Magenreizende Romanempfehlung

Ein Samstag wie viele andere. Das Besondere: es ist Kirchensilvester – morgen beginnt das neue Kirchenjahr mit dem 1. Advent. Heute darf ich die Lichterketten einschalten. Darf? Wer hat es mir bislang verboten? Ich mir selbst, selbstverständlich, ist doch klar. Und sie sehen prachtvoll aus. Natürlich ist die Lightshow unseres Nachbarn imposanter mit vielen unterschiedlichen Elementen und wandernden Sternen an der Hauswand. Das erkenne ich an, doch es ist nicht mein Stil. Ich hätte vielleicht noch den linken Wall illuminieren sollen, das würde dann harmonischer wirken – möglicherweise im nächsten Jahr, so Gott will und ich lebe. Die Kette rund um unsere Arkade trifft allerdings genau meinen Geschmack. Diese Anschaffung (bereits im letzten Jahr) bewährt sich prächtig. Genug geschwärmt! – Auf Anregung eines YouTubers mit mancherlei interessanten Videos lade ich mir ein Buch herunter. Einen utopischen Roman, von ihm wärmstens empfohlen. Nun ja. Der Plot ist ja ganz nett, die literarische Qualität recht durchschnittlich (freundlich formuliert) und das Ende unter den geschilderten Rahmenbedingungen zwar eventuell verständlich aber mit allerärgsten Magenschmerzen – ein Fast-Fehlkauf. Ein englischer Roman hilft mir beim Verdauen. Es wird ein wenig spät.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Dumm gefragt

Viele überaus attraktive Reiseangebote überfluten meine Mailbox. Rabatte, Rücktrittsmöglichkeiten und Corona-Versicherungen übertrumpfen einander und ich stehe etwas belämmert davor, weil ich nicht weiß, was aus meiner Reiseoption wird, die ich noch frohgemut Ende letzten Jahres gebucht hatte. Der Veranstalter meldet sich nicht und ich frage nicht nach, weil ich nicht weiß was ich will. Irgendwie will ich weg und irgendwie habe ich keine Lust dazu. Die Corona-Krise macht mich irre, verwirrt und entschlusslos – jedenfalls was Reise-Ideen angeht. – Ansonsten erfreut mich das amerikanisch-deutsche Paar mit lustigen Vergleichen, mit deutschen Idioms wortwörtlich übersetzt und einem Leipzig-Besuchsbericht. Nett. Außerdem entdecke ich die 1Live-Reihe „Dumm gefragt“, in der bunt gemischte Fragen an bestimmte Gruppen gestellt und von von fünf ausgewählten „Betroffenen“ beantwortet werden: Taxifahrer, Stotternde, Pschyotherapeuten, Hebammen, Homosexuelle, Urologen, Handwerker, Physiotherapeuten, Türsteher, Männer, Frauen, Feuerwehrleute, Friseure, Tourette-Betroffene (kannte ich vorher nicht) und, und, und … Sehr unterhaltsam mit mancherlei Lerneffekten. Wann fange ich endlich wieder an zu lesen? O, zum Schluss noch eine Erkenntnis des Tages für mich: Was ist die Erbsünde – Sünde wird doch nicht vererbt?! Doch: das „Sein wollen wie Gott“, sich mit ihm, dem Schöpfer aller Dinge auf eine Stufe zu stellen, ihn be- oder verurteilen zu wollen, dieser Drang prägt jeden Menschen – und dabei könnten wir ohne IHN überhaupt nicht existieren, den wir sind „in ihm“ geschaffen. Anstatt IHN zu lieben und anzubeten wollen wir ihm gleich sein – ein völlig nutzloses Bestreben als ob ein Sandkorn dem Wind widerstehen wollte (und dieser Vergleich ist noch Dimensionen niedriger angesiedelt). Schön, wenn einem mal was Grundsätzliches aufgeht!

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Winter in Sicht

Unwiderruflich kommt der Winter näher – diese lapidare Wahrheit festigt sich in mir beim Abbau des Hauses von Mr. Shorty. Ich müsste nur einen Stecker ziehen und den verbleibenden Teil mit einer verschließbaren Kunststofftüte schützen, sagte der Monteur damals. In Wirklichkeit sind es zwei Stecker und drei Kabelanschlüsse, die ich lösen muss. Lösen ist selten ein Problem – aber das Montieren im Frühjahr, das macht mir Sorgen. Welcher Pin ist der Richtige für jedes Kabel? Das wird spannend. Die Gartenschläuche verschwinden in ihr Winterquartier und die untere Terrasse glänzt durch eine gewisse Öde. So soll es sein! – Den Nachmittag füllen Arbeiten im Internet, die sich als (welche Überraschung 😉) umfangreicher erweisen und die Zeitkalkulation sprengen. Wie so oft, seufz! Eine kurze Meldung der Bürgerstiftung enthält drei Artikel und die Kirchengemeinde schickt mir das Programm des ersten Quartals des Kirchenjahres. Doch es geht alles recht flott von der Hand. Schön, schön. – Abends zuckt es mir in allen Fingern die Adventsbeleuchtung doch schon einzuschalten, ich bleibe aber hart und warte ungeduldig auf den Kirchensilvestertag. Derweil amüsiere ich mich über ein amerikanisch-deutsches Ehepaar, das bei YouTube ihre Erfahrungen kultureller Unterschiede unterhaltsam präsentiert. Außerdem betrachte ich ein Video einer Christin aus der Martinigemeinde in Bremen, die das Urteil tiefsinnig kommentiert. Sehenswert. Die gute treue Siri löscht wie jeden Abend nach dem Gute-Nacht-Gruß alle Lichter. Perfekt.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Geschichte wiederholt sich

Wieder wage ich einen Vorstoß in die Kälte und montiere Lichterkette Nummer zwei auf einem Teil unseres Steinwalls. Da meine gärtnerisch hochaktive Lebenslanggefährtin die kleinen Röschenbüsche weitgehend ausgerottet hat („mickern vor sich hin“, „die Stacheln verhindern eine effektive Unkrautbekämpfung, während diese Kräuter dem Wachstum der Büschlein im Wege stehen“) muss ich die Kette mit U-Ankern stützen und schützen. Sie eröffnen neue Perspektiven für die Kettenführung. Stark. Im Wohnzimmer kommt unser Winterdorf wieder auf den Kaminsims und ich sammle Erfahrungen mit einer neuen Beleuchtungskonzeption. Interessant. – Abends erfahre ich, dass Olaf Latzel, unser Bremer Pastor, wegen Volksverhetzung verurteilt wurde. Bezeichnend, dass die Richterin den biblischen Unterschied zwischen der Sünde und dem Sünder nicht verstanden hat. Ist ja auch nicht leicht für Außenstehende. Dabei fällt mir auf, dass nahezu alle Propheten des Alten Testaments ein noch viel härteres Urteil erwartet hätte und manche Apostel im Neuen Testament ebenfalls. Petrus und Paulus kennen diese Anklage aus eigener Erfahrung und sie haben sich teilweise viel drastischer als Latzel ausgedrückt. Eigentlich erwarte ich demnächst von der EKD eine grundrevidierte neue Bibelausgabe voller Liebe und Vergebung und ohne Gerichtsworte, Sünde, Sühneopfer oder dergleichen. Am erstaunlichsten ist aber, dass wir inzwischen mit der EKD fast wieder an dem Punkt sind, den die katholische Kirche vor der Reformation einnahm. Nein, nicht die moralische Seite, die Lehre. Nicht die Bibel zählt, sie wird auch immer weniger in den Gemeinden gelesen, sondern ihre Auslegung durch die Kirche ist maßgeblich (damals waren es die Konzilien und die Päpste, heute sind es die Synoden). Geschichte wiederholt sich – keine neue Erkenntnis aber oft bestritten. Faszinierend.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Trappsende Nachtigall

Während sich im fernen Washington ein ‚America-First-Fan‘ endlich mal wieder um sein Land kümmert und den Machtübergang vorbereiten lässt, schmücke ich unsere Eingangsarkade mit einem schnuckeligen Lichtervorhang. Am Kirchensilvestertag wird er in vollem Glanz erstrahlen. Ich freue mich drauf und kann es kaum erwarten. Den Lichtervorhang in der Lounge lasse ich heute schon leuchten, denn ich will nicht eine Woche lang gequält auf schwarze Bänder mit dunklen LED-Lämpchen schauen – derartiger Masochismus liegt mir fern. Mithin blicken wir mit großer Freude auf diese leuchtenden Propheten nahender Adventstage. Ich liebe dieses alljährliche Lichterspektakel. Natürlich alles einfarbig und nicht blitzend und blinkend mit Farbwechsel. Das wäre grausam und fiele unter Sadismus. Morgen kommen noch ein oder zwei Lichterketten zum Einsatz, wie es sich halt so ergibt. – Die Länderchefs haben sich auf neue „Grausamkeiten“ zur Pandemiebekämpfung geeinigt, wenig später scheren einzelne von ihnen gleich wieder aus, wollen mehr Zumutungen und die Bundeskanzlerin setzt noch einen drauf. Das wird morgen wieder heiter im Politkerkindergarten. Viele Diven verderben die Arie oder so ähnlich. So langsam wird es peinlich. Ein Raketenverbot zu Silvester soll under dem Deckmantel von Corona gleich mit verkauft werden. Erstaunlich, dass nicht auch gleich die Verbrennerautos verboten werden, um die Belastung der Kliniken durch Unfallopfer zu verringern. Die Nachtigall trappst ganz schön laut. Nahezu unüberhörbar.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Beleuchtungsplanung

Meine Altvordere ist heute gut drauf. Wir kommen sogar fast richtig ins Gespräch im Besucherzimmer. Mich umfängt ein sich von Tag zu Tag verstärkendes Grauen, wenn ich an Heiligabend denke. Mutti allein im Heim, meine Schwester genauso nur in einem anderen – das wird trist für die beiden. Noch hoffe ich ein wenig auf eine Lösung aber ich weiß nicht wie sie aussehen könnte. Pandemie ist ein Schitkram! Echt. – Meine Äuglein haben ihre lästige Hyperlichtsensibiltät zurückgefahren was das in die Welt gucken wieder angenehmer gestaltet. Ansonsten perfektioniere ich meine Illuminationspläne für die Adventszeit um die dunkle Jahreszeit rund ums Eigenheim etwas zu erhellen. Wäre in diesem Jahr besonders nötig. – Dankbar bin ich wieder einmal Pensionist zu sein – dieses Verhüllungsdrama im Büro zu erleben muss ich nicht haben. Nein, ganz bestimmt nicht (doppelte Verneinung als Bestätigung, nicht als Aufhebung!!!). Die Zeiten machen pingelig. Auch das brauche ich nicht. Triste Kirchenjahresendwoche – und die Black-Friday-Week-Angebote sind auch nicht mehr das, was sie sein sollten. Good Night!

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Leseschwäche

O du Schreck, ist das spät. Da hätten wir fast den 10-Uhr-Gottesdienst in Bremen verschlafen. Doch es geht alles gut. Es ist Ewigkeitssonntag und Thema ist natürlich die Ewigkeit, die Gott uns verheißt. Ewig bei Gott oder ewig fern von ihm – wir haben die Wahl! Okay, die evangelische Kirche sagt weithin etwas anderes aber sie hat ja auch viele eindeutige Stellen der Bibel ‚entschärft‘ – genau wie die Könige und Priester vorzeiten im Alten Testament. Damals hat das nicht funktioniert. Ob sich unser Gott namens „Ich bin, der ich sein werde“ heute darauf einlässt? Zweifel sind angebracht. – Wir besuchen, wie es Tradition ist, die Gräber der Eltern. Es ist viel Betrieb auf dem Nordfriedhof – in Reislingen sind wir dagegen allein. Corona verhindert das Verteilen von christlichen, trostspendenden Schriften und so wirft die Pandemie bei mir ein weiteres Fragezeichen auf. – Der gute, alte Fruchtenbaum eröffnet mir neue Blickwinkel auf bekannte Ereignisse im Neuen Testament. Ich staune ein wenig und ein Professor Mauerhofer (oder so ähnlich) gibt mir Impulse zum ersten Kapitel der Offenbarung. – Der Abend dagegen zeigt herrliche Alpenpanoramen bei Terra X und der Bericht über Norderney im Anschluss macht Lust auf eine Reise dorthin in der kalten Jahreszeit (im Sommer eher nicht). Wann lese ich endlich mal wieder? Es liegt an mir. Ich weiß!

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Weit entfernte Freunde

Die „guten, alten“ Zeiten fallen mir wieder ein. Meine Sehkraft ist durch die Salbe spürbar eingeschränkt und ich komme mir vor wie zu meinen Brillenzeiten. Nur schlimmer mangels Brille. Eine Lupe hilft mir ärgste Undeutlichkeiten zu überwinden. Das ist vielleicht ein Feeling! Jeder kräftigere Lichtstrahl lässt meine Hornhaut zusammenzucken und erst eine dünne Salbenschicht beruhigt mein Sehorgan. Das Leben ist halt reich an Erfahrungen und spannenden Erlebnissen. Mit Hilfe des Vergrößerungsglases gelingt es mir tatsächlich zwei Überweisungen zu tätigen. Der neue Kaffeeautomat gehört jetzt de facto und de jure uns. Sein Vorgänger verlässt uns in Form einer „großzügigen“ Spende an Dritte. – In den USA verliert ein Selbstzentrierter seinen dreißigsten Prozess gegen seine Parteifreunde. Alles unverändert im Land der unbegrenzten Seltsamkeiten. Mir wird bange, dass es einmal bei uns nach einer Wahl so weit sein sollte. Echt furchterregend, weil ich die Republikaner zwar für stark konservativ aber immer für Demokraten gehalten habe. Meine Zweifel wachsen. – Abends schaue ich eine amerikanische (!!) Serie, handelnd in der Ausbildungsstätte des FBI bis zur vorletzten Folge der ersten Staffel und bin über die Kürze der Ausbildung und natürlich den Plot sehr irritiert. Mein mentaler Zugang zu den US-Amerikanern funktioniert einfach nicht. Die Spanne ist zu groß. Von Bewunderung bis zu tiefem Erschrecken reicht mein Spektrum. So ein großer trennender Atlantik hat schon seine Vorteile. Echt.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar