IOS 17

Der Vormittag rauscht immer so schnell vorbei. News durchsehen, Zeitung lesen, Andacht und schon ist es elf Uhr. Kein Wunder, dass mir die Zeit durch die Finger flutscht. Sich noch ein wenig im Haushalt, im Büro oder mit Bankgeschäften beschäftigen und schon naht die Mittagszeit. Nach der Mittagsruhe – zu allem Überfluss schlafen wir ungeplant noch länger – vergeht der Nachmittag wie im Fluge. Dann gesellt sich uneingeladen etwas Trödelei hinzu und schon, wutsch, ist der Abend da. Es ist Zeit für die Abendandacht, im Anschluss die Nachrichten, jetzt ist der Tag fast vorüber. Der Krimi mit einem wortkargen, eigenwilligen Ermittler macht mir wenig Freude. Ebenso ist es total öde, der längst bekannten und mehrfach gesehenen Barnaby-Folge meine Aufmerksamkeit zu widmen. Andererseits steht ja inzwischen fast „das Bett vor der Tür“. Doch halt! Ein neues Betriebssystem vom angebissenen Apfel wartet aufs Herunterladen. Vier Geräte, viermal laden, installieren und anpassen, im Nu ist es wieder viel zu spät. Dann ist das halt so. Der erste Eindruck des „großen“ Updates ist ernüchternd: es sieht aus wie das alte. Surfen und forschen lässt die Neuigkeiten erkennen. Nun ja, ich bin wohl zu alt für solche Spielereien, ich warte mal die Praxis ab, möglicherweise erquicken mich die Veränderungen. Oder auch nicht. Wer weiß das schon? Gute Nacht!

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Formaldehydfrei!

Die zweite Predigt unseres neu ernannten Pastors erwartet mich heute. Es geht um einen Rucksack, um Vertrauen, um das Unterwegssein mit Jesus. Ein wichtiges Thema, finde ich. Die übliche gemeindliche Plauderei im Anschluss zieht sich heute recht lang hin. Das ist kein schlechtes Zeichen. – Die Mittagspause fällt diesmal extrem lang aus. Wir haben wohl einiges an Schlaf nachzuholen. Gut, dass das noch so klappt. – Im Laufe des Nachmittags lauschen wir der Predigt aus Bremen, lernen ein wenig über das Wesen eines PoG* und beschäftigen uns mit der Aufforderung, unsere Sorgen bei Jesus abzugeben. Das schafft echt Erleichterung, was ich nur bestätigen kann. – Abends führt uns ein australischer Professor durch Nordafrika, Erinnerungen werden wach an meinen Tunesien- und Marokkourlaub in den siebziger Jahren. Jung, erlebnishungrig und belastbar war ich zu der Zeit und jetzt bin ich alt, komfortgewöhnt und nur noch bedächtig erlebnisoffen 😀😇. – Verwandte wollen ein Fertighaus aus den siebziger Jahren verkaufen und stehen vor dem Problem der Formaldehydbelastung des Gebäudes. Unser Haus stammt aus den neunziger Jahren und ich bin etwas verunsichert. Dankenswerterweise bin ich Beamter und habe alles Wesentliche aufgehoben. In unserer Baubeschreibung wird deutlich gemacht, dass alle Materialien formaldehydfrei sind. Mir fällt ein Stein vom Herzen und macht mich dankbar für Gottes Führung, denn wir haben die ersten sieben Jahre in einem anderen Haus gewohnt und deshalb erst später hier gebaut. Da waren die Fertighausbauer sich des Problems bereits bewusst. Danke, HERR! – Leichte Lektüre und der Rest-Rosé verschönen mir den Abend. Es wird normalspät und der Schlaf absolviert einen prächtigen Job.
*Problem-orientiertes Gespräch

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Beamtenkinder?

Lange genug habe ich es hinausgezögert doch heute muss der Biertisch vom Salon in den Gartenkeller wandern, anpacken, schleppen, fertig. Geht doch. Der bedauernswerte Mr. Shorty hat sich, wie er das auch immer gemanagt hat, in seiner Ladestation verkeilt. Ich befreie ihn, er wurde sehr von mir vernachlässigt, nun schleppt er einen Berg von Grasresten mit sich herum. Endlich empfängt er seine wohlverdiente komplette Reinigung und erhält neue Messer. Daraufhin schnurrt er zufrieden 😉 über den von meiner Gartenfreundin frisch vertikutierten Rasen. Ich habe meine Zweifel ob das Entfilzen gegen den Klee hilft aber angeblich sei das das wirksamste Mittel. Es wird sich zeigen. Nun müssen wir das Grün demnächst düngen, wässern, hoffen und harren. Wie war das nochmal mit den Narren? Egal, wir hoffen und harren! – Und schon wieder habe ich meine Abendandacht geschwänzt – wenn das nur nicht zur Gewohnheit wird. – Mehr als der Klimawandel macht mir die Naivität seiner Protestanten zu schaffen, die allen Ernstes glauben wir könnten hier in unserem Lande daran etwas ändern. Bin ich blind oder sind sie es? Mir jedenfalls erscheint die Behauptung durchaus logisch, dass die erwartete jährliche CO2-Reduktion durch das Heizungsgesetz dem Ausstoß Chinas von 2 bis 3 Tagen entspricht. Ich kapiere einfach nicht, weshalb wir versuchen mit vollem Kapitaleinsatz unseren Anteil von 2 auf 1% zu drücken, statt das Kapital in Indien oder China zu investieren, um dort mit dem gleichen Geld einen viel höheren Umwelteffekt zu erzielen. Wir verbrennen hier Vermögenswerte mit minimalster Klimawirkung statt dort Staaten kräftig zu unterstützen. Das Klima agiert weltweit, es gibt kein lokales oder regionales Klima also muss man weltweit denken und handeln – über alle Grenzen hinweg. Warum verschenken wir keine Solar- und Windkraftwerke an Regionen wo sie viel effektiver, ertragreicher und konstanter produzieren könnten? Die Klimaaktivisten denken mir viel zu kleinkariert und angstgetrieben. Beamtenkinder😉? Nicht auszuschließen😀. Gute Nacht.

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Frühtaugespenst

Meine geliebte Hausgenossin hat heute einen „Mitternachtstermin“ um kurz nach acht in der Nachbarstadt. Wow. Ich bekomme ihr Aufstehen kaum mit. Mir wird klar, dass mein Pensionistenmodus extrem nachteilig ist, wenn mich so eine zeitliche Vereinbarung mal treffen sollte. Das würde hart werden – und schon denke ich an unseren Urlaub. Bei einer Kreuzfahrtreise weiß man vorher nicht wann die Ausflüge beginnen. Je früher das Schiff planmäßig im Hafen anlegt, desto wahrscheinlicher ist ein Vor-dem-Hahnenschrei-Ausflugsbeginn. Doch die echte Abreisezeit der Tour erfährt man erst an Bord. Und dann ist es zum Kneifen zu spät. Für unsere nächste Schiffsreise bin ich mir nur bei einer Tour sicher: wir legen frühmorgens an und wollen insgesamt 13 Stunden per Bus durch die Landschaft gondeln. Da gibt es nichts zu hoffen, ich werde sehr früh raus müssen. Nur nicht klagen, ich will es ja so. Der Reiz der Pyramiden halt. – Daheim eröffnet sich die Perspektive den Hostingkram für die Gemeinde in absehbarer Zeit loszuwerden. Das wäre toll, denn im Alter ist reduzieren angesagt. Nur zu! – Unser Büro geht Schritt für Schritt auf ein halbwegs aufgeräumt wirkendes Aussehen zu, mit viel Fantasie spürt man es schon 😉. Das wird gut. Irgendwann 😇. – Ein Tageshighlight ist unser Lunch, ich schlemme Krautsalat mit Weißwürsten und scharfem Senf. Ja, scharfer Senf, bin ich Bayer oder was? Senf – süß – NEVER! Wie es ist, ist es lecker. So soll es sein! – Nachmittags finde ich endlich wieder zur persönlichen Andachtszeit zurück. Wollen und tun klaffen viel zu oft auseinander, selbst nach sieben Lebensjahrzehnten. Seufz. – Am Abend schaue ich zwei Schwestern beim Ermitteln zu. Das reißt mich nicht aus dem Sessel und so lese ich zur kriminellen Erbauung eineinviertel Romane von Pierre Martin. Das ist eine echt gute Unterhaltungskost. Es wird normalspät. Der Schlaf kommt in Intervallen. Nun ja, es ist wie es ist.

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Hauskreis

Der Rotweinhauskreis besucht uns heute. Es gibt nur zwei Absagen von Urlaubern. Ich ziehe also den Tisch aus und gruppiere elf Stühle um ihn herum. Gegen 15 Uhr kommt die erste Abmeldung. Ich stelle also einen Stuhl zu Seite. Eine Stunde später folgt die nächste. Okay, ein weiterer Stuhl verschwindet und ich schiebe den rechten Auszug wieder in den Tisch zurück. Etwas später sagen noch zwei Teilnehmer ab. „Ihre“ Stühle wandern ins Abseits. Der linke Auszug wird nun ebenfalls nicht mehr benötigt und der Esszimmertisch schrumpft auf seine ursprüngliche Größe zusammen. Ich kritisiere das ausdrücklich nicht, keinesfalls, denn erstens habe ich vollstes Verständnis für Gründe samt Kurzfristigkeit und zweitens kann ich mich bei diesem Thema nur an die eigene Nase fassen 😇. Nein, darum geht es nicht, es amüsiert mich nur, weil es so typisch für unsere „Truppe“ ist und nicht nur für sie. Die Gesellschaft ist spontaner geworden mit allen Vor- und Nachteilen. Zusätzlich zwingt uns das Alter in Kumpanei mit mancherlei körperlichen Malaisen zunehmend zu einer weiteren ungeliebten Spontanität. Eigentlich mag ich das Spontane im Prinzip ganz gern – wenn es nur nicht so überraschend käme 😀😉. – Es wird ein austauschreicher Abend, wir umkreisen den Bibeltext, mal enger, mal weiter, mal von ferne. Selbst die sich anschließende Plauderei ist lebhaft und inhaltsschwer. Es wird spät. Das ist gut.

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Die Situation ist da

Jetzt noch ein wenig feilen, ein paar Ecken und Kanten abschleifen sowie nächtliche Ideen einarbeiten und schon bin ich fertig. Nun muss der Drucker ein paar Unterlagen vervielfältigen als Folge meines Verzichts auf einen Beamer. Meine Erfahrung ist ziemlich eindeutig, wenn so ein Teil Bilder auf die Leinwand wirft, breitet sich gemeinhin Schweigen aus – wenigstens unter älteren Teilnehmern. Jüngere sind medienresistenter aber ich habe es weit überwiegend mit Glaubensgeschwistern meines Alters (oder älter) zu tun. Da ist ein gedrucktes Blatt nun einmal vertrauter. – Siedend heiß fällt mir während der Mittagsruhe auf, dass ich alles erklären kann nur die Grundlage „det Janzen“ nicht. Okay, dann also schnell nachlesen und fertig ist die Laube. – Es kommen ein paar mehr Menschen als ich erwartet habe, sogar unser neuer Pastor gesellt sich zu uns. Dann ist das so. Gott steht mir bei und die Stunde läuft vernünftig ab. Halleluja. Für die Zukunft lerne ich, dass reine Lehrinhalte durchaus willkommen sein können, sie dürfen nur nicht zu lang sein. Gut, dass ich sie ausgedruckt habe, so kann wer will sie nachlesen. – Es war eine nette Runde. Eine Last fällt plumpsend von mir ab. Gerne wieder – nur nicht zu schnell und zu oft hintereinander. – Im Anschluss besuche ich meine Mum. Erschreckend: kein Wort, minimales Blinzeln, keinerlei Reaktionen. Traurig. Seufz. – Daheim atme ich tief durch. Welch ein Tag! – Kein Ahnung weshalb es heute spät wird, es ergibt sich einfach so. Vermutlich lag es an der Zeitgeschwindigkeit, die offensichtlich zu schnell für mich war. Zum Glück kann ein Pensionist das am Folgemorgen durch einen späteren Tagesbeginn ausgleichen. Geht doch.

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Vorbereitungen – die Zweite

Es ist ja nicht so, dass ich die ganze Zeit an den Vorbereitungen sitze aber einen Gutteil des Tages schon. Faszinierend, dass nachts sich regelmäßig Ideen einschleichen, die das Manuskript auf den Kopf stellen oder deutlich ergänzen. Offensichtlich nutzt der Heilige Geist bei mir gern meine Ruhezeiten um mich zu korrigieren oder andere Auslegungswege aufzuzeigen. Das finde ich absolut gut. Danke!!! Ich sinniere über die Ausführungen des Babylonischen Talmuds ob man ein am Sabbat gelegtes Ei am selben Tag essen darf oder erst am nächsten, lerne zwei Hühnerarten kennen, das Fleischhuhn und das Legehuhn und die Unterschiede in der Bewertung ihrer Eierverwertung. Das ist ganz und gar nicht meine Welt aber irgendwie beeindruckend ist sie schon. Wie immer staune ich über die Tiefe eines biblischen Textes wenn man sich ausführlich mit ihm auseinandersetzt. Ich liebe diese Arbeit am und um das Wort Gottes – wenn nur die unabstellbare Nervosität vor der morgigen „Stunde“ nicht wäre. Egal, es geht gut voran, ich lerne viel Neues und entdecke immer mehr – welch eine erfüllende Arbeit. Mein alter Denkapparat wird ganz schön auf Touren gebracht. Echt gut. – Bei ‚München Mord‘ entspanne ich am Abend, drei urige Ermittler, seltsame Methoden und ein echt abseitiges Motiv halten mich bei Laune. Nun denn. Jetzt noch ein wenig lesen und schon saust die Zeit an mir vorbei. Es wird zu spät. Sei’s drum.

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Vorbereitungen – die Erste

Es geht heute relativ früh los, unsere Haarkünstlerin schaut vorbei und übt ihr Handwerk zu meiner vollen Zufriedenheit aus. Gut so. – Während meine liebe Mitbewohnerin in der Weltgeschichte herumfährt, bereite ich mich auf die Bibelstunde am Mittwoch vor. Es ist höchste Zeit. Es wird um den Sabbat, bei Christen den Sonntag, gehen und wie man mit ihm angemessen umgeht. Die geistliche Oberschicht zu Jesu Zeiten hatte da eigene und andere Vorstellungen als Gott – es ist wirklich nicht zu empfehlen dem Schöpfer aller Dinge seinen eigenen Willen aufdrängen zu wollen. Das kann nur schiefgehen. So sitze ich über der Bibel, wälze Kommentare, schaue in ein Buch über den Babylonischen Talmud und taste mich an das Thema heran. Das füllt den Tag gut aus. – Abends lasse ich mal wieder den guten alten Barnaby an mir vorbeirauschen, youtube und lese ein wenig, bis es spät genug zum Übergang in mehr oder weniger mitreißende Traumwelten ist. Guads Nächdle.

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