Konfirmation, Muttertag und Ende der Saison

Heute ist Konfirmation in meiner Gemeinde. Der Gottesdienst ist eine runde Sache und die Predigt geht bestens auf das Publikum ein. Über die Lieder könnte man streiten, sie passen jedoch ohne Zweifel zum jungen Volk – und was will man mehr? Sogar die Sonne zeigt sich – nach dem Regentag gestern – von ihrer gut gelaunten Seite. Es könnte nur  ein klein wenig wärmer sein, doch ich will keinesfalls meckern. Es ist alles schwer okay. Außerdem stülpt uns der Kalender heute den Muttertag über und so überraschen wir Kinder unsere Altvordere mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken. Sie ist schwer begeistert. Doch ihre Kräfte sind begrenzt, nach anderthalb Stunden stellt sich bei ihr eine starke Müdigkeit ein. Ja, ja, das Alter. – Der Abend wirft ein „Problem“ auf: Schauen wir Terra X auf der Großleinwand oder per TV-Kasten mit einem flackernden Kaminfeuer nebenan? Das Feuer reizt mehr als die große Projektionsfläche – so fällt die Entscheidung leicht. Damit beenden wir die Kaminsaison, es sei denn Kälte überfällt uns noch einmal in brutaler Weise. – Mein neues iPad begeistert mich durch seine einfache Funktionalität. Ob ich diese auch brauche? Ähem, nun ja, sie ist halt nice to have.

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Räumen und Feiern

So ein anstehender Besuch ehemaliger Kollegen ist toll, wenn da nicht das Aufräumen verkramter Kellerräume wäre. Und selbiges steht heute an. Also packen wir es an. Es geht munter voran. Am Abend treffen wir uns zum Grillen bei Freunden. Doch vorher lassen wir uns von den Hochzeitsbildern faszinieren. Sehr nett. Danach gehen wir zum Kulinarischen über. Okay ein Gasgrill produziert perfekte Grillleckereien, doch sie sind fast zu perfekt, es fehlen die angekokelten Stellen, die aufschießenden Flammen und das Bier zum Löschen. Danach wird es spät mit genügend Steigerungspotenzial für Substanzen, deren Wirkung gemeinhin in Promille definiert wird. Prima Tagesausklang.

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Alles positiv

Auf, auf zur fröhlichen Hochzeit ins Schloss Wolfsburg. Wir schnappen uns den Marketenderkarren und warten an der Freitreppe auf das Brautpaar, während wir ein paar Sektflaschen entkorken. Es gibt Sekt in Einweggläsern – die schiere Provokation für alle Umweltfreunde unter den Gästen. Doch die stecken das gut weg. Etliche ausgeschenkte Gläser und Fotoaufnahmen später trudeln wir wieder zu Hause ein. Ich nehme erneut den Kampf mit dem Zustelldienst auf, erstaunlicherweise haben sie mir ein Formular mit „meinen“ Unterschriften geschickt. Echt dreist der Zustelljunge, kann ich nur konstatieren. Ich rufe die Stelle an und ein mäßig interessierter Mitarbeiter verweist auf seinen leider abwesenden Kollegen. In der anderen Sache werde ich immer kurz vor der Verbindung aus der Leitung verbannt. Meine „Liebe“ zur DHL erreicht ungewohnte Höhen. Doch da finde ich einen phantastischen Hinweis im Internet. Ich soll mich nicht mit der Post herumplagen, sondern beim Versender reklamieren. Da hätte ich auch gleich selbst drauf kommen können. Apple reagiert kompetent und sehr freundlich und scheint die Sache sehr professionell abzuwickeln. Gut so. Amazon antwortet sofort auf eine E-Mail, hat sich auch schon mit den Versanddaten auseinandergesetzt und verspricht gründliche Recherche. Ich bin (positiv) gespannt. Immerhin habe ich gelernt lieber einen Tag länger zu warten als mich noch einmal auf DHL-Express einzulassen. Doofe Telefoniererei, ich mag dich nicht. Aus Frust entkalke ich unseren Kaffeeautomaten. Das mag ich ebenfalls nicht. Minus mal minus ist plus + einer Hochzeit. Mithin ein durchaus positiver Tag. Mathematisch betrachtet.

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Zustellmalaise

Heute erlebe ich meinen ersten Versandhandelscrash. DHL-Express schafft es beim ersten Anlauf direkt den letzten Platz zu erobern. Gestern kam (natürlich) meine Sendung nicht mehr (wie erwartet). Heute klingelt es tatsächlich und der Expressjunge drückt mir ein Paket in die Hand, fordert keine Unterschrift ein und macht den Abgang. Hmmm, angekündigt waren ja zwei Pakete, ob ein Teil jetzt doch im Päckchen enthalten ist? Natürlich nicht. Beunruhigt schaue ich bei DHL nach, okay, von zwei Teilen ist nur ein Teil zugestellt. Dann ist ja alles korrekt, wenn auch völlig unverständlich. Sicherheitshalber nachdem sich nichts rührt, insgeheim hatte ich mit einem reuevoll zurückkehrenden Boten gerechnet, logge ich mich noch einmal ein und siehe da: zwei Pakete sind als korrekt zugestellt vermerkt. Kleine Panikattacke. Jetzt läuft auch noch die Meldung auf, dass ein weiteres Teil heute zugestellt sei. Mittlere Panikattacke. Die spinnen, die Postler! Nach 20 Minuten in der Warteschleife teilt mir eine freundliche DHL-Callcenter-Mitarbeiterin mit, dass sie nicht zuständig sei, ich müsste bei DHL-Express anrufen. Die Nummer sagt sie mir netterweise. Nur – unter der Nummer meldet sich niemand. Mein sehr geschätzter Lokalhandelsfan Andreas würde mir jetzt ein aus tiefstem Herzen kommendes „Siehste“ entgegenschleudern. Doch bei aller seiner Euphorie für die örtliche Shopszene musste ich auch dort schon niederschmetternde Erfahrungen einstecken. Egal, jetzt kommt unser Besuch und der hat Vorrang. Herzlich willkommen!

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Saugen sowie Versandhandelsfolgenbeseitigung

Heute ist wieder der große Staubsaugertag an dem ich das Erdgeschoss meiner Gemeinde saugend erkunden darf. Weshalb kaufen wir eigentlich keine Saugroboter, dann könnte ich ihnen bei der Arbeit zuschauen. Das hätte so etwas Beruhigendes. Andererseits ist fehlende Ruhe gerade nicht mein Problem. Immerhin klingt Cat Stevens gut bei der Arbeit und Gloria Gaynor lädt mit ‚I will survive‘ zum mitsingen ein. Zum Abschluss noch ein Monopoly mit Klaus Lage – ja es hat Spaß gemacht. Am Nachmittag erleide ich das Schicksal aller fleißigen Amazon-Besteller – ich muss Kartons tonnengerecht zerkleinern. Das macht nun nicht unbedingt Freude aber immerhin trifft mein neues Handy ein. Bis 22 Uhr soll ein weiteres Gerät per DHL-Express eintreffen, für mich ist es nicht eilig aber der Versender hat es so geregelt. Inzwischen ist es fast 22:30 Uhr und es ist kein Nachtzusteller in Sicht. Ich hege große Zweifel an der Zuverlässigkeit des DHL-Experten. Hoffentlich reißen sie mich nicht mitten in der Nacht aus dem Bett, dann warte ich doch besser bis morgen. Aber bei der Post ist kein Ding unmöglich. Die Spannung steigt. Eher weniger als mehr.

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Null Toleranz mit meiner Gartenarbeitsallergie

Der Tischler ist oberpünktlich, fast hätte er mich im Bett erwischt. Eine Stunde vor der Zeit ist unseres Tischlers Pünktlichkeit oder so. Zwei Fenster wollen wir in Garage bzw. Keller erneuern. Es waren einfache Garagenfenster und der Kunststoff ist spröde geworden. Die Zeit ist reif. Der Preis ist ordentlich aber noch finanzierbar. Und am Nachmittag erwischt mich gnadenlos die Außenarbeit. Ich mähe den Rasen, na ja, eher die Wiese mit reichlich Wildkräutern. Danach sieht alles kürzer aus, ob auch besser ist dagegen Ansichtssache. Die Abendveranstaltung zur Toleranz lasse ich mir kaltlächelnd entgehen, denn entweder erfahre ich dort Altbekanntes, Ärgerliches oder wie allgemein üblich die Aufforderung tolerant zu sein ohne mit Toleranz für den eigenen Standpunkt rechnen zu dürfen. Da gönne ich es mir drei Ruheständlern zuzuschauen, die es krachen lassen. Ja, so ein Actionfilm hat was urtümliches, spricht Emotionen an, die ich mir bei meiner sportlichen Bilanz eigentlich gar nicht leisten dürfte. Einen Krimi lösche ich von meinem E-Book, er ist mir zu brutal. Ich muss das nicht mehr haben. Es wird dennoch spät mit zwei Morden mit Aussicht. Klasse.

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Gartenfreuden

In der Garage bereiten wir uns auf den Tischler vor, der unser einbrechergeschädigtes Fenster ersetzen soll. Bei der Gelegenheit wandern alle meine alten VHS-Kassetten in die schwarze Tonne. Schluchz. Wie viel Zeit und Geld habe ich in sie investiert, ich armer Tor. Wie viel in fünf Jahren nicht mehr nutzbares Equipment treibt sich zurzeit noch in meinen Schränken und Regalen herum? Andererseits habe ich dadurch bestimmt viele Arbeitsplätze gesichert. Ist doch auch was wert. Unsere Eingangsbank beendet ihre Überwinterung und ziert wieder unser Frontpodest und unsere Lounge-Couch wartet ebenfalls an ihrem Sommerplatz auf Polster, Sessel und Tisch. Kommt Zeit, kommen Möbel. Der Rasen schimpft mich aus und verlangt eine radikale Kürzung und mein Mülltonnenversteck endlich die richtigen Scharniere. Draußen ist es mehr als gefährlich – überall lauert mir Arbeit auf. Mit Müh‘ und Not entfleuche ich nach innen, um mir in wohntemperierten Räumlichkeiten irgendeine mehr oder weniger sinnvolle Beschäftigung zu suchen. Lange geht das nicht mehr gut, dann hat sie mich, die Feld-, Wald- und Wiesensklaverei. Ein Grundstück ist der einzige Abstandshalter, der permanente Pflege einfordert. Isso.

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Kanaan

Morgens in der Studierstube kommen die Unheilsprophezeihungen über die Nachbarvölker Israels bei Hesekiel zur Sprache. Keine leichte Kost. Am Nachmittag staune ich ganz profan über die Möglichkeit ein aktuelles Handy zu mieten. Beim iPad ist der Mietpreis dagegen so hoch, dass eine 0%-Finanzierung über ein Jahr unwesentlich teuerer ist. Die Firmen sind schon recht pfiffig um an unser Geld zu kommen. Sehr putzig ist eine Online-Identifikation mit ihren kleinen überraschenden Hürden, die man spontan immer wieder meistern muss. Putzig aber arg durchdacht. Abends im Gottesdienst geht es um Jesus, den König. Die Predigt ist nicht uninteressant und sehr nachdenkenswert. Dass wir eines meiner Lieblingslieder singen und bald darauf eines, das meine Liste verzichtbarer Gesänge anführt, ist ulkig. Ups and Downs – fast wie beim Aktienkurs. Einerseits bewegt mich die Frage wie sich die Königsherrschaft Jesu bei mir auswirken soll und andererseits das Problem wie ich Gottes Namen erheben soll, der ist doch viel zu schwer für mich. Leise schmunzelnd erinnere ich mich an den Beginn meines Glaubens – damals wurde proklamiert die Sprache Kanaans, also Dritten unverständliche biblische Fachbegriffe, zu vermeiden. Keine Frage, die Sprache Kanaans hat gesiegt. Gratulation. Ich schwenke lächelnd die weiße Fahne, werfe mein Handtuch und freue mich über den König Jesus. Welch ein Privileg bei ihm sein zu dürfen – ein Privileg, dass jedem Menschen offen steht. Ehrlich.

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