Die nächste „Katastrophe“ folgt, mein Klassentreffen. Ich wurde überzeugt, ja überzeugt nicht überredet (!), teilzunehmen. Eigentlich wollte ich ja nicht. Also mache ich mich, für meine Verhältnisse sehr früh, auf den Weg. Es sind schon fast alle da und ich mische mich unter die „Menge“, ein paar Handshakes, ein paar Umarmungen, eine erstaunlich groß Wiedererkennquote meinerseits und viel, sehr viel Plauderei. Ich rede mich im Laufe des Tages fast leer 😉😀. Ein Glas Sekt zu Begrüßung, dazu ein paar Canapés und das obligatorische Klassenfoto dann rechtzeitig der Aufbruch zum Theater. Dieser Programmteil hat mich besonders gereizt, der Blick hinter die Kulissen unserer Gaststpielbühne wird uns eindrucksvoll präsentiert. Ich bin fasziniert. Es schließt sich ein Lunch in der Lagune der Autostadt an. Essen, sitzen, plaudern, sitzen und so weiter. Ich gönne mir ein kleines Süppchen mit anschließendem Salatteller. Mein Rücken fängt an zu motzen, nicht viel aber merklich. Wir begeben uns zum Rathaus wo uns ein Ortsbürgermeister kompetent aufs Rathausdach führt. Alte Erinnerungen kommen hoch, wie oft habe ich Klassen und Gruppen am Tag der offenen Tür ebenso geführt. Nostalgie pur. Im Café des Kunstmuseums gönne ich mir das erste Glas Wein. Und wieder wird geredet. Schließlich geht es zu Ferdinands in der Nordstadt. Ich lerne, dass Spargel auch gut schmecken kann wenn er bissfest serviert wird. Ja, der Koch hat den Garzeitpunkt perfekt erwischt. Ich mag das Langgemüse zwar lieber etwas weicher gekocht aber so ist es auch gut. Schließlich finde ich auf der Weinkarte einen Riesling des mir gut bekannten Weinguts Corvers-Kauter. Den muss ich probieren, Preis hin oder her. Der erste Schluck: meine Zeit ist der mild, fast wie Wasser. Der zweite Schluck: o, ein feiner Riesling. Der dritte: welch ein toller Wein und dieser Eindruck bleibt. Ich genieße. Doch dann schlägt mein Rücken massiv zu. Meine Crème Brûlée kann ich schon nicht mehr genießen, mein Körper will Ruhe und zwar sofort. Mein Aufbruch gestaltet sich daher echt spontan. Daheim falle ich stracks ins Bett und bin fix und alle. Voll fertig. Gute Nacht. Ich bin erschöpft und kraftlos. Mein Alter bist du alt. So isses.
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