Von fünf bis zwei

Um fünf bin ich fast wach. Die fehlende Dreiviertelstunde verleitet mich zum Einschlafen. Das ist ein Fehler, um so schwerer fällt mir das Aufstehen. Katzenwäsche, Klamotten, verkürzte Andacht und los geht es Richtung Klinikum. Zurück daheim falle ich auf mein Lager und mir fallen sogar noch ein wenig die Augen zu. Fein. Die Zeit wird danach eng zum Besuch meiner Altvorderen. Dort treffe ich meine Schwester und wir beide staunen wie gut unsere Mutter wieder drauf ist. Das ist natürlich nur eine Laiensicht. – Meine Liebste wird gerade operiert und ich denke sehr an sie. Nach der Mittagspause ruft mich betäubungsmüde kurz an, braucht aber noch viel Schlaf. So bleibe ich ihr heute fern und gönne ihr die Ruhe von ganzem Herzen. – Abends schaue ich bei meiner Mum noch einmal vorbei, alles unverändert: sie schläft ruhig und friedlich. Dann geht es zum Rotweinhauskreis. Ich bin nicht so ganz zufrieden mit dem Dialog zweier Geschwister – aber das Thema ist auch schwierig und vielseitig. Der Wein im Anschluss beschränkt sich auf ein Gläschen alldieweil ich ja noch fahren muss – es wird dennoch sehr spät mit oberflächlichen und tiefsinnigen Gesprächen. Daheim bin ich noch so bewegt, dass es mit dem Schlafen nicht so recht klappt aber das macht mir nichts, bleibe ich halt noch ein wenig auf. Sehr, sehr spät sinke ich dann in eine tiefe Ruhe mit kurzen Unterbrechungen. Was für ein Tag!

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Alarmruf

Alarmruf aus dem Altersheim, Mutti geht es sehr schlecht. Wir lassen alles stehen und liegen und brechen panikerfüllt auf. Ja, es sieht wirklich nicht gut aus. Ich bin etwas stark überfordert aber ich halte ihre Hand, bete, segne sie und hoffe – aber worauf? Auf was soll man in so einem Lebenszustand hoffen? Ich hoffe allein auf Gott, dass er es so macht, wie es gut ist. Ihm gehört mein ganzes Vertrauen. Meine Schwester kommt dazu und langsam geht es, so sieht es wenigstens aus, ein wenig besser mit ihr. So können wir getrost zum Bibelgespräch am Nachmittag fahren, schauen hinterher bei ihr wieder vorbei und sie scheint gesundheitlich relativ stabil zu sein – aus Laiensicht. Sie isst sogar wieder einen Teller Suppe und so lassen wir sie hoffnungsvoll zurück, denn morgen liegt ein schwerer Tag vor uns. – In der Post ist eine gute Botschaft über die gewünschte Reha meiner Kurbegeisterten. Das baut weiter auf. Der Abend wird sehr kurz, denn wir müssen extrem früh unser Seniorenlager aufsuchen. Der Wecker wird auf 5:45 Uhr gestellt. Das wird sicher lustig. Seufz! Der Schlaf erlaubt sich viele, dafür sehr kurze, Unterbrechungen. Immerhin kommt er schneller als erwartet. Dann ist das so.

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Rühr mich nicht an!

Unser Alarmsystem ist in die Jahre gekommen. Es funktioniert zweifellos prächtig aber die Bewegungsmelder beziehen ihre Kraft noch aus ihren allerersten Batterien. Die Kellertür dagegen verlangt nahezu jedes Jahr einen Knopfzellentausch, sie wird halt oft geöffnet. So entschließe ich mich, die Mignonzellen der Bewegungsmelder prophylaktisch auszutauschen. Das ist gar nicht so einfach. Ich stelle die Sirenen möglichst leise, öffne das Batteriefach des Melders und schon jault der Alarm los – gedämpft zwar aber nervend. Deaktivieren, Tausch vornehmen und beim Schließen schrillt es schon wieder los. Absolut ätzend. Vier Melder später bin ich fertig und geschafft. Ein „Rühr-mich-nicht-an-System“ hat bei uns Heimat gefunden. Vielleicht hätte ich doch mehr ausgeben sollen für ‚det Janze‘ … – Später trifft das georderte Vogelfutter ein, winzig kleine Sonnenblumenkerne, die offensichtlich heute nicht auf begeisterte Reaktionen seitens der gefiederten Welt treffen. Warten wir es mal ab. – Schließlich besuche ich endlich mal wieder Mutti. Es ist so traurig sie dort liegen zu sehen, keinerlei Reaktionen zeigend, höchstens mal die Augen mit einem leeren Blick öffnend. Das Alter kann schockierende Begleiter haben. – Im Laufe des Abends lese ich endlich das letzte Kapitel von Osmans Roman. Während die Vorläufer immer zum Schmunzeln animierten, kommt dieses Buch sehr nachdenklich daher, unerwartet aber vielsagend. Es wird natürlich spät, leider, der Schlaf lässt es lässig angehen. Eine Zeit der verrückten Träume bricht an. Dann ist das so.

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Die Elektronik will alleine

Es ist gar nicht mal so früh, als ich mein Seniorenbett verlasse. So ist es fein. Das Haus ist relativ kühl, es hat also die empfohlene Lebenstemperatur von 20 Grad. Vielleicht hätte ich die Ventile nicht einen Strich herunterregeln sollen. Mein Rücken motzt natürlich herum, er mag das gar nicht, da ist er total eigen. Mein Aufräumversuch im Büro scheitert im Ansatz aber im Salon sieht es danach ein wenig besser aus. Wenigstens etwas. – Die Mittagsruhe zeugt von einem vorhandenen Schlafdefizit, das danach wohl ausgeglichen sein dürfte. Ich schwenke die weiße Fahne beim Updateversuch meiner Watch und siehe da, auf sich selbst gestellt lädt sie bereitwillig die Datei, prüft sie, bereitet ihr Update eigenständig vor und ich muss nur noch den Start freigeben. Wenig später ist alles erledigt. Viel Aufregung um nichts. – Barnabys zwei Fälle am Abend verfolge ich mit Freude wiewohl ich sie schon kenne – nette Plots. Eigenwillig spiele ich danach Solitaire bis die Uhr eine Stunde in den neuen Tag hineingelaufen ist. Weshalb? Keine Ahnung, mir war danach. Wenn ich mir Zeit lasse, kann der Schlaf das auch und so falle ich noch viel später in denselben. Dann ist das so. Fazit des Tages: Mit mehr Bewegung war es wohl nichts. Seufz.

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Heim, Rhein und mütterliche Bürokraten

Nach der konditionellen Pleite gestern steht ein weiterer Tag in Leipzig außerhalb jeglicher Diskussion. Wir schlafen bis zehn, konsultieren die Keramikabteilung in aller Ruhe, packen, lesen die Losung und düsen heimwärts. Die A 14 ist frei und die A 2 für ihre Verhältnisse auch. Ich fahre fast durchweg – abgesehen von einigen schnellen Überholvorgängen – mit 120 km/h, sonst bin ich zehn bis zwanzig Kilometer schneller. Der Versuch ist erfolgreich, bei dieser Geschwindigkeit passt, selbst bei Temperaturen um die zehn Grad, die im Display angezeigte Reichweite mit der tatsächlich gefahrenen Strecke perfekt überein, Flachland vorausgesetzt. Gut zu wissen. – Das Auspacken ist fix erledigt, ein kleines Mittagessen und dann hole ich, man staune, den entgangenen Schlaf nach: drei Stunden Mittagsruhe! Geht doch. – Gegen Abend hören wir noch die Predigt aus Bremen – intensiv und herausfordernd. Schließlich entführen uns zwei Beiträge den Rhein hinunter, von der Loreley bis zum Mündungsdelta. Gut gemacht, abweichend vom Schema F, mit vielerlei Informationen und historischen Ereignissen sowie lockeren Kommentaren. Weiter so. – Selbstverständlich installiere ich fix die neue Version des Betriebssystems, will meinen Browser öffnen und muss in einer langen Liste aller möglichen Browser meinen geschätzten Safari heraussuchen. Hört doch endlich auf mich zu bemuttern, ich kann das nicht ab. Wer nicht weiß, dass es andere Browser gibt und wie man diese nutzt, der wird durch diese Auswahlseite eher verwirrt (oder genervt, wie in meinem Fall). Ich mag die EU durchaus aber die Versuche unterbeschäftigter aber überbezahlter Beamter mich lenken, leiten und besserwisserisch korrigieren zu wollen, stößt mich ab. Widerlich. Da bin ich endlich dem Windowswelt-Fusch entflohen, schon will die EU ihm eine Hintertür in die Mac-Welt öffnen. Verrückt, Korruption oder Naivität? Wohl von allem etwas. Es wird normal spät. Gute Nacht 🌕🌗🌚!

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Zum Geburtstag nach Leipzig eilen

Für Frühaufsteher endet mein Schlaf viel zu spät, für mich ist es zu früh. Kleidung in die Reisetasche werfen, Kosmetika im orangenen Täschchen bunkern, Elektronikteile landen im Rucksack und das alles im Bauch von Tiger. Er hat viel Platz. Sobald alles verstaut ist, geht es auf die Autobahn, erst A 2, dann A14 und schließlich bei Taucha runter und Tiger an die Ladestation hängen. Zeitung lesen, Überbrückungsapfeltasche vom Tanke-Shop vertilgen und nach einer Dreiviertelstunde abfahren ins Hotel gegenüber. Dort hat man versäumt die Buchung über Booking.com ins Hotelsystem einzugeben aber an Zimmern ist kein Mangel und so gibt es kein Problem. Das Hotel wird in Bewertungen als „in die Jahre gekommen“, „abgängig“ oder gar „unsauber“ bezeichnet. Das kann ich nicht nachvollziehen, alles ist okay, das Zimmer für den Preis sogar sehr gut. Wir sind zufrieden. Nach einer kurzen Mittagspause fahren wir (keine Lust das Geschenk zu schleppen) zum Cousin. Die Parkplatzsuche gestaltet sich anspruchsvoll aber erfolgreich. Im kleinen Kreis treffen wir uns zur Kaffeerunde, plaudern ein bisschen und stimmen uns auf den Abend ein. – Zurück im Hotel sammle ich Kraft für ein Meeting mit fast nur unbekannten Personen – immer ein großer Stress für mich. Dann spazieren wir zum Gartenlokal, sind eine Viertelstunde zu spät, im Westen kein Problem aber hier im Osten sind nahezu alle da. Echt starke Pünktlichkeitskultur, gar nicht mal schlecht. Das Büffet ist toll, keine Kinkerlitzchen, keine Mätzchen, keine Deko-Show, dafür ehrliche Ware, bei Bedarf nachgelegt und superlecker. Ich bin sehr angetan, gönne mir trotzdem nur einen Gang um meines Gewichts willen, was mir nicht leicht fällt. Die Kommunikation läuft wider Erwarten nicht schlecht – welch eine freudige Überraschung. – Echt negativ ist nur der Heimweg, der meine desertierte Kondition offenbart, prustend und schnaufend, völlig kaputt komme ich im Hotel an, werde von leichten Krämpfen in den Waden im Bett gequält und komme so spät zum Schlaf. Offensichtlich mahnt mein Körper mich an, mächtig gewaltig eindringlich, kurz vorm „zu spät“ so kommt es mir vor. Ich muss etwas tun. Unbedingt. Hoffentlich bleibt mir noch Zeit bevor ich ganz „erlahme“. Handeln oder Leiden – ich habe die Wahl. Noch. Seufz.

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Reiseplanungen

Ich bereite mich auf den morgigen Ausflug vor. Wie viel Kilometer sind es bis Leipzig? Muss ich zwischendurch laden? Nein. Gibt es Ladestationen rund ums Hotel? Ja, und zwar ganz viele. Toll. Ich sehe mir noch einmal die Bewertungen des Hotels an. Nun ja, überragend ist es nicht aber was erwarte ich für gut sechzig Euro im Speckgürtel von Leipzig? Lassen wir uns überraschen. Wie weit ist es zu meinem Cousin? Wie weit zu dem Gartenlokal mit der Fete? Okay, alles fußläufig vom Hotel erreichbar. Fein. Dann wälze ich meine Gedanken hin und her zu einer anlassgemäßen Aufwertung des Geschenks, recht erfolgreich wie ich meine. Natürlich muss Tiger noch geladen werden, ist ja klar, also an die Photovoltaik mit ihm. – Draußen ist es ziemlich kalt, frisch, kein bisschen frühlingshaft. Immerhin spannt der Bauer ja um diese Zeit seine Rösslein an zu Instandhaltungsmaßnahmen auf seinen Wiesen und Feldern. Soll er doch, ich bleibe drinnen. Spät genug geht es der nächtlichen Ruhe entgegen und sie fällt gemischt aus, besser als befürchtet und schlechter als es wünschenswert wäre. Is scho recht.

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Leben nehmen

Das Finanzamt bucht, wie trefflich, heute die Umsatzsteuer für den Photovoltaikstromeigenverbrauch ab. Abzocke im Vergleich zu denen, die ein Jahr später investiert haben. Aber so ist unser Staat halt. Doch darüber habe ich mich bereits gestern übermäßig ereifert. Genug ist genug! – Meine erste Apple Watch soll vorerst meiner nicht sonderlich technikbegeisterten Ehegemahlin zu Diensten sein. Wir hoffen, so Erkenntnisse über ihr Schlafverhalten zu gewinnen. Schauen wir mal. – Schließlich trifft unerwartet ein sehr erfreuliches Schreiben der Rentenversicherung ein. Unverhofft, aber echt gut. – Bei meiner Andacht stoße ich auf Hiobs Selbstprüfung, staune über die Bezüge zur Bergpredigt und seine schon zur damaligen Zeit tiefe Einsicht in Gottes Ziele mit uns. Stark. Ich könnte das guten Gewissens für mich so nicht unterschreiben – das stimmt mich sehr nachdenklich. – Der Abend klingt in üblicher Weise aus, der Autor setzt sich wirklich tiefsinnig mit der Selbsttötung wegen einer Alzheimererkrankung, kurz vor dem Endstadium (in dem alles ins Dunkel versinkt) auseinander. Für einen weltlichen Roman sind das erstaunliche Abwägungen. Es wird selbstverständlich sehr spät aber der Schlaf ist diesmal gnädig. Nur geduldig warten und ganz nebenbei in den Schlummerzustand versinken. Ist schon okay so.

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