Auch das noch: Herumballernde Hexen

Relativ frisch und recht munter gehe ich in diesen Tag. Heute findet in meiner Gemeinde kein Gottesdienst statt und so schalte ich mich über YouTube in den Bremer Gottesdienst ein. Diesmal geht es um einen langen Predigttest mit den Königen von Israel, Juda und Edom, die gegen Feinde ausziehen. Dazu kommt noch der Prophet Elisa, eine Wüste, ausgehobene Gruben und viel Wasser. Es folgt eine interessante Auslegung, die merkenswert ist. – Zum Lunch gibt es den gespendeten, bemerkenswert wohlschmeckenden Eintopf. Köstlich. Ansonsten ist es wieder ein recht langweiliger Tag, weil meine vom Schwindel geplagte Mitbewohnerin das Bett hüten muss. Morgen steht eine weitere Behandlung im Klinikum an zu der ich sie begleiten soll. Das ist der Plan. Kurz bevor ich das einfache Abendbrot fertig habe durchzuckt mich ein stechender Schmerz, nur mit viel Mühe gelingt es mittels kleinster Trippelschritte mein Bett zu erreichen. Das Hinlegen ist ein tierischer Akt, zu dem gewisse Rückennerven deutlichst ihre Kommentare abgeben. Letztlich gelingt er nur dank des elektrisch verstellbaren Lattenrostes. Es ist tatsächlich immer wieder ein schönes Gefühl, wenn der Schmerz abklingt. Da lieg ich nun, ruhig und friedlich, nur beim Aufstehen, Laufen und Hinlegen von Nervenenden massiv traktiert. Was nun? Können wir nicht wahlgeordnet nacheinander krank werden? Ist das zu viel verlangt? Offensichtlich! – Ein guter Freund erklärt sich bereit die morgige Tour zu übernehmen. Welch eine Freundlichkeit, welch ein Segen! Die Nacht verläuft besser als gedacht, allein die notwendigen Ausflüge in die Keramikabteilung sind unter teils heftigen Protesten gewisser rückseitiger Elemente durchführbar. Das ist mehr als lästig aber nicht zu ändern. Dann ist das so. Gute Nacht!

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Leichter Frust

Mitten beim Morgenkaffeetrinken kommt der Anruf aus dem Klinikum, da wartet jemand abholbereit auf mich. Okay, ich mache mich auf den Weg. Der Verkehr ist eher mäßig, die Parkplätze sind weitgehend frei und so stößt die ganze Aktion auf keinerlei Probleme. Fit ist meine Liebste allerdings noch nicht. So eine Krankheit kann sich lange hinziehen, inzwischen hat sich sogar die Erkältung wieder zurückgemeldet. Der Jahresbeginn bleibt zweifellos in Erinnerung. Am Nachmittag schwänze ich einen Termin, ich bin einfach nur antriebs- und lustlos – trotz aller starken Durchhilfe von Gott mittelstark frustriert. Es ist an der Zeit, dass ich mich aufraffe – schön gesagt, schwer getan. Seufz. – Dann nimmt ein normaler Samstagnachmittag seinen Lauf, doch, warum auch immer, die Stimmung bleibt eher in den unteren Stockwerken hängen. Dann muss ich da halt durch. Am Abend bringt eine Freundin noch einen Eintopf vorbei, unser Überraschungsmahl für morgen. Das baut wieder ein wenig auf. Ich lese bis spät in die Nacht. Der Schlaf gestaltet sich eher durchschnittlich.

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Strohwitweralltag

Nach meiner frühmorgendlichen Selbstversorgung pumpe ich Tigers Hinterrad voll auf. Die Pumpe hält durch obwohl sich der Luftdruck über Nacht deutlich vermindert hat. Ein Anruf bei der Werkstatt ermöglicht mir einen Termin um 13 Uhr. Das ist ein Geschenk. Pünktlich liefere ich Tiger dort ab, sie prüfen, es ist tatsächlich eine Schraube. Der Reifen sei selbstdichtend, informiert mich der Meister, aber die Schraube ist seitlich neben der Dichtschicht eingedrungen. Na toll. Die Reparatur dauert eine halbe Stunde, ich bin einen Fuffziger los aber Tiger fährt wieder ohne Luftverlust. Im Klinikum ist alles ziemlich unverändert bis auf eine neue Diagnose. Gut Ding will eben Weile haben. Eine neue Bettnachbarin ist eingezogen, die bisherige haben die Belegungskünstler in ein Vierbettzimmer verfrachtet. Das ist für sie gar nicht lustig: 4 Betten treffen auf 20 Besucher. Kein Wunder, dass sie da lieber den geordneten Rückzug nach Hause antritt. Ich erfahre derweil die Krankheitsgeschichte der neuen Nachbarin, während mein Besuchsziel einen Termin beim Chefarzt absolviert. Dann ist das so. – Im Anschluss schaue ich endlich mal wieder bei meiner Mum vorbei. Es hat sich nichts geändert, sie liegt teilnahmslos im Bett und reagiert gar nicht. Trotzdem berichte ich ihr von unseren Krankheiten, erzähle dies und das bis ich mich wieder verabschiede. Hat sie mich zur Kenntnis genommen? Keine Ahnung. – Daheim bereite ich mir ein köstliches Lunchdinner, schlicht, schnell zubereitet aber sehr wohlschmeckend. Jetzt noch eine Geschirrspülmaschine angesetzt und dann trete ich lesenderweise, gewürzt von zwei YouTube-Beiträgen, in die Abendunterhaltung ein. Die Abendandacht fällt leider etwas kürzer aus, mir fehlt schlicht die Motivation, ich lasse mich fatalerweise zu stark treiben. Es wird normal spät und der Schlaf agiert ziemlich lustlos. Seufz.

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Digitalwüste

Gestern leuchtete Tigers Luftdruckanzeige auf, heute ist der rechte hintere Reifen platt – noch 8 psi von 36! Hilft nichts, Foxi mit seinen Sommerreifen muss einspringen. Vorher gebe ich noch 20 psi auf Tigers Rad, dann macht die Pumpe schlapp. – Foxi fährt trotz Schnee und Eis bestens, die Straßen sind ja geräumt und so komme ich spät aber doch zu guter Zeit bei meiner Liebsten an. Dort darf ich sie gleich zum Hörtest schieben, der gut zwei Stunden dauert, einschließlich der Geduldszeiten. Das Klinikum muss man einfach lieben, allein schon um permanenten Schreikrämpfen aus dem Weg zu gehen. Außerdem ist es dort extrem putzig – die Jungs und Mädels bedienen sich zwar überall der Computertechnik, müssen aber die Ergebnisse ausdrucken und wieder einscannen. Mithin gibt es eine analoge und eine digitale Patientenakte. Armes Deutschland, beim Digitalisierungsranking befinden wir uns in einer Zone außerhalb jeglicher messbaren Werte. Es gelingt mir tatsächlich aus lauter Mitleid nicht laut herauszuprusten. – Ich komme spät heim, der Reifen von Tiger hat bereits wieder 2 psi verloren und ich muss den Akku der Pumpe aufladen. – Zum Lunch serviere ich mir lecker Spätzle mit geschnorrtem Gulasch. Geschnorrt oder gesponsert? Egal, es mundet perfekt. – Der Mittagsschlaf startet viel zu spät und führt infolgedessen nicht zum gewünschten Erfolg. Dann ist das so! Das Zuhause fühlt sich einsam an und so ein Abend allein für mich ist nicht das Wahre. Aber das ist nur eine der kleineren Überraschungen, die das Alter so mit sich bringt. Da gibt es viel fiesere … Wie dem auch sei, Gott ist bei uns, spürbar bei uns. Das macht Mut und gibt Hoffnung. Der Schlaf ist tief und fest, wie schön.

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Klinikumsmarathon

Nachdem auf die Plauderei😉 mit Aaron keinerlei Reaktion erfolgt, machen wir uns auf den Weg zum Klinikum. Gerade haben wir die Garage verlassen, sind die Auffahrt hinauf gefahren und stehen in Fahrtrichtung auf der Straße, da meldet sich mein Smartphone. Die Klinik ruft an als Reaktion auf unseren Aarontalk. Geht doch, wenn auch eher gemächlich. Nach kurzem Austausch dürfen wir sofort kommen, fahren dorthin und freuen uns über drei freie Parkplätze in der Tiefgarage. Dieselben sind aber offensichtlich nur auf im Arbeitsspeicher der Parkanzeige vorhanden. Aus dem Untergeschoss ist der Weg zur Amblanz deutlich am kürzesten und so kämpft sich meine kranke Ehefrau zunächst allein durch während ich draußen eine Abstellmöglichkeit für Tiger suche. Im Foyer treffe ich meine Kranke wieder. Sie ist bereits auf dem Rückweg von der Ambulanz zur torstationären Aufnahme. Jetzt erledigen wir das und starten gemeinsam den üblichen Klinikumsmarathon mit ein paar Untersuchungen und extrem viel Sitz- und Geduldseinheiten dazwischen. Erst deutlich nach 16 Uhr bin ich wieder daheim, während meine bessere Hälfte im Krankenhaus logiert. So kann’s gehen. – Die Hausarbeit ist schnell getan, dann ein paar teilnahmsvolle Anrufe entgegennehmen, dann Wismar im TV, anschließend die Nachrichten und so geht die Zeit dahin. Nun fix die Kofferabholung für die nächste Kreuzfahrt buchen und schon entschwindet der Abend in die finstre Nacht. Spät kommt der Schlaf, erfolgreich arbeitet ar mit mir. Prima.

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Rücken trifft Schnee

Nichtsahnend stehe ich mit moserndem Rücken auf. Draußen ist alles weiß. Zehn bis zwanzig Zentimeter Schnee können es schon sein. Na prima. Auf zu altbekannten Taten, warm einpacken, Schal, Mütze und Kapuze im Verbund und auf zur Garage. Dort befreie ich den rollenbewehrten Schneeschieber aus seiner jahrelangen Exilecke, trage ihn vorsichtig zwischen Foxi und Tiger hindurch und los geht’s. Den Gehweg rauf, runter und rauf, den Eingang freischieben und den Trittstein von seiner nassen Last befreien. Gott sei Dank hat sich während der ganzen Aktion mein Rücken lieb und still verhalten. Gott sei Lob und Dank!!! Doch das ist nur eine erstaunliche Pause. Wenig später rumort und zuckt es an bekannter Stelle erneut. Doch ich will nicht viel klagen, diese Lebenszeichen meiner hinteren Nervenbahnen kenne ich viel zu gut. Ruhe und vorsichtige Schritte sind angesagt, Entspannung in Strecklage tut wohl und so weiter … Eine liebe Freundin hat uns mit leckerem Gulasch versorgt. Klasse. Die Mittagsruhe wird angesichts der bekannten Umstände zur doppelten Wohltat. Alles wird gut. Ich sage meinen Abendtermin in der Gemeinde ab, keine Lust aufs Humpeln. Dafür genieße ich viel Ruhe und tolle Entspannung mit leider nur mäßiger Rückenwirkung. Doch der Schlaf gelingt bestens.

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Männershoppen

Das mit dem früheren Aufstehen muss ich wohl intensiver üben 😀. So wie heute wird das nichts. Kaffee, Knäckebrot, News, Andacht und schon ist es Mittagszeit. Wow. Dann geht es fix zum Arzt, der nach gründlicher Untersuchung eine ambulante Behandlung im Klinikum empfiehlt. Und was lernen wir daraus? Man sollte wirklich in Eiseskälte keine Gartenarbeit verrichten, wenigstens nicht in unserem Alter. Ich persönlich bin sowieso der Ansicht, dass man sich in den kalten Tagen besser altersgerecht in der Karibik aufhalten sollte. Aber auf mich hört ja keiner. Seufz. – Früher war es mir oft ein Rätsel wie viel Zeit meine Chefeinkäuferin benötigt um eine Ladung Nahrungsmittel zu beschaffen. Heute kaufe ich mal selbst für zwei Leute ein und staune, wie schnell die Zeit vergeht bis ich die paar Kleinigkeiten im Wagen habe. Faszinierend. Für Gelegenheitsshopper wie mich hält der Kassenparcour jedesmal einen besonderen Horror bereit😉: zur Einstimmung die Umpackstandards Wagen-Laufband-Wagen, dann die Suchpflicht im Handy nach der Deutschlandcard und schließlich die Portemonnaie-Wühlkür nach der Girocard. Nun gut mit Apple Pay ginge das wohl viel einfacher aber ich trau mich da einfach nicht ran. Vielleicht sollte ich mal mutig den ersten Schritt wagen, denn ob ich mich bei der Suche blamiere oder bei Apple Pay – wo ist da der Unterschied 😉? Nur Mut, Alter, das nächste Mal ganz gewiss😇. – Daheim versuchen wir im Klinikum einen Termin zu buchen. Aaron ist am Telefon. Aaron stellt Fragen, wir antworten. Aaron verspricht Rückruf. Aaron ist ein Computer und seine Versprechungen sind nichts wert. Menschen reden Blech, er ist es. – Der Abend gliedert sich in Lese- und Barnaby-Aktivitäten. Es wird normal spät und der Schlaf ist wieder freundlich zu mir.

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Leben Tag 26120

Zur Abwechslung verschlafe ich heute den Kirchgang. Wenn wir gesund sind, müssen wir wohl oder übel wieder das frühere Aufstehen üben – höchstwahrscheinlich sogar mit Wecker. So geht es jedenfalls nicht weiter! Ich habe keine Lust den Tag immer mehr zu verpennen. Selbst der mir äußerst sympathische Langschläfer Uhlenkopp steht, man höre und staune, um Klocke Neune up. Das wäre durchaus konsensfähig 😀😇. Heute am 26.120sten Tag meines Lebens erkläre ich meine Erkältung für beendet. Das muss reichen – mir reicht es allemal. So bereite ich das Frühstück für uns zu, höre online nebenbei die Einleitung zu unserem Gottesdienst und beim Frühstücken die Predigt. Es geht um das Gebet und korrigiert ein wenig meine Sichtweise. Das ist gut. Die Predigt aus Bremen, im Anschluss gestreamt, dreht sich zwar um die Standardthemen des Pastors, bringt aber neue, wesentliche Aspekte des Weges mit Jesus, wie das Wundern und den Segen, die dankbar und aufmerksam machen auf seine Zuwendung. Leider, aus meiner Sicht, engt der Pastor, den ich sehr schätze, das Wirken Gottes zu stark ein: wenn du das nicht hast, kannst oder tust, wirkt Gott nicht in dir. So eng kann man das nicht sagen, denn der Gott, der sich in der Bibel offenbart, ist viel größer, verständnisvoller und hilfsbereiter als wir Menschen ihn so denken. Kämen diese Aspekte hinzu, wären die Predigten perfekt – aber wer von uns ist schon perfekt? Wer hat schon eine umfassende Sicht auf Gott? Keiner. So freue ich mich sehr über alle Erkenntnis und Verkündigung, die Jesus im Zentrum hat. – Im übrigen plätschert der Sonntag, wie könnte es anders sein, ruhig und gelassen dahin, allein der neue Barnaby spätabends setzt kleinere Akzente. Es wird sehr spät aber der Schlaf wartet geduldig auf uns. Supernett von ihm.

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