Premiere: elektrische Notbeleuchtung

Die Tropical-Christmas-CD ist ein uraltes Geschenk eines Freundes. Ich höre sie gern um diese Zeit, vertraute Weihnachtslieder im tropischen Musikgewand können mich begeistern. Ganz nebenbei spendieren wir weitere Sonnenblumenkerne für die Vogelwelt, die in diesem Jahr gefühlt noch mehr Appetit entfaltet. Soll sie ruhig. – Am Nachmittag darf der Weihnachtsbaum ins Wohnzimmer, klein und buschig. Geschmückt wird er erst morgen, heute installiere ich nur seine Illumination. Es ist nicht leicht für 15 Kerzenhalter Positionen zu finden von denen keine Brandgefahr ausgeht – echte Kerzen benötigen halt viel Aufmerksamkeit. In diesem Jahr gibt es eine Premiere – ich verteile zusätzlich eine elektrische Lichterkette oder besser gesagt einen Kettenring, der an beiden Seiten fest mit dem Stecker verbunden ist. Im Keller habe ich sogar zwei gefunden, einen mit gut 20 Lichtern und den anderen mit fast doppelt so vielen. Kleiner Baum, kleine Kette, denke ich und fummle die Kabel zwischen den Zweigen durch – diese Ringkonstruktion ist „außerirdisch“. Endlich geschafft und schwer enttäuscht vom schwachen Lichteffekt. Meine Zeit, alles retour und ein zweiter Versuch mit der großen Ausgabe. Der geht schon ein wenig routinierter von der Hand. Das Ergebnis ist ’nun ja‘, halt eine mehr oder weniger gelungene Notbeleuchtung. Ansonsten wird der Baum, wie erwähnt, erst morgen geschmückt, einen Tag früher als sonst, dem Advents-Weihnachts-Kurzschluss geschuldet. – Fernsehen am Abend ist altersgerecht – der viel zu späte Bettbesuch eher nicht. Nobody is perfect. Dafür vollbringt der Schlaf eine exzellente Leistung.

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Es stürmt

Die Kratzer, die unserem Foxi zugefügt wurden, werden heute beseitigt. Wir bringen ihn zur Werkstatt. Es regnet und stürmt ein wenig. Beides steigert sich merklich im Laufe des Tages. Im Anschluss begeben wir uns zum örtlichen Supermarkt. Ich entdecke dort zwei Ladestationen mit je 22 Kilowatt Leistung – da kann man sich beim Einkaufen viel Zeit lassen 😉. Auf der Landesstraße davor baut sich ein Stau auf, wie wir später erfahren ist ein Baum auf die Fahrbahn gestürzt. Kurze Zeit später alarmieren die Sirenen unsere Feuerwehr. – Der Platz im Wohnzimmer für den Weihnachtsbaum ist „geräumt“, wir werden ihn wohl morgen Aufnahme gewähren. Er steht ja relativ geschützt auf der überdachten Terrasse. Draußen toben sich teils heftige Windböen aus. Es regnet, der Sturm wirbelt unseren Lichtervorhänge hin und her – die Kamera bei der Haustür meldet alle Nase lang Personen erkannt zu haben, die sich immer als Schnüre der Lichterkette entpuppen 😀. Drinnen lauschen wir Weihnachtsliedern und erfreuen uns an der Ausstrahlung unserer Zentralheizung. Regelmäßig zu den Festtagen erinnern wir uns an die Schätze unserer Schallplattensammlung, legen eine Scheibe auf, schwelgen in Erinnerungen beim Knacksen und Rauschen der schwarzen Scheibe. Wer will schon Perfektion, die ist auf Dauer nur langweilig 😉😀. Ach ja, Perfektion, beim Zähneputzen bricht mir ein Teil eines Backenzahns ab. Natürlich kurz vor Weihnachten, wann denn sonst? Da nichts schmerzt werde ich wohl die Reparatur verschieben – hoffentlich spielt mein Zahnrest mit, vielleicht ist der sogar wurzelgefüllt. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Die Nacht verläuft schmerzfrei, nur der Schlaf trödelt.

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Lore-Roman-Feeling

Bei aller Gleichförmigkeit der Tage gibt es doch immer wieder Zeiten des Aufhorchens, des Innehaltens und des Staunens – wie damals im Berufsleben auch 😉😀, selbst wenn die Erinnerung es von Jahr zu Jahr mehr verklärt 😇. – Ich freue mich jedenfalls daran den Flattermännern und -frauen neue Nahrung zu offerieren, Holz für den Kachelkamin nach drinnen zu schaffen und die kleinen Dinge des Pensionistenlebens lächelnd abzuarbeiten. Welch ein Geschenk! Jetzt noch die Regenmessung gewissenhaft festhalten und voller Freude vom Kalten ins Warme zu schlüpfen. – Am Nachmittag besuchen wir meine „große“ Schwester im Seniorenheim. Wenn man zwei Verwandte mehr oder weniger regelmäßig in diesen von mir durchaus hoch geachteten Institutionen besucht, lernt man jeden Tag zu schätzen, den man noch selbständig bewältigen kann im Wissen, dass so ein Wechsel von heute auf morgen möglich ist. Wenn der dann vor der Tür steht, wünsche ich mir nur das Erkennen der eigenen Grenzen und Demut für diesen allerletzten Weg (wie lang oder kurz er immer sein mag). Möge dabei mein Blick auf die Ewigkeit nie getrübt werden! Genug der Sentimentalitäten! – In unserer Gemeinde bauen wir den Marburger-Medien-Weihnachtstisch ab, denn der Bedarf an Karten zum Fest dürfte gestillt sein – der Platz wird für den Heiligabend zweifellos gebraucht. Schließlich füttern wir daheim Tiger noch mit ein paar Kilowattstunden, leider ohne wesentliche Sonnenhilfe. Die sonnigen Dezembertage sind in diesem Jahr äußerst dünn gesät. Schade. Den Abend versüßt mir ein rührseliger Fernsehfilm, zwar bekannt und mit einem realitätsfernen dafür aber herzerwärmenden Plot mit wunderbar triefendem sentimentalem Kitsch. Ein verfilmter Lore-Roman 😉😀😢 sozusagen. Es gibt Tage da fahre ich darauf ab. Es wird spät aber den Schlaf stört das nicht. Klasse.

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Regentrip

Mein Schwager soll am zweiten Weihnachtstag die Waldweihnacht mitgestalten. Er benötigt noch ein paar Unterlagen und so fahren wir zu seinem ehemaligen Pfarrhaus, das gerade renoviert wird, denn dort ist auch das Kirchenbüro zu finden. Seine Nachfolgerin lädt uns zu einer Besichtigung der Baustelle ein und ich bin vom Engagement der Gemeinde begeistert. Der Umbau hat sich echt gelohnt. Im Anschluss begutachten wir bei strömenden Regen vom Auto aus die Waldweihnachtswiese. Hoffentlich ist es vorher ein paar Tage trocken. Waldweihnacht – die Idee finde ich ganz reizvoll. – Am späten Nachmittag geht es wieder heim. Das Fahren geht mir ziemlich auf die Nerven, wir müssen durch mein „Lieblingswetter“ durch: Regen, Dunkelheit, nasse, spiegelnde Fahrbahnen, eklig. Aber der Akku hält durch, 50 Kilometer Reichweite sind noch übrig, alles ist gut. Gott sei Dank sind wir unbeschadet durchgekommen, auch wenn es bei einer Rehbegegnung knapp war. Schock pur. – Der Syltkrimi von gestern aus der Mediathek ist durchaus sehenswert wie auch die Barnabys, leichte Kost zum Herunterkommen. Es wird spät aber dem Schlaf gefällt das offensichtlich. Fein.

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Kurztrip

Tiger ist zu 100% geladen. Hin und zurück liegen rund 280 Kilometer vor ihm. Im Sommer schafft Tiger die gesamte Tour problemlos mit einer Akkuladung. Aber im Winter, jetzt? Wir fahren los, anfangs ist der Stromverbrauch extrem hoch und normalisiert sich erst irgendwo zwischen Uelzen und Lüneburg. Wir kommen sowohl gut durch als auch pünktlich an. Die Stromreserve scheint mir für die Heimfahrt ausreichend zu sein. Morgen wissen wir mehr. Mit den Verwandten wird es sehr nett. Wir werden voll verwöhnt und essen viel zu viel. Wie das halt so ist. Meine Mitreisende schließt sich einem Regenspaziergang an, während ich Stubenhocker spiele, eines meiner Lieblingsspiele bei diesem Wetter. – Schwager und Schwägerin haben es mit ihrer Ruhestandwohnung sehr gut getroffen und sich geschmackvoll eingerichtet. Die gemeinsame Zeit vergeht schnell und viel zu früh (für unsere Verhältnisse) suchen sie ihre Bettstatt auf. Tja, andere Familien, andere Sitten. Mein Lager kommt mir sehr hart vor (Weichei eben 😉😇) aber das täuscht. In Wirklichkeit schlafe ich sehr gut und auch fest. Meine Watch und ich sind zufrieden.

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3. Advent

Müde ist stark untertrieben. Nein, heute verlagere ich meinen Gottesdienstbesuch ins Internet. Dort kann ich den Beginn individuell anpassen und das habe ich heute nötig. Meine energiestrotzende Partnerin ist, wie könnte es anders sein, natürlich live dabei. Das Folivora daheim müht sich redlich den Beginn um halb elf halbwegs pünktlich zu erreichen, zum Glück kann ich den Anfang zurückspulen. Fein. Ein ansprechender Gottesdienst „Siehe, der König kommt“ ist wunderbar gestaltet mit einem Predigttext aus dem Jeremiabuch. Mein äußerer Rahmen, in Ruheposition auf dem Sessel liegend, kommt mir verdächtig dekadent vor. Man gönnt sich ja sonst auch alles 🤔😔. Okay, ausnahmsweise. – Der dritte Advent gewinnt, es wird auch Zeit, stimmungsmäßig einen adventlicheren Charakter, jedoch: früher war mehr Gefühl. – Am Abend höre ich bei Terra X den Satz, dass bezüglich des Klimawandels jeder von uns wüsste was zu tun sei, nur man tue es nicht. Da bin ich mir nicht so sicher. Okay, ich weiß, dass die Verminderung des deutschen CO2-Ausstoßes weltweit keinerlei wesentliche Auswirkungen hätte – das kann jeder sehr leicht berechnen. Jeder müsste wissen, dass diesbezügliche gemeinsame Investitionen in China, Indien und den USA weltweit Gravierendes bewirken könnten. Aber ich vermute eher, dass auf beiden Frontseiten Emotionen vor Fakten kommen. Ich bin ja für weltweite Anstrengungen doch bitteschön da, wo es am meisten bringt. Nicht jeder für sich, alle zielgerichtet. Das wird wohl nichts. – So lasse ich einen Münster-Tatort über mich ergehen mit gewohnt seltsamer Handlung aber liebenswerten Akteuren. Es wird normal spät und der Schlaf arbeitet bestens. Toll.

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Entenbraten

Die nächste Mastkur steht an. Wir haben Schwester und Schwager ins ferne Radenbeck zum Entenessen eingeladen. Also fahren wir früh los, umgehen weiträumig eine Straßensperrung und kommen pünktlich an. Der Heidekrug bestätigt wieder einmal seine hervorragende Küche und mein Magen tadelt wie üblich meinen Appetit. Hinterher schauen wir bei unseren Gästen noch kurz auf einen KWV vorbei, begeben uns anschließend heim und fallen ins Bett. So eine ausgiebiger Mittagsschlaf ist gut für die Psyche aber schlecht für die Pfunde. Eins geht nur 😉. Später kann ich es nicht lassen und buche eine Flusskreuzfahrt. Leider nicht bei unserem Lieblingsveranstalter, der ist nämlich immer sehr spät dran mit seinen Angeboten. Schade. So Gott will, wir leben und gesund sind, geht es in ziemlich genau in einem Jahr über Weihnachten und Silvester auf den Rhein, den Main und die Mosel. Ein Experiment mit Risiken, denn wo finden wir Gottesdienste? Treffen wir auf Geschwister oder Festflüchtlinge? Ein wenig herausfordernd könnte es schon werden. Ein „Rettungsanker“ bleibt: das Internet, dort können wir virtuell daheim vorbeischauen, wenn vor Ort so gar nichts läuft. Ich bin sehr gespannt. – Es wird wieder spät, der Schlaf agiert lustlos und „spart“ sich bei mir die Tiefschlafphase. Das rächt sich leider.

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Alter erleben

Mir wird mein Alter immer deutlicher bewusst. Beim Hinknien schmerzen die Knie, richtig tiefes Bücken erzeugt Nöte beim Aufrichten – irgendwie lernt man eine demütigere Haltung 😉. Das ist halt so bei Übergewicht und Sportmangel, im Grunde genommen komme ich noch ganz gut dabei weg. Mithin gibt es keinen Anlass zur Klage. Damit ist das Thema zunächst erledigt. Basta! 😇. – Eine ehemalige Kollegin, Jahrgang 1956, wird heute zu Grabe getragen. Wir fahren zur Trauerfeier, um Abschied zu nehmen. Der Alternativen sind wenige: früh im Kreise langjähriger Freunde sterben oder alt werden und immer einsamer auf dem Jahresplateau herumirren. Das kann man sich nicht aussuchen – Gott sei Dank. – Lamparter versteht es wieder die Klagen des Hiob mir näher zu bringen. Es ist immer eine aufwühlende Erfahrung wenn Gott ein Buch, das man gut kennt, neu erschließt. Wie oft habe ich Hiob schon gelesen und jetzt öffnet sich mir eine neue Perspektive! – Die Chefin am Abend löst einen weiteren, diesmal nicht ganz so skurrilen Fall. Ich schaue mir danach Felsabstürze auf Straßen an. YouTube kann zu seltsamen Wegen animieren. Andererseits ist es so möglich einen Großteil meines Denkapparates schon vorzeitig in Ruhestellung zu versetzen. 😉. Dennoch scheint mir die Zeit inzwischen wieder reif für eine Lesephase zu sein. – Erneut widerspricht meine Smartwatch meinem höchstpersönlichen Schlafempfinden. Faszinierend.

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