Gottesdienst, Taufe und Begrenzungen

Ein kerniger Gottesdienst mit einer kernigen Predigt erfreuen mein Gemüt (und nicht nur das) aber eine Gesprächsunlust mit depressiven Zügen verhindert meine Integration in das darauf folgende Essens-Event. Warum ich bewusst auf Distanz gehe? Keine Ahnung. Leider lässt sich meine kontaktfreudige und gesprächsintensive Angetraute von mir beeinflussen und wir brechen früh unsere Zelte ab. Das muss wirklich nicht sein nur weil ich meiner menschenklaustrophoben Phase fröne. Die geht auch wieder vorüber. Immerhin weiß ich jetzt warum mir dieser Doc Martin nicht so unsympathisch ist wie er es sein sollte. Mit ihm beende ich übrigens den Tag. Doch vorher enttäuscht mich mein arg geschätzter Roger Liebi, der sich als Großtäufer „outet“ und damit zum Ausdruck bringt, dass Gott gut anderthalb Jahrtausende zu der Praxis der Kindertaufe geschwiegen hat obwohl sie falsch war. Das verwundert mich. Andererseits verstehe ich schon, dass es uns Menschen sehr schwer fällt die Erlösung, den Glauben, die Taufe als Geschenk Gottes anzunehmen, zu dem ich nichts beitragen kann. Dann muss ich wenigstens aktiv werden und zum Glauben meine Taufe hinzufügen. Schade, denn nirgends könnte deutlicher werden, dass alles eine unverdiente Gnade Gottes ist. Natürlich gibt es Fehlentwicklungen in der Tauflehre – aber bei welcher anderen Erkenntnis gibt es diese nicht? Andererseits verstehe ich Liebi, denn er, der hochgelehrte, sprachgewandte Kopf, der tatsächlich viele Geheimnisse der Bibel entschlüsseln kann, tut sich natürlich schwer damit, sich hilflos in die Hände Gottes fallen zu lassen. Dass er biblische Argumente für seine Sicht der Dinge findet, überrascht mich dagegen nicht. Wir müssen halt jede – noch so überzeugende – theologische Erkenntnis prüfen, weil keiner von uns Menschen neutral auf ein herzbewegendes Thema zugehen kann. Irgendwo schwingt unsere Grundüberzeugung immer mit und leitet uns, bewusst oder unbewusst, auf den „richtigen“ Weg. Ihn wie mich. Hochintelligente wie Liebi und Laienpraktikanten wie mich. Das ist gut und schlecht zugleich. Aber Gott geht mit. Das wiederum ist eindeutig gut.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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