Flüssiger Pfirsich

Bei unserer Studierstube fehlen überraschend zwei Mitstreiter. Wir, als kleine Runde, führen nun ein etwas anderes geartetes Gespräch, jeder redet mit und das ist sehr gut. Wie üblich kommen wir vom Hölzchen aufs Stöckchen aber das zeichnet ja gerade diese Zusammenkünfte aus. Die Visionen des Sacharja sind schon starker Tobak🤔, zweifelsohne. – Was mich selbst erstaunt ist am Nachmittag meine Weigerung die Predigt aus Bremen zu hören. Ich scheine heute nicht ganz so gut „drauf“ zu sein. Warum eigentlich? Es gibt dafür keinen vernünftigen Grund. Mitunter bin ich mir selbst ein Rätsel. Arme Ehefrau. – Unser Altpastor predigt beim Abendgottesdienst. Das Wort richtet mich wieder auf und macht mir neu Mut. Es geht um den Frieden, den Jesus wirkt. – Daheim erfreut mich der neueste Münster-Tatort nur zum Teil. Der Regisseur (oder der Drehbuchautor) haben offensichtlich versucht diese Krimi-Persiflage an zeitgeistige „moderne“ Krimis anzunähern. Nun ja, Geschmacksache 😠. Unser Retsina sagt mir da mehr zu und erst recht das Gläschen Weinbergpfirsich, quasi als Dessert. Auf meiner Zunge entfaltet sich ein so typischer Pfirsichgeschmack, fast als würde sich das Aroma eines Stückchens reifen Pfirsiches im Mund ausbreiten. Stark. Relativ früh suche ich mein Seniorenbettchen auf. Der Schlaf kommt angemessen später und hat ein paar arg seltsame Träume im Gepäck. Wenn’s denn sein muss, seufz.

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Jeder für sich

Meine Mitbewohnerin agiert heute aushäusig. Vormittags lässt sie sich bei einem Frauenfrühstück verwöhnen und nach der Mittagsruhe trifft sie einen ehemaligen Kollegen. Schön für sie. Ich kümmere mich ein wenig um unseren Kachelkamin und besorge Holz für die abendliche Wärme. – Helmut Lamparter findet in seinem Predigerkommentar hilfreiche Worte zu diesem Weisheitsbuch in der Bibel. Wie schon bei Hiob erfreut er mich mit seinen Auslegungen. – Außerdem beginne ich mit der Materialsammlung zum Lebensbild von Paul Gerhardt, bestelle ein paar Bücher (sehr günstig aus dem Gebrauchthandel) und lade die ersten Fotodateien herunter. Ich freue mich schon auf die weiteren Recherchen. – Mit zunehmender Verwunderung blicke ich auf den Donald jenseits des großen Teichs. Entweder entpuppt er sich irgendwann als genialster Staatsmann der USA oder als kompletter Narr. Wir werden es sehen, jedoch vorher gemeinsam mit unseren Freunden rund um die Welt viele Federn lassen. Dass das unsere US-Freunde möglicherweise ebenso treffen wird, tröstet mich gar nicht. Ein netter älterer Herr erklärt mir dagegen bei YouTube, dass das alles viel Sinn haben könnte und Vorteile brächte. Ich stutze zunächst, dann stellt sich heraus, dass dem sympathischen Graukopf ein Modell vorschwebt in dem sich alle Staaten quasi selbst versorgen und nur weniges von außen beziehen – offensichtlich das Gedankengut unserer Alternativisten. Schade, dass sie keine Realisten sind. ‚Zurück ins Mittelalter‘ scheint mir ein dürftiges, selbstmörderisches Wirtschaftskonzept zu sein. Aber, wer weiß, vielleicht „beglücken“ uns diese Wirrköpfe bald mit ihren „Visionen“. Wie heißt es so trefflich im Sprichwort: „Wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er aufs Eis.“ Na dann munter voran. – Da schaue ich lieber einem noch jungen Staatsanwalt beim Ermitteln zu. Es wird normal spät bis die kurze Nacht beginnt.

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Fußball killt Krimi

Ausschlafen. Toll. Phantastisch! Es war klasse mit unseren Gästen – die Zeit möchte ich keinesfalls missen! Doch auch eine Stunde länger schlafen hat unbestreitbar Vorteile. Hätte ich die Wahl (und die habe ich ja genau genommen immer), würde ich natürlich immer Gäste präferieren, ist ja klar. – Der Tag beginnt mithin spät, der Vormittag ist kurz – das macht gar nichts. Prima. Foxi lädt brav Sonnenenergie und ich komme zu dem Schluss, dass unsere Wallbox Tiger nicht so richtig mag. Dabei ist er ein supergutes Auto. Bei Foxi zeigt die Box grünes Licht und bei Tiger eine rote Diode. Verstehe einer die Technik! – Ansonsten gibt es nichts Neues unter der Sonne, selbst der Abend fällt alltäglich aus, abgesehen vom blöden Fußball, der den Freitags-Krimi killt. So schaue ich Father Brown zu, ganz amüsant, zuerst mit einer mordenden Skandalnudel im Ruhestand und dann selbst im Gefängnis eingesperrt. Von der englischen Provinz streame ich zum bayerischen Watzmann und konsumiere zwei neue Folgen seicht-leichter Unterhaltung für die ältere Generation. – Pater Philipp spricht noch ein Abendgebet und ab geht es in die Falle. Eine überaus normale Nacht stört eine gegen Morgen ausgeflippte Außenkamera, die Menschen erkennt, die es de facto nicht gibt. Nervig.

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Beisetzung

Noch einmal frühstücken wir gemeinsam mit unseren lieben Gästen. Ich habe inzwischen manches gelernt. Die nötigen Einstellungen am Automaten um unsere bunten Tassen mit der perfekten Kaffeemenge zu füllen finde ich erst heute heraus 🤔. Außerdem stellt sich die Erkenntnis ein zum Frühstücksei passt ein Honigbrot eher suboptimal 🤨 – Salz zu Salz scheint eher mein Ding zu sein. Zum Abschied winken wir dann unseren Gästen hinterher – mögen sie gute Tage an der Ostsee erleben. Adieu! – Nun ist es Zeit sich für die Beerdigung meiner Schwester einzukleiden. Rechtzeitig begeben wir uns zum Friedhof in Mörse. Im allerengsten Familienkreis wird dort ihre Urne ins Grab gesenkt. Die Pastorin gestaltet diese kleine Zeremonie sehr würdevoll. Danach fahren wir als Abschluss zum Hoffmannhaus zu einem gemeinsamen Mahl. Liebe Karin, möge Gott dir gnädig sein. – Wie nicht anders zu erwarten sehnen wir uns ziemlich nach einer Mittagsruhe. Es gibt Sehnsüchte, die man leicht stillen kann, wie gut. Ein Nachmittag in aller Stille lässt meine Gedanken ausklingen und die Abendandacht spendet mir Trost. Mir geht das alles innerlich deutlich mehr zu Herzen als es äußerlich sichtbar wird. Ich habe immer das Gefühl als würde ich ein bisschen träumen, als wäre ich ein wenig überfordert. Am liebsten würde ich mich in eine Weltreise flüchten, wiewohl ich weiß, dass diese mir nach kurzer Zeit massiv auf die Nerven gehen würde. Seltsam. Das wird sich, so hoffe ich, bald alles legen. Der Abend geht ebenfalls still und friedlich dahin, es wird normal spät und der Schlaf wickelt sich, bis auf eine längere Pause in der Mitte, gut ab. Die Traumwelten entfalten sich dagegen immer obskurer. Meine Zeit!

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Appetitlich angerichtetes Dinner

Es ist schon anregend, wenn man am Morgen am Frühstückstisch allerlei Themen beackern kann. Mein Geist wird so lange gekitzelt bis sich ein echter Wachzustand einstellt und die volle Konzentration vorbeischaut. Finde ich irgendwie gut, selbst wenn sich ein Abschlaffen gegen Mittag überaus deutlich bemerkbar machen wird. – Während unser Besuch wandert, meine Sportfreudige turnt, kann ich den Vormittag mal wieder in aller Ruhe genussvoll zelebrieren, selbst das Turnen, begleitet von einem Vortrag über Jesaja. Sehr gut. – Am Abend gehen wir gemeinsam mit unserem Besuch zu Freunden, die für uns einen eindrucksvollen Dinnertisch bereitet haben. Es entwickelt sich ein feiner Austausch über dies und das, über die Gemeinden, über Geschwister und vielerlei andere Lebensbereiche. – Nicht allzu spät brechen wir zum fröhlichen Heimmarsch auf, um etwas später in tiefen Schlaf zu versinken. Frische Sommerzeit fördert den Schlaf, wenigstens bei mir. Das kann ruhig so bleiben.

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Suspekter Versuch

Ein neuer Monat, ein neues Saugvergnügen, seufz, auf in meine Gemeinde. – Ich habe so viel in Vorträgen gehört, dass man nur die Aufgaben wahrnehmen soll zu denen man einen Ruf von Gott hat. So einen „Ruf“ habe ich zwar nie so recht verspürt aber Gott hat bislang sehr viele meiner Aktivitäten gesegnet. Ich hatte immer das Gefühl, dass er der Entscheidende dabei war. Bezüglich des Predigens bin ich am meisten verunsichert, darf ich oder soll ich nicht? Einen „Ruf“ dazu habe ich nicht gehört, wohl aber große Freude und Gottes Hilfe bei der Vorbereitung erlebt. Nun gut, dann frage ich IHN heute mal konkret für künftige Anfragen. Das Ergebnis ist überraschend eindeutig und negativ. Okay, dann lasse ich es künftig. Das Ganze kommt mir zwar äußerst suspekt vor, mir fehlt die Glaubenssicherheit, aber wenn erfahrene Pastoren das so empfehlen, dann ist das wohl so. Es sei von Herzen Gott anbefohlen. Ihm vertraue ich voll. – Nach dem Staubaufnehmen folgt die Ruhe. Dann das Herumturnen. Dann schwänze ich noch meine Abendandacht. Komischer Tag. – Abends schaue ich einen Krimi, plaudere mit unseren Gästen und suche erneut hundemüde, blöde Zeitumstellung, mein Seniorenbett auf. Ob der Tag zu meinen besten zählt? Gefühlt eher nicht. Der Schlaf fällt stark unterbrechungsreich aus. Auch das noch!

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Morgendliche Mast

Wir frühstücken mit unserem lieben Besuch. Nach dreimaligem Hotelfrühstück und dem Brötchen heute fühle ich mich wie vollgestopft. Die Gesellschaft beim Essen ist super aber es geht doch nichts über eine trockene Knäckebrotscheibe bzw. eine halbe Scheibe Butterbrot. Okay, ich könnte ja weniger essen aber in Gesellschaft und am reich gedeckten Tisch fällt mir das schwer, selbst wenn ich weiß, dass mir das nicht bekommt. Ein wenig verrückt aber irgendwie menschlich. Durch das frühere Aufstehen kontrolliere ich früher unsere Konten und finde noch keine Eingänge. Interessant zu wissen, dass die Banken die Geldeingänge erst gegen Mittag verbuchen. Ansonsten füllt sich der Tag mit Urlaubsnachbereitungen, Rückengymnastik und Versand von Chorgesangsaufnahmen aus Harzburg. Der abendliche Barnaby ist natürlich bekannt und so ist es nett, dass unser Besuch mal reinschaut und den Abend so bereichert. Die Zeitumstellung macht mich fertig, ich bin müde „wie Hund“ (oder besser Katze?) und es zieht mich ins nächtliche Lager. Seltsam. Der schnell agierende Schlaf bestätigt meine körperliche Mattigkeit. Alter Mann!

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Sonntägliche Terminjagd

Das liebreiche Wetter ist erst einmal vorbei. Das passt gut zum frühmorgendlichen Aufbruch. Das Hotelpersonal ist sehr zuvorkommend und lässt uns frühzeitig zum Frühstück zu. Danke. – Mit sämtlichen Gepäckstücken verlassen wir das gastliche Haus, beladen Tiger und fahren zum Mutterhaus. – Während der Chor sich auf den Gottesdienst einstimmt, sitze ich brav auf meinem Kirchenstuhl und harre der Dinge, die da kommen sollen. Der Godi startet pünktlich, der Chor präsentiert perfekt seine eingeübten Gesangsstücke und ich filme die Auftritte. Es wird ein vielseitiger Gottesdienst, die Predigt hält Pastor Ubben und die Sängerinnen und Sänger sind hochmotiviert. – Im Anschluss bleiben wir noch zum Lunch: Vorsuppe, Schnitzel mit Spargelstücken sowie eine Creme zum Dessert. Es schmeckt wirklich gut und fein gesättigt geht es heimwärts. Während der Fahrt bin ich bemüht die aufkommende, immer stärker werdende, Müdigkeit aus meinen Gliedern zu vertreiben. Das gelingt relativ zufriedenstellend. Endlich sind wir, nachdem wir die Freundin „abgesetzt“ haben, wieder daheim und fallen ins Bett zu einer sehr, sehr kurzen Ruhezeit vor der Geburtstagsfeier im Nachbarort. – Die Freunde haben sich alle Mühe gegeben, die Speisen sind perfekt, die Getränke exzellent, doch ich bin müde, kaputt, marode. Die Zeitumstellung in Kombination mit viel zu frühem Aufstehen und mangelnder Mittagsruhe haben mich geschafft. Trotz supernetter Leute, wunderbarer Versorgung und aufmerksamster Gastgeber bin ich froh ins Bett fallen zu dürfen. Ich bin zu alt für so etwas. Wirklich. Echt. Isso. Gute Nacht!!!

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