Bestattungskultur erleben

Am Morgen suche ich alle möglichen Unterlagen zusammen und finde sogar das Stammbuch der Eltern. Das ist gut. So können wir gegen mancherlei Bürokratieattacken gewappnet dem Gespräch beim Bestatter entgegensehen. Die Mittagspause fällt zugunsten dieses Termins am sehr frühen Nachmittag aus. Dann ist das so. Wir sprechen alles durch. Es ist ein Segen, dass das Institut uns vieles abnimmt, natürlich gegen Bezahlung, es ist und bleibt jedoch eine große Hilfe für die Familie. So können die Termine mit dem Friedhof, der Pastorin und dem Organisten professionell koordiniert werden, die Anzeigengestaltung liegt in geschulten Händen und die ersten Kontakte mit Standesamt, Rentenversicherung und VW erfolgen von dort. Aufatmen ist angesagt. Bei aller Trauer erschließt sich mir nicht, weshalb bei einer Feuerbestattung ein teurer Sarg mit Innenausstattung (!!!) nötig ist, oder die Bekleidung der Verstorbenen eine Rolle spielt, ganz zu schweigen vom Preis der eher schlichten Form der Urne. Nein, ich beschwere mich nicht, überhaupt nicht, ich will nur mein Staunen nicht verhehlen. Wir sind mit dem Gespräch und dem Service sehr zufrieden, sehr angemessen und pietätvoll. – Abends schauen überraschend Freunde vorbei, eine total liebe Geste und wir kommen so gut durch den Abend. – Der Schlaf macht später seinen Job, wilde Träume bewegen mich dabei. Die Szenarien gehen ineinander über, alles fügt sich zusammen so unwahrscheinlich das auch in der Realität wäre, im Traum harmoniert alles. Logischerweise ist nach dem Aufwachen die Orientierung nicht sofort perfekt, das Hirn hinkt der Wirklichkeit noch ein bisschen hinterher 😉.

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Liebe Mutti sei Gott anbefohlen

… bis mich gegen halb drei das Telefon brutal aus den ersten zarten Einschlummeransätzen herausreißt. Das Seniorenheim ruft an. Um diese Zeit bedeutet das nichts Gutes. Und so ist es dann auch: Meine Mum ist verstorben. Sie hat „einfach“ mit Atmen aufgehört. Wie traurig. Ob wir gleich vorbeikommen wollen? Nein, eher nicht. Wir verabschieden uns von ihr lieber gemeinsam mit meiner Schwester in den frühen Vormittagsstunden. An Schlaf ist natürlich nicht mehr zu denken. So bleibe ich wach, lasse Fotos passieren, höre Choräle, erinnere mich und plane ein wenig – was man so bis zum frühen Morgen machen kann. – Am Heim treffen wir meine Schwester und gehen zur Mutti. Es ist erschreckend wie sich Menschen im Tode bzw. auf dem Weg dorthin verändern, eigentlich ist es gar nicht meine Mum die da ruht und doch ist sie es, gezeichnet vom letzten Weg. Der Abschied fällt leichter, weil sie die letzen 16 Monate eine harte Zeit durchlebt hat. Sterben kann auch eine Erlösung sein. Wir beten für sie – unser großer Gott sei ihr gnädig. Adieu Mutti, wir lassen deinen Körper zurück – in Gedanken begleitest du uns aber nach Hause und fortan. – Ein Gottesdienst aus Bremen über das Erlassjahr lenkt ein wenig ab, es ist faszinierend welche Zusammenhänge man zu dem Thema herstellen kann. – Natürlich ist der Mittagsschlaf diesmal eine echte Erquickung – mein altgewordener Körper mag das „Durchmachen (aus welchem Grund auch immer)“ überhaupt nicht mehr. Der Restnachmittag huscht vorbei. Am Abend starte ich eine intensive MS-Deutschland-Recherche – alles was ablenkt, ist gut. Es wird normal spät und ich kann in der Nacht ein wenig Schlaf nachholen. Immerhin.

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Frühjahrsaktivitäten

Die Sonne scheint kräftig vom Himmel, sie probiert sich endlich mal wieder richtig aus. Foxi frischt so seinen Akku auf. Ich fege derweil die Lounge halbwegs sauber, entferne das Moos, das Vögel aus der Dachrinne geschmissen (anders kann man das kaum nennen) haben sowie die Sonnenblumenkernspelzen. Danach bringe ich meine Fotovoltaikleistungstabelle auf den neuesten Stand nachdem das Tal der Tränen vorbei ist. Die Mittagspause tut mir gut. – Am Nachmittag bereitet meine Gartenspezialistin per Rasenmäher den Einsatz von Mr. Shorty vor, der zwar den Rasen kurz halten kann aber bei zu hohem Gras viel zu schnell aufgibt. Die Saugerfahrungen aus meiner Gemeinde kommen diesmal auch unserem Heim zugute. Jetzt noch schnell den Staub aus dem Schlafzimmer entfernen (wo kommt der bloß immer her?) und für morgen das Wohnzimmer für die Studierstube von unordentlich herumliegenden Dokumenten befreien. Schließlich arrangiere ich den verbliebenen Rest noch ein bisschen und fertig – wir sind gastaufnahmebereit. – Der Abend vergeht wie jeder Abend, es wird etwas später aber ich kann trotzdem nicht einschlafen. So liege ich wach im Bett herum …

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Blaues Flatterband in Sicht*

Wenn wir meinen der Frühling sei da oder wenigstens nahe, kommt unsere weiße Gartenbank vor die Haustür. Herbst und Winter verbringt sie im Obergeschoss damit unten eine Laterne das Alleinstellungsmerkmal erhält😉. Mit der Bank vor der Tür geht mir das Herz auf und ich erwarte hoffnungsfroh meine Lieblingsjahreszeiten. Optimistisch schalte ich gleich die Heizung aus, im Kältefall soll der Kamin oder eine Strom-Notheizung für erträgliche Innentemperaturen sorgen. Im absoluten Zitterfall kann natürlich der Ölbrenner auf Touren gebracht werden aber eigentlich will ich das nicht. Versuch macht kluch. – Es ist erstaunlich wie viel Asche sich nach ein paar Brennvorgängen im Kamin ansammelt, mächtig gewaltig. Wer klinikreife Sauberkeit liebt, sollte sich lieber keinen Holzofen anschaffen, es staubt ordentlich, mitunter ist Rauch in der Luft, der sich nach eigenem Belieben irgendwo niederschlägt. – Heute bleibt die Kachel kalt, wir sind eingeladen. Es gibt Sauerkrautsuppe – ein köstliches Gericht für einen Suppenfreak wie mich, die anderen Gerichte lasse ich links liegen, sie sind meinerseits von minimalem Interesse. Die Fete entwickelt sich nett mit Plaudereien und prima Rotwein. Es wird spät, trotzdem benötige ich zu Hause noch ein wenig Zeit, um herunterzufahren, abzuschalten und den Schlafmodus vorzuwärmen. Es folgt ein wohltuender Schlaf, obwohl meine Watch behauptet ich sei in der Frühe anderthalb Stunden wach gewesen. Das kann gar nicht sein. Technik zum Verwundern 😀.
*“Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte …“ (Eduard Mörike)

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Gemeinde und mehr

Aufstehen, Frühstück, Andacht und ab die Post, heute steht Staubsaugen in meiner Gemeinde auf dem Programm, zugegeben nicht mein Lieblingsjob. Aber was muss, das muss! Der permanente Regen trägt wahrlich nicht zum Stimmungsumschwung bei, wohl aber Roger Liebi mit seinem Vortrag über die Entstehung der christlichen Gemeinde. Da kann ich viel lernen und das ist gut. Meiner Shoppingbegeisterten fehlt angesichts der Nässe von oben ebenfalls die nötige Begeisterung und so freuen wir uns nach Aufnahme des letzten Staubkorns auf die Heimfahrt. – Den Nachmittag verplempere ich mit kleinen Macken meines Macs sowie den Folgen meiner überaus großen Zahl von Terminkategorien, resultierend aus meiner großer Spielfreude. Der Mac mag das offensichtlich nicht. Schade. – Endlich halte ich mal wieder eine vollständige Abendandacht mit allen Komponenten, die für mich dazugehören. Das ist sehr erfrischend und ermutigend. – Der Abend bedarf keiner weiteren Erwähnung bis auf unser schönes, wärmendes Kaminfeuer. Das ist immer wieder toll. Es wird gar nicht mal so spät und der Schlaf tut was er soll. Nur der Morgen ist altherrenunterbrechungsintensiv. Wenn’s denn sein muss.

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Reiselust

Ab heute ist die Buchung für 2026 fest. Das Reisebüro meldet sich und ergänzt noch letzte Daten. Eine Vorfreude, die sich zwei Jahre lang hinzieht ist schon etwas Besonderes. Die Anzahlung übrigens auch, denn welch eine Überraschung, sie wird erst im Februar des nächsten Jahres abgebucht. Das ist mir ebenfalls sehr wohlgefällig. – In der Küche wird am Seniorenkreiskuchen noch die letzte Hand angelegt, dazu ein paar Eierbrote belegt und alles rechtzeitig transferiert. – Am Nachmittag trifft meine bestellte Galakleidung, Jeans und Blazer, für die Kreuzfahrt ein und beides passt gut (Hosenlänge wäre zu kürzen) bis sehr gut. Ich bin sehr zufrieden mit dem Versender, diesmal nicht Amazon, sondern Hirmer. Gute Adresse. Inzwischen habe ich endlich gelernt, wie ich mein Halstuch binden kann – manchmal stelle ich mich wirklich viel zu blöd an – das wird im Alter nicht besser 😉. Abends passieren die neuen Klamotten die letzte Hürde, sie finden die Akzeptanz meiner Farben- und Passformspezialistin. Alles ist gut. – Nebenbei überarbeite ich meine Reisedatei, ergänze Fahrten, ermittle Kosten und pflege künftige Touren ein. Faszinierend wo wir schon überall waren, im Pensionsalter sogar weltweit unterwegs. Besonderer Aufmerksamkeit bedarf dabei die Finanzübersicht samt -planung, um Defiziten aus dem Weg zu gehen. Die müssen wirklich nicht sein. So vergeht die Zeit schnell und das Nachtlager ruft. Es folgt eine wohltuende lange Schlafphase. Wunderbar!

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Reisen

Vor 57 Jahren wurde ich konfirmiert. Das ist lange her. Damals wusste ich, allem Gelernten zum Trotz, nichts von Jesus. Mitte der siebziger Jahre hat er sich mir bekannt gemacht. Ich war und bin begeistert von ihm. Seit dieser Zeit gehen wir bewusst gemeinsam durchs Leben und das trotz aller meiner Macken. Danke!!! – Mich beschäftigt ein Kurzurlaub im September. Wir müssen kurz nach Boltenhagen und ich denke über eine Verlängerung nach. Ein Angebot ist mir zu hoch und zu weit draußen. Da finde ich eine feine Wohnung mittenmang und schlage zu. Ich lerne, dass ich nicht zu schnell aufgeben sollte, ein wenig vergleichen, viel nachdenken, mal drüber schlafen und erst später entscheiden kann hilfreich sein. – Mein Rücken muckt natürlich wieder rum, kann er nicht mal Ruhe geben? Er nervt. – Die Barnabys aus der Mediathek kenne ich, Friesland ebenso und – welch Wunder😉- lande ich wieder in der Karibik. Bei Death in Paradise regnet es zwar heftig, wie es nur in solchen Gegenden schütten kann aber es ist warmer Regen. So träume ich mich zehn Flugstunden weiter und kann dann (wg. der Träumerei?) nicht einschlafen. Meine Watch behauptet erst um 2:17 Uhr wäre es soweit gewesen. Könnte sein. Toll ist das nicht.

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Ostermontag

Frisch und munter kann ich heute ans Werk gehen – jetzt weiß ich auch was für ein Geschenk das ist. Danke, HERR! – Wir schauen uns den Ostermontagsgottesdienst aus Bremen an. Ein Prädikant, uns persönlich bekannt, hält eine bemerkenswerte Predigt. – Gegen Mittag eilen wir zum gemeinsamen Osteressen mit meiner Schwester samt Schwager zu Jorgos am Kanal. Das Mahl fällt so reichlich aus, dass ich morgen sicherlich noch einmal davon satt werden kann. Im Anschluss genehmigen wir uns einen außergewöhnlichen Metaxa – außergewöhnlich gut und außergewöhnlich teuer😀😉. Ein gutes Essen verlangt nach einer guten Mittagsruhe und die halten wir dann auch. Abends sind wir bei Freunden zu Gast und plaudern überlange miteinander, überlang, denn schließlich gehört ein Teil von ihnen noch zur arbeitenden Bevölkerung😉. Daheim lassen wir den Tag ausklingen, was angesichts der Sommerzeit nicht schwer fällt. Mal schauen wie lange diesmal meine Umstellungsnöte andauern. Fast schon ein Grund die Europawahl zu schwänzen. Der Schlaf kommt schnell und gut. Das ist fein.

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