Entenbraten

Wenn man einen Blog mit Worten füllt, selbst so einen fast privaten unbedeutenden wie meinen, dann merkt man erst wie gleichförmig Wintertage ablaufen können. Der Vormittag startet wieder einmal so gewöhnlich wie jeder andere Vormittag. Jedoch gegen Mittag verändert sich das Klima, eine kleine Hektik versucht sich auszubreiten, Tiger wird gesattelt und bald reiten wir gen Westen 😀😉 einer Luncheinladung entgegen. Aus dem alltäglichen Einerlei gewinnt eine knusprige Ente Gestalt, begleitet von Rotkohl und Klößen, angekündigt durch eine feine Entensuppe und verabschiedet mit einer sahnigen Pfirsich-Quarkspeise. Dazu wird ein feinherber Weißwein gereicht. Kochen können unsere Freunde, zweifelsohne. Nach dieser feudalen Mahlzeit tut ein wenig Ruhe gut. Das Wort ‚wenig‘ umschreibt die Länge allerdings nur unzureichend. – Nachmittags trifft eine alkoholhaltige Sendung aus einer der besten Destillerien ein – ein etwas zu spät eintreffendes Gastgeschenk für die hervorragenden Kochkünstler. – Leider ist die ganze Chose meinem Rücken überhaupt nicht zuträglich gewesen. Der Protest ist heftig und anhaltend. Mir bleibt keine andere Wahl als ihm die geforderte Ruhe zu gewähren. Bis spät in die Nacht zeigt er sich relativ unzufrieden. Dann ist das halt so – der Knuspervogel war es wert. Mit ein wenig lesen locke ich den Schlaf an, der heute bereitwillig seinen Job tut. Gut so.

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Einfache Speisen präferiert

Endlich sind wir beide fit genug um Mutti zu besuchen. Wir kommen pünktlich los und ich erzähle Mutti einiges aus unserem Leben. Hört sie es? Versteht sie es? Ihre Reaktion ist gleich null. Doppel-Seufz. Hinterher starten wir eine Shoppingtour. Auch gut. Gepellte Pellkartoffeln und Quark vereinen sich zu einem Lunch, das ich mag. Einfaches Essen ist perfekt – für mich würden bei einer Kreuzfahrt zwei Gala-Dinner völlig ausreichen, dazwischen wäre einfache Hausmannskost ideal. Aber das bleibt wohl ein Wunschtraum, den die meisten meiner Mitreisenden nicht teilen würden, vermute ich. Dann ist das so. Nach einer schönen Mittagsruhe gehe ich endlich auf Corrie ten Boom zu, einem Lebensbild für den Seniorenkreis am Monatsende. Schon die Fotos bilden ein erstes passables Grundgerüst für meine Überlegungen. Munter voran – oder so. – Abends vertiefe ich mich in simplen Lesestoff und kann gut abschalten. Der Schlaf gestaltet sich intervallartig, mit viel zu vielen Intervallen. Nun ja …

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Studierstube und Abendgodi

Morgens tagt unsere Studierstube. Wir sprechen über den ersten Johannesbrief, den Antichristen und das Ziel sein Leben nicht an ewigkeitsfremden Dingen wie Karriere, Reichtum und ähnlichem fest zu machen. Das kann ja alles ganz gut sein, trägt aber nicht durchs Leben und erst recht nicht durch den Tod. Wir kommen vom Hölzchen aufs Stöckchen, es wird lebensnah, wir verlassen den Text und kehren wieder zu ihm zurück. Ich liebe das. – Unsere Gemeinde hat einen prall gefüllten Sonntag: morgens chinesischer Gottesdienst, nachmittags Familientag und abends Abendgottesdienst. Im letzteren obliegt mir die Moderation. Schon immer habe ich Freude daran, die Aufregung bleibt aber ich schwitze kaum noch dabei. Das ist gut. Danke! Die Predigt geht um Saat, Wachstum und Ernte, um Gottes Wirken und unser Mittun. Eines meiner Lieblingslieder singen wir zum Abschluss – ein schöner runder Sonntag. Abends gönnen wir uns einen gut gegorenen Traubensaft aus der Gegend um Bordeaux – lecker. Es wird spät, der Schlaf ist gut und eigentlich fest – nur gegen fünf Uhr wollte er sich vom Acker machen und ich musste ihn wieder einfangen. Das gelingt. Perfekt.

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Mehrwertsteuerplage

Mitunter muss man tun, was man hasst. Steuererklärungen fallen für mich unter diese Kategorie. Der Betrieb einer tollen Photovoltaikanlage macht viel Freude – nur habe ich sie zwei Jahre zu früh installiert. Die Jahresmehrwertsteuererklärung steht vor der Tür. Ehe nun das Finanzamt höchstpersönlich anklopft, gehe ich es lieber rechtzeitig an. Zunächst suche und finde ich meine Vorjahrestabellenkalkulation, dupliziere sie und passe sie auf 2023 an. Nun die Werte zusammengesucht, eingesetzt und schon steht der Betrag da, den mein räuberischer Staat mindestens einfordert. Für mich ist die Versteuerung selbsterzeugten und selbstverbrauchten Stroms Abzockerei, die allein durch das Gewaltmonopol des Staates begründet ist. Vormals gab es wenigstens die Erklärung, dass das die „nötige“ Folge einer mehrwertsteuerfreien Beschaffung war aber inzwischen ist dieselbe ohne jegliche weitere Verpflichtung sowieso steuerfrei. Ein weiterer Grund für die Unzufriedenheit im Land. Mit viel Überwindung rufe ich nun ELSTER auf, logge mich ein, kopiere die Daten vom letzten Jahr, trage zwei Werte neu ein, dazu noch unsere Anschrift und fertig ist die Erklärung. Offen bleibt, ob die Abzocker damit zufrieden sind, dass ich als Grundlage meine tatsächlichen Kosten für aus dem Netz bezogenen Strom nehme oder ob sie einen Mondpreis als Basis für die Steuer fordern werden. Warten wir’s ab. Immerhin ist mein Part voll erfüllt und ich habe ein Jahr Ruhe. Hoffentlich. – Ansonsten huscht der Tag vorbei, es wird mittelspät und der Schlaf ist okay. Mehr oder weniger.

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Alter Elefant

Jeden Tag wird es besser, inzwischen hüpfe ich daheim schon herum wie ein alter Elefant😉, teilweise sogar ohne Gehstock. Fein. Nach all den tristen Januartagen leuchtet ein kleines Licht auf und mit mancherlei Ideen stürze ich mich auf kleine Aufgaben. Sehr schön. – Daneben öffnet mir ein YouTube-Beitrag eine Sicht auf die katholische Kirche – diese, meiner Meinung nach gelungene, neutrale Sicht ist erfreulich. Neutral heißt nicht keinen eigenen festen Standpunkt zu haben, welcher natürlich alle Aussagen prägt. Es ist kein unbedingt tiefschürfender aber doch sehr erhellender Überblick. – Die Mittagspause tut wieder einmal wohl, auch wenn mich Überlegungen zu einer anstehenden Moderation umtreiben. Der Abendgottesdienst am Sonntag wirft seinen Schatten voraus, gerade rechtzeitig bin ich wieder „schussbefreit“, es ist an der Zeit einleitende Gedanken zu fassen und zu formulieren. Gott schenkt mir dazu Ideen und Motivation, nur so kann das Vorhaben gelingen. – Belastung und Schonung im rechten Maß scheinen meinen Rückennerven gut zu tun. Ihr Protest wird immer stiller. Prima. Die Nachtruhe beginnt spät und lässt, laut Watch, Tiefschlaf und REM vermissen. Die REM-Phase soll etwas mit Träumen, Tiefenentspannung und Gedächtnistraining zu tun haben. Nun ja, meine Festplatte hat sowieso ihre Probleme, kein Wunder nach sieben Jahrzehnten Laufzeit😀.

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Lehren für künftige Schüsse

Was lerne ich aus der ganzen Chose? Ein stinknormaler Hexenschuss dauert rund zwei Wochen. Ein Arztbesuch scheint dabei wenig zu bringen. Die erlösende Spritze gibt es nicht mehr wegen festgestellter Nebenwirkungen und das ist sicherlich gut so. Schmerzmittel kann ich mir selbst besorgen, nur für höhere Dosierungen wäre ein Medicus nötig. Der Weg zur Praxis ist mühevoll aber vor dem Doktor „springe ich rum wie ein alter Hirsch“ – warum auch immer – so dass demselben ein völlig falsches Bild von mir vermittelt wird. Back Home geht das Dilemma und Gejammer aber wieder los. Nützlich scheint mir nur die Bewegung in der zweiten Woche zu sein, diese fördert wohl in Kombination mit lindernden Tabletten die Heilung. Muss ich mir merken. – So stehe ich auch heute auf, laufe herum, halte aber ebenso Ruhephasen ein und begebe mich früh ins Seniorenbett. Das bekommt mir offensichtlich gut. – Ansonsten wickelt sich ein ganz normaler Tag ab, nur dass meine Einsatzfähigkeit nach wie vor ein wenig stark begrenzt ist. Dann ist das so! Die Nacht ist nicht so toll, da gebe ich meiner Watch völlig recht. War wohl wieder einmal dran.

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Mein Ich – mein Rätsel

Meine gesammelten Bedenken kann ich getrost vergessen. Gott schenkt mir einen höchst erfreulichen Aufbruch, einen kliniknahen Parkplatz (wahrlich keine Selbstverständlichkeit um diese Zeit!!!) und einen leicht beschwingten 😀😉 Gang zum Untersuchungstermin. Ich befürchte nur, dass das Urteil des Arztes durch meinen munteren Auftritt wenig realitätsnah erfolgt. Wie dem auch sei, selbst die lange Wartezeit auf das Ende der parallelen Behandlung meiner „Leidensgenossin“ in einer anderen Abteilung, überstehe ich perfekt. Sogar der Rückweg zum Auto erfordert nur einen leichten Krückeneinsatz. Alles roger? Ja, bis daheim. Dort geht das Nervengemaule wieder los, immerhin schwächer als gestern. – Mittags hätte ich fast eine Kreuzfahrt für 2026 gebucht – die Reise wäre fast perfekt aber zwei Jahre im voraus buchen? Spinne ich denn? Nein, das mache ich nicht mehr mit – der Zeitraum ist mit gut 71 Lebensjahren zu unüberschaubar. Die Doppelerkrankung mit unserer Hilflosigkeit hat ihre Spuren hinterlassen und die Unberechenbarkeit des Lebens drastisch vor Augen geführt. Ein Jahr Vorlauf billige ich mir noch zu – selbst das ist genau genommen schon viel zu lang. – Den nervenaufständischen Nachmittag brauche ich zur Rückenmuskelberuhigung – der Unterschied zum Vormittag ist superarg krass. Ich kapiere das gar nicht und bin mir selbst ein Rätsel. Findet mein Hexenschuss nur im Kopf statt? Seltsam. Sei’s drum. Lesen, Andacht, ein wenig TV und recht früh die Nachtruhe einläuten mit dem seltenen Erfolg einer ausgiebigen Tiefschlafphase laut Watch. Stark.

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Arztbesuch der Erste

Ein erfahrungsreicher Tag bahnt sich an. Gegen Mittag eile 😉 ich auf zwei Krücken hoffnungsfroh zu meiner Ärztin. Sie ist supernett, man kann mit ihr wunderbar plaudern aber die ersehnte Spritze erhalte ich von ihr nicht. Es gäbe eine Reihe negativer Erfahrungen damit, sagt sie. Stattdessen (Los eines Privatpatienten?) schickt sie mich morgen ins Klinikum zu einem Termin mit einem Fachmann. Also zurück zum Auto, ein paar Sachen aus der Gemeinde holen, meine inzwischen wieder fahrfähige, in Gesundung befindliche Miterkrankte kauft noch ein wenig ein und dann will ich zu Hause endlich aussteigen. Das gefällt den Rückennerven überhaupt nicht. Das Laufen, das nahezu ohne Gehhilfe in der Arztpraxis möglich war, funktioniert nur noch mit doppelter Unterstützung in Trippelschritten. Der kurze Weg zum Bett ist plötzlich gewaltig lang. Im Laufe des Nachmittags beruhigen sich die Krawallmacher wieder, wenn auch nicht wie heute früh. Das kann morgen ja heiter werden – ein Gebetsanliegen bedeutungsvoller Art! Gott wird helfen. Irgendwie. Schauen wir mal. Aufbauend erweisen sich der Hiob-Kommentar und das Jesus-Buch – eine von etlichen prima Seiten einer Andachtszeit. – Liegender- und lesenderweise wird es nicht sehr spät, denn der Mittwoch wirft seine Frühaufsteherschatten voraus. Es folgt ein erholsamer Schlaf. Klasse.

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