Früchte der Stille

Heute widme ich mich ganz dem guten alten Paul Gerhardt. Die Mittagspause entfällt und ich bastle an der Präsentation, suche eine vernünftige Einleitung und erstelle Chards. Es ist manches zu bedenken und trotzdem bin ich nicht so ganz zufrieden. Immerhin ist es ein guter Anfang, ein praktischer Einstieg ins Thema. Gegen Abend breche ich bewusst ab. So eine Unterbrechung ist wichtig, sie öffnet die Gedanken für das Reden Gottes, für Korrekturen, neue Ideen – ich muss vorher nur abschalten und zur Ruhe kommen. Das Abschalten geschieht bei einem Münster-Krimi, der mich sehr amüsiert. Danach noch ein bisschen lesen und ab geht es ins Seniorenbett. Und dort komme ich zur Ruhe und mir wird einiges für den Vortrag klar. Das kenne ich schon, darauf hoffe ich, denn diese geistliche Erfahrung ist einfach nötig um voranzukommen. Ich muss die innere und äußere Stille erleben damit ich auf Gott hören kann. Tagsüber tue ich mich schwer damit aber im Bett geschieht das regelmäßig 😉😇. Die Nachtruhe ist eine wunderbare Erfindung Gottes 😀. Zugeben, danach in den Schlafmodus zu wechseln geschieht leider nicht automatisch und die „Vergessens-Falle“ schnappt im Laufe der Nacht gerne zu – das normale Risiko nächtlicher Aktivitäten. Diesmal gelingt der Übergang erfreulich gut, wenn auch die Nachtruhe sich etwas unterbrechungsreich gestaltet und jede Menge Traumsequenzen mit sich bringt. Dann ist das so.

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Adieu Bruder Jorge

Der Tag beginnt für mich mit der Losung und dem Morgengebet mit Bruder Paulus aus Maria Laach. Wenig später höre ich, dass der Papst in der Nacht verstorben ist. Die Katholiken haben ihr weltliches Oberhaupt verloren. Der Tod von Bruder Jorge stimmt auch mich selbst als überzeugten Lutheraner traurig. Er war ein bemerkenswerter Papst und sein gewählter Name ‚Franziskus‘ war durchaus Programm. Gott nehme ihn in Gnaden an. – Wir frühstücken nicht, denn auf uns wartet ein Lunch im Landhaus Heidekrug. Die Zeit bis dahin nutzen wir um die gestrige Osterpredigt aus Bremen zu hören. Am Beispiel der Emmausjünger verdeutlicht Pastor Latzel die Kennzeichen eines Menschen, der dem auferstandenen Jesus begegnet ist. Interessant. – Diesmal ist das Mahl im Landhaus nicht so überzeugend wie ich es gewohnt bin. Ja, es mundet mir recht trefflich aber das Rotkraut ist lau, die Entenbrust nur wenig wärmer, jedoch geschmacklich einwandfrei, nur die zwei Klöße sind hervorragend. Die Vorsuppe schmeckt exzellent, der Nachtisch ist okay, das Landhaus mithin immer noch gut aber keinesfalls sehr gut. Dafür schwebt es in preislich deutlich abgehobenen Regionen. Schade, empfehlen würde ich es nicht mehr. Die Zeiten ändern sich halt. – Bei Schwager und Schwägerin beschließen wir das Mahl mit Kaffee und einem Verdauerli. So stimmen wir uns prächtig auf die Mittagsruhe ein. – Dem relativ bewegten Vormittag folgt ein ruhiger Nachmittag, leider ohne Zigarre. Man kann eben nicht alles immer haben 😇. So isses. – Die Nachrichten drehen sich natürlich größtenteils um das Oberhaupt der katholischen Fraktion, selbstverständlich schließt sich ein ‚Spezial‘ an die Heute-Sendung an – schade, dass zum großen Teil dort nur wiederholt wird, was schon vorher zu sehen war. Auch das ist man ja gewohnt. – Weder ostermontags- noch trauergerecht verfolge ich daraufhin Ermittlungen in der Karibik, seufz Karibik, durch zwei sehr eigene Damen mit seltsamen Fällen und lasse Barnaby links liegen. Es wird normal spät aber der Schlaf ist perfekt. Toll.

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Gottesdienst, Kirchenkaffee, Gäste. Klasse!

Aufstehen, frühstücken und mit festlicher Garderobe geht es ab in den Gottesdienst unserer Gemeinde – so soll es sein und so hatte ich es mir auch gedacht. Der Liedermix ist okay und die Jugendpastorin findet gute Worte zum Fest. Heute gönne ich mir mal eine Tasse Kirchenkaffee und beobachte das Treiben nach dem Gottesdienst. Sehr kommunikativ das Ganze. – Zum Lunch genießen wir geräuchertes Lachsfilet, zart und grätenlos wie es sein soll. Perfekt. – Gegen Abend schauen Freunde vorbei und wir kommen ins Plaudern – spontane Besuche können durchaus ihr Gutes haben. Sehr schön. – Ganz unösterlich lasse ich den Abend mit Folgen der WaPo Bodensee ausklingen, alles im Rahmen, familiär, freundlich mit Menschen wie es sie nur im Fernsehen gibt😉. Wie jeder Abend schließe ich auch diesen mit dem Abendgebet aus Maria Laach ab, ein bereits nach kurzer Zeit liebgewordener Brauch. Die Nachtruhe gestaltet sich tief, fest und sehr ausdauernd. Wenn man jeder Tag so wäre!

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Vor Ostern

Endlich hat es geregnet und es nieselt immer noch. Danke, lieber Gott, welch ein Geschenk. Zwanzig Liter pro Quadratmeter, in aller Ruhe die Nacht hindurch – was will man mehr? Noch so eine Nacht und wir haben unser April-Defizit ausgeglichen. Während ich mich mit der Morgenroutine und Paul Gerhardt beschäftige, besucht meine Mitbewohnerin meinen Neffen und darf das von ihm umgebaute Haus meiner Eltern bestaunen. Sie kommt voller Lob und ganz schön begeistert wieder. Die Komplettrenovierung ist, ihrer Überzeugung nach, voll gelungen. Sehr schön, meine ohnehin schon große Neugier erhält dadurch einen neuen, starken Schub. – Abends konzipiere ich meinen Ostergruß per WhatsApp-Status, bearbeite eigene Dateien, ergänze sie durch eine Grafik aus dem Internet und schon ist alles okay. Erfreulich. Ansonsten lasse ich den Abend an mir vorbeirauschen bis ich auf meinem Seniorenbett in den mehr oder weniger tollen Schlaf sinke.

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Karfreitag

Frühstücken ohne Ei trotz Feiertag – ich mag diese Gesundheitssendungen nicht. Der Gottesdienst aus Bremen ist nahezu perfekt und wir hören gespannt zu. – Kurz nach dem Lunch holen uns Freunde ab und wir begeben uns ins Verbandszentrum in Ohof. Dort erwartet mich ein eindrucksvoller Vortrag, wie ich ihn zu Karfreitag noch nie erlebt habe. Ich bin fasziniert von den Ausführungen, zunächst allgemein über die Entstehung und Auswirkung eines Traumas und im zweiten Teil die Anwendung dieses Wissens auf das Gründonnerstags-/Karfreitagsgeschehen. So habe ich das noch nie betrachtet; es wirft ein erkenntnisreiches Licht auf die Verhaltensweisen der Beteiligten. Stark. – Daheim wirbelt „Der Alte“ und sein Team, doch als sich die Nebel lichten, war es wieder einmal der Ehemann. Wer sonst? Im weiteren begleite ich die Wasserpolizei des Bodensees bei ihren Fällen. Zugegeben, vielleicht nicht die idealste Beschäftigung am Karfreitag aber immerhin habe ich zum Lunch Fisch gegessen und zwei Godis besucht 😉😇 – als ob es darauf ankäme 😀. Immerhin bin ich müde genug und treffe auf einen arbeitswilligen Schlaf. Perfekte Nacht. Toll.

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Erfahrungen

Tiger bockt heute nicht herum, ich habe die Feststellbremse auch nicht angezogen. Das mag er wohl. So machen wir uns völlig problembefreit auf den Weg zum Spezialzahnarzt, eine Dreiviertelstunde entfernt. Das stimmt uns schon mal auf die Krankenhausreform ein, die letztendlich noch weitere Strecken für Patientenbesuche zur Folge haben wird (vielleicht nicht gleich anfangs aber „durch unvorhersehbare Entwicklungen“ werden die Distanzen größer und die Wartezeiten länger werden). Nicht so heute beim Zahnarzt, bezüglich der Wartezeit gibt es keinerlei Grund zur Klage und recht bald geht es wieder heimwärts. – Abends begebe ich mich voller Zagen zum Gründonnerstagsgottesdienst, ein neues Angebot. Der Saal ist tischbestuhlt, fast hätte ich mich wieder verdrückt, doch kurz davor kommen Freunde und so bleiben wir. Der Godi ist ganz okay aber das Abendmahl an den Tischen ist nicht meine Welt. Ein viertel Fladenbrot und abgezählte schnapsglasgroßen Individualkelche mit Saft landen auf dem Tisch. Das Brot fasst jeder an, bricht ein Stück ab und reicht beides dem Nächstsitzenden weiter. Die Handhabe mit den Minikelchen ist mir nicht klar, ich presche inkorrekt vor und liege daneben. Sorry. Kurz und schlecht, etwas würdiger hätte es schon sein können, dieses Brot ist nicht das idealste Medium, weil ich „stundenlang“ darauf herumkauen muss und der klebrige süße Saft, statt eines trockenem Weines, macht es nicht besser. Sorry, so kann ich mich nicht auf den Inhalt konzentrieren. – So nutzen wir den restlichen Abend zur Stimmungsaufhellung und das gelingt bestens. Der sich anschließende Schlaf ist ganz okay.

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Pflegearbeiten

Es ist an der Zeit so erhöre ich endlich das Motzen des Kaffeeautomaten und starte die Reinigung. Die Brüheinheit ist dieses Mal besonders belastet, das heißt viele Kaffeereste verunzieren das Teil. Selbst im Zufuhrschacht steckt gemahlener Kaffee. Da scheint sich das Alter Bahn zu brechen. Die Entkalkung und Reinigung der übrigen Maschine geht zwar langsam aber stetig voran und wird gerade noch rechtzeitig vorm Aufbruch zur Fußpflege fertig. Letztere wird zu meiner vollsten Zufriedenheit erledigt – da hat jemand ein gutes Händchen für diesen Job. Befreiend irgendwie 😀. – Der Nachmittag gehört wieder Paul Gerhardt. Das zweite Buch erweist sich als leserfreundlich, nicht so abgehoben wie Nummer eins. Das nährt die Hoffnung auf ein flottes Vorankommen. – Die Abendandacht mit dem Predigerbuch vermittelt eine gute, hilfreiche Einstellung zum Leben und zum Glauben. Der Kommentar von Lamparter bringt es auf den Punkt. Sehr gut. – Weniger befriedigend ist das TV-Programm – dann ist das so, keine neue Erkenntnis. So wird es normal spät und der Schlaf gestaltet sich normal unterbrechungsreich und traumbeschwert. Nun denn.

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Autowäsche mit TÜV-Schock

Rindenmulch ist im Angebot und so machen wir uns auf den Weg zum Baumarkt. Vorher wollen wir noch schnell einen Gutschein einlösen und Tiger Osterglanz verpassen lassen. Guter Plan. Bei der Werkstatt geht es fix zur Waschanlage, die Mitarbeiter sind superfreundlich und bemerken, ach du Schreck, eine abgelaufene TÜV-Plakette. Schon im letzten Jahr hätte Tiger zur Prüfung gemusst. Peinlich, peinlich – ziemlich kleinlaut schleiche ich zum Werkstatttresen wo uns eine extrem nette junge Frau noch einen Soforttermin verschafft. Eine Stunde später hat Tiger eine neue Plakette und wir rund 130 Euro weniger. Nur mal schnell waschen, so kann das gehen aber immer noch besser als von der blauen Mädels und Jungs belehrt zu werden. – Mit dem strahlenden ID holen wir Rindenmulch und ein paar Lavendelpflanzen ab und schon sind wir zweieinhalb Stunden später wieder daheim. Puh. – Das reicht mir aber als Aufregung für heute. Höchste Zeit für Paul Gerhardt, der mir einen vollen, interessanten Nachmittag bereitet. Die Vorbereitung zieht sich offensichtlich. – Abends schaue ich in Münster bei den zwei Aufklärungskoryphäen vorbei, doch der Fall ist mir bekannt und gefällt mir nur wenig. Nach allerlei Üblichem geht es ins Bettchen. Der Schlaf gibt sich entgegenkommend aber unterbrechungsreich. Good old Morpheus.

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