3. Advent

Müde ist stark untertrieben. Nein, heute verlagere ich meinen Gottesdienstbesuch ins Internet. Dort kann ich den Beginn individuell anpassen und das habe ich heute nötig. Meine energiestrotzende Partnerin ist, wie könnte es anders sein, natürlich live dabei. Das Folivora daheim müht sich redlich den Beginn um halb elf halbwegs pünktlich zu erreichen, zum Glück kann ich den Anfang zurückspulen. Fein. Ein ansprechender Gottesdienst „Siehe, der König kommt“ ist wunderbar gestaltet mit einem Predigttext aus dem Jeremiabuch. Mein äußerer Rahmen, in Ruheposition auf dem Sessel liegend, kommt mir verdächtig dekadent vor. Man gönnt sich ja sonst auch alles 🤔😔. Okay, ausnahmsweise. – Der dritte Advent gewinnt, es wird auch Zeit, stimmungsmäßig einen adventlicheren Charakter, jedoch: früher war mehr Gefühl. – Am Abend höre ich bei Terra X den Satz, dass bezüglich des Klimawandels jeder von uns wüsste was zu tun sei, nur man tue es nicht. Da bin ich mir nicht so sicher. Okay, ich weiß, dass die Verminderung des deutschen CO2-Ausstoßes weltweit keinerlei wesentliche Auswirkungen hätte – das kann jeder sehr leicht berechnen. Jeder müsste wissen, dass diesbezügliche gemeinsame Investitionen in China, Indien und den USA weltweit Gravierendes bewirken könnten. Aber ich vermute eher, dass auf beiden Frontseiten Emotionen vor Fakten kommen. Ich bin ja für weltweite Anstrengungen doch bitteschön da, wo es am meisten bringt. Nicht jeder für sich, alle zielgerichtet. Das wird wohl nichts. – So lasse ich einen Münster-Tatort über mich ergehen mit gewohnt seltsamer Handlung aber liebenswerten Akteuren. Es wird normal spät und der Schlaf arbeitet bestens. Toll.

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Entenbraten

Die nächste Mastkur steht an. Wir haben Schwester und Schwager ins ferne Radenbeck zum Entenessen eingeladen. Also fahren wir früh los, umgehen weiträumig eine Straßensperrung und kommen pünktlich an. Der Heidekrug bestätigt wieder einmal seine hervorragende Küche und mein Magen tadelt wie üblich meinen Appetit. Hinterher schauen wir bei unseren Gästen noch kurz auf einen KWV vorbei, begeben uns anschließend heim und fallen ins Bett. So eine ausgiebiger Mittagsschlaf ist gut für die Psyche aber schlecht für die Pfunde. Eins geht nur 😉. Später kann ich es nicht lassen und buche eine Flusskreuzfahrt. Leider nicht bei unserem Lieblingsveranstalter, der ist nämlich immer sehr spät dran mit seinen Angeboten. Schade. So Gott will, wir leben und gesund sind, geht es in ziemlich genau in einem Jahr über Weihnachten und Silvester auf den Rhein, den Main und die Mosel. Ein Experiment mit Risiken, denn wo finden wir Gottesdienste? Treffen wir auf Geschwister oder Festflüchtlinge? Ein wenig herausfordernd könnte es schon werden. Ein „Rettungsanker“ bleibt: das Internet, dort können wir virtuell daheim vorbeischauen, wenn vor Ort so gar nichts läuft. Ich bin sehr gespannt. – Es wird wieder spät, der Schlaf agiert lustlos und „spart“ sich bei mir die Tiefschlafphase. Das rächt sich leider.

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Alter erleben

Mir wird mein Alter immer deutlicher bewusst. Beim Hinknien schmerzen die Knie, richtig tiefes Bücken erzeugt Nöte beim Aufrichten – irgendwie lernt man eine demütigere Haltung 😉. Das ist halt so bei Übergewicht und Sportmangel, im Grunde genommen komme ich noch ganz gut dabei weg. Mithin gibt es keinen Anlass zur Klage. Damit ist das Thema zunächst erledigt. Basta! 😇. – Eine ehemalige Kollegin, Jahrgang 1956, wird heute zu Grabe getragen. Wir fahren zur Trauerfeier, um Abschied zu nehmen. Der Alternativen sind wenige: früh im Kreise langjähriger Freunde sterben oder alt werden und immer einsamer auf dem Jahresplateau herumirren. Das kann man sich nicht aussuchen – Gott sei Dank. – Lamparter versteht es wieder die Klagen des Hiob mir näher zu bringen. Es ist immer eine aufwühlende Erfahrung wenn Gott ein Buch, das man gut kennt, neu erschließt. Wie oft habe ich Hiob schon gelesen und jetzt öffnet sich mir eine neue Perspektive! – Die Chefin am Abend löst einen weiteren, diesmal nicht ganz so skurrilen Fall. Ich schaue mir danach Felsabstürze auf Straßen an. YouTube kann zu seltsamen Wegen animieren. Andererseits ist es so möglich einen Großteil meines Denkapparates schon vorzeitig in Ruhestellung zu versetzen. 😉. Dennoch scheint mir die Zeit inzwischen wieder reif für eine Lesephase zu sein. – Erneut widerspricht meine Smartwatch meinem höchstpersönlichen Schlafempfinden. Faszinierend.

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Dörflicher Adventskalender

Zwei kleine Kratzer am Auto, die man normalerweise mit Klarlack oder Lackstift schützen würde, müssen beim Leasingauto aufwändig behandelt und teuer bezahlt werden: fast 300 Euro. Die Alternative zum Leasing würde aber eine enorme Investition erfordern, große Wertverluste zur Folge haben und mit zunehmender Nutzungsdauer das Portemonnaie mit Reparaturen herausfordern. ÖPNV? Auf dem Lande? Getränke- und Einkaufskisten von der Haltestelle zum Haus schleppen? Forget it! Diesmal trifft der Kelch zwar die Unfallverursacherin aber wir hätten ihr das gern erspart. – Gestern suchte ich erfolglos unser zweites Vogelfutterhaus in allen Kellerräumen und musste schließlich leicht verzweifelt aufgeben. Heute öffne ich den Gartenkeller, ein Blick und da steht es – im Regal an zweiter Stelle. Ups. Objektbezogene Blindheit? Psychische Optikverschleierung? Was auch immer, schnell ist der Futterspeicher mit schwarzen Sonnenblumenkernen gefüllt, selbst das Aufhängen gelingt ohne Leiter am Dachüberstand am Rande der Lounge und die Flattermänner und -frauen entdecken es sogar in rekordverdächtiger Geschwindigkeit. Perfekt. – Abends besuchen wir den örtlichen lebendigen Adventskalender beim Vertreter des Ortsbürgermeisters. Sehr fein organisiert, gut angenommen, eine kurzweilige Geschichte, drei Weihnachtslieder und Glühwein, Glühsaft und Bockwurst. Nun ja, man erwartet die Ankunft. Vom Herrn? Nö, eher von den Festtagen. Wir feiern um des Feierns willen, der Anlass rückt in den Hintergrund trotz Kirche und Krippe. Schade. – Unser Hauskreis entscheidet sich für einen Text aus Jeremia. Leider fehlt uns die theologische Kompetenz für ein paar Verständnisfragen, dennoch wird es ein interessanter und persönlicher Austausch, entlang des Textes und weit darüber hinaus. Die anschließende Gesprächsrunde dehnt sich angenehm in die Länge, so wird es spät. Erst gegen halb eins suchen wir die Nachtruhe und finden sie relativ schnell. Der Schlaf macht einen guten Job.

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Verschätzt und touchiert

Der heutige Tag beweist, dass sowohl das Ausschlafen als auch die Morgenandacht einem rechtzeitigen Aufbruch nicht im Weg stehen müssen 😉😀. Ich spiele Chauffeur und meine Lebenslangpartnerin Weihnachtsfrau. Ich staune jedes Jahr mehr über ihr Engagement vor dem Fest. Beginnend mit Weihnachten im Schuhkarton wird unser Domizil zum fortwährenden Verpackungsstudio 😇. – Heute sind wir bei der Weihnachtsbaumschau erfolgreich. Das Schmuckstück ist so groß wie ich, etwas buschig und wartet jetzt draußen auf seinen Einsatz. Zehn Jahre wachsen, zehn Tage Terrasse und zehn Tage glänzen – nicht die idealste Perspektive. Andererseits wäre sein Leben als Möhre deutlich kürzer ausgefallen 😀. – Endlich nehme ich mir Zeit die 25 kg Sonnenblumenkerne in den Keller zu verfrachten und die Ausschüttung an die Vogelwelt zu beginnen. Bon appétit! – Unser Postbote bringt heute die gesammelte Post der letzten Woche – dieses Feeling ist bei der Menge und der Verschiedenheit der Sendungen kaum vermeidbar. Ein supernetter Gruß aus Mainz ist dabei, einer aus Taucha und manche andere, mehr oder weniger interessante Sendung. – Bei meiner persönlichen Andachtszeit packt mich wieder der Hiob-Kommentar von Helmut Lamparter. Eine starke Übersetzung und eine inhaltsschwere Bibelauslegung mit durchaus überraschenden Erkenntnissen. Das Hiob- und das Predigerbuch haben mich von Anfang an stark geprägt – deshalb ist mir wohl der Zugang zu schwärmerischer Begeisterung stets verschlossen geblieben. – Seniorenkreis ist nicht so meine Sache. Smalltalk liegt mir nur begrenzt, Kaffee, Kuchen, Schnittchen und ein Quiz reißen mich nicht vom Sofa und allein für die Andacht … Jedenfalls bringt mein dort neu engagiertes Teammitglied ein paar Kratzer auf Foxi mit heim. Eine Seniorin lag offensichtlich falsch beim Abstandsschätzen. Wäre es ein gekauftes Fahrzeug, kein Problem, aber es ist geleast. So müssen wir die Kratzer beseitigen lassen sonst wird es für uns teuer. Die Jungs sind extrem pingelig bei der Rückgabe. – Es wird mittelspät, der Schlaf lässt sich viel Zeit, doch erfreulicherweise kann das Defizit am nächsten Morgen ausgeglichen werden. Halt ein Rentnerding.

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Gefühlte Wärme

Fühlen und Fakten sind zwei paar Schuhe. Ich bin bekanntlich kein Typ für Kälte, doch heute fege ich spontan die Blätter von der oberen Terrasse. Wenn auf eiskalte Tage kalte folgen, gerät das Temperaturgefühl schon mal durcheinander. In diesem Fall ist das mal positiv. So ganz nebenbei prüfe ich den Regenmesser. In diesem Jahr, das zeichnet sich klar ab, kam deutlich mehr Wasser vom Himmel als im Durchschnitt der Vergleichsperiode 1981 bis 2010. – Nachmittags hole ich mir endlich die längst fällige Grippe-Schutzimpfung ab. Inzwischen schaut neuer Regen vorbei und uns vergeht die Lust zum Weihnachtsbaumauswahlverfahren. Heute nicht! – Es wird ein YouTube-Abend für mich. Dabei falle ich fast auf einen Verschwörungstheoretiker herein, der so überzeugend argumentiert und alle möglichen „Beweise“ präsentiert. Eine Kurzrecherche nach seinem Namen offenbart sein vielfältiges Vorleben, eine Theorie nach der anderen. Völlig undurchsichtig wird es, wenn echte mit gefakten Daten gemischt werden – verrückte Zeiten, in denen wir leben. Aber waren sie jemals „normal“? Ich glaube eher nicht. Es wird spät, die Nacht nach morgendlicher Verlängerung normal lang aber meine Watch und mein Feeling bescheinigen mir sehr kurzen Schlaf. Ebenso verrückt.

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Adventskonzert

Da strahlt doch tatsächlich die Sonne vom blauen Himmel – sofort Tiger anzuschließen und ihm eine Ladung Strom zu verpassen ist geboten, denn die Module auf dem Dach drömmeln in dieser Jahreszeit normalerweise in einer Art Winterschlaf vor sich hin. Ihre dünn gesäten, wenigen produktiven Momente sollte man nutzen. Ansonsten steht Treterchenpflege auf dem Programm einschließlich einer angeregten Plauderei mit der Podologin. – Abends erfreut uns ein Konzert des Reislinger Chores in der Markuskirche. Ein feines Highlight in der Adventszeit selbst wenn die Männerstimmen von Jahr zu Jahr mehr schwächeln. Ein Zeichen unserer Zeit, wir Männer singen wie ich entweder schief oder sind nicht willig genug Noten in Töne umzuformen. Da müssen wir heutzutage offensichtlich mit leben. Schade eigentlich. Begeistert hat mich das Bläserensemble aus Isenbüttel, ein Ohrenschmaus. Am Freitag spielt das gesamte Orchester in der Stephanuskirche in Detmerode. Schade, dass uns der Termin nicht passt. – Zu Hause schaue ich erst mit einem Auge und beim zweiten Fall mit ganzem Interesse Barnaby beim Ermitteln zu. Ich liebe diese skurrilen Fälle mit den ach so überbritischen Akteuren. Klasse. Es wird natürlich ziemlich spät und der Schlaf gestaltet sich meiner Watch zufolge recht interessant. Ob das alles so stimmt? Kurzweilig ist es allemal.

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2. Advent

Aus dem Bett gesprungen, das Frühstück genossen und ab zum Gottesdienst. Sonntagsroutine. Unsere Jugendpastorin predigt sehr gut, die Lieder sind advent- bis weihnachtlich und die Nachgespräche halten sich zeitlich im Rahmen. Fein. – Zu Hause speisen wir feudal, nicht weniger gut als gestern. Schließlich feiern wir den 2. Advent und unseren Kennenlerntag vor 45 Jahren. Was für eine Zeitspanne! Damals besuchten wir ein Weihnachtskonzert in der Kreuzkirche. Morgen steht für uns ein Weihnachtskonzert in die Markuskirche auf dem Programm. Passt doch. – Gegen Abend lauschen wir den festlichen Klängen von Chor und Orchester aus der Dresdner Frauenkirche, alljährlich ein Highlight der Adventszeit. Zu meiner großen Freude sendet das Erste einen Münster-Tatort, skurril, verrückter Plot aber gut aufgelegte Akteure. Dazu kredenze ich einen weißen Fürsten zur Feier des 45. Jahrestages. Wir mögen diesen Sekt aus Chardonnay-Trauben. Das mangelnde feierliche Ambiente trägt mir, nicht ganz zu Unrecht, eine Rüge ein. Männern, mir besonders, fehlt leider dieses Gespür für das emotionale Zelebrieren herausragenden Momente. Chance verpasst. Seufz. Trotzdem ist es ein netter Abend. Es wird nicht gerade früh.

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