen, einfach das Ladegerät anschließen und gut ist’s. Glücklicherweise schaue ich vorher ins Internet und muss erkennen, dass die alten herkömmlichen Akkus passé sind. Selbst der Beetle hat schon ein weiterentwickeltes Exemplar mit gehobenen Ansprüchen ans Laden. Ich sehe mir die Preise des nötigen Equipments an und bin ein wenig geplättet. Billig sind die Lademeister nicht. Dafür versprechen sie ein spezielles Fitnessprogramm für die Batterie in Winterzeiten. Werkstatt oder Ladegerät? Ich entscheide mich für letzteres angesichts eines weiteren auf das Auto lauernden Winters. Schwups ist die Knete weg! – Dann stellt sich zu allem Überfluss der Heuschnupfen wieder ein, ich habe ihn gar nicht vermisst. Diesmal präferiert er Schnupfen, Augenjucken und niesen. Gesundheit! – In meiner geistlichen Besinnungszeit bin ich beim Buch Hiob angekommen. Ich nehme mir vor, diesmal die Argumentationen der Freunde und Hiobs viel gründlicher zu studieren. Harter Stoff wartet auf mich, gut so. Ich bin gespannt. – Der Abend beginnt mit der Erkenntnis, dass es offenbar einer deutschen Regierung leichter fällt Grundrechte einzuschränken als diese Zwangsmaßnahmen wieder aufzuheben. Wie sagt Jesus so treffend: „Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder und die Mächtigen tun ihnen Gewalt an“ (Markus 10, Vers 42). Selbst nach vielen Jahrzehnten demokratischer Praxis scheint dieser „Rausch der Macht“ immer noch nicht ausgerottet zu sein. Die Tiefen und Untiefen menschlicher Wesensart prägen uns durch und durch! Faszinierend. Meine Prägungen sind derzeit viel profaner, ich gebe – leider – meiner Schadenfreude Raum und erheitere mich bei YouTube an Missgeschicken meiner Mitmenschen. Gar nicht nett aber auch nicht unlustig. Vor dem frühen Retirieren ins Nachtquartier bewahrt mich das funkelnagelneue iOS 14.5, das ich auf allen erreichbaren Geräten installiere. Mithin wird es spät.

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Konflikte

Die Predigt aus Bremen lässt meinen Sod brennen und bringt mir pietistisches Magengrimmen. Ihre Forderung „jeder Christ ein Missionar“ mutet Introvertierten Unmögliches zu. Natürlich erheben diesen Anspruch nur Leute, die kein Problem haben auf andere zuzugehen, meist Menschen mit einem großen weiten Freundes- und Bekanntenkreis. Was wir können, meinen sie, können alle – ein Irrtum, dem viele Mitmenschen auf vielerlei Gebieten verfallen. Dem ist nicht so! Gott hat uns unterschiedlichste Gaben und Begabungen gegeben und selbige sollen wir intensiv nutzen. Ja, wir sollen unseren Glauben bekennen und zu Jesus stehen, wie er es uns geboten hat – das gilt allen seinen Nachfolgern. Das ist aber noch nicht Mission. Ein weiterer Irrtum ist, dass die Verantwortung für Mission von Gott auf uns übergegangen sei. Nein, Gott ist und bleibt der Handelnde. Doch dazu könnt ich noch vieles sagen. Kurz, heute gehe ich mit Pastor Latzel nicht konform. – Die Predigt aus meiner Gemeinde führt aus, dass Gott über uns jubelt, interessante Gedanken aus dem Buch Zefanja. – Heute fahren wir wieder zu unserem Finanzamt um traditionell persönlich die Unterlagen zur Steuererklärung in den dortigen Briefkasten zu transferieren. Das macht mir immer Freude. Weniger erfreulich ist, dass unser Cabrio nicht anspringen will, es hat wohl zu lange gestanden. Offensichtlich wollen mich die Verbrenner intensiv auf die Elektromobilität einstimmen. Das gelingt gut. – Ein Vortrag von Roger Liebi über unser Gehirn und die Frage ob Gott eine Projektion unseres Hirns sei, ist höchstinteressant. Ich bin wieder einmal fasziniert. Die Zitate führender atheistischer Wissenschaftler über die Entstehung der Welt nach dem Motto, dass nicht sein kann was nicht sein darf, sind entlarvend. Immerhin ist bezeichnend, dass die einzige vernünftige Erklärung für einen Start des Universums ein Handeln von außerhalb – was immer dieses „außerhalb“ sei und wo immer es existieren mag – ist. Denn aus dem „Nichts“ kann keine Energie entstehen, es braucht eine Zuführung von außen, physikalisch betrachtet. Gott als Schöpfer könnte das zweifellos aber wer ihn ablehnt steht ratlos da. Es wird sehr spät.

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Differenzen

Ich gehe einer unerklärlichen Differenz zum Vorjahr in meiner Steuererklärung nach. Ich bemerke nebenbei einen Fehler, einen nicht berücksichtigten Vortrag aus dem letzten Jahr und finde endlich den Grund der Differenz. Alles klar, ab die Daten per ELSTER. Alles wird gut. Hoffentlich. – Dann stolpere ich bei YouTube – wo anders? – über die Behauptung der Intensivbettenlüge des Merkel-Clans. Es seien viel mehr Intensivbetten frei als die Medien boshaft behaupten. Okay, schaun mer mal. Anfang 2020 gab es gut zweitausend belegte Intensivbetten laut RKI-Statistik und etwas mehr freie Betten in Deutschland. Im Laufe des Jahres wuchsen die Belegungszahlen konstant auf über 21.000 im April 2021, die Zahl der freien Betten liegt bei gut 2.000 Betten. Klingt doch prächtig. Nicht wirklich, denn einmal ist erschreckend wie die Belegungszahlen explodierten denn jeder vernünftig denkende Mensch (leider trifft diese Eigenschaft nicht auf die Querköpfe zu) weiß, dass die Betreuungskräfte sich eben nicht spontan ungeschlechtlich vermehren lassen. Dann stimmt es dankbar für die Flexibilität unseres Gesundheitswesens und drittens lassen die Zahlen einzelner Bundesländer dabei zusammenzucken. Sorry aber mich ekelt diese unkritische Verschwörer-Propaganda inzwischen an. Ein wenig Recherche und ihre Argumente platzen wie Seifenblasen. Ja, ja, schon klar, unsere Bundesregierung ist kurz vor der Wahl bestrebt unsere Wirtschaft zugrunde zu richten – wie glaubwürdig ist das denn? Da heitern mich ein paar Humorvideos auf, ich schaue dann der Crew 2 beim Entern der ISS zu und einem Resümee über den HomePod mini. Das Kartenspiel geht den ganzen Tag nicht auf. Nach einer Pause gleich beim ersten Versuch. Ich verziehe mich schnell in mein Seniorenbett.

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Impftermin in Sicht

Ein Handwerker droht frühmorgendliches Erscheinen an, treibt mich zu außergewöhnlichen Aufstehleistungen, die sich allesamt nicht rentieren. Tatsächlich kommt er erst um halb zehn. Diese Handwerker können Pensionisten auf sämtliche Palmen hinauf- und herunterjagen. Und dann fehlt ihm das nötige Equipment und er muss wiederkommen! Noch so ein Morgen wartet auf mich, o Graus. So ist das Leben – wenn das die einzigen Härten sind, will ich sie gerne auf mich nehmen. Erstaunlich wie lang ein Vormittag unter diesen Umständen sein kann. Faszinierend. – Meine Hausarztpraxis ruft an und schenkt mir einen Impftermin – HALLELUJA! Endlich! Keine Ahnung welche Corona-Überraschungen noch auf mich warten, doch so ein Impftermin gibt Hoffnung, lässt aufatmen, zündet ein Licht an von dem man sich immerhin einbilden kann es scheine am Ende des Tunnels. Selbst wenn die Realitäten mich desillusionieren sollten, bleibt der Moment des Durchatmens erhalten. Klasse. Meine viel gebeutelte und dennoch diakonisch hochaktive mit mir ehelich Verbundene erhält schon heute ihren ersten Stich. Es sei ihr von Herzen gegönnt. Ich freue mich. – Heute hätte mein Altvorderer Geburtstag, doch er wurde schon vor sieben Jahren abberufen. Sieben Jahre ist das bereits her, nicht zu fassen! Ich gedenke seiner und rufe Mutti an. – Jetzt noch fix im Internet nachschauen wie es geht, dann anleitungsgemäß den Filter aus der Dunstabzugshaube entnehmen, abspülen, trocknen lassen und wieder einbauen. Perfekt – und weshalb habe ich das so lange vor mir hergeschoben? – Der Abend gehört dem Alten, meiner Trauminsel bei Death in Paradise, der Elektromobilität samt weiteren YouTube-Clips. Mein Kartenspiel geht immer noch nicht auf. Es wird spät.

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Krasse Mixtur: Klimapanik und Kreuzfahrten

Heute kommt das Heizöl, satte 1.800 Liter zu einem akzeptablen Preis trotz CO2-Abgabe. Als Eigner einer gar nicht so alten Ölheizung verbietet es sich für mich wohl bei der anstehenden Bundestagswahl die Grünen mit meiner Stimme zu fördern. Das könnte sich für mich zur teuersten Stimmabgabe aller Zeiten entwickeln. Da diese Partei dazu neigt den Klimawandel mit höheren Steuern, Abgaben, Gebühren und dergleichen verhindern zu wollen, müssten wir als Eigenheimbesitzer (90er Jahre) mit besagter Wärmequelle wohl arg, arg bluten. So werden diesmal zwangsläufig monetäre Aspekte für mich wahlentscheidend sein, ganz abgesehen von der Befürchtung, dass überzogene Klimapanik wirtschaftspolitische Notwendigkeiten völlig beiseite stellen könnte. Panik ist nie ein guter Ratgeber. – Unbewusst starte ich ein Gegenprogramm: Voll entspannt lasse ich Plaudereien über Kreuzfahrten, Kabinenauswahlkriterien und Luxusschwelgereien bei YouTube auf mich wirken. Dazu gibt es reichlich Tipps zu Flusskreuzfahrten. Klasse. US-Amerikanern schildern danach Impressionen über das Leben in Deutschland im Vergleich zu den Staaten. Stark. Mein Kartenspiel geht immer noch nicht auf. Es wird spät.

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