Männershoppen

Das mit dem früheren Aufstehen muss ich wohl intensiver üben 😀. So wie heute wird das nichts. Kaffee, Knäckebrot, News, Andacht und schon ist es Mittagszeit. Wow. Dann geht es fix zum Arzt, der nach gründlicher Untersuchung eine ambulante Behandlung im Klinikum empfiehlt. Und was lernen wir daraus? Man sollte wirklich in Eiseskälte keine Gartenarbeit verrichten, wenigstens nicht in unserem Alter. Ich persönlich bin sowieso der Ansicht, dass man sich in den kalten Tagen besser altersgerecht in der Karibik aufhalten sollte. Aber auf mich hört ja keiner. Seufz. – Früher war es mir oft ein Rätsel wie viel Zeit meine Chefeinkäuferin benötigt um eine Ladung Nahrungsmittel zu beschaffen. Heute kaufe ich mal selbst für zwei Leute ein und staune, wie schnell die Zeit vergeht bis ich die paar Kleinigkeiten im Wagen habe. Faszinierend. Für Gelegenheitsshopper wie mich hält der Kassenparcour jedesmal einen besonderen Horror bereit😉: zur Einstimmung die Umpackstandards Wagen-Laufband-Wagen, dann die Suchpflicht im Handy nach der Deutschlandcard und schließlich die Portemonnaie-Wühlkür nach der Girocard. Nun gut mit Apple Pay ginge das wohl viel einfacher aber ich trau mich da einfach nicht ran. Vielleicht sollte ich mal mutig den ersten Schritt wagen, denn ob ich mich bei der Suche blamiere oder bei Apple Pay – wo ist da der Unterschied 😉? Nur Mut, Alter, das nächste Mal ganz gewiss😇. – Daheim versuchen wir im Klinikum einen Termin zu buchen. Aaron ist am Telefon. Aaron stellt Fragen, wir antworten. Aaron verspricht Rückruf. Aaron ist ein Computer und seine Versprechungen sind nichts wert. Menschen reden Blech, er ist es. – Der Abend gliedert sich in Lese- und Barnaby-Aktivitäten. Es wird normal spät und der Schlaf ist wieder freundlich zu mir.

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Leben Tag 26120

Zur Abwechslung verschlafe ich heute den Kirchgang. Wenn wir gesund sind, müssen wir wohl oder übel wieder das frühere Aufstehen üben – höchstwahrscheinlich sogar mit Wecker. So geht es jedenfalls nicht weiter! Ich habe keine Lust den Tag immer mehr zu verpennen. Selbst der mir äußerst sympathische Langschläfer Uhlenkopp steht, man höre und staune, um Klocke Neune up. Das wäre durchaus konsensfähig 😀😇. Heute am 26.120sten Tag meines Lebens erkläre ich meine Erkältung für beendet. Das muss reichen – mir reicht es allemal. So bereite ich das Frühstück für uns zu, höre online nebenbei die Einleitung zu unserem Gottesdienst und beim Frühstücken die Predigt. Es geht um das Gebet und korrigiert ein wenig meine Sichtweise. Das ist gut. Die Predigt aus Bremen, im Anschluss gestreamt, dreht sich zwar um die Standardthemen des Pastors, bringt aber neue, wesentliche Aspekte des Weges mit Jesus, wie das Wundern und den Segen, die dankbar und aufmerksam machen auf seine Zuwendung. Leider, aus meiner Sicht, engt der Pastor, den ich sehr schätze, das Wirken Gottes zu stark ein: wenn du das nicht hast, kannst oder tust, wirkt Gott nicht in dir. So eng kann man das nicht sagen, denn der Gott, der sich in der Bibel offenbart, ist viel größer, verständnisvoller und hilfsbereiter als wir Menschen ihn so denken. Kämen diese Aspekte hinzu, wären die Predigten perfekt – aber wer von uns ist schon perfekt? Wer hat schon eine umfassende Sicht auf Gott? Keiner. So freue ich mich sehr über alle Erkenntnis und Verkündigung, die Jesus im Zentrum hat. – Im übrigen plätschert der Sonntag, wie könnte es anders sein, ruhig und gelassen dahin, allein der neue Barnaby spätabends setzt kleinere Akzente. Es wird sehr spät aber der Schlaf wartet geduldig auf uns. Supernett von ihm.

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Erkältung Tag 13

Wieder geht es einen kleinen Schritt nach vorne. Ja, bis auf die schnelle Erschöpfung scheint bei mir fast alles okay zu sein. Dafür motzt mein Rücken gewaltig. Gibt es da eine Absprache? Meiner Immernocherkrankten geht es dagegen kaum besser. Es nervt. Wir sind mitunter ziemlich down. Hilf uns doch. HERR!!! – Ein Freund bringt ein paar Lebensmittel vorbei, wie lieb! Ich entferne unser kleines Tannenbäumchen aus dem Wohnzimmer und werfe es über die Brüstung in den Garten. Am Montag will ich es auf die untere Terrasse verfrachten, dort kann es in aller Ruhe seine Nadeln abwerfen, von denen es immer noch die allermeisten mit sich herumträgt. Erstaunlich. Bevor ich die letzte Ladung von der Waschmaschine in den Trockner verlagere, erhalten die Piepmätze noch ihre schwarzen Sonnenblumenkerne. Die vorletzte Trocknerfüllung wandert mit mir ins Erdgeschoss, um dort wohlsortiert, geduldig in ihrem Schrankfach auf den nächsten Einsatz zu warten. Wieder vergeht ein Tag ohne besondere Höhepunkte wartend auf die trödelnde Gesundheit, die unendlich viel Zeit zu haben scheint. Dann ist das so. Lesenderweise vergeht die Zeit bis der Schlaf kommt, der uns wunderbar einhüllt und leicht durch die Nacht schweben lässt. Danke!

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Erkältung Tag 12

Die Krankheit liefert mir nur noch kleine Rückzugsscharmützel. Allein der Rücken mosert zwischendurch. Ich muss kurz vor dem Tunnelausgang stehen. Aus dem Haus, um einzukaufen, traue ich mich allerdings noch nicht, doch ich gehe voller Zuversicht ins Wochenende. Eine Freundin will uns übergangsweise mit dem Nötigsten versorgen. Bald ist so für mich die erste Jahresherausforderung überstanden. Hoffentlich. Meine geliebte Vertraute muss dagegen immer noch fighten. Die Entzündung weicht nur millimeterweise und quält sie bei jedem Aufstehen. Möge Gott ihr so richtig aufhelfen!!! – Mein Tagesprogramm läuft somit nach wie vor im Sondermodus. Wenn ich Pech habe, muss ich in nächster Zeit auch noch bügeln, was mein Rücken mir sicherlich sehr übel nehmen wird. Abwarten. Erst einmal heißt es die Wäscherückstände abzuarbeiten. Die letzten Maschinenladungen habe ich derweil angesetzt. Außer ein paar kleinen Erschöpfungszuständen zwischendurch geht die Hausarbeit gut von der Hand. Den Lunch bereitet meine Miterkrankte zu, körperlich leicht fällt es ihr nicht aber es baut sie dennoch auf. – Ansonsten geht alles seinen Gang bis in die Nacht hinein. Und wieder agiert der Schlaf äußerst zuvorkommend. Mächtig, gewaltig.

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Erkältung Tag 11

Ich gebe gern zu, dass ich meine Krankheit in aller Gelassenheit auskuriere – in meiner Beschäftigungszeit hätte ich mich viel früher auf die Beine gezwungen, Rückfallrisiko hin oder her. Andererseits war ich in solchen Fällen nie so erschöpft und alle nach ein wenig Arbeit wie heute. Sei’s drum, als Pensionist habe ich „alle Zeit der Welt“ und die Chance es langsam angehen zu lassen sowie nötige Pausen spontan einzulegen. Die Hausarbeit geht dennoch gut von der Hand, Waschmaschine und Trockner kooperieren wunderbar und meine Lebenslangpartnerin hat den Ehrgeiz ein schnelles Mittagsmahl zu bereiten. Das könnte ich zwar auch aber wenn sie es so will … Im Anschluss ist für sie Bettruhe aber dringend nötig. Mir geht es zwar noch nicht richtig gut aber es doch deutlich besser. Um ja nicht zu viel Zuversicht aufkommen zu lassen macht abends mein Rücken schmerzhaft auf sich aufmerksam. Auch das noch! Inzwischen kenne ich die Grundverhaltensregeln, die ihn milde stimmen und setze alles daran ihn zu beruhigen. Es funktioniert mittelprächtig. Dann ist das so. Dankenswerterweise gelingt die Abendversorgung problemlos. Den Hauskreis will ich leider absagen aber dann findet er wegen der Eisglätte sowieso nicht statt. Anstelle eines frommen Buches lese ich einen zu meinem schlichten Gemüt passenden Krimi – totale Gehirnentspannung, ich mag das. Es wird normal spät und der Schlaf ist gnädig.

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Erkältung Tag 10

Das Licht am Ende des Tunnels nimmt inzwischen stattliche Ausmaße an. Meine Ausdauer legt ebenfalls deutlich zu. Neben den nahrungstechnischen Aktivitäten schaffe ich es sogar eine Waschmaschine aufzusetzen, später eine weitere und dann noch den Trockner anzuwerfen. Zwischendurch sind natürlich ein paar Ruhephasen nötig – aber der Fortschritt macht Mut. Fein. – Nachdem mittags meine mit viel langsamerer Besserung ausgestattete Miterkrankte mein Schäl- respektive Pellmanko in selbstloser Weise überbrückt hat, bereite ich einerseits auf Wunsch einer einzelnen Dame mit Käse überbackene Kartoffelscheiben zu und andererseits recht schmackhafte Bratkartoffeln mit Schinken, Ei und Käse. Ich bin von meinen „Kochkünsten“ auf Anfängerniveau echt begeistert 😉. Satt und zufrieden begebe ich mich in eine längere Mittagspause. Die tut mir wohl. – Selbst die Abendandacht kehrt fast wieder zu ihrer normalen Gestalt zurück. – Im TV blicke ich nach Wismar, befreie zwischendurch die Kerzenhalter von ihren Wachsresten und den Weihnachtsbaum von seinem Behang, wenigstens größtenteils. Die Normalität scheint greifbar nahe. Es wird gar nicht spät und der Schlaf ist nett zu mir.

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Erkältung Tag 9

Zur inzwischen üblichen Zeit löse ich mich schweren Herzens aus der Anziehungskraft molligwarmer Federbetten, erledige die Wasch-, Zahn- und Cremeprozeduren und bereite unser üblicherweise kärgliches Frühstück zu. Die Tablettengabe meiner Nachbarin durchblicke ich inzwischen nur noch mit Schwierigkeiten. Es passt schon. Dazu kommt ein wenig Hausarbeit, das Studium der Nachrichtenlage sowie das „Überfliegen“ zweier Lokalblätter – mit einem Mal bin ich fix und fertig, falle ins Bett und schnaufe vor mich hin. So ganz auf der Höhe bin ich wohl nicht. Eine Stunde samt ein wenig Schlaf später normalisiert sich das Ganze und ich kann auf die Lunchtime zugehen. Für solche „Durstzeiten“, in denen ein Einkauf nur unter Schwierigkeiten möglich ist, sind Fastfoodartikel eine passable Alternative. Gut gewürzte Geschmacksverstärker täuschen den Gaumen perfekt 😉 und auch der Magen lässt sich eine zeitlang ohne groß zu murren auf sie ein 😀. So kommen wir gut über die Runden. In der Stadt lassen sich solche Lebenslagen mit Lieferdiensten zweifellos eleganter meistern aber ich will nicht klagen, wir sind zufrieden. Immerhin entspannt sich die Situation immer mehr – wir brauchen nur noch Geduld und Gelassenheit. Dieser Jahresanfang wird sich wohl einprägen. Am Abend ermitteln wieder die Kommissare auf Sylt in ihrer eigenen, nicht selten tollpatschigen, Art. Es wird normal spät. Der Schlaf agiert eher oberflächlich, sagt meine Uhr.

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Erkältung Tag 8

Die Aufwach-Tendenz setzt sich fort, dann beginnt ein Stress-Tag, wenigstens für gesundheitlich Angeschlagene. Es gelingt eine HNO-Arzthelferin von einer spontanen Terminvergabe zu überzeugen, allerdings nur per Hausarztüberweisungsformular, das die Dringlichkeit bestätigt. Also ein Telefonat mit dem Hausarzt. Der hat Mittagspause bis 14 Uhr. Der HNO-Termin ist um 14:20 Uhr. Es wird knapp. Kurz nach zwei sichert die Arzthelferin das Formular zu, ich fahre meine kranke bessere Hälfte zum HNO-Spezialisten zwei Dörfer weiter. Dann zurück und immer geradeaus zum Hausarzt, um das Formular abzuholen. Noch einmal die ganze Strecke zurück, Papier abgeben, warten, Ehefrau einladen, zur Apotheke und endlich heim. Wir beide sind völlig geschafft. Welch ein Tag. Meine Erkältung winkt mir wieder etwas kraftvoller zu, ich fürchte ihre Rache und bin sowohl äußerst vorsichtig als auch wärmesuchend. Das scheint zu funktionieren, nur der Hals fühlt sich etwas dicker an. – Schließlich fülle ich meine durchdiagnostizierte Lebensgefährtin mit allerlei Medikamenten ab, kümmere mich um Leib und Magen und verbringe recht erschöpft den restlichen Abend an einem warmen und trockenen Ort. Danke, Herr, dass du unsere Gebete so toll erhört hast! Mit wie viel Befürchtungen bin ich in den Tag hineingegangen und mit wie viel Freude spaziere ich jetzt der Nachtruhe entgegen. DANKE!!!

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