Auf nach Oestrich-Winkel

Nach dem Frühstück bezahle ich die Rechnung per Kreditkarte. In zwei Monaten wird wohl erst die Abbuchung zuschlagen. Ich kann das kaum glauben und warte ab, ob diese Aussage Hand und Fuß hat. Wir schwingen die Koffer in das Heck von Tiger. Dabei stelle ich fest, dass so ein Koffer dank Gravitation sich viel leichter ab- als aufwärts bewegen lässt 😀. Nun gilt es Tigers Akku mit Strom zu füllen um ihn fit für die lange Tour ins Rheinland zu machen. Wir laden wieder völlig problemlos bei McDonalds in Markdorf. Obwohl mir die Landstraßen deutlich sympathischer sind als die Autobahnkurverei, bleibt uns angesichts der Entfernung nur diese öde Übel. Irgendwo auf der Strecke will ich wieder laden. Der Versuch steht kurz vor dem Scheitern. Von vier Ionity-Säulen sind zwei frei, dazu gibt es noch zwei von der EnBW. Klingt gut, ist es aber nicht. Die freien Ionity-Säulen verweigern die Arbeit, eine der EnBW-Säule ist defekt, nur die Allerletzte tut was sie soll: das Laden glückt. Während der Strom fließt verlaufe ich mich fast im Toilettenlabyrinth des Rasthauses. Echt verrückt – ich fühle mich total alt. – Irgendwann erreichen wir unser Hotel, nach Eingabe des übermittelten Codes im Automatendisplay fällt der Zimmerschlüssel ins Ausgabefach und schon sind wir eingecheckt. Klasse. Eine Auspack- und Ruhepause später spazieren wir durch Mittelheim und Winkel bis wir schließlich in einem Restaurant mit überdachtem Weingarten einkehren. Für mich gibt es einen Hackedotz mit Zwiebelsauce und Bratkartoffeln, dazu eine örtlich produzierte Flüssigkeit. Ein gemütlicher Abend, ein perfekter Einstieg – wir sind im Rheingau angekommen. Die erste Nacht ist, wie üblich, ein wenig unruhig.

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Regentag am Bodensee

Es ist deutlich kühler und die Regenwolken schicken feuchte Grüße. Wir schauen uns den Gottesdienst unserer Gemeinde und den aus Bremen an. In einer Regenpause wollen wir unser Hotel verlassen, doch die Nässe ist wachsam. Erst nieselt es ein wenig. Wir bestaunen die schlichte aber durchaus interessante evangelische Kirche in Hagnau. Sie gefällt uns sehr gut. In dieser Zeit pladdert es draußen so richtig los. Unter dem Kirchendach warten wir ab bis der Schauer etwas Kraft verliert. Wir entdecken einen neuen Weg zum Ufer, nehmen dort auf einer Bank unter einem Baum Platz und sitzen einige Zeit relativ trocken bis die Blätter ihre „Last“ Tröpfchen für Tröpfchen nach unten abgeben. Das ist eine gute Gelegenheit beim örtlichen Bäcker ein paar Kleinigkeiten zum Abendbrot zu erwerben und eine relativ tropfarme Zeit zu nutzen, um uns ins trockene Hotel zurückzuziehen. Jetzt heißt es Koffer packen, einen für die Sachen, die bis daheim im Auto bleiben können und einen für die Resttage im Rheingau. Die frischfeuchte Luft macht uns den Abschied leicht. Noch eine Nacht und es geht ab Richtung Rhein. Ein wenig örtlicher Wein versüßt den Abschied und der Schlaf gibt sich echt Mühe.

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Konstanz

Die Sonnentage sind offensichtlich vorbei, der Regen samt etwas kühlerer Witterung ist da. Es nieselt immer mal wieder, mal schauert es und sogar ein stärkerer Guss von oben pladdert herab. Dennoch fahren wir per Schiff nach Konstanz über Meersburg und Mainau, gut eineinhalb Stunden. Das hat etwas Entspanntes. Der Regen hält sich dabei zurück und wir können ganz vorm im Freien sitzen – nette Perspektive. In Konstanz wechseln sich zunächst Sonne und leichter Nieselregen ab und wir schlendern frohgemut durch die sehenswerte Fußgängerzone. Der Kaiserbrunnen mit neugestalteten Figuren lädt zum Schmunzeln ein, bemalte Fassaden am Rathaus mit historischen Ereignissen mögen Geschichtsinteressierte faszinieren und auch das Münster ist innen und außen sehenswert. Ganz in der Nähe finden wir die Stadtmission, leider stehen wir vor verschlossenen Türen aber das verwundert uns nicht besonders, denn wir konnten uns mangels Telefonnummern nicht anmelden. Dann ist das so. – Ein Regenschauer treibt uns in ein winziges italienisches Lokal in dem wir bei vorzüglich mundenden Speisen mit zwei netten alten Damen ins Gespräch kommen. Ja, die Süddeutschen sind im Vergleich zu uns im Norden Wohnenden weitaus weniger maulfaul. Inzwischen haben sich die Wolken zu einem verstärkten Wasserlassen entschieden. Rundherum ziemlich feucht entern wir, gerade noch rechtzeitig, die MS Austria, die uns auf der bekannten Route Mainau-Meersburg zurück nach Hagnau bringt. Die Nässe von oben hält sich zurück bis wir unser Hotel erreichen. Es ist deutlich kühler geworden, ab und an entlädt sich eine Regenwolke. Dennoch war es ein schöner Tag. Sogar der Schlaf vollbringt einen guten Job. Fein.

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Urlaub pur

Welch ein fauler Tag. Das ist auch mal schön mitten in so einem Urlaub! Wir „versäumen“ das 11:15-Schiff bewusst und lassen die Zeit sich selbst aufkaufen. Das tut sie dann auch. Irgendwann schlendern wir ins Städtchen oder besser Dörfchen, erobern eine der vielen Bänke am Seeufer, sehen den Passagierdampfern zu, schlendern durch die Fuzo, finden den einzigen Dorfladen für den Lebensmittelbedarf und pausieren in der Keltenschenke. Nach der Currywurst am Montag haben mich einfach die Käsespätzle zu magisch angezogen – und sie sind es wert. Echt samtig lecker. So entern wir deutlich später wieder unser Heim und faulenzen uns durch die abendlichen Stunden. Urlaub halt. Schön so. Es folgt eine gute, etwas kühlere Nacht. Ab und an blitzt, donnert und schüttet es draußen, doch ist gar nichts gegenüber gestern.

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Ladechaos, Poolfreuden und ein Gewittersturm

Erstmals nach langen, langen Jahren wollen wir Verwandte hier in der Nähe besuchen. Vorher gilt es Strom zu fassen. Eine Ladesäule ist nur 400 Meter entfernt. Sie ist frei. Sie ist defekt. Merde!!! Die nächste in etwa einem Kilometer ist niedlich, nur müssten wir dann unser Ladekabel auspacken und lange warten. Seufz. Ein letzter Versuch führt uns zu McDonald’s im gut 8 Kilometer entfernten Markdorf. Zwei Schnelladesäulen erwarten uns und beide sind frei. Genüßlich zieht sich Tiger seinen Strom aus der Leitung während wir unsere Morgenandacht halten. Laden und Beten passt gut zusammen, finde ich. Frisch gestärkt geht es dann nach Mühlhausen-Ehingen. Dort werden wir superfreundlich empfangen, liebevoll betüdelt und überreichlich versorgt. Es gelingt den Gastgebern sogar mich zu überreden-zeugen meinen feisten Körper im Pool abzukühlen. Welch eine Erfrischung, sagenhaft und wohltuend. Brusthoch im Wasser auf einer dort eingebauten Bank sitzend, dazu ein Glas Rosé schlürfend, komme ich mir ganz schön dekadent vor. Aber nett ist es doch! Gegen Abend wird gegrillt, alles ist gut, alles ist lecker und mein Bäuchlein wächst weiter. Der Rosé entfaltet in mir seine Wirkungen und so kutschiert mich meine Mitreisende freundlicherweise zurück. Zeitgleich mit den ersten Regentropfen können wir uns ins Hotel retten und die Markise einholen. Gerade rechtzeitig. Jetzt zieht eine Gewitterfront an uns vorbei, die ihresgleichen sucht. Der Himmel flackert nahezu eine Stunde vor sich hin, der Regen platscht auf die Erde – will das den nie enden? Nö, eigentlich nicht. Die ganze Nacht lang blitzt und donnert es – mal weit weg, mal mit dem Geräuschpegel eines Chinesenböllers, der direkt neben meinem Bett gezündet wird. Wow, ist das ein Gewittersturm, sagenhaft! Das unterstützt natürlich kräftig meinen Intervall-Schlaf. Nun denn.

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Auf dem Bodensee

Wieder strahlt uns die Sonne an. Nett von ihr, nur die Hitze könnte ein wenig niedriger ausfallen. Aber is wie is. Pünktlich zur Abfahrtszeit sind wir auf der Seebrücke. Mit einer kleinen Verspätung rauscht die MS Karlsruhe auf uns zu. Wir gehen an Bord und finden mit Müh und Not einen halbwegs schattigen Platz auf der Steuerbordseite. Der vollbesetzte Kahn legt noch in Meersburg an, wie um uns zu beweisen, dass seine tatsächliche Passagierkapazität weit oberhalb unserer Einschätzung liegt. Nun gleiten wir zur Insel Mainau. Dort verlassen viele Mitreisende unser Schiff, um in der Gluthitze die Insel zu erkunden. Sollen sie doch! Ein paar wenige steigen zu und es geht ab nach Konstanz. Der Hafen macht einen tollen Eindruck. Leider dürfen wir mit unserem Rundtoutticket das Schiff hier nicht verlassen, vielleicht schauen wir am Freitag oder Samstag mal vorbei. Nach einer etwas längeren Pause dreht der Kahn im Hafen, passiert die Ausfahrt mit der satirischen Statue „Imperial“ – ein geniales Teil mit derben, aber leide nicht unangebrachtem, Spott – um schließlich wiederum Richtung zentraler Umsteigeport Meersburg abzudampfen. Wir legen kurz an und machen uns dann auf den Heimweg. Nach knapp zweieinhalbstündiger Seereise landen wir nun wieder in Hagnau. Das hat sich wirklich gelohnt. Wir belohnen uns mit einer Currywurst in der Keltenschenke. Das tut gut. Mit viel Mühe erkraxeln wir die Hotelhöhe, bezwingen die Stufen in den zweiten Stock und sind fertig. Meine Liebe zu viel Wärme hat in diesen Tagen arg gelitten und meine Sehnsucht nach kalten Duscherlebnissen ist ganz neu entflammt. Wir verbringen einen ruhigen Abend auf unserem Balkon, schauen über den Bodensee, lächeln passierenden Zeppelins zu und erfreuen uns am offensichtlich zunehmenden Mond. Alles ist gut. Die Temperatur in unserem Zimmer ist ein klein wenig entfernt von „angenehm“, kühlt sich aber im Laufe der Nacht erfreulich ab. Langsam gewöhne ich mich ans intervallartige Schlafen. Wenn’s denn sein muss. Seufz.

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Meersburg, Unterstadt

Es war ein warme Nacht mit mancherlei Schlafperioden – aber wir sind ausgeruht. Das Frühstück erscheint auf den ersten Blick kärglich, erweist aber bei näheren Hinschauen seine Stärken und wir sind durchaus zufrieden. Natürlich fällt es um Längen hinter dem Augsburger Angebot zurück aber das heißt nicht viel, denn für dies relativ kleine Haus ist es trotzdem sehr gut. – Tiger bringt uns sicher nach Meersburg, im Parkhaus ergattern wir einen guten Parkplatz und schlendern durch die Unterstadt. Sie ist zwar sehr gut besucht aber einen Schattenplatz findet man immer und das Ambiente stimmt. In einer Eisdiele erfrischen wir uns mit einer Hopfenkaltschale, direkt am Hafen. Hier ist so etwas wie ein Schiffsbahnhof für den Personenschifffahrtsverkehr – drei „Schiffssteige“ gibt es, die nicht selten alle kurzzeitig belegt werden. Auf dem Bodensee selbst werden unzählige Personen, Fahrräder, Autos und LKWs hin und her bewegt. Faszinierend. Der Fährhafen für Motorfahrzeuge ist nur wenige Schritte entfernt. Dennoch ist es sehr schön hier. Nur den mühseligen Gang in die zweifellos schicke Oberstadt in praller Sonne schenken wir uns. Nein, das ist keine Option für den müden Pensionisten! – Tiger erwartet uns, perfekt vorgekühlt, um uns zuerst zu Lidl und dann mach Hause zu bringen. Nach einer längeren Mittagspause, am frühen Abend, begeben wir uns wieder ins Städtchen. Wir erwerben Karten für eine Schiffstour am Mittwoch, lassen den Bodensee auf uns wirken und erklimmen – immer noch in molliger Wärme, den Hügel zum Hotel. Klatschnass geschwitzt sehne ich mich nur noch nach einer Dusche – und da ist sie schon! Prächtig, mächtig, gewaltig! – Den restlichen Abend sitzen wir auf dem Balkon, sehen den Lichtern auf der gegenüberliegenden Seite des Sees beim Funkeln zu und dem zunehmenden Mond beim Wandern. Eine Pfeife in Ehren kann niemand verwehren, ein wenig lesen, ein bisschen schauen und schon rinnt die Zeit davon. Die zweite Nacht gelingt eine große Kleinigkeit besser. Fein.

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Hagnau

Heute genieße ich endlich das Büffet! Meine erste morgendliche Weißwurst lässt den Tag wohlig lecker beginnen. Ein wenig Rührei und ein paar Kleinigkeiten passen noch in mich rein 😉, mehr geht nicht. So bin ich eben. – Koffer packen, in unseren Tiger verfrachten und letzteren zur Ladestation, diesmal beim nahegelegenen Aldi bugsieren, kennzeichnen das Ende der Abreisevorbereitungen. Danach fahren wir auf Landstraßen nach Hagnau am Bodensee und werden größtenteils durch malerische Landschaften auf mancherlei schmalen Straße geführt bis wir irgendwann auf der Bundesstraße landen und uns einreihen. Das Hotel ist schnell gefunden. Wir haben ein sehr gutes (und entsprechend teures) Zimmer mit großem Balkon und Blick auf den etwas entfernten Bodensee. Leider liegt es im dritten Stock und ein Fahrstuhl fehlt im Hause, wie auch eine Klimaanlage im Zimmer. Dafür ist es draußen extrem heiß, über 30 Grad. Service und Ausstattung mit Kosmetika erinnern mich an den Standard guter Hotels im damaligen Sozialismus meiner Jugendzeit. Dennoch sind wir zufrieden und genießen den Balkon und den prächtig großen Wohn-/Schlafraum wie auch das schmale Bad, dem zum Ausgleich eine phantastische Dusche verpasst wurde. – Abends spazieren wir in den Ort bis zum See, können im Schatten in aller Ruhe dem Treiben am Ufer zuschauen und über die Menschenmassen in den Restaurants und Flanierstraßen staunen. Ein kleiner Ort mit vielen Gästen – offensichtlich. Per WhatsApp sprechen wir noch einen Besuch bei Verwandten ab – ich freue mich drauf. Mächtig, gewaltig! – Die beginnende Nacht entfaltet auf dem Balkon ihren Charme bis die Müdigkeit uns ins Bett treibt. Die Hitze und nur gelegentlich hereinwehende Brisen beeinträchtigen das Schlafvergnügen – weshalb verreisen wir auch in der Hauptsaison?

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