Regenfreuden

Es wiederholt sich alles, sogar mehrfach im Jahr. Heute sind meine Füße wieder dran, sie hatten sich schon bemerkbar gemacht, um von auf Konflikt gebürstetem Nagelwachstum befreit zu werden. So geschieht es auch. Leicht beschwingt schwebe ich danach zu Laura von Grün. Voll motiviert begeben wir uns zum Weinhändler unseres Vertrauens und landen kurz vorm Ziel in einem völlig unerwarteten Stau. Wenn die Hauptverkehrsachse saniert wird, läuft im Schichtverkehr hierorts fast nichts mehr. Zentimeter für Zentimeter bewegen wir uns auf die avisierte Einfahrt zu. Kaum sind wir endlich angekommen, öffnet der Himmel seine Schleusen und Wasser platscht auf uns hernieder. Die paar Schritte ins Geschäft befeuchten uns nicht schlecht. Dann ist das so. Regen ist derzeit nötig. Wir entscheiden uns für viel zu viel Rebensaft, verstauen ihn bei laufendem Himmelswasser in Laura, fahren los und die Bewässerung stoppt. Aha. Daheim angekommen fängt es gleich wieder an zu tröpfeln aber diesmal sind wir schneller. Prima. – Meiner Männerrunde muss ich heute entsagen so schwer es auch fällt. Dafür habe ich viel Zeit für die Abendandacht, kann auf das Fernsehen gut verzichten und lese was das Zeug hält. Es wird mittelspät, der Schlaf ist so mittel und die Träume mäßig. So ist das eben.

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Fasten, Vergebung und seltsame Träume

Der erste Sonntag im Monat ist jedes Mal etwas Besonderes. Wir haben mehr Zeit fürs Frühstück, denn unser zweiter Hauskreis, die ‚Studierstube‘, trifft sich zur normalen Gottesdienstzeit bei uns. Das ist nur möglich, weil unsere Gemeinde dann erst am Abend zusammenkommt. Heute sprechen wir über Sacharja, übers Fasten gestern und heute, seinen Sinn, sein Ziel und unsere Erfahrungen damit. Ich höre interessiert zu, denn ich habe keine. Dennoch verstehe ich es nicht so ganz. Will man Gott damit beeindrucken? Oder gar zwingen? Soll es die Ernsthaftigkeit der Bitte betonen? Aber warum, Gott kennt doch unsere Gedanken? Ist es eine leibliche Übung – die was, bitteschön, bewirken soll? Oder praktiziert man es einfach nur weil Gott es so will? Das könnte mir noch einleuchten. Meine Verunsicherung bei diesem Thema ist trotz mancher Erfahrungsberichte nicht wesentlich geringer geworden. – Am Nachmittag bin ich, Gott sei Dank, kaum aufgeregt wegen meiner bevorstehenden Moderation, kann sogar das eine oder andere darin noch verbessern. – Abends gibt Gott mir einen ruhigen Sinn. Ich schwitze überhaupt nicht, bin völlig ruhig und entspannt. Danke!!! Die Predigt über die Gnade, über Buße und das Kreuz, den Glauben und die Vergebung spricht mich sehr an und bleibt gegenwärtig. Das ist gut. – Daheim lassen wir uns einen feinherben Wein munden, nicht so ganz meine Richtung, aber mir bleibt das Sodbrennen erspart und dafür bin ich Gott sehr dankbar. Über den Schlaf gibt es nichts weiter zu berichten, nur die Träume sind wieder einmal echt ätzend. Dann ist das so, so lange mich nicht mehr „quält“ kann ich froh und glücklich sein. Isso!!!

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Routine oder was?

Es soll ja Menschen geben, die Abwechslung so lieben, wie das tägliche Brot. Ich gehöre offensichtlich nicht dazu. So ein überzeugter Routineliebhaber war ich allerdings auch nie aber das Leben präferiert offensichtlich feste Bahnen, sowohl im Beruf wie im Alter. Schön, wenn man ab und an mal „flüchten“ kann. Auf diese Zeiten freue ich mich immer ganz besonders, wenn auch mit Zittern und Zagen, sobald sie direkt vor der Tür stehen. Es ist zwar lächerlich aber all das wird mir bei einer klitzekleinen Winzigkeit bewusst. Heute lasse ich den Kaffeeautomaten mal Milchkaffee zubereiten und der ist schmackhafter als ich dachte. Routinemäßig drücke ich jeden Morgen auf „Café Crema“ und merke gar nicht welche Vielfalt ich links liegen lasse nur weil ich das Reinigen des Milchsystems scheue. Idiotisch wie so eine Kleinigkeit grundsätzliche Gedankenspiele auslösen kann. Das ändert voraussichtlich nichts am Leben aber hilft dasselbe zu reflektieren. Ob sich Wege aus der Routine ergeben? Wer weiß? Will ich das? Ist das überhaupt altersgerecht🤔? Faszinierendes Gefühlsroulette. – Nun muss ich mich aber schleunigst auf die Moderation am Sonntag vorbereiten. Ich staune wieder einmal wie sich Gedanken ins Hirn schleichen – oder genauer beschrieben wie Gott mir Gedanken gibt, sie zu Formulierungen werden lässt, die ich aufschreiben kann. Das klingt einfach, nimmt aber dennoch einen Nachmittag in Anspruch. Echt dankbar stelle ich gegen Abend fest was für einen großen Gott wir haben. Klasse! – Weniger toll ist das Fernsehprogramm, ich staune immer wieder neu wie eigen mein Geschmack sein muss, dass aus gefühlt tausenden von Sendern kein mich fesselnder Output entsteht. Bin ich zu speziell? So ganz ist das wohl nicht von der Hand zu weisen 😉😇. Es wird normal spät und der Schlaf kommt wie er will, die Träume auch und die altersbedingten Aufstehpausen ebenso. Tja …

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Freiheit

Pensionistenfreiheit leben, welch ein Privileg! Selbst beim Fensterputzen merke ich das 😉😀! Die Hälfte der Scheiben putzte ich vor einer Woche und wollte am Tag drauf weitermachen, doch mir war nicht danach oder die Sonne schien zu intensiv oder die Bindungswirkung der Couch schien unüberwindlich 🤔, oder, oder, oder … Na und? Heute überkommt es mich, es drängt mich ‚im Innern‘ und schon bin ich dabei. Der Status „beschmutzt“ wandelt sich von Fenster zu Fenster in „geputzt“, sogar der Windschutz vor der Haustür wird bedacht, die Butzenscheiben erhalten eine händische Zuwendung – und fertig ist die Laube 😉. So ein produktiver Einsatz kann durchaus aufbauend sein, wenn man ihn nicht übertreibt 🤨. – Nachmittags rette ich Mr. Shorty, dessen Mähwerk von einem fiesen kleinen Zweig blockiert wird. Voll erschöpft begibt er sich anschließend in sein wohlverdientes Wochenende. Bei uns hat er am Samstag und Sonntag frei. So soll es sein und so ist es gut. – Die Mädels kicken im Ersten und ich schaue im neuen Zweiten Father Brown zu, habe aber nach einer Folge genug und gehe zum Lesen über. Diese ruhigen Abende sagen mir voll zu – ein sanftes Ausklingen des Tages, altersgerecht halt. Heute begebe ich mich sogar relativ früh ins Seniorenbett, doch der Schlaf kommt erst zur inzwischen gewohnten Zeit, irgendwann zwischen zwei und drei. So isser eben, der Gute. Bonne nuit.

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Was nicht passt …

Die zweite Monatshälfte, ein Monatsanfang und schon steht das Gemeindesaugen 😉😀 wieder auf dem Tagesprogramm und wird langsam zunehmend lästig. Aber ich wollte es ja so! So lasse ich der Saugkraft freien Lauf während ich mir eine Vortragsfolge zu Homosexualität und Bibel anhöre. Eigentlich schätze ich den Referenten ja sehr aber hier muss ich doch lächeln. Nachtigall ick hör‘ dir trapsen. Ich verstehe sein Anliegen durchaus, dass die gesellschaftliche Unterdrückung der Homosexuellen beendet, ihre Akzeptanz auch in Gemeinden gefördert werden soll. Das ist okay, jedoch dazu die biblischen Aussagen mit viel Chuzpe so hinzudrehen, dass es passt, ist schon dreist. Schon die Behauptung, dass das liebevolle Miteinander von Homosexuellen eine Entdeckung der Neuzeit sei mit der Begründung, dass es Berichte darüber aus der Vergangenheit nicht gibt, gleichzeitig aber zu wissen, dass solche Berichte damals schlimmstenfalls zum Tode des Autors und der Betroffenen geführt hätten, kommt für mich einer Vereimerung gleich. Natürlich kann es keine solchen Berichte gegeben haben, denn es musste ja in aller Heimlichkeit geschehen. Wenn ich eins im Leben erfahren habe, dann dass wir Menschen uns durch die Jahrtausende nahezu nicht geändert haben – die Kultur ja, die Technik auch aber unsere Charaktere nicht. Wenn es heute ein liebevolles Miteinander von Homosexuellen gibt, dann hat es das schon immer gegeben – nur heute offen und früher klammheimlich im Verborgenen. Nichts dagegen, dass das geändert wurde und wird aber den biblischen Aussagen müssen wir uns in aller Wahrhaftigkeit stellen. Sind sie für uns nicht mehr aktuell, sollten wir das halt deutlich sagen – drehen samt hinbiegen ist der falsche Weg! – Das Saugen breche ich übrigens kurz vor dem Ende ab, weil der Hitzeschutz des Staubsaugers auslöst. Anstatt nun das zweite Gerät zu holen, löse ich meinen privaten Hitzeschutz ebenfalls aus und beende die Aktion. – Das Duschen daheim ist wunderbar erfrischend, ich fühle mich wie neu. Natürlich lasse ich den restlichen Tag an mir vorbeirauschen, im TV kicken die Frauen, sollen sie doch, bei YouTube finde ich weder wie ich bei Laura ein Telefonat erfolgreich annehme noch ob Plug-and-Charge möglich ist. Ich bleibe dran. Mit einer Krimi-lese-wiederholung wird es mittelspät. Der Schlaf lässt sich Zeit, kommt dann aber doch. Nun ja.

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Hitzestau und Sturmgetöse

„Mitternachtsturnen“ steht für meine Allerliebste an aber ich darf liegen bleiben. So erhebe ich mich erst zu einer mir genehmen Zeit, arbeite die Morgenroutine samt Rückengymnastik ab und irgendwann taucht meine Bewegungssportlerin wieder auf. Sehr schön. Der bislang heißeste Tag des Jahres entfaltet seine Temperaturkräfte aber wir bleiben brav im vergleichsweise kühlen Heim. Schon das kurze Füllen der Papiertonne draußen, die morgen geleert wird, kostet Schweißtropfen und versetzt den Blutdruck in Fetenstimmung 😀. – Gegen Abend zieht aus der Ferne eine leicht dunkle Wand auf uns zu. Unvermutet versetzen Sturmböen unsere Bäume in seltsame Tänze, doch alle bleiben, Gott sei Dank, fest mit dem Boden verbunden. Wir sichern die Papiertonne und verziehen uns von der Lounge ins Innere. Das Windgedröhne in Originallautstärke, begleitet von sich uns tief zuneigenden Birken und Fichten, wirkt doch bangig unheimlich. Aber wir wissen uns in Gottes Hand geborgen und das ist sehr gut so. Danke! Dabei hat uns nur ein Ausläufer des Sturmtiefs erwischt und 1 Liter Regen/qm als „Nachtausbeute“ ist eher kärglich. – Bei mir wird es heute wieder sehr spät, doch der Schlaf lässt sich noch mehr Zeit. Die Nächte im Alter gestalten sich inzwischen schon ein wenig komisch, finde ich.

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Routinetag im Hitzegriff

Ein stinknormaler Tag nimmt seinen Lauf – endlich mal wieder! Zeitungen, Andacht, Turnübungen und Kontokontrolle – alles wird kontinuierlich abgearbeitet. Schön, dass ich mich heute über Routine freuen kann 😉😀😇. Nun ist so, dass Freude über Routine sich bei mir halt nur begrenzt entfalten kann, aber nach abwechslungsreichen Wochen ist ein flutschiger Ablauf auch nicht schlecht. – Draußen ist es sauheiß, uns jedoch erfrischt die angenehme Kühle im Haus – bloß tagsüber kein Fenster öffnen! – Die Mittagspause dauert heute etwas länger, den Nachmittag fülle ich mit Computeraktivitäten und als es endlich ein klein wenig kühler wird geht es in die Lounge. Wir genießen diesen Sommerabend und ich bleibe bis Mitternacht draußen, lese dann noch ein wenig drinnen und lasse dann den Schlaf seine Arbeit tun. Die erledigt er auch ganz ordentlich wenn nur nicht sein Traumkumpel so aktiv wäre. Man kann nicht alles haben.

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Trouble mit Technik und Routine

Und wieder wird die Routine in ihren Grundfesten erschüttert 😉😀, denn heute kommt unsere Familienfriseurin. Wir müssen einen Berg grauer Haare auf den Boden fallen lassen und mein Bart erfährt endlich mal wieder einen Feinschnitt. Das tut alles gut, doch das Turnen fällt unter den Tisch 😢. Mein Rücken ist davon nicht gerade begeistert. – Nachmittags begebe ich mich zu meinem Männermeeting, leider hat ein Freund abgesagt, zum Plaudern über dies und das und zum Lösen kleiner und großer Probleme. Eine unterhaltsame Runde mit viel Output. Auf der Fahrt ärgert mich Laura – wie um alles in der Skoda-Welt nehme ich ein Telefongespräch an? Warum reagiert die Dame nicht auf den Fingertouch? Gibt es dafür eine Taste am Lenkrad und wenn ja, welche? Ich bin ein wenig wirschig, werde aber durch die Runde gut aufgeheitert. So soll es sein. Es wird wieder einmal recht spät. Fernsehen am Abend ist nicht – ich bin zu alt für die Ferienangebote der Sender 😠, also lese ich und youtube ein ganz klein bisschen. Dazwischen will Facebook meine Zustimmung zu Werbeeinblendungen oder alternativ 6 Euro Schutzgeld. Die spinnen wohl, dann sollen sie sich ihr Facebook doch sonstwohin stecken. Ich überlege ernsthaft dort ganz auszusteigen. Es geht recht früh ins Seniorenbett und der Schlaf samt seiner Unterbrechungen wickelt sich in gewohnter Weise ab – inklusive blöder Träume. Nachtruhe ist auch nicht mehr das, was sie mal war. Seufz.

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