Senden und segnen

Unser Besuch bestimmt die Zeit des Frühstücks mit und er ist überaus gnädig gesinnt. Viertel nach neun ist okay, denn wir wollen schließlich noch den Gottesdienst in unserer Gemeinde besuchen. So passt alles gut zusammen. Heute werden fünf Jugendliche, die erste nachschulische Schritte probieren, verabschiedet und gesegnet. Eine von ihnen verschlägt es sogar ins ferne Taiwan. Faszinierend welche Perspektiven sich jungen Menschen heutzutage bieten. Wir alle hören dann die Geschichte von Abrahams Berufung und Sendung mit allerlei Querschlüssen auf unser eigenes Leben. Es ist sehr schön und wir freuen uns sehr. Schwager und Schwägerin treffen manche Bekannten aus alter Zeit. Mir fällt auf welch ein großer Schalldruck auf meinen armen Ohren lastet, wenn jeder mit jedem – gleich nach dem Segen – parliert. – Daheim geben wir der hervorragenden Gulaschsuppe noch einmal die Ehre bevor unser Besuch uns wieder verlässt. – Einer ausgiebigen Mittagsruhe folgt die Predigt aus Bremen, abends dann ein alter Tatort aus Münster und zwei Folgen einer starken Krimiserie aus Irland. Mal wieder ein Fernsehabend. Es wird eine kleine Zeit später, das macht aber nichts, weil sich der Schlaf zwar nicht übermäßig schnell aber dafür ziemlich intensiv zeigt.

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Geburtstag

Der Tag ist da. Meine Allerliebste feiert Geburtstag, ist noch vor dem Aufstehen putzmunter und holt schnell etliche Frischwaren aus dem örtlichen Einzelhandel. Nach meiner Gymnastik räumen wir die Turnmatte beiseite, bestücken das Wohnzimmer mit einem Maximum an Stühlen und entfernen alle platzraubenden Rumstehomaten. Draußen sinken die Temperaturen und Wasser von oben nässt alle Freiflächen. Wir werden offensichtlich noch nicht einmal unsere Lounge nutzen können. Gut, dass wir voller Weisheit 😉😇 nur mit unserer „Innenkapazität“ geplant haben. – Nach der Mittagspause treffen Schwager und Schwägerin ein und helfen kräftig mit. Zur vollen Actionzeit berufen mich die Aktivitäten meines Gastrointestinaltraktes aus dem Gewusel ab und so entsteht ein belastendes Drückebergerfeeling in meinem Kopf. Das beeinflusst mein Stimmungsbarometer spürbar negativ. Schade. – Die Gäste treffen nach und nach ein und wie bei einer Self-Fulfilling Prohecy entziehe ich mich viel zu stark meinen Servierpflichten. So schön die Plauderei auch ist, ich fühle mich eingeengt und vermisse die Freiheit des Außenbereichs. Dem Geburtstagskind gefällt es dagegen sehr gut und darauf kommt es ausschließlich an, so hüte ich mich sehr, hier den Nieselpriem heraushängen zu lassen. Alles ist gut, die Gulaschsuppe des hiesigen Automobilkonzerns mundet ebenso exzellent wie die selbsterstellten Antipasti. Glücklicherweise steht unser Alter etwaigen Fetenzeiten bis ins Morgengrauen deutlich im Weg und so kommen wir in den Genuss einer erholsamen Nachtruhe. Das ist nicht schlecht.

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Fetenvorbereitungsmaßnahmen

In aller Ruhe absolviere ich mein Morgenprogramm. Nachdem der Schweiß der Rückenmuskelmotivation verschwunden ist, fahren wir los zu unserem Suppenlieferanten. Derselbe produziert ebenso beliebte Currywürste und so ganz nebenbei auch ein paar Autos. Suppen und Würste laufen derzeit gut, Autos weniger 😉🤔. Wie dem auch sei, wir holen 10 Kilo Gulaschsuppe als Sättigungsbeilage zum Hauptgericht, das anderswo als Vorspeise in Erscheinung tritt 😉😀. Dann ist das so, wer nicht experimentiert erstarrt mittelfristig. – Am Nachmittag transferieren wir einen kleinen Kühlschrank vom Keller ins Wohnzimmer und können so Bier & Co. angemessen lagern. Nach einer erholsamen Ruhepause bestücke ich den Kälteexperten und er schnurrt arbeitsbeflissen vor sich hin, der Gute. Ansonsten kramen wir noch wenig hin und her, stellen fleißig kontroverse Überlegungen zum Thema Gästeverteilung, Stuhlstellung und Speisefolge an mit mehr oder weniger überzeugenden Ergebnissen. Irgendwie ruckelt sich schon alles zurecht. Isso. – Abends sendet der Zweite Dämliche Fernsportsender statt Krimi die Ballschieberei von millionenschweren Kurzarbeitern für sportbegeisterte Sofasitzer. Toll. 😠 Heute zappe ich mal durch meinen E-Bookreader, konsumiere ein paar Lesehappen diverser digitaler Publikationen, blende mich kurz in YouTube ein bevor ich in mein Seniorenbett abwandere um eine weitere Nacht transpirierend mehr oder weniger durchzuschlafen. Senile Schlafflucht? Mag sein.

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Supernetter Besuch

So langsam integriert sich das gymnastische Treiben in mein Morgenprogramm. Gegen Mittag fahren wir mit Tiger zum Getränkemarkt und bereiten uns flüssigkeitsmäßig auf die Fete vor. Im Vergleich zu unseren Zeltfeiern sind die Mengen überschaubar geworden. Oh, ja, das Alter wirft seinen Anker um den Hals. Während wir früher frei nach Schnauze einladen konnten, müssen wir uns heutzutage um Beschränkung mühen. Eigentlich wollen wir keinen außen vor lassen aber anbauen können wir auch nicht. Dieses Jahr probieren wir es mal mit einer Budgetierung: maximal 13 Personen. Das sind nunmal meistens Paare, so dass die Echtzahl bedeutend geringer ist. Ehrlich gesagt hat mich die freie Auswahl freundlicher gestimmt als die Budgetierung. Aber das ist wohl die dieser Methode innewohnende fatale Kröte. Egal, is wie is. Die Wetteraussichten lassen darüber hinaus eine offensive Nutzung der Terrasse ziemlich zweifelhaft erscheinen. Na denn, Augen zu und durch. – Abends überraschen uns die Eltern eines Praktikanten, der vor einiger Zeit mal bei uns Quartier gefunden hatte. Eine supernette Idee von den beiden, die unserer Abendstimmung ein Sahnehäubchen verpasst😀. – Nun noch die übliche Lesestunde bis zur Nachtruhe absolvieren und dann auf den Schlaf warten. Er lässt sich wieder einmal Zeit, doch das kennen wir schon.

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Drei Welten

Nun musste ich zweiundsiebzig Jahre alt werden bevor ich meine erste Massage erleben darf. Mein Physiotherapeut hat heute eine ebensolche auf dem Programm. Zuerst ist es ungewohnt, dann wird es zunehmend angenehmer. Feine Sache. Es folgt unsere inzwischen fast traditionelle Einzelhandelsförderung. Lunch gibt es entsprechend später und die Mittagsruhe endet mit dem Aufbruchssignal zum Bibelgesprächskreis am Nachmittag. Eher unwillig mache ich mich auf den Weg, doch dann erwarten mich tiefschürfende Erkenntnisse, die mich echt im Bibellesen weiterbringen: ein Bibeltext, der mir völlig klar war, gewinnt auf einmal eine viel stärkere, breitere und tiefere Dimension, die mich staunen lässt. Dazu kommen die vielen Beiträge der Geschwister im Glauben, die diesmal äußerst anregend und nachdenkenswert sind. Es hat sich wirklich gelohnt. – Daheim lasse ich mir die Soko Wismar nicht entgehen, wieder ein alter Fall, der mir nur entfernt bekannt vorkommt. Ein schlechtes Gedächtnis kann sich auch mal als vorteilhaft erweisen 😉. Das war es dann aber mit Fernsehen. Das Programm und wir passen wohl nicht so recht zusammen. Die Streamingdienste und mich trennen sogar Welten, denn brutaler Mord, blutreicher Totschlag kombiniert mit menschlichen Tragödien oder alternativ schmalztriefende bzw. tränenreiche tief sentimentale Schmonzetten liegen mir meistens nicht. Dann lese ich halt, da kann meine Phantasie wenigstens regulierend eingreifen 😇🤔. Für mich beginnt die schweißtreibende Nacht ziemlich spät, die Schlafintervalle sind kurz aber intensiv. Wenigstens etwas.

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Fetenphilosophie

Wieder nimmt ein sehr warmer Tag seinen Lauf. Draußen ist es nur drückend, kaum auszuhalten. Selbst unser Kumpel im Teich neben der Haustür bleibt verschwunden. Ihm ist wohl auch zu heiß. Ich bleibe wieder einmal im Haus. Das wird auf Dauer böse enden mit mir. Andererseits lassen Gymnastik und alles andere den Vormittag sehr schnell vorbeihuschen. Wir treffen nebenbei erste Vorbereitungen für unsere Fete am Samstag, kramen ein wenig, erweitern den Esszimmertisch und entfernen „Rumliegegut“ aus diversen Ablageorten 😀. Es sammeln sich halt allerlei entbehrliche oder aus ihren Lagerplätzen entfleuchte Teile an. Feten sorgen nun einmal im Vorfeld für Ordnung aber lassen dafür hinterher ein Chaos zurück. Zwischendrin sind sie allerdings toll. So isses eben 😉😇. – Der Tag geht dahin, der Abend bricht herein und die Nacht schleicht sich allmählich heran. Relativ früh, noch vor zwölf, suche ich mein Nachtlager auf. Der Schlaf ist überrascht und braucht etwas mehr Zeit bevor er aktiv wird. Das wird morgen wieder spät werden.

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Lahmer Wochenstart

Nach dem „Morgenritual“ geht es bald zu Johann, der meinen Rückenmuskeln Stabilität vermittelt. Im Anschluss vereinbaren wir meine drei letzten Termine bei einer seiner Kolleginnen, denn er tritt nächste Woche seinen ersten Urlaub in diesem Jahr an. Er sei ihm von Herzen gegönnt. Es ist ganz schön heiß draußen und ich lerne Foxis Klimaanlage, die per App im Vorfeld einschaltbar ist, wieder einmal arg zu schätzen. Wir düsen vom Rückenrichter weiter zum Einkaufen und erst danach geht es heim. Nach der Mittagspause führen wir ein paar Telefonate, erfahren Neuigkeiten aus der Verwandtschaft und erledigen ein paar kleine häusliche Dinge, soweit die Hitze es zulässt. Bei meiner Abendandacht bin ich unkonzentriert, nicht bei der Sache, das ist nicht gut aber was soll ich machen? – Die bekannten Serienfolgen des neuen Barnabys sind sicherlich ein einmaliges Ansehen wert aber die Wiederholungen haben für mich ihren Reiz verloren. Ansichtssache. Das Lesen einiger Krimis wirkt auf mich heute ebenfalls eher langweilend als anregend – und doch wird es recht spät. Dafür kommt der Schlaf relativ schnell zur Sache. Wenigstens etwas: Gute Nacht.

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Es lebe der Maulkorb

Ein Open-Air-Stehplatzgottesdienst ist nicht unser Ding. So schauen wir nach dem Frühstück per YouTube in Bremen bei Olli vorbei, setzen die Übertragung auf Anfang und nehmen am gesamten Gottesdienst teil. Es gibt insgesamt sieben Taufen, fast eine Fließbandarbeit und die Einführung von zwei Prädikanten. Es ist der letzte Gottesdienst des Pastors vor seinem Prozess, er muss erst einmal sein Amt ruhen lassen. Der Prozess ist hoffentlich eine Farce, denn wenn nicht, kommen schwere Zeiten auf Verkündiger zu, die die biblischen Aussagen ernst nehmen. Nichts gegen unterschiedliche Interpretationen, wenn aber per Gerichtsurteil eine mit Strafe belegt werden sollte und dann noch die, die den Aussagen der Bibel vom Wortsinn her am nächsten kommt, sieht es düster aus mit der Religionsfreiheit. Andererseits war es schon immer die Tendenz der Menschen die Bibel zu relativieren, zu „verbessern“ oder gänzlich zur Seite zu schieben. Die Zeiten werden wohl rauer. Ganz allgemein ärgert mich, dass klare, deutliche Worte (egal auf welchem Gebiet) in Verruf geraten und durch ein Heiteitei-Geschwafel ersetzt werden. Strauß, Wehner und Schmidt wären heute wohl tief geächtete Personen. – Ich schaue zu wie die MS Hamburg unter der Tower Bridge hindurchgleitet und gerate ins Schwärmen – tolle Impressionen, da wäre ich zu gerne dabei. Seufz. Dann rufe ich die Vorstellung von zwei Kapitänen der Mein-Schiff-Flotte auf und verfolge ihren beruflichen Werdegang kombiniert mit ihren privaten Interessen, nett gemacht und interessant. – Abends besuchen wir Freunde, sitzen lange auf der Terrasse, unterstützt von Aperol Spritz und weißem Traubensaft im Endverarbeitungsformat. Es wird spät. Der Schlaf fällt dagegen nicht so besonders gut aus, weil gewisse innere Organe weiterwurschteln statt in den Ruhemodus zu fallen. Dann ist das so.

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