Torquay

Morgens, gegen acht, erreichen wir Torquay. Wir haben keinen Ausflug gebucht und schlafen gründlich aus. Andere werden in den Nebel hinein „getendert“, da wir auf Reede liegen. Es geht munter hin und her, nur der Dunst bremst den Elan der Bootsführer ein wenig aus. Ich frühstücke kärglich mit Croissant und Kaffee. Wir halten zwar Andacht, verpassen aber irgendwie das Sonntagsfeeling. Dann ist das so. Leider. In den von uns neu entdeckten Lido-Terrassen, einer ruhigen Bar an Bord, lasse ich mir am Nachmittag einen Rüdesheimer munden und lese eifrig einen Krimi. Abends zieht die EM unsere Mitrentner in ihren Bann. Der Fussball, Deutschland contra Schweiz, wird im Kaisersaal übertragen. Mein angeheirateter Nationalkickerfan sichert sich rechtzeitig einen guten Platz, während ich es mir im fast leeren Restaurant schmecken lasse. Fußball ist nicht meins. Ich lese lieber meinen Krimi weiter, der sich ziemlich grausam entwickelt, was mich Sensibelchen arg zerrüttet. Nach dem Spiel informiert mich unsere Fanbeauftragte über den Endstand: eins zu eins gegen die Schweiz. Aha. Da traf „unsere“ Mannschaft wohl zum ersten Mal in diesem Turnier auf einen wirklich ernsthaften Gegner. Immerhin sind sie weiter und sogar Gruppenerster – deutlich mehr als beim letzten Turnier 😉😇. – Der grausame Frauenmörder meines Krimis schafft es dagegen mühelos mich um den allermeisten Schlaf dieser Nacht zu bringen. Mistkerl.

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London

Sehr früh geht es los, doch durch die netten stunde-schenkenden Briten fällt es mir nicht schwer. Wir landen im Hafen von Portsmouth, die Zöllner kommen an Bord und wir verlassen wenig später der Schiff. Der Bus steht bereit, ich steige ein und mein Rücken aus. Die Fahrt im Sitzen geht ihm auf dem Geist und er mir. Solche Schmerzen kenne ich eigentlich nur kurzzeitig – nie auf Dauer. Meine Bandscheibe meint wohl, beim wehleidigen Zucken noch etwas Lernbedarf auszumachen. Schon die Toilettenpause wird zum kleinen Drama – kurze Entfernungen werden zu Langstrecken. Hinterher geht es wieder sitzend weiter und das mag der eingeklemmte Nerv gar nicht. London, selbst aus dem Bus, ist total eindrucksvoll. Starke Impressionen schaffen sich Raum. In der City wuseln unzählbare Massen verschiedenster Menschen durcheinander. Für einen Fotoaufenthalt mit Blick auf den Tower samt gleichnamiger Bridge parkt der Bus. Fast alle steigen aus. Mein Rückennerv entscheidet für mich das Hierbleiben. Einem schmerzlich-langem Aufstehen folgt ein schneckenartiges Trippeln durch den Bus mit nach jedem Zucken sich bildenden Grimassen. Zeit für zwei fette IBUs. Der nächste Halt fällt mir nicht leicht aber doch leichter. Erst geht es mit kleinen Schritten durch die Opera-Kolonaden, dann verringert sich der Stockeinsatz und zum Schluss spaziere ich fast normal (nur mit mehr Pausen) rund ums Karree. Nun gut, ich hätte liebend gern weitere Strecken bewältigt aber wir haben auch so viel gesehen, kurzum er war gar letztlich okay. Schweigen wir von der Rückfahrt mit weiterem Tablettenkonsum. Alles wird gut. Die Entspannung auf unserem Boot tut wohl und das Dinner nehmen wir im SB-Restaurant ein. Danach steht mir der Sinn nicht nach Abendunterhaltung, irgendwie verständlich. Der Schlaf erquickt – so soll es sein.

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Seetag mit Gala-Dinner

Für die erste Nacht im alten Schiff war es ganz okay. Die See ist ruhig, es schaukelt fast nicht und der Schlaf war freundlich zu mir. Natürlich stehen wir relativ früh auf, um das Frühstück zu erwischen aber das haben wir ja erwartet. Das Restaurant ist voll, doch wir erwischen dennoch einen freien Tisch. Sehr schön. Das Rührei wird frisch zubereitet, das Croissant ist knusprig, das Würstchen wohl gewürzt und der angebratene Schinken wie er sein muss. Alles ist im grünen Bereich bis auf meinen Rücken, der eher zu orange-roten Sektor tendiert, vor allem beim Aufstehen. Schade. Heute am Seetag besichtigen wir das Schiff und fangen langsam an eine Orientierung zu erarbeiten. Selbst als ich endlich die Lage in korrekten Stockwerk drauf habe, fehlt mir immer noch die Zuordnung „Richtung Bug“ oder „Richtung Heck“. Mancherlei Komplikationen für ein winziges Schifflein. Als wir endlich den Pool entdeckt haben, neigt sich dort ein lautstarkes „Hanseaten-Event“ seinem Ende entgegen. Das ist gut so, finden meine Öhrchen. Nett so eine Kreuzfahrt. Das Mittagessen lassen wir ausfallen, leider nehmen wir an der Kaffeepause teil mit Sauerkirschen auf Waffeln. Da kommen Kilos auf mich zu, Vorsicht ist geboten. – Der Seetag eignet sich perfekt zum Cocktailempfang mit Sightseeing auf die Mannschaft. Etliche von ihnen kennen wir bereits von der Amadea im November. Sie wechseln wohl im Winter-Sommer-Rhytmus. Danach folgt ein Gala-Essen, mit festlicher Kleidung. Okay, meine Definition von „festlich“ gründet sich eher im Unterschied zum Normalen als im Vergleich mit dem Formellen. Gut so. Voll genudelt sinke ich aufs schmale Kreuzfahrtbett für eine eigentlich kurze Nacht. Die freundlichen Briten schenken uns gnädigerweise eine Stunde und so wird alles gut. Fein.

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An Bord

Das frühstück ist allen meinen Erwartungen zum Trotz nicht schlecht. Es ermangelt zwar des Rühreis aber gekochte Eier sind auch gut und ein buntes Fischangebot macht das wett. Natürlich kann man in einem Hotel mit neun Zimmern nicht das Büffet eines Grandhotels erwarten. Ist doch logisch! – Wir durchstöbern das Shopping-Center, wandern über die verglaste Brücke zur Terrasse der Klimahauses und unsere Freunde besichtigen danach ein U-Boot, das ich wegen Platzangst lieber meide. – Wir beziehen Stellung im Innenhof des Outlet-Centers, verspeisen ein wenig Fisch vom Gosch und der weibliche Teil unserer Truppe inspiziert danach sorgfältig die vielfältigen Sonderangebote rund um uns her und verbessert im kleinen Rahmen die Rentabilität des Centers. – Zum Abschluss noch einen Kaffee auf dem Theodor-Heuss-Platz und dann verbringt man uns zum Cruise-Terminal. Einem kurzen Abschied voller Aufgeregtheit (die werde ich wohl niemals los, seufz) folgen die Vorteile eines Silberstatus-Buchers. Vorbei an der langen Schlange der Check-inner, geht es direkt nach vorn zum Schalter. Ein Ehepaar ist vor uns und schon werden wir eingecheckt. Es folgt eine fast stressfreie Gepäckdurchleuchtung und, voilà, der Sekt steht bereit. Wir müssen die Pässe abgeben, spazieren durch die Gangway zum Schiff, lassen die frisch erstellten Bordkarten einlesen und sind an Bord. Eine freundliche Mitarbeiterin schnappt sich unser Handgepäck, geleitet uns zur Kabine vor der bereits unsere Koffer auf uns warten. So soll es sein. – Das Auspacken geht schneller als das Kofferfüllen 😇😀. Zu unserem übergroßen Erstaunen passen alle Sachen in die schmalen Schränke. Perfekt. Die Organisation der Seenotübung hat noch reichlich Luft nach oben aber okay😉. Danach verlassen wir Bremerhaven Richtung Nordsee. – Das Dinner kommt spät, fällt aber dafür reichlich aus. Mein Rücken motzt nach dem Sitzen gewaltig rum und will sich nur schwer beruhigen. Ätzend. Der Tag hat uns ziemlich geschafft, so präferieren wir die Kabine und verzichten auf das bordeigene Abendprogramm. Gute Nacht!

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Bremerhaven ahoi

Unsere Freunde holen uns pünktlich ab. Es pladdert von oben, so wird die Autobeladung ein feuchtes Vergnügen aber was soll’s für Bremerhaven ist gutes Wetter avisiert. So lässt sich die Sonne immer mehr sehen, je näher wir der Küste kommen. Mittags speisen wir bei einem Griechen in Winsen an der Aller zu sehr zivilen Preisen ein reichlich portioniertes Hauptgericht nach einer leckeren Vorsuppe und einem Gläschen Ouzo zum Dessert für nur 13,80 €. Nicht schlecht. Weiter geht es mit dem wohlinformierte Onkel Google, der uns zum Abschluss noch eine abenteuerliche Fahrt durchs vielgesperrte Bremerhaven bietet bis wir endlich vor unserem Hotel landen. Es ist klein, alt und irgendwie schnuckelig. Die Zimmer sind nicht besonders groß, die Bäder absolut winzig und das Waschbecken gehört zu der Art, wie man sie ab und an in engen Gäste-WCs findet. Ein normal großes Waschbecken hätte den Zugang zum Bad nahezu komplett ausgefüllt. Ach ja, zu den Zimmern führt eine steile Treppe, die einer Hühnerleiter an Neigung kaum nachsteht. Ein Abenteuer! – Rund um den Innenhafen ist die nördliche Dependance Bremens durchaus sehenswert. Ich schlürfe meinen ersten Aperol Spritz in einem containerartigen Ausschank mit Strandatmosphäre und lasse die milde Sonne mir leicht das Haupt wärmen. Das hat was. Während Dreiviertel unserer Truppe sich Deutschland gegen Ungarn bei Gosch reinzieht, genieße ich den klimatisierten Innenhof eines schnuckeligen Outlet-Centers mit Weißbier und Toast. Inzwischen ist es draußen arg kühl geworden und ich bin froh, dass ich nach dem Bezwingen der Steilwandtreppe in mein Bett sinken darf. Was für ein Tag!

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Abschluss der Vorbereitungen

Nach dem Aufstehen holt sich der Wachdienst den Schlüssel und löst einen Probealarm aus – viel Zeit bleibt potenziellen Einbrechern wohl nicht. Die Wertsachen verreisen sowieso mit uns. Bleibt nur die Angst vor Frustverwüstungen der Fremdeigentumsaneignerwilligen. – Meine Treterchen erhalten eine Vorurlaubspflege und sind danach gut beieinander. – Unsere Koffer gehen schon mal mit ein wenig Verspätung vorab auf Reisen. „Macht’s gut Jungs“ und „Wiedersehen macht Freude“. Wirklich! – Heute finden vielerlei Kleinigkeiten ihren Weg ins Handgepäck und mir gelingt der komplette Ersatz des Rücksacks durch ein rollenbewehrtes Köfferchen, das meinen Rücken spürbar entlasten wird 😀. Leider habe ich es nicht geschafft die Messer von Mr. Shorty zu wechseln – armer Rasen! Am Abend vor einer Reise bin ich immer aufgeregt, egal ob mit oder ohne Grund, ich bin halt so. Dennoch schlafe ich recht gut. Das ist fein.

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Koffer packen

Koffer packen ist angesagt. Wir wissen vorher und stellen hinterher fest: wir nehmen zu viel mit. Doch was soll man weglassen? Will man im Urlaub waschen oder waschen lassen? Wie wird das Wetter? Und am allerschlimmsten: Gewicht spielt keine Rolle. Zum Pack-Ende sind die Koffer voll aber nicht übervoll und stehen zum Abholen bereit. Morgen hauen sie ab, wir einen Tag später. Hoffentlich treffen wir uns am Donnerstag wieder. 😉😀. Viel schwerer wiegt die Befürchtung, dass uns der doofe Fußball die ganze Zeit begleiten wird. Man soll der eigenen Mannschaft ja nichts Schlechtes wünschen aber mit einer Horde kreischender Opas auf engstem Raum zusammen sein zu müssen, gibt schon Anlass zu schockierenden Befürchtungen. Cool bleiben. – Abends beruhigt mich der alte Barnaby mit alten Fällen und der Cosy-Roman mit einer prallen Schmalzgabe, so dass ich erst spät den Schlaf suche. Er ist wieder einmal schwer zu finden. Auch daran muss man sich im Alter wohl gewöhnen.

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Sommerfest

Nach dem sonntäglichen Frühstück brechen wir zum Gottesdienst auf. Meine Gemeinde feiert ihr Sommerfest, so lade ich meine kochkundige Mitfahrerin samt ihren Köstlichkeiten zum Büffet vor der Tür ab und suche außerhalb einen Parkplatz für Tiger. Der ist schnell gefunden. Heute gestalten die Teens den Gottesdienst. „Das kann ja heiter werden“, dachte ich im Vorfeld und es wird tatsächlich heiter. Sie machen ihre Sache sehr gut, ich bin sehr positiv angetan. Unsere Jugendpastorin hält eine anschauliche, inhaltsreiche Predigt und wenn sie etwas mehr Ehrfurcht vor dem Schöpfer des Alls, dem unumstrittenen Herrscher dieser Welt und unserem Erlöser an den Tag legen würde, wäre es perfekt gewesen. So ist es nur gut mit starker Tendenz zu sehr gut 😉. Ein schöner Gottesdienst. Das Fest ist, wie die meisten Feste, nicht so ganz meins. Dankbar bin ich für die nicht vorhandene Schlange am Büffet, dem überreichlichen Angebot und dem Pfeffer, den die Küche auf Lager hat😉. Offensichtlich fühlen sich alle wohl und das ist gut so – solche Feten-Exoten wie ich sollten wirklich in der absoluten Minderheit sein. Gelungene Sache. – Nach einer erholsamen Mittagsruhe schauen wir uns noch die Predigt aus Bremen an, die das Wort Jesu „Ich bin das Brot des Lebens“ exzellent auslegt. – Das Fernsehprogramm am Abend überzeugt mich nicht und so lasse ich mich von einem Cosy-Roman (früher als ‚Lore-Roman‘ bekannt) mit einem der realen Welt entfremdeten Plot zu Tränen rühren. Bei allem triefenden Schmalz muss ich der Autorin zugestehen, dass sie eine gute Schreibe hat und die Gefühlswelt einer Frau (soweit ich das als alter Ehemann beurteilen kann😇) sehr realistisch wiedergibt. Zugegeben, auf Dauer sind solche Romane nichts für mich, da sie alle nach fast dem gleichen Schema „funktionieren“. Cosy-Krimis sind schon eine eigene Nummer aber Cosy-Romane legen noch ein Portion Schmalz drauf. Superlesestoff für kleine Fluchten, Dauerkonsum kann zu Realitätsverlust führen🤔😀. Es wird normal spät und der Schlaf nimmt sich Zeit.

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