Abschied von Karin

Um 6:20 Uhr bin ich hellwach. Das geht mir meistens so, wenn ich viel zu früh aufstehen will oder muss. Fast immer stelle ich dann den Wecker vor dem Signalton ab. Ich kann meist viel leichtfüßiger aufstehen als ich am Vorabend dachte. Das klingt ja insgesamt ganz gut, das ABER ist dagegen dick und fett. Ich bin, wenigstens vormittags, viel reizbarer, gesprächsärmer und tunnelblickgefährdeter. Mein Aufnahmevolumen ist trichterartig gestaltet. So versuche ich mich äußerst vorsichtig durch den Tag zu schlängeln. Das geht jedenfalls heute recht gut. Wir holen halb acht den Kranz ab, fahren zur Kapelle und händigen ihn dem Bestatter aus. Dann vertreiben wir uns die Zeit bis zum Beginn der Trauerfeier ; ich probiere mich dem allgemeinen Geplauder zu entziehen. Die Sonne lacht vom Himmel – fein, wenn traurige Ereignisse wenigstens von der Sonne ein wenig aufgehellt werden. Wir nehmen Abschied von meiner großen Schwester, ich erfahre manches Neue über sie – wir trafen uns zwar regelmäßig aber sonderlich eng war der Kontakt leider nie. Karin scheint wohl zu Gott gefunden zu haben und das tröstet mich spürbar. – Im Anschluss bei Kaffee, Suppe und Petit Fours bin ich bemüht gesprächig zu erscheinen, so ganz gelingt es offensichtlich nicht. Dann ist das so. Es ist dennoch eine nette Runde. – Der Nachmittag verläuft entsprechend still. Abends wird bei „Der Staatsanwalt“ die Hauptperson erschossen – diese brutalen Serienausstiege von Schauspielern missfallen mir sehr. Meist folgt danach ein brutaler Umbruch, sei es die Einstellung der Serie oder der Einsatz eines „moderneren“ Nachfolgers mit den derzeit bei Drehbuchautoren ach so beliebten Charaktermacken. Abwarten ob oder wie es weitergeht. Aller Wahrscheinlichkeit nach rechne ich mit einer verstärkten unterschwelligen Indoktrination von linksliberaler Gesellschafts- und Sexualmoral mit geringem Realitätsbezug. Aber keiner zwingt mich dazu einzuschalten. Es wird heute früh, kein Wunder, der Schlaf kommt schnell. Toll.

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Besser Ruhe als ruhelos

Ich stöbere in den neuen Kreuzfahrtangeboten. Es sind ein paar hochinteressante Reisen angekündigt, doch ich befürchte, dass ich erst buchen kann, wenn sich die Übersicht über meine Einnahmeentwicklung aus dem Zukunftsnebel herausschält. Das macht die Auswahl dann übersichtlicher 😉. – Ein gewöhnlicher Tag, highlightlos, geht dahin und davon. Pensionistenschicksal 😀😇. Morgen geht es früh los zur Kranzabholung und meine Begleiterin sucht ihr Seniorenbett früh auf. ABER: Aufsuchen heißt nicht einschlafen. Ich weiß es vorher, mache mich spät auf den Weg und lasse den Schlaf seinen Job gut machen. Die Nacht ist kurz. Sehr kurz.

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Visionen und Träumereien

Zum Aufstehen und fürs Frühstücksbrot bleibt mir gerade noch Zeit. Selbst für einen Pott Kaffee reicht es eben noch. Aber dann steht schon ein Freund vor der Tür und holt mich zu einer Besprechung ab. Am Ziel angekommen serviert ein weiterer Kumpel eine heißersehnte zweite Tasse koffeinhaltigen Wecksaft. Sehr schön. Es geht um unseren Verband, der einen netten Menschen einstellen will, ihn aber nur für fünfzig Prozent finanzieren kann. Für den Rest hat der Vorstand verträumte Visionen entwickelt bei denen ich die Bodenhaftung vermisse. Interessant doch für mich wenig überzeugend. Leider muss ich bei der entscheidenden Sitzung durch Abwesenheit glänzen – irgendwie befremdlich wirkt die Chose schon auf mich. Nun denn. – Der übrige Tag bleibt ohne Highlights bis auf die Abendandacht, die mich das Staunen samt Entsetzen lehrt über die Gegenreformation in Frankreich und Polen. Die Geschichte ist halt mit Blut geschrieben, grausam, schrecklich aber auch heute leider allzu wahr. Schauder. – Die Soko Wismar verblüfft mich mit einem Ermordeten in Doppelehe – welch ein stressiges Leben und nur für fitte Gedächtniskünstler geeignet. – Die Feuerwehrmannstochter hat ein lustiges Feuer in unserem Kamin entfacht und so verbringe ich einen gemütlichen Leseabend umgeben von bis zu 25 Grad wohliger Wärme. Phantastisch! Es wird normal spät und ein traumgeschwängerter Schlaf überwindet mich schnell. Prima.

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Foxi – ideal für Technikresistente

Gestern hat die Wallbox den Ladevorgang bei Foxi gestoppt als die Sonnenenergie erlahmte und heute schaltet sie sich wieder ein als die Strahlen erneut auf die Module treffen. So soll es sein. Wunderbar. Dennoch ist die Reichweite des E-Ups noch extrem begrenzt, im Prinzip nur für Touren in der Stadt völlig ausreichend. Auch seine Technik ist ja ziemlich überholt, doch immer noch bestens für die City geeignet, wenn man vom „Bildschirm“ absieht. Foxi tut sich fatal schwer mit einem Handy Kontakt aufzunehmen und, sollte es gelingen, ist das Informationsspektrum mehr als gering – das perfekte Auto für technikresistente Existenzen 😀😉. – Ansonsten entfaltet sich ein völlig normaler Alltag ohne jegliche Besonderheiten. Ich stehe solchen Tagen durchaus nicht abgeneigt gegenüber – je älter, je mehr. Es wird normal spät und der Schlaf waltet samt seltsamer Träume ordnungsgemäß seines Amtes. Good old Morpheus.

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Futtern, plauschen, pofen

Die Flattermänner futtern gewaltig. Die beiden verbliebenen Körnerstationen sind ganz bzw. fast leer. Also schnappe ich mir die Sonnenblumenkerne und fülle auf. Es ist erstaunlich viel Betrieb beim Kernfassen. Stark. – Mein Bankingprogramm zickt herum und weigert sich standhaft ein paar Mäuse zu transferieren. Also rein in die App und – zack – raus mit der Knete. Geht doch! – Am Nachmittag treffe ich mich wieder mit der Männerrunde und komme inzwischen aus dem Staunen nicht heraus. Wir plauschen kaum weniger als ein weiblich besetztes Kaffeekränzchen. Zugegeben, die Themen sind anders gelagert, doch der Gesprächsdrang ist fast ebenso kräftig. Ob das am Alter liegt? Oder an der fehlenden Bürokommunikation? Wer weiß das schon? Faszinierend ist es allemal. – Abends unterhält mich Barnaby und der Polizeiruf 110, letzterer nur in viel kleinen Fragmenten 😉🤔. Jetzt ist mir sogar das Zappen schon lästig 😀. – Eigentlich will ich nun mit dem Lesen beginnen, doch das Seniorenbett siegt. Eine gute Wahl. Der Schlaf ist willig und schlägt ziemlich bald zu. Die Traumlast entfaltet sich mächtig gewaltig, unterbrochen von zu vielen Altmännerpausen. Das macht nichts, wenn man gleich weiterschlummert. Fast perfekt.

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Drei Gottesdienste und ein Neptuntrip

Meine Allerliebste verlässt mich früh am Morgen um eine Gemeinde in der Südstadt zu erkunden. Ich bleibe daheim, schlafe so vor mich hin und bin (bewusst) zu spät dran für unseren eigenen Gottesdienst. Für die virtuelle Betrachtung reicht die Zeit noch aus und so kann ich nebenbei sogar noch mein Frühstück genießen. Meine Sonntagsturnübungen begleiten die Predigt aus Bremen – ein fein entspannter Vormittag. – Der Nachmittag bringt einen aparten Kuchen mit sich und leitet so langsam in den Abend über, der uns zu Neptun führt, der offensichtlich ein sardisches Restaurant, eine halbe Stunde entfernt, betreibt. Tolle Gespräche, sardische Nudeln samt Tomaten und Salsiccia – das mundet nicht schlecht. Ich genieße es in vollen Zügen. Es tut wohl mal wieder auszugehen, zu plaudern und mit lieben Menschen zusammen zu sein. Wunderbar. – Daheim lassen wir den Abend dann noch langanhaltend ausklingen. Wie tönt das fein! Gute Nacht.

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Jahresmitgliederstunde

Die Sonne lädt zum Laden ein und so geschieht es. Foxi bekommt ein paar Kilometer spendiert. Gut so. Abends bewegen wir uns zur Mitgliederstunde unserer Gemeinde samt Büffet mit selbstgemachten Köstlichkeiten. Der Jahresbericht erweckt das vergangene Jahr in unserer Erinnerung zum Leben. Es ist mehr passiert als ich dachte aber mein Rücken hatte meine Aufmerksamkeit wohl ziemlich blockiert. Die Kasse wirkt ein bisschen verbesserungsbedürftig, dafür wird im Laufe dieses Jahres die letzte große Kreditrate für unseren Anbau unser Konto verlassen. Sehr schön. – Die erregungsstarke Missstimmung moralisch Angerührter in unserer Gemeinde wird durch einen weisen Beschluss des Vorstandes einem möglichen Ende zugeführt. Das bleibt zu hoffen. Mit YouTube lasse ich den Abend ausklingen. Es wird spät.

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Kulturkirche

Schon ist wieder eine Woche vorbei, mein Leben scheint vom IC- in den ICE-Modus sowie manchmal schon in den Helikoptermodus zu wechseln. Meine Zeit, sausen die Tage dahin, der März liegt schon wieder fast zur Hälfte hinter mir. Ich schaffe gerade mal die nötigsten Arbeiten, es fehlt nicht viel und ich muss mit dem Wecker aufstehen, um überhaupt noch effektiv zu wirken und zu werkeln. Back to the alarm clock? Das fehlte mir gerade noch. Seufz. Ich will eine bestimmte Summe zum Sparkonto transferieren und scheitere fast an meinen eigenen Sicherheitsvorkehrungen. Die maximal mögliche Transfersumme ist sehr gering. Dieses schmale Tor erweitere ich diesmal nicht und überweise den Betrag in zwei Teilen an zwei Tagen. Geht doch. – Per Zufall finde ich eine Formel zur Witwerrentenberechnung. Was treibt mich nur, diese mal auszuprobieren? Das Ergebnis haut mich fast aus den Socken. Aber egal was dabei rauskommt, tausend- mal tausendmal lieber habe ich meine Allerliebste lebend neben mir. Ist doch wahr! – Abends steht die Kulturkirche in Alt-Wolfsburg auf dem Programm „Die Kinder des 20. Juli 2044“ oder so. Mit langen Zähnen fahre ich hin und voll begeistert zurück. Der Tim Pröse hat es drauf, er kann sachlich, faszinierend und emotional Fakten wie auch Stimmungen vermitteln und nimmt uns Zuhörer voll mit. Klasse. Im Anschluss gibt es Wein und Weincreme in der Seitengruft, die ist zwar beeindruckend aber mit den vielen Besuchern eine schwere akustische Attacke auf meine Trommelfelle. Lange halte ich es nicht aus, schade eigentlich. – Um so mehr lassen wir es uns daheim gut gehen und mein Seniorenbett muss lange, sehr, sehr lange auf mich warten. Der Schlaf steht bereit und agiert einfach nur phantastisch. Toll!

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