Papier – Lebenselixier der Ämter

Fleißig scanne ich alle Rechnungen ein, für die bessere Lesbarkeit muss ich eine von ihnen sogar nachbehandeln und dann folgt der Upload zur Versicherung. Fertig. Das ging ja schnell. Ob ich so ein Verfahren bei meiner Behörde zu meinen Lebzeiten noch erleben werde? Zweifel sind angebracht – so alt kann ich wohl gar nicht werden😉😇. Immerhin liegt das erbetene Formular heute morgen schon als PDF in meiner Mailbox. Respekt, liebe Sachbearbeiterin, das ist wirklich ein lobenswerter Service. Ich fülle es auf dem PC aus, drucke es und kann es so dem Antrag an die Beihilfestelle beifügen. Papier bleibt das Lebenselixier der Ämter, offensichtlich. Dann ist das so. Der Vormittag geht darüber hin und am Nachmittag lege ich die gescannten und versandten Originale wieder ab. Ein Teil der Rechnungen könnte sogar per QR-Code-Felder erfasst werden, doch das überfordert selbst meine Versicherung. Der Fortschritt lässt sich Zeit in diesem unseren Lande. – Nachmittags laminiere ich noch unsere Kofferanhänger, loche sie und kann jetzt das Befestigungsband bzw. den Kabelbinder einziehen. Die Reise wirft offensichtlich kräftigste Schatten voraus. – Der Staatsanwalt löst erneut einen skurrilen Fall – diesmal den einer überforderten Juristin mit fremderstellter Doktorarbeit. Danach stöbere ich in YouTube und lasse mich berieseln. Es wird spät mit hoch motiviertem Schlaf.

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Digital – nein danke!

Nunmehr ist es endlich soweit. Ich begebe mich auf die Suche nach von mir verauslagten Arzthonoraren samt Rezepten und Laborrechnungen. Im Laufe eines Jahres habe ich dafür eine stattliches Sümmchen „vorgeschossen“. Ich staune, denn es fehlt nicht viel an 2.000 Euros. Höchste Zeit für einen Geldabruf bei der Beihilfe und der Krankenversicherung. So ordne ich die Papierberge, trenne fein nach Original und Duplikat – meine Beihilfestelle will unbedingt nur Duplikate – ihr Wille sei mir Befehl. Jetzt noch einen Antrag ausfüllen – o, meine Kontonummer hat sich ja geändert was ein Zusatzformular erfordert, das ich nicht habe. Gut, dann rufe ich schnell an doch es ist trotz Sprechzeit keiner da. Nun denn, dann eben per E-Mail. Ich bin total gespannt ob der Vordruck überhaupt als PDF vorliegt und wann geantwortet wird. Heute jedenfalls nicht mehr aber es ist ja schon recht spät. Jetzt noch fix die Belege für die Krankenversicherung zusammenstellen, die ich morgen online einreichen will. Bei meiner Behörde geht das natürlich nicht, ist ja klar. – Den Abend versüße ich mir mit den Rentnercops und dem ermittelnden Watzmann. Tief zufrieden über diese fast heile Welt sinke ich auf mein Kissen und falle in einen vielfach unterbrochenen Schlaf. Schade.

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Mörderische Provence

Same procedure as every month – saugen ist angesagt. Okay, wat mutt dat mutt. Seufz – ich wollte es so. Beim Saugrohrschwingen höre ich zwei Vorträge über Gottesbeweise von Frank Lüdge, seines Zeichens Professor an einer theologischen Hochschule. Sehr nachdenkenswert. – Mittags verzehre ich mit Hochgenuss eine extrem leckere Kohlsuppe, die wie erwartet im Anschluss meiner Verdauung ihren Stempel verpasst. So ist das nun einmal mit Kohl. – Eine gute Freundin hat heute Geburtstag, wir bringen ihr etwas vorbei, doch zum Feiern haben wir angesichts des Todes unseres Schwagers keine so rechte Lust. So bescheiden wir uns dieses Jahr mit einer Gratulation und einem Glas Wein zu Hause am Abend. – Ich schließe unsere Ablage mit kleinen Restarbeiten ab und passe danach die frisch eingetroffenen Hosenträger längenmäßig an. Jetzt bin ich diesbezüglich fast perfekt ausgestattet. Für übermäßig sonnige Tage ordere ich noch ein Leinenhemd um sonnenbrandgefährdete Körperteile rechtzeitig oder schlimmstenfalls nachträglich zu schützen. Das muss sein! – Den übrigen Abend verbringe ich lesenderweise in der mordreichen Provence, in die es offensichtlich jede Menge in Paris gescheiterte Kommissare verschlagen hat 😉. Faszinierend. – Heute ist der Schlaf voll bei der Sache. Gut so.

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Hosenträger für Brocken

Und wieder ist ein Monat vorbei, es geht immer schneller. Während in Frankreich Regen fehlt, haben wir hier einen kleinen Überschuss in den ersten beiden Monaten zu verzeichnen. Das ist gut für uns. – Die Vögel futtern wie die Weltmeister aber meine tierliebe Vertraute sorgt für Nachschub. Die verwöhnten Gefiederten verschmähen offensichtlich Getreidekörner, diese finden wir auf dem Boden wieder, Sonnenblumenkerne sind dagegen nach wie vor angesagt. – Ich will nur mal schnell die Ablage erledigen, tappe aber in einen Papiersumpf, der mich bis zum frühen Abend beschäftigt. „Nur mal schnell“ erweist sich erneut als Floskel mit hohem Täuschungspotenzial. Seufz! – Daneben beschäftigt mich die Kofferfrage – benötigen wir einen neuen Hartschalenkoffer? Wenn ja, in welcher Größe? Wenn nein, warum nicht? Schwerwiegende Probleme – wie schön, dass wir nur solche haben 😀😇! – Im Versandhandel lächeln mich zwei paar Hosenträgern freundlich an. Mag ja sein, dass sie nur etwas für junge, fesche, schlanke Burschen sind aber was ist mit alten, übergewichtigen, konservativen Brocken? Wer denkt an die? Jung und schlank bin ich nicht – dagegen, hmm …😉🤔. So komplettiere ich meine Sammlung – die schrill gelben wie auch die „leicht silbernen“ gefallen mir, also her damit Amazon. Gürtel ade, scheiden tut nicht weh. – Es wird normal spät, doch der Schlaf ist nicht so ganz bei der Sache.

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Irre Welt trifft verrückte Träume

Früh widme ich mich den Tagesgeschäften, früh für meine Verhältnisse logischerweise. Das ist auch gut so, denn die Reiseunterlagen der TUI treffen ein. Es ist ein wunderbarer Papierkram, Seiten schier ohne Ende und obendrauf noch etliches online zu erledigen. Immerhin können wir uns bereits jetzt, lange vor der Tour, im Kahn einchecken und stellen erfreut fest, dass alle Einreiseformalitäten von der Reisegesellschaft erledigt werden. Das gefällt mir sehr. Die elektronischen Tickets stehen bereit, Kofferanhänger sind ausgedruckt, sozusagen alles paletti. – Nachmittags geht es zum Antigentest, der erfreulich negativ ausfällt. Mutti ist kaum ansprechbar, sie merkt wer da ist, sagt aber nahezu nichts. Nach einer knappen Schweigestunde verlassen wir sie wieder. Es ist so traurig und schmerzt. – Heute gelingt es mir endlich die Umsatzsteuererklärung auszufüllen und per Elster abzusenden. Wurde ja auch Zeit! Es ist eine Schande wie der Staat uns arme Mini-Stromerzeuger abzockt. Für die 2023er ist es erst einmal damit vorbei – ich war zwei Jahre zu früh dabei, seufz. – Der Syltkrimi im TV ist ja ganz nett, „glänzt“ aber mit einer kuriosen, seltsamen Story aus der Hand abgedrehter Drehbuchautoren. Auch der Barnaby ist in dieser Hinsicht nicht von schlechten Eltern mit einem ebensolchen „einfallsreichen“ Plot aber immerhin voller britischem Humor, was besser mit derartigen Erzählungen harmoniert. Andererseits mit Blick auf die Realität mit Tausenden „Friedensdemonstranten“ in Berlin, die ziemlich sauer sind, weil sich die Ukraine so erfolgreich wehrt, erscheinen mir die abgefahrensten Barnabystorys sympathischer als die Zumutungen dieser selbstverliebten Putinhuldiger. – Es wird ein klein wenig spät doch schnell versinkt die irre Realität in noch verrücktere Träume.

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Nordwestpassage

Ich schlappe zum Gottesdienst, halbwach und demotiviert. Doch es dauert nicht lange und die Atmosphäre packt mich, weckt mich, erfreut mich. So soll es sein! Die Predigt ermutigt zum „eins sein“, zur Einigkeit, zum Miteinander, selbst wenn es nur zum „Ertragen“ der Mitchristen langen sollte – nachdenkenswert, anregend und hinterfragend. Danach folgen wir erwartungsvoll einer Essenseinladung zum Griechen. Ich vertilge einen riesigen Berg von Gyros, Suflaki, Zaziki und Pommes, dazu einen großen Salatteller. Meine Zeit, dass ich so viel in mich reinstopfen kann! Kurz vorm Platzen lasse ich ein paar Pommes auf dem Teller zurück, schleppe mich zu Tiger und werde vor unserer Tür von grausamen Alarmtönen malträtiert. Ich hatte die Kamera auf Geofencing gestellt und war mir nicht bewusst, dass sie wie verrückt zu schrillen anfangen wenn Menschen in ihr „Gesichtsfeld“ treten. Auf einen vollen Bauch vertrage ich so etwas überhaupt nicht gut. Also beruhige ich die Lage per App-Korrektur und begebe mich danach stracks in die unverdiente Mittagsruhe. – Nachmittags verdaue ich immer noch vor mich hin, lese ein wenig, surfe ein bisschen bei Amazon bis mein Magen erschöpft einen oder zwei Gänge zurückschalten kann. Möglicherweise wären künftig Seniorenteller für mich die bessere Wahl 🤔. – Abends ist wieder die Großleinwand angesagt, wir begeben uns auf die Nordwestpassage von Kanada nach Grönland. Schon die Leinwand strahlt Eiseskälte aus, allein vom Zuschauen friere ich – nein das wäre keine Kreuzfahrt für eine Frostbeule wie mich. Never!!! Okay, jetzt noch ein wenig Warmlesen über das sonnige Frankreich bis ich mein molliges Nachtquartier aufsuche. Der Schlaf hat es heute nicht eilig.

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O diese Technik

Besuch haben ist toll – am Tag drauf zeugt die Räumlichkeit zwar noch davon aber das macht nichts. Ein paar Leckereien sind übrig geblieben, ich erfreue mich an ihnen – erstaunlicherweise „verdunsten“ sie überraschend schnell😉. – Eigentlich will ich meine Altvordere besuchen, es wäre allerhöchste Zeit aber die Schneestürme draußen halten mich heute davon ab. Ich verschiebe das Vorhaben auf Montag, da hat auch die nahegelegene Teststation wieder geöffnet. – Große Mühe bereitet mir der Fernsehempfang am Beamer. Erst nach einer kurzen Verzweifelungsphase mit Stecker raus und Stecker rein, Batteriewechsel an der Fernbedienung und kleineren Wirbeleien lässt sich der FireTV-Stick zum Starten überreden und waipu-TV blendet das Fernsehprogramm ein. So können wir mit einer kleinen Verspätung endlich mit Axel Prahl die Nordsee erkunden, herrlich seine Kommentare, und im Anschluss virtuell durch Tansania reisen mit der vielfältigen Tierwelt dort. Zur Nacht lese ich ein wenig bis mich der gute alte Morpheus in seine Arme schließt.

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Schröpfung, Speisung und eine Eule

Der Knoten ist durchschlagen! Endlich bereite ich die ungeliebte Umsatzsteuererklärung für die Fotovoltaikanlage vor. In einer Numbers-Tabelle erfasse ich alle Verbräuche und Lieferungen, berechne das Ganze mit den letztjährigen Tarifen und gewinne Durchblick. Das ist höchst erfreulich. Die Daten für diese fiese staatliche Schröpfung sind aufbereitet und ich könnte zur Tat schreiten – morgen oder am Montag. – Für den Abend erwarten wir lieben Besuch, die schweren Stühle für den Hauskreis schleppe ich wieder zurück in ihre Wartepositionen im OG. Das gelingt viel besser als erwartet – ganz so schlapp bin ich wohl doch noch nicht 😀😇. Sehr erfreulich! Ich verkleinere den Tisch vom Putin- ins Normalmaß wie es hierorts sein soll. Meine mit mir standesamtlich verbundene, sehr gastfreundliche Mitbewohnerin hat reichlich eingekauft und ein vielfältiges deutsches Abendbrot vorbereitet. Für Franzosen wäre es enttäuschend, denn die Küche bleibt kalt aber für uns Einheimische ist es verlockend und lecker. Unser Besuch lässt es sich gut munden, dazu entwickelt sich ein kräftiger informativer Austausch, kurz Plauderei genannt. Wir palavern alle möglichen Themen durch, es wird später als von unseren Gästen geplant, immerhin steht ihnen morgen eine lange Heimfahrt ins Haus. – Ich bin voll fit und tue mir noch zwei versäumte TV-Sendungen an. Zwangsläufig wird es wieder einmal sehr spät. Die alte Leier – seufz – Eule bleibt Eule. Guts Nächtle.

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