Hoffen und harren

Manchmal muss ich mich über mich selbst wundern. Meine Reaktion wird zur eigenen Überraschung. Da hoffe ich tatsächlich, dass Vodafone heute schon den Router liefert. Irre. Warum bin ich so ungeduldig und kann nicht warten? Muss es wirklich gleich und sofort sein? Ich komme mir vor wie ein kleiner Junge, der total hibbelig auf ein Ereignis zu lebt. Dabei wird die Veränderung kaum spürbar sein – andererseits möchte ich möglichst bald das Büro wieder in einen halbwegs ordentlichen Zustand verwandeln sowie die offen sichtbaren Kabel wieder verschwinden lassen. Vielleicht ist es das, was mich treibt😉🤔? Egal. – Ansonsten ist es ein ruhiger Freitag ohne besondere Highlights, der so vor sich hin plätschert. Nur vom Sportplatz her tönt eine laute Beschallung herüber, dort ist die Sportwoche an einem Höhepunkt angelangt, ein Pokalendspiel, ein Cocktailabend sowie das schon fast traditionelle Bierpong-Turnier finden statt. Auf der Terrasse nehmen wir akustisch an diesem Höhepunkt des Vereinsebens teil. Feiert schön! Für mich ist es normal spät bis ein wenig später als ich mein Seniorenbett aufsuche. Die schallgedämpften Schlafzimmerfenster bewähren sich erneut. Alles ist gut, selbst der Schlaf.

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Tach auch Glasfaser – gute Reise Router!

Drei Jahre warte ich nun darauf und heute steht das Glasfaserzeitalter 😉 vor unserer Tür. Der Shinkansen ins Internet naht. Ich befürchte nur, dass ich seine Vorteile bei meinen Anwendungen kaum merken werde. Vielleicht ist ein Download schneller, sind die Tageszeitungen etwas fixer geladen aber ansonsten? Ich lasse mich überraschen. Um zehn sollen die Monteure kommen, um halb zwölf schauen sie vorbei. Wir erörtern den Kabelverlauf vom Keller ins Büro. Sie haben einen guten, überzeugenden Vorschlag. Prima, denn man tau! Den Router haben sie natürlich nicht dabei, also auf zum Servicemodul im Internet. Dort treffe ich zuerst auf einen KI-Trottel, der nichts schnallt, jedoch ziemlich bald meinen Rückrufwunsch entgegennimmt. Tatsächlich meldet sich Vodafone, bzw. ein weiterer KI-Neandertaler, erstaunlich schnell auf meinem Handy und avisiert, ein paar Abfragen später, einen Kontakt mit einem lebenden Menschen. Wow! ‚Eine Minute Wartezeit‘, verheißt die Ansage. Nun, die eine Minute zieht sich ziemlich lange hin, begleitet von einer zunehmend nervigen Wartemusik samt Werbung für Eigenprodukte. Nach einer gefühlten „Ewigkeit“ meldet sich eine sehr freundliche Callcentermitarbeiterin, befragt das System und stellt fest, dass der Router erst morgen zum Versand vorgesehen ist – Montage am 7. und Versand am 8. da hat wohl einer geschlafen. Immerhin will sie – mit wem auch immer – mein Problem klären, was mir einen weiteren ausgiebigen Musik- und Werbegenuss beschert. Endlich verkündet die nette Dame der Versand sei auf dem Wege, sie nennt die Tracking-Nummer und hat das Abschalten meines bisherigen Providers aufgeschoben. Stark. Inzwischen ist der Techniker fertig, der Glasfaseranschluss ist hergestellt, alle Leitungen sind verlegt und der ‚Optische Netzanschluss‘ ist bereit zur Vereinigung mit dem inzwischen auf der Reise befindlichen Router. Faszinierend. – Nachmittags ordne ich das Kabelwirrwarr hinter dem Techniksideboard ein wenig und blicke mehr oder weniger zufrieden auf einen funktionsfähigen aber noch nicht nutzbaren Shinkansen😢. Dann ist das so. – Abend ward, bald kommt die Nacht, schlafen geh‘ auch ich und das nicht allzu früh. Okay.

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Adieu Christa

Die Beerdigung Nummer 8 in diesem Jahr steht an. Von einer sehr geschätzten Schwester im Glauben heißt es Abschied nehmen. So „satteln“ wir Laura, damit sie uns sicher zum Waldfriedhof führen kann. Unserm Altpastor obliegt diese Feier und er findet wie nicht anders zu erwarten treffende Worte. Zum Trauerkaffee geht es in eine nahe gelegene Freikirche und ich lerne wie leicht und locker so ein Treffen organisiert werden kann, anders als ich es bislang kannte. Gut und merkenswert. Schließlich singen wir gemeinsam ein von der Verstorbenen zu ihren Lebzeiten sehr geliebtes Ewigkeitslied. Im Hinterkopf regen sich inzwischen Gedanken zur in voraussichtlich einer Woche anstehenden neunten Beerdigung – was für ein Jahr! – Die späte Mittagsruhe, gefolgt von meiner Gymnastik zieht sich fast bis zum üblichen Abendprogramm hin. – Morgen soll der Glasfaseranschluss sowohl vollendet als auch aktiviert werden aber noch fehlt der dazu unentbehrliche Router. Ob die Handwerker ihn mitbringen? Eigentlich soll er doch per Post zu uns kommen? Warten wir’s ab. – Die Nacht gestaltet sich unterbrechungsreich, Schlaf und Altmännernöte wechseln sich ab. Seufz.

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‚Gebratener Storch‘

Ich arbeite noch ein wenig an der Kabelei, sauge ein paar Spinnfäden von der Wand und freue mich über ein Schnitzel zum Lunch. Die Mittagsruhe ist erholsam. Zwischendurch treffen die frischen Messer für Mr. Shorty ein, ich hoffe sie noch in dieser Woche montieren zu können. – Endlich nehme ich mir Zeit für die Nachmittagsandacht und freue mich über Gottes Wort. Meist liegt es allein an mir, wenn ich „nicht dazu komme“, irgendwie doof. – Das Paket mit dem neuen Router ist immer noch nicht eingetroffen und ich bin gespannt ob der Techniker die Teile mitbringt oder eine Vertagung ansteht. Wie es ohne Router gehen soll, wenn der Anschluss abgeschaltet wird, weiß der Geier🤨. Das Leben bleibt spannend 😉. – Heute startet meine Mitbewohnerin probeweise den Trockner, der die letzten Male den Fehlerstromschutzschalter zuverlässig😠 ausgelöst hatte und – nichts passiert, die Maschine trocknet brav die Wäsche. Da brat mir doch einer ’nen Storch, was ist denn nun? Kaputt, okay oder im Würfelmodus? Hoffen wir, dass eine Neubeschaffung noch ein paar Monate (oder Jahre😀) aufgeschoben werden kann. – Welch ein Segen wenn zwei eng verbandelte Menschen eine sehr ähnliche Vorstellung von der Abendgestaltung haben. Ansonsten könnte es mancherlei Nöte geben. Doch so ist alles gut. Es wird normal spät und der Schlaf macht einen tollen Job.

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Männer unter sich und mein Sofa

Ein besonders schmales Cat-6a-Kabel mit kleinen Steckern ist frühzeitig eingetroffen. Der Funktionstest verläuft erfolgreich. Die schmalen, kurzen Stecker passen sogar meiner Hoffnung folgend durch die vorhandene Wanddurchführung. Jetzt kann ich es fast unsichtbar 🤨 verlegen und das fette Datenkabel entfernen. So wirkt alles viel eleganter 🙁. Prima. Nun muss ich nur noch, sobald das Glasfaserkabel einzieht, das alte Telefonkabel dezent entsorgen. Da bin ich mal gespannt, ob am Donnerstag alles wie avisiert klappt. Mit Blick auf die urlange Verlegungszeit ist Skepsis angebracht, andererseits waren die beauftragten Firmen immer „allererste Sahne“ wenigstens aus Kundensicht. – Nachmittags trifft sich unsere kleine Männerrunde und wir haben viel zu plauschen. Ich klammere bewusst das Thema Gazakrieg aus, dazu habe ich inzwischen zu viele gegensätzliche Meldungen gehört und gesehen. Keine Ahnung wem ich glauben kann. Dazu kommt, dass meine Sympathien eindeutig bei Israel liegen, doch so blauäugig bin ich nun auch wieder nicht zu glauben, dass eine Partei in einem Krieg keine schmutzigen Hände bekäme. – Bei uns im Ort treffen sich die Fussballer, ihre Fans und mancherlei trinkfreudige Zeitgenossen zur Sportwoche. Die Autos parken die ganze Straße zu, es sei ihnen gegönnt, wenn sie Freude dran haben. Lasst sie kicken! – Meine „Abendunterhaltung“ ist eher eine Abendbeschäftigung, andererseits zieht es mich wirklich nicht zu irgendwelchen externen Events – im Regen stehen und einem winzigkleinen Star auf einer weit entfernten Bühne mit vollgedröhnten Ohren zujubeln ist nun einmal nicht mein Ding. Ich liebe mehr, man merkt es ein ganz klein wenig, die Satire, die Ironie, den Sprachwitz und die Bequemlichkeit😩😠😢. – Es wird gar nicht einmal so spät und der Schlaf kommt langsam aber er kommt. Gut so.

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Gottesdienstloser Sonntag

Ein Sonntag ohne Gottesdienst aber mit Studierstube. Ich muss nicht alles verstehen🤨. Heute sind wir alle ausnahmsweise vollständig dabei und sprechen über den Propheten Sacharja, seine Verheißungen über den Neuanfang seines Volkes mit ganzweltlichen Perspektiven. Interessante Gedanken schaffen sich Raum und ein feiner Austausch gelingt. – Nachmittags hören wir eine Predigt aus Bremen, die mich nachdenklich stimmt. Josuas Glauben ist ein mustergültiges Vorbild für uns. Starker Typ. – Der Abend gestaltet sich in der üblichen Weise, sozusagen altersgerecht 😉 auf unsere Interessen abgestimmt. Ich liebe halt ein ruhiges Leben und bin selbst auf Kreuzfahrtschiffen ein eher stiller Typ. Das ist halt so. Selbst der Schlaf gibt sich mir freundlich zugewandt, vor allem nachdem ich mir eine Decke zusätzlich genehmigt habe. Wärme tut wohl.

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Adieu Linda

Gegen Mittag machen wir uns auf den Weg nach Meinersen. Dort wird eine langjährige Bekannte meiner Allerliebsten beerdigt. Der Inspektor unseres Gemeindeverbandes findet beeindruckende Worte über die Verstorbene, ihr Leben und ihr Wirken. Es ist eine Bestattung, an die man sich zweifellos lang erinnern wird. So soll es sein. – Die Mittagspause verschiebt sich enorm, ist dafür intensiver. – Unser Staubsauger überrascht mich mit übervollem Staubbeutel. Haben wir ihn nicht erst neulich ersetzt? Offensichtlich nicht🤔. Nach dem Austausch hat sich die Saugkraft enorm gesteigert und ich staune über die Orte an denen sich Flusen sammeln können – mir graut davor, wenn wir einmal hinter die Schlafzimmerschränke gelangen sollten. Zum Glück sind diese unverrückbar solange man sie nicht demontiert! – Das Fernsehen überzeugt mich wieder einmal nicht. So bleibt mir erneut das Lesen und damit kann ich gut leben. Es wird normal spät mit normalem Schlaf. Alles ist gut.

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Ruhiger Tag

Noch ein ziemlich ruhiger Tag daheim. – In der Nacht hat der Regen den 60-Jahres-Durchschnitt gerade so erreicht. Immerhin ein Monat ohne Nässedefizit. Das ist ja schon etwas. – Am Nachmittag wandert endlich das Zeltgerüst in den Keller. Leider habe ich für das Grundgerüst keinen Platz im Erdgeschoss gefunden. Schade eigentlich aber nicht zu ändern. Der Abend ist ebenso nett und mit kleinen politischen Erkenntnissen gefüllt, die mich eher verstört zurücklassen. Dann ist das so. Für die gewöhnliche Nacht bin ich dankbar – sehr gut.

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