Noch’n Seetag

Wir bleiben dem Land fern und nehmen Kurs auf Kreta. Die ursprünglichen Ziele Haifa, Ashdod, Port Said und Alexandria wurden aus verständlichen Gründen gecancelt. So winke ich den Pyramiden aus der Ferne zu und stelle mich geistig moralisch 😉😇 auf Chania ein. Meine Liebste bemüht sich erfolgreich den kreuzfahrtlichen Gottesdienst zu erreichen, während ich es ruhiger angehen lasse. Zum Frühstück gönne ich mir ein Croissant und zwei Tassen Kaffee. So soll es sein und so ist es gut. In der Jupiter-Außenbar tummelt sich das Schiffsvolk – warum wundert mich das nicht? Freie Plätze sind rar. – Unsere Andacht mit Manfred startet heute schon um zwölf Uhr mit Kurzgeschichten von ihm. Bewegende Geschichten von Pitti, der lächelt, bis zu der besonderen Weihnachtsbescherung eines verliebten Paares. – Mittags lasse mir Chili con Carne in den typisch mexikanischen „Chips“ schmecken. Ich muss aufpassen, denn abends ist das zweite der bei mir so berüchtigten Gala-Dinners angesagt. Trotzdem versorgt mich meine Mitreisende nachmittags mit Kaffee und Kuchen und ich bin höchst erfreut. – Nun wird es langsam Zeit, um sich auszustaffieren. Hemd mit verdeckter Knopfleiste anlegen, in die Jeans zwingen, den Schlipsersatzschal um meinen Hals winden und das Jäckchen überziehen. Fertig. Nun stolziere ich zum Gala-Dinner mit weißbefrackten Kellnern und einer aufgestockten Menüfolge. Dazu gönnen wir uns ein Fläschchen Riesling – wenn schon, denn schon. Wir treffen auf ein gesprächiges Ehepaar und so geht die Gala-Sause in einem munteren Gespräch vorbei. Fein. Im Anschluss kann es mir nicht schnell genug gehen mich des feinen Scheins zu entledigen und in meiner Lieblingslounge den Galakleidungsfreunden beim Flanieren zuzuschauen. Dazu klimpert der Flügel und erfreut mich meine Bord-Lieblings-Sängerin mit ihrer tollen Stimme. Schließlich tappe ich noch in eine Getränkefalle. Mojito Royal klingt verheißungsvoll, entpuppt sich aber als ein Glas Sekt mit Limette und einem Minzblatt. Der Geschmack ist weder royal noch mojito-artig. Trotz meiner unzufrieden-grummelnden Verdauungsbeschäftigten ist der Schlaf tief und fest. Toll!

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Bordtag in Limassol

Nein, ich will heute nicht in Limassol herumlaufen. Wir müssten mit dem Bus oder Taxi fahren in einen Ort, den ich nur dunkel und langweilig in Erinnerung habe. Tue ich ihm unrecht? Mag sein, aber die Motivation fehlt einfach. Das Sonnendeck mit dem eintonigen Rauschen lässt Entspannung reifen; einfach nur liegen, die Augen schließen und die „Ein-Ton-Musik“ an den Ohren vorbeiziehen lassen, das hat schon was. – Zum Lunch erlaube ich mir im rappelvollen Buffetrestaurant ein völlig vegetarisches Mahl, eine Rarität bei mir. Allein griechischer Salat kann mich dazu verführen. – Die Mittagsruhe beginnt lesenderweise relativ oberflächlich um dann doch in echten Schlaf abzugleiten. Ja, ja, das faule Leben zeigt Wirkung. – Im Freien, in der Jupiterbar, erleben wir das Ablegemanöver, rückwärts aus dem Hafenbecken, ganz langsam drehen und ab ins Mittelmeer. Tschüss Zypern mit einem Glas Mythos in der Hand. – Wieder einmal sparen wir uns das Dinner, mein Spruch zieht je öfter je besser: „Im Unterschied zu Stopfgänsen haben wir die Wahl“ – und diese Chance ergreifen wir heute. Der Gottesdienst mit Manfred Siebald findet abends statt. Es geht um den Fischfang des Petrus, um Vertrauen zu Jesus unter dem Thema „Kopf hoch“. Ein mutmachendes Wort. Abends suche ich meine Lieblingsbar, die Vista-Lounge ganz oben im Schiff in der 10. Etage auf. Sanftes Piano-Geklimper, ein wenig lesen, ein wenig plaudern und viel Entspannung prägen diese schönen Vorschlafstunden. Der goldgelbe Grauburgunder erfreut die Geschmacksknospen, befeuchtet die Kehle und gestaltet den Schlaf etwas tiefer. Kalinichta.

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Limassol

Wir werden beim Anlegen in Limassol wach. Zypern begrüßt uns mit herrlichem Wetter. Der Ausflug ins Troodosgebirge mit Kirchenbesichtigungen beginnt frühmorgens. Dann ist das so. Der Bus schnauft sich durch eine sehenswerte Berglandschaft, vorbei an zwei großen Talsperren, bergaufwärts bis zur uns bereits aus 2016 bekannten Ansammlung geschäftstüchtiger Händler. Hier machen wir natürlich eine Pause zur körperlichen und geldbörslichen Erleichterung. Beides klappt gut 😀. Danach erwartet uns geduldig eine scheunenartig gestaltete orthodoxe Kirche aus dem 12. Jahrhundert, wenn ich mich richtig erinnere. Ich glaube sie ist dem heiligen Michael geweiht. Wunderschöne Ikonen und Wandgemälde werden uns ausführlichst vorgestellt. Wenn nur meine Festplatte etwas aufnahmefähiger wäre. Ist sie aber nicht. Seufz. Zurück im Bus geht es zur zweiten noch interessanteren und wohl auch älteren Kirche des St. Nicolaos. Er ist auf einer Ikone am Eingang präsent. Auch hier werden die Bildnisse in aller Breite und Tiefe erläutert. Ganz schön viel Kultur auf diesem Ausflug. So wird es Zeit zum Lunch. Und das wird ein Mittagsmahl, das sich gewaschen hat. Noch nie wurde mir auf einer Busreise so ein ausgiebiges, reichhaltiges, vielfältiges Mahl serviert. Ich fühle mich bereit zum Platzen. Nun gilt es noch den unvermeidlichen Mokka samt süßem Dessert zu bewältigen. Ich bin bereit zur Mittagsruhe. Weit gefehlt – wir brechen zwar auf, jedoch um im Unterdorf von Kakopetra (oder so ähnlich) zu parken und hinauf zum Oberdorf zu wandern. Keuch, stöhn, keuch, schwitz! Und weshalb det Janze? Wir bestaunen denkmalgeschützte uralte, teilweise halb verfallene Backsteinhütten. Wow. Immerhin bringt das perfekt die körperliche Verwertung aufgenommener Nahrungsmittel in Schwung. Nach einer guten Stunde darf ich zurück in den Bus und es geht schiffwärts. Klasse. Selbstverständlich lassen wir das Dinner ausfallen. Die Andacht geht um das Wort „Nehmt einander an“. – Den Abend lassen wir bei zwei Aperol Spritz und einem Mojito ausklingen. Nice day. Wir schlafen im Hafen wunderbar ruhig. Toll.

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Alanya

Wir bleiben an Bord, mit fehlt der Antrieb meinen Fuß auf dieses vielgeplagte Land zu setzen. Zugegeben, es ist sehr schön, das Hafenpanorama ist mehr als beeindruckend – doch das kann ich auch an Bord genießen. Beeindruckend die Stadtmauer, die die Küste entlang, den Berg hinauf, der Bergkuppe folgend nach einer längeren Strecke wieder zur Küste hinab führt. Starkes Panorama. Von dem Küstengebirge grüßt uns der Werbespruch, erstaunlicherweise in der englischen Sprache: „I ❤️ Alanya.“ Ich nicht unbedingt, denn ich kenne es ja gar nicht 😉😀. Feststeht: ich brauche nicht jeden Tag einen Ausflug, schließlich habe ich Urlaub. So ein fast menschenleeres Schiff hat schon seine Qualitäten, seine ruhigen Ecken und entspannungsträchtigen Sessel 😀. Das wiederum liebe ich durchaus. So schmökern wir, mich erfreut ein Pharisäer und das Mästen an Bord ist auch nicht zu verachten. Jedoch aufpassen muss man schon, sonst steht man plötzlich ohne passendes Beinkleid da und das wäre nicht so toll. So sparen wir uns das Dinner und erfreuen uns an den Briefen des Paulus. Lehrreiche Inhalte, wertvolle Aussagen – eine erquickliche Bibelarbeit. Klasse. Ich amüsiere mich in der Vista-Lounge mit per Flügel präsentierten Abba-Songs und meine Mitreisende in der Atlantik-Show-Lounge mit getanzter Filmmusik. Zum guten Abschluss präsentiert die Bordsängerin mit ihrer phantastischen Stimme weitere Filmmelodien. Irgendwann fallen wir in unserer Kabine dem Intervall-Schlaf zum Opfer. Ach ja, die Uhr wandert wieder eine Stunde zurück. Sommer-/Winterzeitwechsel im Tagesrhythmus.

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Rhodos

Noch vor dem Frühtau ermahnt uns der Wecker aufzustehen. Der Ausflug zu den Thermen von Kalithea beginnt um zwanzig vor neun. Im Bus vier, der auch schon etliche Jahre auf dem Buckel hat und zwischendrin auch mal kräftige Starthilfe vom Fahrer benötigt, verlassen wir das Hafengelände und suchen die ehemals heißen Quellbäder auf. Die Thermalquellen gibt es noch, die Trinkhalle aus der italienischen Besatzungszeit ist wieder aufgebaut, nur die Verbindung zwischen beidem existiert nicht mehr. Ein Bild für uns Menschen und Gott – ohne Verbindung zum Lebensgeber bleiben die schönsten Kathedralen sinnentleert. Beeindruckend sind sie schon die herrlich Wege mit Kieselsteinmosaiken, die heute noch für 200 €/qm erstellbar wären. Ein fürstlicher Belag für schrittsichere Menschen 😉. Die restaurierten Gebäude, das Badehaus (oder war es ein Trinkpavillon?), das Museum mit Fotos aus besseren Zeiten mit hochrangigen Besuchern erfordert eigentlich mehr Zeit zum Studium der Bilder. Ein blühender Rosmarinstrauch begeistert uns, wie übrigens die gesamten Außenanlagen. Faszinierend. – Nachdem der Busfahrer unser Gefährt überredet hat doch wieder anzuspringen, fahren wir einmal um die Altstadt herum, den Hügel mit der ehemals großen Akropolis hinauf, von der nur noch ein paar Fundamentierte und Steinbrocken zeugen. Wir nehmen interessiert den Streit der Archäologen um den Standort des Kolosses von Rhodos zur Kenntnis. Stand der Gute breitbeinig über der Hafeneinfahrt, auf dem Hügel bei der Akropolis oder irgendwo anders? Genaues weiß man nicht, nur dass es ihn gab bis ein Erdbeben seiner Pracht ein Ende setzte. Schließlich durchqueren wir per Pedes ein paar Tore durch die mächtige Mauer mit zwei Burggräben und passieren den Großmeisterpalast. Derselbe diente den Türken als Knast, wurde von den Italienern als Sommerdomizil Mussolini aufwändig umgebaut aber von ihm nie bewohnt und dient heute den Griechen als Museum. Eine wahrhaftig vielfältige Nutzung. – Im Anschluss an die Führung schlendern wir durch die Altstadt und passieren die Abzockerkneipe die vor knapp zwanzig Jahren uns für zwei Bier gewaltig ins Portmonee greifen ließ – solche Unverschämtheiten vergesse ich nur schwer. Weiter spazieren wir zum Hafen, dort liegen inzwischen drei Kreuzfahrtschiffe, ersteigen unser Traumschiff und ich genieße zwei Portionen wohlmundenden Matjes. Perfekt. Einer ausgiebigen Mittagspause folgt eine Andacht über Matthias Claudius, einer überaus starken Persönlichkeit. – Das Dinner leistet gute Stopfdienste, ich werde gaaanz langsam immer runder. Seufz. – Den Leseabend bei einem Mojito und einem Singapore Slng (oder so ähnlich) bereiten eine oft gestörte Nachtruhe vor. Dann ist das so.

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Kusadasi

Ich lasse die Türkei, Türkei sein. Leider sind meine Sympathien für dieses eigentlich so schöne Stückchen Erde arg abgekühlt und so bleibe ich an Bord. Ausschlafen, in aller Ruhe frühstücken und die Aussicht in der Vista-Lounge genießen – wie schön. Die Mannschaft probt derweil den Ernstfall, soll sie doch. Der ansonsten so freundliche Kapitän zeigt sich bei den Ansagen an die Crew durchaus als strenger Chef und so soll es wohl auch sein. Nach dem gestrigen Stress tut es mir gut, die Zeit gemütlich verstreichen zu lassen, zu posten, zu lesen und einfach mal vor sich hin zu trödeln. Perfekt! Ich liebe diesen Wechsel von Aktivität zu Entspannung, wobei Letztere durchaus großzügiger ausfallen darf 😇. – In der Jupiterbar einen Rüdesheimer schlürfen, das Umfeld mustern und ein Buch studieren – Erholung pur. In der Vista Lounge beobachten wir unser Nachbarschiff beim Ablegen, eine Leine nach der anderen fliegt ins Wasser und wird wieder an Bord gezogen. Endlich rotieren die Schrauben und der Kahn nimmt Fahrt auf. Ade, liebe Nachbarin! – Das Dinner verspeisen wir im Galopp, um rechtzeitig zur Andacht im Bordkino zu sein. Es klappt vortrefflich und die Andacht spricht uns an. – Hinterher hören und sehen (!) wir in der Atlantik-Show-Lounge Hits aus den 50er bis 90er Jahren. Ich bestelle mir einen Cuba Libre mit siebenjährigem Rum (anstatt des üblichen dreijährigen) und staune über die deutliche Geschmacksverbesserung. Es ist sozusagen ein altersgerechtes Getränk, denn die Amadea ist eine schwimmende Seniorenresidenz auf allerhöchstem Niveau. Zu unserer Zeit war Cola mit Rum überaus angesagt. Heute hüpft die Uhr wieder eine Stunde zurück, denn wir steuern Rhodos an. Übermorgen rückt der Zeiger wieder vor, dann es geht wieder zur Türkei zurück. Clock-Hopping, könnte man sagen. Meinem Schlaf bekommt das gar nicht, er scheint zeitkrank zu reagieren. Seufz.

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Santorini

Am späten Vormittag nähern wir uns der imposanten Kulisse von Santorin, das in Wirklichkeit Thira heißt. Die weißen Häuschen an den Kraterrand geklatscht oder auf der Kuppe mit sagenhafter Aussicht platziert sind faszinierend und verleiten zu unzähligen Fotos. Die Amadea lässt ihren Anker fallen, die Tenderboote nähern sich und die Umsteigeplattform wird installiert. Bald darauf brechen wir zu unserem zweiten Ausflug auf. Die Sonne strahlt uns an, wir sitzen auf dem Oberdeck und gleiten auf den festen Boden zu. Per Bus geht es eine steile Serpentinenstraße auf die Kraterrandhöhe hinauf. Der Blick auf den Zwei-Drittel-Ring voller Wasser, mit ein paar Inseln in der Mitte, ist mehr als beeindruckend. Die Sicht vom höchsten Berggipfel verheißt mehr als sie hält. Ähnliches gilt für die 178 Stufen, die wir in Pyrgos erklimmen. Unter enorm starker Schweißproduktion gelange ich oben an, um mäßig begeistert über die Insel zu blicken. – Eine gute halbe Stunde später parken wir unterhalb von Oia. Wieder schnaufe ich den Hügel hinauf, doch diesmal lohnt sich die Mühe wirklich. Welch ein phantastisches Örtchen. Es erschließt sich ein herrlicher Blick auf den Krater mit unserem Schiff mittendrin. Phantastisch! Die in den Fels gegrabenen Häuser, scheinbar jederzeit vom Absturz bedroht, bieten ein unbeschreiblich beeindruckendes Panorama, dazu ein strahlender Sonnenschein, knallblauer Himmel und sommerliche Temperaturen. Hier lass uns Häuser bauen, den Griechen eins, uns eins und allen Gästen eins, möchte ich ausrufen. Leider bin ich viel zu kaputt um diese Schönheit in vollen Zügen auszukosten. Zurück zum Bus geht es zur Inselhauptstadt. Wieder parken wir unten und erklimmen den Kraterrand zur orthodoxen Kathedrale. Man, bin ich geschafft, immerhin muss ich über 100 Kilo steile Pfade hinaufschleppen 😀😉 und das dreimal hintereinander! So schlappe ich durch die eigentlich sehenswerten Gassen der Hauptstadt um endlich die Seilbahn zu erreichen. Hinein in die Kabine, hinab auf Meereshöhe, weiter auf schwankende Planken bis wir nach kurzer Fahrt unser geliebtes Heimatschiff entern dürfen. Wie schön! Das Duschen entpuppt sich als weiteres Highlight des Tages. Das tut wohl! – Nach dem Dinner folgt auch noch ein Konzert mit Manfred Siebald. Der bewundernswerte Typ hat den Ausflug mitgemacht, alle Höhen mit erklommen und präsentiert frisch und munter seine Songs. Starker Mann mit noch stärkerer Kondition. Chapeau! – Ich beende den Abend mit einem Mojito und freiem Cuba. In der Nacht wird uns eine weitere Stunde geklaut aber in Erwartung eines ausflugsfreien Tages tangiert uns das nur peripher.

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Auf See

Wir fahren der Sonne entgegen. Eine gute Nachricht. Die See regt sich ab und die Wellen agieren erheblich gelassener. Das tut uns gut. Entlang der griechischen Küste kann ich das Roaming wieder aktivieren, wenn auch die allermeiste Zeit der „Edge-Status“ blockierend wirkt. Immerhin gelingt es irgendwann ein paar Fotos in den Status zu transferieren. Ansonsten genießen wir das schöne Wetter, ich lese auf unserem Balkon, beobachte eine Fähre aus der Türkei beim Überholversuch. Die Andacht mit Manfred Siebald über Paulus ist informativ und ermutigend. Beim Lunch will ich nur ein Süppchen konsumieren, natürlich, seufz, weitet sich die Nahrungsaufnahme aus. Das Angebot ist einfach viel zu verlockend. Am Nachmittag empfängt uns der Kapitän, gemeinsam mit vielen anderen Gästen, im Captain’s Garden, dem Vorschiff. Ein Jazz-Sängerin mit perfekter Stimme sorgt für die musikalische Begleitung. Der Kapitän kommt an unseren Tisch und beantwortet geduldig alle möglichen und unmöglichen Fragen. Es ist äußerst nett. – Zum Dinner begeben wir uns erstmals zu unserer Reisegruppe drei Etagen tiefer ins zweite Restaurant „Vier Jahreszeiten“. Die Atmosphäre stellt sich für mich als bemüht freundlich mit kühl-kalten Tendenzen dar. Die Gespräche schleppen sich, die Themen passen nicht so recht – wir sind wohl zur falschen Zeit am unpassenden Tisch. Nun ja, so isses halt manchmal, seufz. – Die Abenshow im Theater is supergut besucht, mit Mühe ergattern wir zwei Plätze. Sie ist unterhaltend, trotz enormer Lautstärke, nicht ganz perfekter Aussteuerung und gewisser stimmlicher Defizite – aber für unser kleines Schiff war es echt gut.

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