Heilige Unentschlossenheit

Meine fleißige Gartenbeflissene stürzt sich auf die Pflanzen und ich wieder auf die Akten. Mich quält im Laufe des Tages die Frage, wie ich Gottes Willen erkennen kann, eine Frage, die mich schon mein Glaubensleben lang begleitet. Ja, ich weiß, einige Mitchristen sind sich immer sicher und gewiss als würde Gott mit ihnen direkt reden. Ich bin es nicht. Auf Gefühle zu setzen halte ich nicht für ratsam – da täuscht man sich zu oft und spannt Gott – meist unbewusst – vor den eigenen Karren. So bahnt sich bei mir eine Entscheidung an, die mir emotional nicht leicht fällt. Ich taste mich Gedanke für Gedanke heran, beschließe, überlege, stoße um und setze schließlich einen deutlichen Punkt. War es recht so oder nicht, Gott weiß es. Er hat alle Möglichkeiten es mir zu kommunizieren. – Abends sind wir bei Freunden und dabei ergibt sich ein Spontanausflug um das Wochenende herum. Könnte gut werden, ich bin gespannt. – Der Abend verläuft in üblicher Weise, es wird wieder später, der Schlaf scheint damit einverstanden zu sein, dann ist ja gut.

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Ablage. Muss sein. Merde.

Heute ist Ablagetag. Es hat sich wieder eine Menge Papierkram angesammelt. Ich wähle aus, sortiere, erfasse und packe alles schließlich in die entsprechenden Ordner. Spaß macht es nicht. Ein neuer Jahresordner ist fällig und das Jahr 2020 wandert bis auf die wesentlichen Papiere in den Schredder. Das ist der Plan, doch letzteres vertage ich erst einmal. Viel wichtiger ist die Suche nach meinen Arztrechnungen, die ich einmal jährlich zur Erstattung einreiche. Es kommt ein ziemlich hoher Betrag zusammen. Nicht schlecht, Herr Specht, würde der Volksmund sagen. Die Chose beschäftigt mich bis in den Abend hinein. Liegt es nun an der sitzenden Tätigkeit, an der Abendzeit oder an Wetterempfindlichkeit – keine Ahnung, jedoch der Rücken muckt erneut deutlich auf. Merde. Dann ist das halt so. Mal schauen ob ein Osteopath mir helfen kann. So retiriere ich in die waagerechte Position und entspanne meine Faszien (oder was auch immer), jedenfalls wird es besser. Recht früh versuche ich den Schlaf einzufangen, doch der hat keine Lust und so kann ich mich lange Zeit gedanklich mit einer Karibikreise befassen, was nicht gerade müde macht. Meine App zeigt am Morgen dennoch reichlich Schlafphasen an, allerdings ohne Tiefschlaf. Soso.

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Ein Requiem und eine Holzkohlenwaffel

Langsam zaubert die Klage übers frühe Aufstehen mir schon mal ein Lächeln aufs Gesicht, ist halt wie es ist. Punkt. Wir fahren zu einem Requiem in der Christophoruskirche. Eine Totenmesse ist eine völlig neue Erfahrung für mich. Der ehemalige, langjährige Chef meiner Frau ist im hohen Alter von fast 93 Jahren verstorben. Er hatte eine hochrangige Stellung bei Volkswagen inne, war darüber hinaus ehrenamtlich viele Jahrzehnte als Diakon in der katholischen Kirche tätig sowie bewundernswert stark und vielfältig sozial engagiert. Wie erwartet ist die Kirche deshalb recht gut besucht. Entsprechend aufwändig fällt das Requiem aus, gehalten vom Weihbischof aus Hildesheim und dreizehn (!!!) weiteren Mitstreitern. Sie ziehen in die Kirche ein und zum Ende wieder aus, der Bischof würdigt das Lebenszeugnis des Verstorbenen, wir stehen vielfach auf, setzen uns wieder, die Katholiken knien zwischendurch, ein Messdiener schwenkt maschinengleich einen Weihrauchbehälter während des gesamten Gottesdienstes. Im Anschluss, besser gesagt als Hauptstück der Feier, kommt nicht weniger eindrucksvoll die Eucharistie – ich bin beeindruckt, echt sehenswert und inhaltsschwer. Stark. Wir nehmen natürlich nicht teil, denn der Papst ist ja dagegen. Im Anschluss fahren wir zur Beisetzung nach Sandkamp. Die Andacht dort ist eher schlicht, ich lerne ein wenig über den Transport und Gebrauch von Weihwasser und das Verhüllen vom Kruzifix in der Passionszeit – die liturgischen Unterschiede zu uns Evangelen sind schon beachtlich. Dennoch finde ich, dass der gute Martin alles recht gut optimiert hat 😉😇😀. Das Ganze überstehe ich mit meinem neu aufgeflammten Hexenschuss erstaunlich gut aber zu Hause wirft am Abend mein Rücken das Handtuch und ich quäle mich noch vorm Abendbrot ins Bett. Vielleicht hätte ich kein Holz für den Kamin nach oben tragen sollen oder was auch immer. Übrigens gelingt es mir nachmittags ganz spontan unsere Wohnung zu verräuchern indem ich eine Waffel erwärme – ich lerne, dass zwei Minuten Mikrowelle dafür deutlich zu lang sind. Fast wäre das Gebäck in Flammen aufgegangen. Puh. – Unser Autohaus kann den Sommerreifenwechsel frühestens in einem Monat durchführen. Ups, dann ist das so. – Den Abend und die Nacht verbringe ich mit meinem motzenden Rücken im Bett. Erfreulicherweise gelingt der Schlaf trotzdem gut, selbst die Altherrenunterbrechungen sind mit erträglichen Schmerzen zu meistern. Was für ein Tag!

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Asche, Holz und Hexe

Der Tag beginnt mit einer ausgiebigen morgendlichen Abendandacht. Feine Sache. – Unser Speicherkamin bedarf der Reinigung. Kein Problem, den Ascheeimer aus Metall holen, die Reste hineinschaufeln, Deckel drauf, fertig. Es ermangelt uns des Holzes. Das ist fix geholt. Nun fehlen noch die Anzündbrettchen, also unbehandelte Terrassenbretter aus einem Fehlkauf. Selbige sind in 30-cm-Stücke zu zersägen und das geschieht zweckmäßigerweise vor der Kellertür. Dazu begebe ich nach draußen. Mein Rücken auch. Das ist keine gute Idee. Ich bin zwar zweckmäßig gekleidet. Das ist meiner Hexe völlig wurscht, sie nutzt ihre Chance und schießt. Zu meinem Glück sind die Folgen zwar unheimlich lästig und von Zeit zu Zeit mächtig gewaltiger Anlass zum Zusammenzucken. Doch das kenn‘ ich ja schon. Seufz. Wenigstens erfreuen mich abends die lodernden Flammen und die angenehme Wärme. Immerhin. – Traditionell schaue ich zwei bekannte Folgen von Barnaby, versuche vergeblich nebenbei mit einem Auge zu lesen und begebe mich anschließend zur Ruhe. Es wird ein wenig später als normal. Der Schlaf zickt gewaltig rum, er kommt und geht und kommt und …

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Sonntag Judika

Aufstehen, frühstücken, Tiger satteln und ab zum Gottesdienst. Objektiv ist es sicher eine ganz normale Gottesdienstfeier – subjektiv dagegen ist sie herausragend und voll ansprechend. Unser Altpastor predigt über die Zumutung, die Zumutung an Abraham seinen Sohn zu opfern. Kein leichtes Thema aber inhaltsschwer. Ich begebe mich wirklich gesegnet auf den Heimweg. Wir schauen bei meiner Mum vorbei, sie hat sich wieder berappelt, isst normal, schläft gut und alle Anzeichen des „letzten Weges“ sind, wenigstens für mich als Laien, verschwunden. Dann geht ihr Leben also weiter wie bisher, liegen, versorgt werden, schlafen und niemand erkennen. Letzteres weiß ich nicht so genau aber alles deutet darauf hin. Was soll man ihr da wünschen? Möge Gott sich ihrer annehmen und sich über sie erbarmen! – Die Lunchzeit verschiebt sich, tragisch ist das keinesfalls. So wird die Mittagspause ebenfalls später beendet, null problemo es ist ja Sonntag. – Der Münsterkrimi am Abend hat einen irren Plot und einen ebenso logischen wie unbefriedigenden Abschluss. Die Gags sind darüber hinaus fader geworden, kurz: man hätte mehr draus machen können. – Eine gefühlt kurze Lesezeit später geht es schon ins Seniorenbett und der Schlaf schlägt sofort zu. Leider steht mir eine unterbrechungsreiche Altmännernacht bevor. Die Freuden des Alters. Seufz.

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Kilolasten

Die Nacht war kurz. Das Aufstehen ist spät. Ich schleiche zur Dusche und bin kaum fertig da melden sich die Telefone. Meine Aushäusige wird entlassen und bittet um Abholung. Also fix fertig machen, Tiger aktivieren und ab geht das Taxi zur Sauerbruchstraße. Wir fahren gemeinsam zurück, ich hole mein Kaffeetrinken nach, knabbere an meinem Knäckebrot herum und schaue ein wenig demotiviert in der Gegend herum. Es gibt halt solche Momente. – Die Mittagspause ist entsprechend lang und intensiv. Den Rest des Tages füllt die Andacht, ein wenig Leserei und mein Schockzustand über das zusätzliche Gewicht, das sich während der Abwesenheit meiner Mitbewohnerin bei mir eingeschlichen hat. Ganz schön dreist diese Kilos. I’m not amused. Ganz und gar nicht. Seufz. Mein Selbstbewusstsein leidet unter meiner Unfähigkeit hier regelnd einzugreifen. Schade. Es wird nicht so spät und der Schlaf kommt schnell herbei. Wenigstens das.

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Verrutschter Tag

In unserem Gesundheitswesen ist im Krankheitsfall eine private Zusatzversicherung ihr Geld wert. Das Umfeld in einer Klinik wird durch die Zusatzleistungen erträglicher, ein wenig mehr Komfort tut gut und tröstet ein bisschen über die äußeren Umstände hinweg. Das Essen kommt aus der Großküche, jedoch mit ansprechender Speisenauswahl. Natürlich ist und bleibt ein Klinikumsaufenthalt unangenehm und meist beunruhigend, da beißt keine Maus irgendeinen Faden ab. Mein frisch Operierte fühlt sich inzwischen wieder wohl und wird wohl dort nicht lange ausharren müssen. Ich breche meinen Besuch vorzeitiger ab, weil ich den neu aufgeflammten Schichtverkehr „fürchte“. Das nützt mir nichts. Ich komme voll hinein. Dabei teste ich ein Navi-Programm, misstraue ihm und auch das erweist sich als Fehler, der mit gut 10 Minuten Rückstau vor einer Kreuzung beschert. Das Navi wollte mich daran vorbei lotsen aber ich muss ja immer alles besser wissen. – So komme ich erst sehr spät dazu das von mir selbst gekochte Mittagessen, Fast Food natürlich, zu verspeisen. Der Nachmittag ist dahin bevor er richtig begonnen hat. So zieht sich der Abend bis spät, sehr, sehr spät in die Nacht. Alleinsein verdirbt meinen Lebensrhythmus – keine neue Erkenntnis. Der Schlaf fällt sehr kurz aus.

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Von fünf bis zwei

Um fünf bin ich fast wach. Die fehlende Dreiviertelstunde verleitet mich zum Einschlafen. Das ist ein Fehler, um so schwerer fällt mir das Aufstehen. Katzenwäsche, Klamotten, verkürzte Andacht und los geht es Richtung Klinikum. Zurück daheim falle ich auf mein Lager und mir fallen sogar noch ein wenig die Augen zu. Fein. Die Zeit wird danach eng zum Besuch meiner Altvorderen. Dort treffe ich meine Schwester und wir beide staunen wie gut unsere Mutter wieder drauf ist. Das ist natürlich nur eine Laiensicht. – Meine Liebste wird gerade operiert und ich denke sehr an sie. Nach der Mittagspause ruft mich betäubungsmüde kurz an, braucht aber noch viel Schlaf. So bleibe ich ihr heute fern und gönne ihr die Ruhe von ganzem Herzen. – Abends schaue ich bei meiner Mum noch einmal vorbei, alles unverändert: sie schläft ruhig und friedlich. Dann geht es zum Rotweinhauskreis. Ich bin nicht so ganz zufrieden mit dem Dialog zweier Geschwister – aber das Thema ist auch schwierig und vielseitig. Der Wein im Anschluss beschränkt sich auf ein Gläschen alldieweil ich ja noch fahren muss – es wird dennoch sehr spät mit oberflächlichen und tiefsinnigen Gesprächen. Daheim bin ich noch so bewegt, dass es mit dem Schlafen nicht so recht klappt aber das macht mir nichts, bleibe ich halt noch ein wenig auf. Sehr, sehr spät sinke ich dann in eine tiefe Ruhe mit kurzen Unterbrechungen. Was für ein Tag!

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