Anreiseplanung

Ein Tag zum Durchatmen – ich kann alles sehr ruhig angehen lassen. Das gefällt mir ausgesprochen gut. Während meine Liebste zum Turnen unterwegs ist, absolviere ich meine Rückenstärkungsübungen, lese beide Lokalblätter und durchstöbere zwei News-Apps. Natürlich folgt ein Blick aufs Konto, dann ergänze ich mein Tagebuch, das ich etwas vernachlässigt hatte und lasse alles ruhig angehen. – Nach der Mittagspause plane ich die Hinreise zu unserer Donaukreuzfahrt im Juni. Wir werden in Bamberg Station machen und ich freue mich sehr darauf. Das Hotel hat sogar einen eigenen Parkplatz für Gäste und das ist nicht schlecht. Selbstverständlich ist für mich bei solchen Buchungen die kostenfreie Stornierung bis kurz vor der Reise. Prima. – Am Abend begeistert mich die kreative Reaktion etlicher Kanadier zu den trumpschen Integrationsplänen. Die sind echt gut drauf, die kanadischen Spezis. Klasse. Es wird normal spät. Die Schlafunterbrechungen sind lästig aber was ist, das ist. Altersschicksal.

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Aktiv unterwegs

Wieder ist ein Monat vorbeigesaust und wieder wartet der Staubsauger meiner Gemeinde auf mich. So tue ich ihm den Gefallen, schnappe mir das Gerät, lege mehr oder weniger motiviert los und höre nebenbei Rogers breit ausladenden Ausführungen über Abraham zu. Es eröffnen sich interessante Aspekte und angesichts der umfangreich abzusaugenden Flächen fällt es leicht den ebenso langatmigen wie tiefsinnigen Gedankengängen zu folgen. Perfekt! – Unser Lunch verschiebt sich so und damit ebenfalls die Mittagsruhe. Relativ spät endet diese, es bleibt keine Zeit fürs Turnen, weil andere Prioritäten von mir gesetzt sind (oder will ich mich nur drücken? 🤔). Jedenfalls müssen, wollen, möchten wir erneut los zu ‚Bibel und Brot‘, eine kauaktive Bibelstunde. Genau genommen regiert bei mir die Lustlosigkeit, die aber mühelos vom hochinteressanten Austausch über den Bibeltext überwunden wird. So soll es sein. – Daheim hole ich den Krimi nach, der mich gestern so gelangweilt hatte. Mein erster Eindruck war offensichtlich falsch und, bis auf das etwas konstruiert wirkende Ende, gefällt er mir heute ausgesprochen gut. Weil fernsehen so schön ist, ziehe ich mir noch zwei Folgen von ‚Watzmann ermittelt‘ rein – ach, wie herzig, milde Spannung, lecker Schmalz und ein Happyend. Was will man vor dem Einschlafen mehr? So folgt eine normale, leicht gestückelte, Nachtruhe. Das ist schon okay.

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Eine Podologin, drei Freunde und etwas Altersgerechtes

Ich kann aufwachen, aufstehen und gelassen in den Tag gehen – der Stress ist erst einmal vorüber. – Der neue Monat hat unsere Konten aufgefrischt und es stehen die sich monatlich wiederholenden Überwachungen, Buchungen und Kontrollen an – alles ist gut. Ich schnaufe durch und freue mich des sonnigen Wetters. Einfach nur toll. Am frühen Nachmittag sind meine Treterchen wieder dran und werden von Profihänden wunderbar behandelt. Seit meine altbewährte Podologin wieder diesen Job erledigt, habe ich kaum mehr Probleme mit einwachsenden Nägeln. Sehr schön. – Im Anschluss treffe ich mich mit drei Freunden. Wir kommen vom Hölzchen aufs Stöckchen, von persönlichen bis weltweiten Problemlagen und schließlich sogar kurz zu meiner Predigt. Sie bestätigen meinen Eindruck, dass diese für Newcomer wohl etwas überfordernd war, für Insider jedoch wäre es, meinten sie, vertretbar gewesen. Das beruhigt mich und stärkt meine Dankbarkeit zu dem Geber aller Gaben. – Das TV-Programm finde ich öde und verlebe stattdessen daheim einen stinknormalen, dennoch sehr schönen ruhigen Abend, altersgerecht sozusagen 😉😇. Selbstverständlich wird es spät aber der Schlaf steht bereit. Fein.

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Predigtdienst

Ausgeruht starte ich in den neuen Tag. Heute, wie jeden ersten Sonntag im Monat, kommt unsere Studierstube zusammen. Wir diskutieren entspannt über Sacharja 4 und tauschen uns intensiv aus – ein toller Kreis bei dem Abschweifen nicht nur erlaubt sondern gewünscht ist. Phantastisch. Das lenkt wunderbar meine Gedanken vom Abend ab 😉. – Ansonsten merke ich schmerzlich, dass ich kein Profi bin was das Predigen angeht. So einen spannungsgeladenen Sonntag wünsche ich mir nicht oft. Doch endlich ist es soweit. Wir brechen auf mit MacBook, Tischchen und Sessel samt Sitzdecke, sind früh vor Ort und ich baue auf. Die Präsentation ist natürlich nicht hochgeladen worden aber das kann ich in aller Ruhe klären. Die Uhr tickt. Der Gitarrist legt los, die Moderatorin leitet den Gottesdienst ein und nach dem dritten Lied bin ich dran. Puh. Gott sein Dank, von Herzen Dank (!!!) geht mir alles gut von der Hand bzw. aus dem Mund 😇 und nach 30 Minuten habe ich fertig. Ich bin vollkommen geschlaucht, psychisch und physisch fertig und habe das Gefühl „das war wohl nichts.“ Doch nach dem Segen höre ich manche positive Kritik, ernte sogar Dank und fasse dadurch neuen Mut. Halleluja!!! Danke, danke lieber Herr Jesus, dass du mich offensichtlich gebraucht hast – warum habe ich nur daran gezweifelt? Mein Gottvertrauen ist wohl viel hilfsbedürftiger als ich dachte. – Daheim bauen sich meine Kräfte nur langsam wieder auf und ich allmählich baut sich die Freude auf wie ein Nebel. Es dauert lange bis ich müde werde und mich zur Ruhe begebe. Der Schlaf kommt schnell, tief und fest. Welch ein Segen! Was für ein Tag!

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Trumpereien und ein Geburtstag

Der Tag nimmt seinen normalen Anfang – der „Glanz“ des Wochenendes verblasst, wenn jeder Tag quasi Wochenende ist. Wir füttern Tiger mit Strom, ich repariere einen Campingstuhl und weiß deshalb endlich wozu die gefundene Schraubenmutter diente. Sie war vom Stuhl abgefallen. No sowas?!? – Die Generalprobe für die Predigt nimmt ihren Lauf mit ein paar kleinen Ergänzungen. Das flaue Gefühl im Magen nimmt zu. Werde ich je mit einer Bibelstundenvorbereitung oder einer Predigt zufrieden sein? Wohl eher nicht, das ist, schätze ich, eine Mentalitäts- bzw. Charakterfrage. Seufz. Dann „komme, was da kommen soll und komme was da mag“. So isses. – Eigentlich will ich nur zur Teestunde zum Geburtstag einer Freundin gehen aber dann werde ich am Nachmittag so müde, es zieht mich ins Bett, so dass ich die Gratulation auf den Abend verschiebe. Heute meide ich mal den Alkohol und stelle beim Abschied fest, dass Abstinenz auf einer Fete durchaus Vorteile hat. Ein klarer Kopf ist eben nicht zu verachten. – Daheim informiere ich mich noch über die neuesten Kapriolen des amerikanischen Präsidenten und seiner Chaostruppe. Faszinierend, wenn es nicht so erschreckend wäre. Gruselig, ein Gefühl als wenn in einer frommen Kirche mit einem Mal Geisterbeschwörer, Zauberer und Bauernfänger die Macht übernommen hätten. Ich werde die US-Bürger wohl nie verstehen – wird wohl auf Gegenseitigkeit beruhen. Ziemlich müde geht es ins Seniorenbett zu einem guten aber unterbrechungsreifen Schlaf mit dem Highlight, dass Gott nach einem Gebet alle Herumzagerei wegen der morgigen Predigt mit einem Mal abschaltet. Danke!

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Beerdigung Nummer 2

Wir können in aller Ruhe die morgendlichen Routinen „abwickeln“. Dann geht es mit Foxi nach Fallersleben um Abschied vom Schwiegervater meines Neffen zu nehmen. Es ist eine würdevolle Trauerfeier und Bestattung. Ich habe Bedenken am Trauerkaffee teilzunehmen, weil wir den Verstorbenen nur oberflächlich kannten. Ich tue mich eben sehr schwer im Kontakt mit völlig fremden Menschen, die sich allesamt untereinander kennen. Da entfaltet sich meine Kontaktscheu immer in erschreckender Weise. Nun ja, im Alter ist das zwar ein bisschen besser geworden – doch die Lebenserfahrung prägt mich vorher viel zu stark. – Das Mittagsschläfchen beginnt später und endet entsprechend. – Der Nachmittag beschert mir kleinere Bankgeschäfte; ich hole mühevoll Tagebucheinträge nach und prüfe so mein Erinnerungsvermögen. – In den USA beschimpft Donald den Wladimir, weil letzterer sein Land nicht dem russischen Nachbarn überlassen will. Hat der SWR oder der FSB jetzt eine Filiale im Weißen Haus? Wer mag da wohl der Filialleiter sein? Die Welt wird immer verrückter. – Abends wird die Chefin endlich durch den Staatsanwalt ersetzt und im Anschluss holen wir die Soko Wismar von Mittwoch nach. Deutlich später geht es ins Seniorenbett und ich treffen einen mir freundlich gesonnenen Schlaf. Sehr gut!

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Adieu Tante Rosi

Frühmorgens steht meinen beiden Mitreisenden der Sinn nach Frühstück. Wenn sie meinen. Mir ist mehr am Ausschlafen gelegen. Jedem das Seine. Das Hotelfrühstück ist finanziell gesehen ungenießbar aber zum nächsten Bäcker ist es nicht weit. Ich lasse mir derweil Zeit mit dem Wachwerden, beschränke mich auf eine Tasse löslichen Kaffees, denn ich bin noch satt von gestern. Irgendwann treffen meine zwei Mitfahrer auch wieder ein, in aller Ruhe nehmen wir unsere Reisetaschen, die Geschenktasche von gestern und ab geht es Richtung Friedhof. Das Navi führt uns bestens zum Ziel und wir begeben uns zur Kapelle. Dort treffen wir mit alten Bekannten zusammen, die ich alle nicht erkenne. Mein Gedächtnis ist offensichtlich arg lückenhaft. Erschreckend. Die Trauerfeier ist schlicht aber gut, der Weg zur Grabstätte feucht und die Luft frostig. Im Anschluss wärmen wir uns beim Griechen auf und werden freundlichst bewirtet. Ich genieße sogar ein Mythos, ein original griechisches Bier. Pappsatt machen wir uns auf den Heimweg. Doch vorher gilt es den Akku zu füllen und der ist kalt und träge, kommt kaum über 50 kW Ladeleistung. Geduld tut euch not, liebe Reisende. Seufz. So kommen wir erst spät mit 17% Akkustand zu Hause an. – Gleich nach dem Auspacken saust meine Liebste zur Gemeinde, die sich heute trifft um am besagten Elefanten zu basteln. Ohne mich, kämpft gegen Windmühlenflügel so lange und so oft wie ihr wollt. Da ist mir ein uralter Münster-Tatort lieber, ein schöner Rosé dazu und zufrieden ist der Laube. Nein, ich will mich nicht aufregen, cool bleiben, alter Junge und durchatmen. Bewegt bin ich von den Erinnerungsstücken an Tante und Onkel. – Gott sein Dank verläuft die Sitzung in der Gemeinde recht friedlich, wie meine Engagierte mir später berichtet. Ja, Gott erhört Gebet! – Den restlichen Abend staune ich über Kanadas geplante Reaktionen auf Trumps Zollattacke und neue Handelsperspektiven mit Europa. Der Schlaf fällt bald drauf tief und fest aus. Endlich mal wieder!

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Leipzig

Am Vormittag turnen meine Allerliebste und ich um die Wette – wenn auch nicht am gleichen Ort. Ich packe meinen Technikrucksack, plane meine Bekleidung zur Trauerfeier und mit einer Stunde Verspätung gegenüber unserer Planung fahren wir los, holen meine Schwester ab und starten Richtung Leipzig. Zwischendurch legen wir einen Ladestopp ein, denn das Wetter ist arg akkufeindlich. Es ist kalt, Regenschauer spielen sich zeitweise als Nebelschwaden auf, werden spontan von sonnigen Abschnitten abgelöst, um am Ziel wieder loszulegen. Dennoch kommen wir sehr gut durch, finden gegenüber dem Hotel einen freien Parkplatz (Gott sei Dank!!!) und werden von einer superfreundlichen Rezeptionistin empfangen, eingewiesen und betreut. Starker Service. Die Zimmer sind perfekt. Nach einer kurzen Ruhepause zieht es uns in die Leipziger City, per Straßenbahn natürlich, denn ÖPNV-Tickets gibt es zur Buchung dazu. Es ist kühl und feucht, das Bummeln bereitet uns somit keinerlei Vergnügen, schnell erliegen wir den Verlockungen eines Heizofens vor unserer „Stammkneipe“ Mephisto in der Mädler-Passage. Ich genieße endlich mal wieder einen perfekten Mojito bei dem alles stimmt. Klasse! Schön durchgewärmt absolvieren wir die letzten Schritte zum Brauhaus, das sich als Pizzeria tarnt und treffen meinen Cousin samt Ehegattin. Ein unterhaltsamer Abend nimmt seinen Lauf. Das Weizenbier ist allererste Sahne 😉, während die Wurst auf meiner Pizza einen leichten frostertypischen Nachgeschmack hat. Ansonsten ist sie aber okay nur viel zu groß. Beim Aufbruch erfahren wir, dass wir eingeladen waren – ich atme auf, denn „eingeladen macht nicht dick“, wie man weiß 😀. Außerdem schenken uns die zwei Gastgeber als Andenken an Onkel und Tante eine Weihnachtskrippe und einen großen Nussknacker. Ich bin sprachlos. Zurück im Hotel falle ich ins Bett und verbringe eine interessante Nacht.

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