Heiligabend auf ruhiger See

Ausgeruht, voll fit und munter starten wir in den Tag. Rührei, Schinken, Bohnen in roter Sauce und eine Kartoffelecke stimmen den Magen auf die heutige Belastungsprobe ein. Eigentlich will ich meine Übungen im Fitnessraum absolvieren aber der platzt aus allen Nähten. Ein Senior neben dem anderen bevölkern die Wände und strecken alle Körperteile auf und nieder. Lebensgefährlich 😉😀. Mithin retiriere ich in unseren „Schutzraum“, Kabine genannt, und turne vor mich hin. Alles wird gut. Meine Mitreisende besucht derweil eine Information über Weihnachtsdekorationen. Inhaltlich ist das Angebot eher schlichteren Charakters, wohl mehr eine Beschäftigungstherapie gegen aufkommende Langeweile 😀. Ich bringe derweil mein Tagebuch auf den neuesten Stand, keine kleine Herausforderung bei der Löschgeschwindigkeit meines Kurzzeitgedächtnisses 😀. Für so eine Aufgabe bietet sich die Pazifik-Lounge an, leider etwas verräuchert aber dafür mit perfekter Panoramasicht. – Unseren Lunch nehmen wir spät ein und verkürzen ihn auf drei (statt sechs) kleine Gänge, denn eigentlich bin ich vom Frühstück noch satt. – Es ist Heiligabend und so kommt natürlich der Weihnachtsmann höchstpersönlich vorbei. In großer Runde in Harrys Bar verteilt er Geschenke, die ihm vorher von Gästen anvertraut wurden. Dazwischen singen wir Weihnachtslieder. Es wird, entgegen aller meiner Befürchtungen, eine absolut runde Sache, nur ein klein wenig kitschig, der rotbefrackte Präsentverteiler ist ausnehmend gut aufgelegt, kurz, wir werden wunderbar auf das Fest eingestellt. – Zum „Dinner“ begeben wir uns nur ins SB-Restaurant, denn wir beschränken uns auf die traditionellen Würstchen mit Kartoffelsalat (viel später in der Nacht wird mein Magen selbst dagegen deutlich protestieren). Die Zeit bis zur Weihnachtsshow vertreibe ich mir mit einem Gin Fizz und schmalziger Lektüre😉😇. – Das Show-Team ist wirklich gut und ihm gelingt es ein ansprechendes Angebot zu präsentieren. Glückwunsch! Den Tag rundet eine Christmette um 23 Uhr ab mit vielen gemeinsamen Liedern und einer netten Predigt. Mit Gottes Segen gehen wir den Festtagen entgegen. Selbst der Schlaf ist bei mir gut aufgelegt und trägt mich, nachdem ich meinem Verdauungsorgan beruhigend zugeredet habe, durch die Nacht. Sehr freundlich von ihm.

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Schlaff, matt und seekrank

Mit einem schwer seekrank geschädigten Mäuschen lässt sich der erste richtige Bordtag ziemlich bescheiden an. In der Nacht sind einem Sektglas seine, durch Wellengang motivierten, Flugversuche schlecht bekommen. Die in den allermeisten Fällen sehr nützliche Gravitation wurde ihm zum Verhängnis. Der Kabinensteward ist nett, sammelt die Reste ein und saugt die Splitter auf. Seegangskolleteralschaden. Das Schifft bewegt sich nicht mehr ganz so stark und so wagen wir mittags den Besuch des SB-Restaurants. Das Jonglieren der Teller gelingt – nur die Enge dort oben im achten Stock, nervt mich ein wenig. Voll ist es dort zudem. Den Nachmittag lassen wir an uns vorüberziehen, die vergangene Nacht fordert ihren Tribut. Erst gegen Abend sind wir fit genug zur schlemmernden Gewichtszunahmeveranstaltung. Köstlich. – Abends ist das Showensemble schwer aktiv und bringt uns die 20er Jahre näher, wohlgemerkt die 20er Jahre der mit ausreichend Knete gesegneten Menschen. Das Team ist wirklich gut. Fein. – Nun noch den traditionellen Mojito konsumieren und dann sich dem köstlichen Schlaf hingeben. Letzterer ist diesmal äußerst freundlich und beschenkt uns großzügig. Ich liebe das.

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Lange Schlange und raue See

Der Gottesdienst in Pattensen spricht mich intensiv an. Gedanken über Maria, eine unbedeutende junge Frau, die von Gott berufen wurde seinen Sohn auszutragen und zur Welt zu bringen. Ich bin sicher, wenn Gott selbst in einem Menschen Gestalt gewinnt, bleibt das nicht ohne Wirkung. Während unsere katholischen Freunde das maßlos überbewerten (meiner Meinung nach), fallen wir evangelischen auf der anderen Seite vom Pferd und beachten sie viel zu wenig. Das hat der Pfarrer natürlich nicht gesagt, der Gedanke kommt mir erst viel später😉. – Langsam wird es Zeit und wir werden zum Cruise-Center Altona transferiert. Eine lange Schlange erwartet uns aber wir haben ja Silber-Service mit schnellerer Abfertigung. Denkste! Alles leere Versprechungen! Millimeterweise nähern wir uns der Handgepäckkontrolle. Gründlich durchleuchtet dürfen wir endlich auf das Schiff. Das Einchecken dort geht recht schnell und ich freue mich, endlich mal wieder sitzen zu dürfen – ein Glas Sekt gibt es auch noch dazu. Durchatmen ist angesagt. Endlich nach zwei durchrauschenden Fahrstühlen in der Kabine angelangt, entleeren wie die Koffer. Entweder gibt es zu wenig Bügel oder wir haben zu viel Sachen mit – das übliche, bekannte, der Kabinengröße geschuldete Problem regt zu kreativen Aufhängungen 😉 an. So ist das auf See im „Holzbereich“😀. Dann hupt es schon mehrmals zur Seenotrettungsübung. Wir schnappen uns die Rettungswesten und absolvieren diesen ebenso nötigen wie coolen, im wahrsten Sinne des Wortes, Passagier-Pflicht-Drill. Endlich dürfen die Westen wieder zurück in ihren Schrank und wir zum Restaurant. Der erste Versuch zur planmäßigen Steigerung des Körpergewichts gelingt perfekt. – Doch das ist natürlich noch nicht alles. Zur nächtlichen Belustigung wartet ein Weihnachtsmarkt auf dem Oberdeck im Freien auf uns. Es wird gegen Cash Glühwein, mit oder ohne Schuss, angeboten und gratis Bratwurst, alternativ Erbsensuppe. Dazu singt und tanzt das Show-Ensemble auf der kalten regenfeuchten Bühne. Schade, dass bei äußerer Kälte die innere Stimmung sofort gefriert. Frieren und feiern sind für mich unüberbrückbare Gegensätze 🤔🤨😇. So ziehen wir uns als die Wirkung des Glühweins schwindet, in beheizte Gefilde zurück. Irgendwann in der Deutschen Bucht beginnt das Schiff auch noch zu rollen, zu schwanken, sich auf und ab zu senken. Die Wellen bäumen sich ordentlich auf und bemühen sich redlich empfindliche Seelen in die Seekrankheit zu treiben. Die Nacht gestaltet sich rau. Man bleibt besser im Bett.

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Vorreisetag

Die Gewöhnungsphase an ein mächtigeres Frühstück beginnt bei Schwägerin und Schwager. Lecker. Danach spazieren wir durch die Winsener City 😉, klein aber fein. Die Gruppe rund um das Märchen der ‚Goldenen Gans‘ erheitert mich, feine aneinander klebende Gruppe. Die Marienkirche ist einen Einblick wert. Das Gemälde mit den Emmaus-Jüngern mit Jesus, der sehr kritisch ihrem Gespräch lauscht. – Nachmittags steigt bei mir der Aufregungspegel schon stärker an. Morgen soll es losgehen. Wie wird die Reise? Ist sie nicht viel zu lang? Doch all die Gedanken verschwinden als wir am Abend beieinander sitzen und uns austauschen. Der Schlaf ist sehr freundlich zu mir und das ist sehr gut. Nett von ihm.

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Kalte Bahnsteige, verspätete Züge – Abenteuer ÖPNV

Unser Abenteuertag startet kurz nach acht Uhr mit dem Aufstehen. Das fällt nicht ganz so leicht, wenn man zwar um sieben schon mal wach war aber wenig später in Tiefschlaf verfallen ist aus dem man zu besagter Zeit herausgerissen wird. Die letzten Reisevorbereitungen wickeln wir ab bis uns unsere Freundin abholt und zum Bahnhof transferiert. Zu unserer großen Freude steht der Zug schon bereit, wir steigen ein und erwarten, warm und trocken untergebracht, die Abfahrt. Gifhorn erreichen wir pünktlich. Der Anschlusszug hat, warum wundert mich das nicht, Verspätung. Wir warten in der Kälte auf den Triebwagen. Als er endlich eintrifft, drängen sich die Massen hinein und wir ergattern gerade noch so zwei Sitzplätze. Puh. Jetzt zuckeln wir durch die Lande, halten an jeder Mülltonne und kommen mit deutlicher Verspätung 😩 in Uelzen an. Der dortige Anschlusszug kann erst zwanzig Minuten zu spät bereitgestellt werden, unser Glück, das gleicht locker das verspätete Ankommen aus. Dafür dürfen wir auf dem eiskalten Bahnsteig hoffen und ausharren. Ständig wachsende Massen wollen mit uns in Richtung Hamburg reisen. Irgendwann rollt der schließlich der Doppelstockzug ein, ist zu unserer Freude sehr lang, doch draußen bereiten sich eine frierende Menschenmenge auf den Run auf die Sitzplätze vor. Meine Mitreisende sichert uns zwei im Obergeschoss. Mein Resümee: Der ÖPNV begeistert mich in der kalten Jahreszeit gar nicht, die Bahnsteige sind irre kalt und die Fahrt dauert insgesamt eine halbe Stunde länger. Genau die Zeit, die ich im wohlbeheizten Auto kürzer unterwegs gewesen wäre. – Mein Schwager holt uns ab, eine phantastische Kürbissuppe erwartet uns und alles ist gut. Am Nachmittag fahren wir in den Klostergarten um Weihnachtslieder zu trällern, begleitet von einem Posaunenchor. Dennoch hätte ich bitter frierend (verwöhnter Bratzen🤨) fast das Handtuch geworfen – aber ein lieber Typ hat vor Ort einen Feuerkorb professionell bestückt und entflammt. Ich dufte später zwar stark nach Rauch aber mir ist wenigstens warm – eine mehr als vertretbare Alternative 😀😇. – Der Krimi ‚Jenseits der Spree‘ spielt in der Welt der Leistungsruderer und ist ganz nett anzuschauen, allerdings muss ich erst lernen das Nuscheln der Hauptakteure zu verstehen. – Eine gute Plauderei später lassen wir uns in den Schlaf seine Arme fallen. Nach einer ausgiebigen Überlegungsphase senkt er sich gnädig auf uns nieder. Es folgt eine wunderbare Nachtruhe in fremder Umgebung. Toll.

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Vogelfürsorge und reisende Koffer

Noch einmal teilen wir füllen wir die drei Futterhäuser vollständig auf. Der Sonnenblumensack ist bereits erstaunlich leer. Die haben echt Kohldampf, diese Piepmätze! Entlang der Lounge richten wir die Kamera wieder von der Fütterungsstelle weg auf das Grundstück aus, damit man sieht wer kommt. Bei der Gelegenheit entfernen wir gleich ein wunderschönes Nest aus einem Nistkasten und drei übereinander aus einem anderen, der offensichtlich äußerst beliebt bei Vogelpaaren sein muss. Unseren dritten Kasten, einen Neubau, bestrafen die Gefiederten allerdings mit Verachtung. Sie mögen ihn leider nicht. Schade. – Nach der Mittagsruhe beginnt das Warten auf den Koffertransportdienst. Zwischen 13 und 15 Uhr soll er kommen. Der „Notdienst“ tröstet uns mit verständnisvollen Worten und tatsächlich gegen 16:15 rückt der Fahrer an. ‚Weihnachtsgeschäft‘, meint er. – Am Abend sind die Koffer in der Nähe von Bad Hersfeld. Sie sollen nach Norden, fahren aber erst einmal nach Süden. So ist das in der Logistik 🤔 – der Laie wundert sich aber der Fachmann nickt verständnisvoll. Kommen die zwei halt noch ein wenig herum in der Republik😀. – Den Abend versüßt mir der Jahresrückblick von Dieter Nuhr, echt gut der Junge. – Der Zeitpunkt für den Besuch meines Seniorenbetts ist relativ egal, wenn man sowieso frühestens zwischen zwei und drei Uhr einschläft. Dennoch fällt die Nachtruhe tief und fest genug aus. Prima.

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Ortungs-Chips einsatzbereit

Die üblichen monetären Abwicklungen stehen heute neben vielem anderen auf meinem Programm. Meine turn- und seniorenbewegte Mitbewohnerin hat dagegen völlig andere Prioritäten. So ist das eben mitunter. – Als erstes scanne ich sämtliche relevanten Rechnungen für die Krankenversicherung und überspiele sie mit Erstattungserwartung online. Die Ausfertigungen für die Beihilfe warten im Umschlag auf ihre konventionelle Beförderung. Durch meinen leider immer noch motzenden Rücken habe ich mich wohl inzwischen der Beweglichkeit von Behörden angeglichen – und das ist keine positive Entwicklung! – Nun gilt es die Kofferanhänger zu platzieren. Das geht problemlos von der Hand. Fein. – Ein AirTag scheint unauffindbar zu sein obwohl das Gefundenwerden ja eigentlich seine Existenzberechtigung begründet. Doch das Teil besinnt sich und lotst mich zuverlässig an seinen Standort. Gut gemacht, toll wenn es mehrere Suchmöglichkeiten gibt! Zur Belohnung spendiere ich eine neue Batterie und erteile den Auftrag einen Koffer auf seiner Reise zum Schiff zu begleiten. Ich bin auf die Route des Transporteurs gespannt – vorausgesetzt er holt das Gepäck auch ab. Die AirTags dürfen jetzt endlich einmal ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. – Meinen Abend gestalten YouTube und die ARD-Mediathek. Der inzwischen profitbewegte Volkswagenkonzern glänzte vor ein paar Jahren noch mit herrlich komischen Werbespots, vor allem auf dem englischsprachigen Markt – einfallsreich und herzerfrischend. Meine weihnachtliche Sentimentalität fördern ein paar Werbespots aus den vergangenen Jahren sowie zwei aktuelle. Starke, aussagekräftige, humorvolle und natürlich anrührende Werbefilmchen, nett anzusehen. – Gerade noch rechtzeitig vor dem Treffen mit meinem Seniorenbett gelingt es mir, inspiriert von meiner Gebetsliste, bei Jesus für Anliegen und Personen einzutreten, die mir wichtig sind. Wenigstens das, wenn schon die Andachten heute ‚Fehlanzeige‘ waren (genau genommen ein Armutszeugnis, seufz😢☹️). Pater Philipp geleitet mich schließlich mit seinem Abendgebet in die Nacht hinein. Leider nicht in den Schlaf, der heute offensichtlich auswärts zu stark beschäftigt ist. Seufz. Gegen fünf schaut er mal kurz vorbei, agiert aber ziemlich lustlos. Nochmal seufz.

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Packtag

Wir tun uns schwer mit dem Aufstehen aber das macht uns gar nichts aus. Es gibt solche Tage. Heute dreht sich alles um die Reise. Die Unterlagen werden geordnet, die Pässe gesichert, eine Fahrkarte schnell noch gelöst und dem Wachdienst ein weiterer Ansprechpartner genannt. Genau genommen ist es kaum zu glauben wie viel Papier für solche Projekte noch bewegt werden muss. Oder drucke ich, alter Herr, nur aus Gewohnheit so viel aus? Mag sein, jedoch gehöre ich zu einer Generation deren Computer alle Nase lang abgestürzt sind, deren mühsam erstellte Prospekte und Texte zu unpassendsten Zeiten, völlig unerwartet, aus heiterem Himmel vom virtuellen Orkus dauerhaft verschluckt wurden. Ein Blatt Papier lässt ein überraschend leerer Akku völlig kalt 😇 – bei einem Notebook oder iPad ist das völlig anders 😉☹️. – Schließlich kommt das Unausweichliche, wir müssen Koffer packen. Sehr frühzeitig, zugegeben, aber es geht nicht anders. Da werden die Sachen eben etwas länger gepresst. Es kommt jede Menge Bekleidung ins Köfferchen. Haben wir an alles gedacht? Das wird sich wohl erst während der Reise herausstellen 😉😀. – Die Abendandacht dreht sich um Josef und seine Brüder, immer wieder ein hochlehrreiches Thema. – Zur Entspannung begleite ich am Abend Santa Claus auf Brautschau, ein herrlich einfältiger Weihnachtsmannfilm: Verstand: off, Emotionen: on, Logik: Abstellgleis und genießen. Das Kind im Manne jubelt vor sich hin😇. – Mitten in der Nacht überkommt es mich und ich bereite meinen Beihilfeantrag vor, kopiere, sortiere und erstelle das Formular. Die Summe der Gesundheitsausgaben in einem Jahr, besonders bei einem Rücken im Rebellenstatus, überrascht mich außerordentlich. – So wird es wirklich spät und der Schlaf holpert mit mir durch die Nacht. Eher nicht toll.

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