Ich habe fertig!

Heute stelle ich meine Predigt fertig. Während meine Liebste im Seniorenkreis weilt, beschäftige ich mich mit dem Zorn Gottes. Stark, welche Gedanken mir so kommen, ich staune. Natürlich verwerfe ich wieder einen Teil, schreibe neu, ergänze und bin gewiss, dass diese Vorstellung Gottes aus der Bibel manchen nicht gefallen wird, die sich ein eigenes Gottesbild gezimmert haben. Glücklicherweise habe ich ebenfalls nicht „die Weisheit mit Löffeln gefressen“, irre mannigfaltig und lasse mich durchaus belehren – aber eben aus dem Wort Gottes heraus und nicht aus menschlichen Gefühlen und Wünschen. Wunschdenken hat mit der Bibel nichts zu tun. Ich bin jedenfalls gespannt auf die Reaktionen, falls es mir gegenüber überhaupt welche gibt. Andererseits stoßen sich manche am „Zorn Gottes“, wollen ihn am allerliebsten aus der Bibel streichen obwohl er sowohl das Alte wie das Neue Testament durchzieht. Wir Menschen basteln uns halt am liebsten unseren eigenen Gott. Die Bibel nennt das Götzendienst. – Den Abend kann ich ganz entspannt genießen, die „Predigtlast“ ist zum größten Teil gewichen. Ich habe fertig. Wenigstens inhaltlich. Es folgt der übliche Abendablauf, begleitet von ein wenig unüblichem Rosé als Sommerabendvorbote trotz eisiger Temperaturen draußen aber immerhin wohliger Kaminwärme innen. Es wird üblich spät, der Schlaf gestaltet sich gewöhnlich mittel. Is wie is.

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Gedenken, Gedanken und Träumereien

Heute wäre mein Vater 97 Jahre geworden aber er ist ja schon 10 Jahre tot. Ich gedenke seiner in der Trauer um meine Mutter. Der Lauf dieser Welt, wir können uns nur vor dem Allmächtigen beugen, der unser Kommen und unser Gehen in rechter Weise bestimmt. Danke, lieber Vater! – Der gute Mr. Shorty erledigt treu seinen Job. Fein. Der FI bleibt hübsch oben. Super. Foxi zieht viel Strom vom Dach und etwas weniger aus dem Netz. So soll es sein. – Am Vormittag kommt, wie so oft, „Hölzchen auf Stöckchen“, man macht viel und schafft nichts 😉😇. Erst nach der Mittagsruhe kommt die Arbeit an der Predigt voran aber Vorankommen heißt, ich streiche ganze Passagen und ersetze sie durch neue Aussagen, offensichtlich bleiben die Inhalte lebendig. Das freut mich sehr. Es geht voran, wenn auch mühsam. Gegen Abend breche ich nach alter Rentnerweisheit ab: besser in aller Ruhe stückweise als mit Macht alles auf einmal. – Abends interessiere ich mich für ein Laufrad, das einen Rollator ersetzt, für einen Rollstuhl, der Treppen steigen kann, für den Skoda Enyaq, die MS Amethyst und zu meinem allergrößten Erstaunen für Luxuszelte obwohl mir nur wenig ferner liegt als zelten und ein Campingplatz. Vor dem Schlaf noch ein wenig lesen und dann ins Bett. Mein Ohr scheint sich vernachlässigt zu fühlen, es zuckt und praktiziert Intervallschmerzen. Das wird eine Nacht, denke ich mir. Und so kommt es: verrückte Träume, Wachzeiten, Ohrpein, Altmännerplagen und das alles im munteren Wechsel. Na toll!

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Große Hilfe, israelische Sicht und ein kretischer Krimi

Ein Freund ruft an und will vorbeikommen um uns zu helfen. Ein Stromkreis im Garten fetzt den FI immer raus. Wir haben ihn am Samstag deshalb lahmgelegt und ich wollte heute für Mr. Shorty eine Ersatzstromversorgung aufbauen. Das ist nun nicht mehr nötig. Jetzt wird von fachlicher Hand die Steckdose im Garten kontrolliert und zusätzlich abgedichtet. Der Stromanschluss für den Mähroboter (Mr. Shorty) wird kritisch kontrolliert, umgesetzt, das Netzteil fester verbunden und es verschwindet ganz unter Shortys Dach. Der FI scheint zufrieden zu sein und bleibt oben. Fein. Mehr kann erst einmal nicht getan werden, wenn es in stürmischen Zeiten dennoch Probleme geben sollte, müssten wir wohl Teile austauschen. – Trotzdem will Shorty nicht losmähen. Also schaue ich ihn am Nachmittag noch einmal an, programmiere ein wenig an ihm herum und mit einem Mal saust er los. Ich kann gerade noch sein Haus aus dem Weg reißen. Good old Shorty! – Zur Predigt fällt mir wieder etwas ein, was mich den Entwurf umschreiben lässt, dann ist das halt so. Seufz. – Abends fasziniert mich ein Vortrag von Doron Schneider, einem engagierten Israeli, der die Situation Israels mal aus dortiger Sicht schildert. Zugegeben, ich höre nur abschnittsweise rein, doch schon das dabei Gehörte stimmt mich äußerst nachdenklich. – Barnaby entfällt wegen allzu bekannter Folgen. So spiele ich ein bisschen Solitaire, lese einen Krimi, handelnd auf der schönen Insel Kreta und lasse mich hineinnehmen in die kretische Mentalität. Stark. Es wird natürlich sehr spät, einerseits wegen des Krimis, andererseits wegen der geklauten Stunde und dann lässt der Schlaf sich auch noch sehr viel Zeit. Ihn stört wohl, dass ich mental noch ganz in Griechenland weile. Meine Watch behauptet ich sei um 2:43 Uhr eingeschlafen. Eine kurze Nacht.

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Predigten, Ouzo und die Evolution

Relativ früh raus, Frühstück sparen und ab geht’s in unsere Gemeinde. Der Gottesdienst beginnt um halb elf, kein Problem wäre da nicht die liebe Sommerzeit welche ich mental noch nicht drauf habe. Egal. Unser Pastor hält eine Predigt über Geduld mit ein paar biblischen und mancherlei praktischen Beispielen. Es dauert länger als sonst, eigentlich kein Problem, nur diesmal wollen wir meiner großen Schwester etwas vorbeibringen und sind danach zum Essen eingeladen. Letztlich wird alles gut und das Restaurant erweist sich als der Renner. Direkt am Kanal gelegen, genannt nach der wunderschönen Insel Santorini, tischt man uns reichlich in bester Qualität auf. Pappsatt und nach interessanten Gesprächen mit unserer Gastgeberin, geht es mit leichtem Ouzo-Kopf direkt in den ausgiebigen Mittagsschlaf, der erst am späten Nachmittag endet. Gegen Abend schauen wir dem Bremer Pastor beim Predigen zu. Er spricht über Zuversicht, besser gesagt wie man dieselbe gewinnen kann. – Terra X ist interessant, allein ich glaube der Wissenschaftlerin nicht, dass sich alles aus einer Verkettung von humorvollen Zufällen und gegenseitigen „Absprachen“ zwischen gewissen Pflanzen und bestimmten Tieren entwickelt hat. Ich finde, wenn man Gott als Schöpfer ablehnt, sollte man wenigstens ein glaubwürdigeres Modell bieten. Eine sich selbst überlassene Evolution muss nach aller Logik entweder im Chaos enden oder bestenfalls allerschlichteste Lösungen hervorbringen (wobei letzteres schon echt unwahrscheinlich wäre). Aber das ist nicht mein Problem. – Ein wenig verdauen, ein wenig lesen, ein bisschen youtuben und schon ist die Nacht da. Ab ins Seniorenlager und auf Mister Schlaf warten. Der stellt sich bald ein was mich hoch erfreut.

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Fehlstrom

Das Wasser im Bad ist kalt und kommt nach langer, langer Laufzeit nur leicht lau aus der Leitung. Was ist denn nun schon wieder los? Das Kellerlicht leuchtet auch nicht und ein Blick in den Sicherungskasten bestätigt meinen Verdacht: der FI hat ausgelöst. Irgendwo, irgendwann und irgendwie hat sich ein Fehlstrom in die Leitung geschlichen. Kann ja vorkommen. Also FI ein und alles ist gut. Von wegen! Kurze Zeit später funktioniert das Licht im Keller wieder nicht und der FI lässt sich zwar schalten, springt aber nach kurzer Zeit wieder raus. Okay, also der Standardprozess, das bedeutet alle Sicherungen des Stromkreises ausschalten, FI on, und jetzt eine nach der anderen wieder aktivieren. Tatsächlich bei der zweiten der drei Garagenleitungen springt er wieder raus. Ich schalte die Sicherung wieder aus, den FI ein, aktiviere den Rest und alles ist gut. Im Gartenstromkreis muss sich wohl Feuchtigkeit eingemogelt haben. Bei dem heutigen Wetter gehe ich dem aber nicht nach. Mr. Shorty wird dann wohl am Montag nicht arbeiten können aber er kann zu gegebener Zeit seinen nötige Saft durch ein Hilfskabel beziehen. Wir rufen einen guten Freund um Beistand an und er sagt zu sich in den nächsten Tagen darum zu kümmern. Klasse. Das ist wirklich gut, denn ich habe meine Fähigkeiten auf dem elektrischen Sektor in denn letzten Jahrzehnten sehr vernachlässigt. Die eine Sicherung bleibt im „off“ und die Probleme dadurch ebenso. Fein. – Heute ist mein Kopf leer, erste Versuche an der Predigt zu werkeln scheitern kläglich. So muss ich die Arbeit wohl vertagen. Sehr schade. – Draußen bleibt es kalt, typisches Aprilwetter traktiert uns, mal Sonne, mal Regen, mal Graupelschauer … So bleibe ich lieber drinnen, freue mich am Feuer im Kachelkamin und lasse den Tag an mir vorüberziehen. Keine Ahnung weshalb es spät wird, die Zeit saust halt an mir vorbei. Der Schlaf kommt bald.

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Sommerpuschen und ein Sehnsuchtsziel

Tiger bekommt in der Stadt seine Sommerpuschen verpasst. Ich beschäftige mich daheim intensiv mit meiner Predigt. Da habe ich mir etwas aufladen lassen – aber Gott ist bei mir und schenkt mir gute Gedanken. Ein herzliches Dankeschön dafür, lieber HERR! – Draußen tobt sich das typische Aprilwetter aus mit kräftigen Regenschauern durchwachsen mit strahlendem Sonnenschein bei anhaltender Kälte. – Die Predigt kommt gut voran und am Abend breche ich die Arbeit daran ab, denn ich habe noch Zeit genug und ein neuer Abschnitt erfordert neue Gedanken. Letztere brauchen Zeit, also sollen sie sie haben. – Der Alte im TV ist interessant gestaltet und gut anzuschauen. Erstaunlich. Im Anschluss setze ich mich in die Karibik ab mit einer bekannten Folge vom Tod im Paradies. Obwohl bei uns ein prasselndes Feuer im Kamin wohlige Wärme verbreitet, blicke ich sehnsuchtsvoll auf diese sommerlich verwöhnte Insel. Seufz. Im Anschluss lese ich ein wenig bis mich relativ spät mein Seniorenbett aufnimmt. Eine gute Nachtruhe mit leichten Unterbrechungen erwartet mich. Altersgerecht eben.

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Reflexion oder so

Heute klären wir das Kaffeetrinken nach der Beerdigung. Wir werden in die Gute Stube einladen. Die Gute Stube war früher unter anderem Namen und anderer Betreiberin das Stammrestaurant meiner Altvorderen. Wie oft waren wir dort beisammen zur Spargelzeit sowie zum Vertilgen von Gänse- und Entenbraten. Es war immer eine freundliche Atmosphäre. Die Gaststätte hat sich inzwischen ein wenig verändert, die Betreiberin ist aber ebenfalls nett, die Bestellung unproblematisch und der Preis angemessen hoch. Dann ist das so. – Mein Schwager hat ein gerahmtes Foto meiner Mum dabei, das wir bei der Beerdigungsfeier aufstellen wollen, ein wenig groß aber sehr schön. Der Bestatter wird schon einen geeigneten Platz dafür finden. Am Vormittag hat sich das Hörvermögen meiner Lebenslanggefährtin enorm verbessert und so fällt die Kommunikation durchaus leichter. – Abends reflektieren wir mit anderen in unserer Gemeinde die Abendgottesdienste. Ich darf ein Spontanprotokoll führen aber das ist kein Problem. Wir sind sehr schnell durch mit der Reflexion. Das ist gut. – Daheim ist es ein wenig frisch, weil wir keine Lust haben den Speicherkamin anzuwerfen. Schlimm ist das nicht, unser Haus ist gut isoliert für sein Alter. Es wird natürlich spät aber der Schlaf erbringt eine tolle Leistung. Klasse.

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Phantasievolle Spaziergänge

Frühmorgens bekommt meine Gesundheitsbewusste einen ganztägigen Blutdruckmesser verpasst. Alle paar Minuten schnarrt es jetzt lautstark aus ihrer Richtung. Da müssen wir beide durch. Unser Konto steht derzeit unter meiner laufenden Überwachung. Am Monatsanfang habe ich einen größeren Sparbeitrag gebunkert, möglicherweise ein wenig zu optimistisch. Jetzt gilt es rechtzeitig, aber keinesfalls zu früh, eine angemessene Rückbuchung zu tätigen. Daneben beschäftigt uns natürlich der Tod meiner Mum und die daraus entstehenden Verpflichtungen. Ich bin so dankbar für die Tage im Harz! – Am Nachmittag steht für mich das Sägen von Anzündbrettchen auf dem Programm, verbunden mit der Vorsorge für einen ausreichenden Holzvorrat in Griffnähe des Kaminofens. – Endlich trifft auch das heißersehnte Kabel für die Zusatzheizung im Bad ein, es ist ein seltenes Erlebnis: alles ist exakt so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Klasse. – Endlich komme ich wieder zu meiner Abendandacht, immer wieder „rutscht sie mir durch“, heute nicht. Sehr gut! – Den Abend verbringe ich lesenderweise, äußerst entspannend mit viel Freiraum für lange Spaziergänge in der eigenen Phantasie. Toll. Dabei wird es natürlich wieder spät aber der Schlaf arbeitet zuverlässig. Wunderbar.

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