Das Alter entschuldigt alles

Ich kann mir nicht helfen, für mich wird er wohl nie selbstverständlich sein der monatliche Geldeingang in mehr als ausreichender Höhe. Dafür bin und bleibe ich sehr, sehr dankbar. Heute ist wieder so ein Tag der Dankbarkeit. Wie erfreulich! – Es berührt mich seltsam, dass jeder Aufenthalt in der frischen Luft leichte Erkältungserscheinungen nach sich zieht. Normal ist das nicht. Mit zunehmendem Frühlingsklima wird sich das hoffentlich geben, immerhin konnte ich derartige Reaktionen in der Karibik nicht einmal ansatzweise feststellen. Ich bin halt alt, das entschuldigt alles 😉😇 – meine Generalausrede seit dem 70. Geburtstag. – ‚Der Alte‘ ermittelt heute wieder in einem seltsamen, für mich weit hergeholten wenn auch nicht lebensfremden Fall. Neid kann, zugegeben, ein starkes Motiv sein, das sich mir nur nicht besonders erschließt wenn die Neider selbst sehr gut situiert sind. Möglicherweise bin ich da zu schlicht gestrickt. – Im Anschluss begeistert mich Doc Martin, eine englische Serie, die vor zwei Jahren völlig unbefriedigend endete und jetzt mit einem, hoffentlich würdigen Abschluss über acht Folgen gekrönt wird. Voller Spannung harre ich auf die letzte Folge und bin natürlich emotional voll dabei. – Es wird sehr spät und der Schlaf kommt ein wenig unmotiviert daher. Das mag an seiner Überaktivität während der Mittagspause liegen. Er ist auch nicht mehr der Jüngste 😀.

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Morgen pfui – Abend hui

Leider, leider, leider setzt sich heute mein Energieschub nicht fort. Ich agiere eher zurückhaltend 😉. Natürlich findet sich immer etwas zu tun, doch ist das wirklich notwendig, jetzt notwendig? Vielleicht sehne ich mich nur deshalb nach Martinique weil dort ganzjährig meine Aktionstemperatur herrscht. Mag sein. Irgendwie werden mir heute auch viele meiner Schwächen bewusst und drücken mich ein wenig nieder – zu meinem Glück nicht als echte Depression, eher als eine auf der Strecke gebliebene Stimmung. So ist das mein Wirkungsgrad überschaubar 😲. Dann ist das so. – Der Hauskreis am Abend leistet für mich echte Aufbauarbeit. Wir sind nur wenige, alle sind gutgelaunt und das reißt mich einfach mit. Der Bibeltext ist ein bisschen herausfordernd aber nicht überfordernd, exakt so wie es gut tut. Alle beteiligen sich kräftig, kurz eine muntere Runde sowohl während als auch nach der Bibelarbeit. Der Rotwein und die Snacks munden – was will man mehr? Es wird spät für den Kreis und noch viel später auch für uns. Der Schlaf erledigt perfekt seinen Job – so kann sich ein trüber Morgen in einen wundervollen Abend verwandeln. Schon klasse.

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Seltsame Mixtur: Erfolgreich, kaputt, frustriert, schlaflos

Es ist allerhöchste Zeit, um mich endlich den kurzschlussspendenden Gartenleuchten zu widmen. Der Plan ist sie herauszunehmen und in den Keller zu verfrachten. Dort kann einmal eventuelle Feuchtigkeit im Netzteil trocknen und ich darüber hinaus in aller Ruhe die Installation durchchecken. Möglicherweise lockert sogar die Wärme und ein wenig Öl die Schraubverbindungen zum Anschlusskabel. Schließlich steht noch eine Grundreinigung der Leuchtkugeln an, um den Missbrauch als Toilette von den gefiederten Freunden sowie den Grünbelag zu entfernen. Welch eine Aufgabenfülle! Zwei Leuchten lassen sich schnell auf den Bollerwagen legen. Dann sitzt das Kabel fest. Ein Berg des noch zu spaltenden Kaminholzes erhebt sich über ihm. Also runter mit den Leuchtovalen und rauf mit den Rundlingen. Ich ziehe schwer am Bollerwagen und lade die Teile am Haus ab zur Spaltungsvorbereitung. Endlich ist der Weg für das Kabel frei und jetzt geht es schnell voran mit dem Abbau der Lichtinstallation. Danach bin ich erst einmal völlig fertig. Meine Zeit ich kann nichts mehr ab. Seufz. – Beim Mittagessen und danach lese ich meinen aktuellen Portugalkrimi und bin emotional stark involviert. Fatales Ende. – Dafür läuft der Abend recht unbefriedigend ab mit YouTube und allerlei anderem Blödsinn. Nun denn, es gibt halt solche Abende. Zu allem Überfluss schließt sich noch eine schlafreduzierte Nacht an. Selbst auf Martinique ist schlechtes Wetter. Na toll.

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Schlammschlacht der Uropas

Trotz eher entmutigender Ansagen über die Stromernte scheint die Sonne heute viel stärker als erwartet. Das ist gut. Weniger erfreulich kommt bei mir die Kälte an, die sie begleitet aber im April kann man halt nicht alles haben. Ich scheue mich draußen die nötigen Arbeiten zu erledigen – möglicherweise hat mir die Karibik einfach den Mut zur Kühle geraubt. Nur der Gedanke an das hierorts herrschende Klima macht meinen Hals kratzig und meine Nase verschnupft. Oder sollte das am Heuschnupfen liegen 😉? Also Maske auf und nach wenigen Minuten geht es mir besser. Ja, jetzt ist eine der Saisonzeiten für herumirrende Pollen, die statt ihren Job zu tun meine HNO-Region bevölkern, okay „O“ weniger 😀. – Uropa Biden will sich noch einmal zur Wahl stellen, er wäre dann 82 Jahre alt. Haben die Amis denn keine jüngere Alternative, die gegen Trump eine Chance hätte? Wohl nicht aber das ist total traurig. Zwei alte Herren rangeln um ein Amt, das die ganze Person fordert und durch altersübliche Einschränkungen leicht zur Überforderung werden kann. Ein echter Coup wäre es seitens der Republikaner wenn sie mit einen jüngeren, agilen und populären Gegenkandidaten präsentieren würden. Der Sieg wäre ihm wohl fast sicher. Aber so schätze ich die Amis nicht ein, ich befürchte eine schmutzige Rentnerbalgerei. Das kann ja heiter werden. – Nicht ganz so heiter, eher viel ruhiger verläuft unser Abend. Mittelspät geht es zur Nachtruhe, einem ebenfalls arbeitsscheuen Schlaf entgegen. Seufz.

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Montagsblues

Nach dem üblichen Montags-Check – Bank, E-Mail, Wochentermine – geht es kurz in die Stadt, wieder einmal ein Arzttermin. Selbiger kostet meiner Begleiterin einen Backenzahn, das ist nicht überraschend, wohl aber schmerzhaft. Die Außentemperaturen sind zurück im Keller und mein Aktivitätsdrang gestaltet sich demgemäß eher frostig. Die Verbinder für das gekappte Schleifenkabel treffen ein und blicken mich auffordernd an. Ich schaue stur in die Gegenrichtung. Da könnte ja jeder kommen 😀😇. Nachmittags lese ich ein wenig, abends rauschen zwei Barnaby-Folgen an mir vorbei, beide sind mir klar bekannt, YouTube und Internet nehme ich parallel wahr. Nein, kein Paradeabend, eher ein charakterloser, unterdurchschnittlicher Zeitverbraucher. Es wird mittelspät und die Nacht ätzend. Etwas mehr Schlaf wäre wirklich nett gewesen. Auch das noch, dann eben nicht.

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Ängste, Käsespätzle und der Sinn des Lebens

Es ist und tut gut verheiratet zu sein! Ich wäre heute wohl zuhause geblieben und hätte den Gottesdienst geschwänzt wenn meine Hochaktive mich nicht ermuntert und ermutigt hätte. Und das war, im Rückblick betrachtet, durchaus richtig. Die Predigt gegen die Ängste macht Mut, die gewohnt wenigen aber wohltuenden Kontakte sind hilfreich und das wunderschöne Wetter tut ein Übriges. Alles ist gut. Dann gibt es sogar Käsespätzle zum Lunch – was will Geschmack und Magen mehr? Eine optimal erquickliche Mittagspause später gebe ich noch superleckeren Kuchen samt Kaffee (!!!) hinzu und der Kalorien-Super-Gau ist perfekt. Anschleichende Kilos ich höre euch trapsen! – Sehr sehenswert ist Terra X über den Sinn des Lebens – interessant zu erfahren wie Menschen, die Jesus nicht näher kennen, damit umgehen. So ganz nebenbei erfahre ich eine Menge über wissenschaftliche Erkenntnisse im weiten Umfeld dieser Thematik. Ein wenig youtuben, zwei oder mehr Solitairespiele, ein Krimi mit einer französischen Richterin und es wird wieder spät. Doch der Schlaf kommt sofort und hat wieder seltsame Träume im Gepäck. Na denn.

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Partytime

Im verblassenden Frühtau machen wir uns auf den Weg zu einem Geburtstagsfrühstück im Marriott. Ich werde zum Blazertragen verpflichtet, kann aber alle Krawattenforderungen erfolgreich abwehren. Die Sonne lacht vom Himmel, die Fotovoltaikanlage produziert brav Strom und wir entern das luxuriöse Ambiente. Ich bin nicht overdressed, schade eigentlich. Alle die Frühstück mögen finden ein feines, vielfältiges Angebot. Wir anderen auch. Dasselbe verleitet mich zu einer Kalorienaufnahme, die mir um diese Uhrzeit völlig fremd ist und mein Magen reagiert etwas wirschig. Da muss er jetzt durch. Wir fühlen uns wohl in plauderbereiter Gesellschaft und erleben einen wunderschönen Vormittag – wenn nur das viele Essen nicht wäre. Selber schuld, ich weiß. Seufz. – Vor der Mittagsruhe beenden wir noch schnell den Winterschlaf der Lounge um nachmittags selber Gastgeber zu spielen und Gäste zu empfangen. Bei uns gibt es Kaffee und Kuchen, gefolgt von Brandy und Zigarren für die Herren, also führe ich die Zumutungen an mein Verdauungsorgan fort und versetze mein Hirn in einen leicht rauchigen Zustand. Muss das wirklich sein? Genau genommen nein aber is wie is. – Noch leicht beschwingt von Rauch und dem „Jewel of Namibia“ findet abends sogar der Fernsehkrimi mein Gefallen. Mein alter Körper ist dagegen vom Tag not amused, macht seine Glieder schwer und mich seltsam müde. Selten habe ich mein Bett so herbeigesehnt wie heute und mit solcher Freude belegt. Resümee: Ich bin keine sechzig mehr. Seufz. Goeie nag!

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Shorty-Stopper

Ein recht früher Zahnarzttermin ist schnell absolviert, außer Zahnsteinentfernung ist nichts weiter zu vermelden. Das finde ich gut! Die Sonne lacht vom Himmel und ich erklimme mental langsam aufsteigende Äste. So ein Wetter kann mir gut gefallen. Weniger gut kommt bei mir ein voreiliger Schnitt mit der Akku-Schere an mit dem ich ein Schleifenkabel von Mr. Shorty sauber durchtrenne. Eine kleine Katastrophe, die ihn am Einsatz hindert. Zwangsläufig durchforsche ich das Internet, finde Aktivierungslösungen für den armen Rasenkürzer und bestelle adäquates Equipment. Der Fluch der Technik – warten ist angesagt. Der Alte am Abend löst wieder einen „verrückten“ Fall, soll er doch. Irgendwann treffe ich die fatale Entscheidung am Klassentreffen teilzunehmen. War es kurzzeitige geistige Umnachtung oder gar romantisch-verklärende Erinnerung? Ist es der Reiz des allerletzten Treffens? Ich bin mir wieder einmal selbst ein Rätsel. Wie oder was auch immer, beschlossen und verkündet, ich werde in nicht allzu großer zeitlicher Distanz auf mindestens 15 Personen stoßen, die ich nicht mehr erkennen werde und deren Identität ich glauben muss. Höchstwahrscheinlich habe ich mit ihnen sechs Jahre lang in einem Klassenraum gesessen aber Namen und Gesichter sind im Nebel verschwunden und nur schattenhaft sichtbar. Das wird lustig 😭😲😢. – Ansonsten findet ein Standardfreitagabend sein Ende am gewohnten Ort. Es wird mittelspät.

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