Kahlschlagsintentionen

Das halbe Jahr liegt hinter uns. Der Januar mit den Tagen in Büsum war beeindruckend – allein in Urlaub fahren war schon seltsam. Die Karibik im März war herrlich aber die Reise viel zu kurz. Die restlichen Monate sausten nur so vorbei. Meine große Schwester hat Geburtstag. Sie muss ihn im Klinikum erleben und wir schauen mal vorbei. Bei der Gelegenheit besuchen wir gleich einen Freund. Dabei muss ich an die Krankenhausreformpläne des Gesundheitsministers denken, die er wortreich in den Himmel lobt, die aber realistisch betrachtet das Gesundheitswesen deutlich verschlechtern werden. Warum um alles in der Welt sind in diesem unserem Lande wirtschaftliche Kriterien für Krankenhäuser so entscheidend? Sollten da nicht andere Maßstäbe Vorrang haben? Ich befürchte hier einen ähnlichen Kahlschlag wie damals bei der Bahn mit dem Privatisierungshammer. Was bedeutet die Reform in der Summe: die Bettenzahl wird reduziert, die Wege für die Patienten potenziert, dezentrale Einheiten werden aufgelöst und zentrale überlastet. Na toll. Dazu kommt noch die soziale Abschottung der Kranken, denn weite Wege heißen weniger Besuch. Mal ganz abgesehen von einer höheren Todesrate durch längere Transportwege. Gottseidank wartet nicht das Ende auf uns sondern die Ewigkeit. Halleluja! Das erhält die Hoffnung. – Auf dem Rückweg hole ich ein Paket von der Packstation ab, völlig easy und unproblematisch – hat die Post gut gemacht, finde ich. Die so gelieferten Akkus lade ich zu Hause gleich auf, einer füllt sich der andere nicht. Da muss ich morgen wohl wohl doch einen Blick in die ungeliebte Bedienungsanleitung werfen. Ich bin eher ein Fan selbsterklärender Gerätschaften. – Die Chefin ermittelt in einem verstrickten aber diesmal nicht ganz so skurrilen Fall. Ein wenig YouTube, etwas lesen und schon ist der Abend und mit ihm der klägliche Rest des ersten Halbjahrs vorbei. Noch 177 Tage bis Weihnachten.

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Gartenfreuden

Nun liegt unsere neue Sense schon ein paar Tage herum und wartet auf ihre Akkus. Es ist Zeit die Tragweste nach allen Regeln der Kunst anzulegen – es gelingt besser als beim ersten Versuch am Dienstag. Sie passt selbst mir recht gut. Nun noch das Schneidemonster daran arretieren und alles auf meine Größe ausrichten. Jetzt liegt das Gerät, die Hauptlast schwebend von der Weste gehalten, gut in der Hand und es kann losgehen sobald der mobile Strom verfügbar ist. Heute soll er eigentlich kommen. – Mr. Shorty hat seinen Ladestecker verfehlt. Er hockt irgendwie schräg in seinem Häuschen. Ob er sauer ist, dass wir letzte Woche seinen Namenstag nicht gebührend gewürdigt haben 😉😀? Es wird Zeit mich seiner zu erbarmen. Kaum befreit aus der misslichen Lage jault er schon fürchterlich auf, fordert ohrenbetäubend das Tippen des Eigentümer-Codes. Sein Wunsch ist mir Befehl und endlich schweigt er. Nun lasse ich ihm eine gründliche Reinigung zukommen, spendiere ihm neue Messer und einen weiteren freien Tag. Drei Tage Ruhe und vier Tage mähen reichen vollkommen aus. Nun noch die Tannenzapfen vom Rasen fegen, fix mit der Akku-Schere den unverschämtesten Wildwuchs in die Schranken weisen und gut ist. Dabei überhöre ich die Postfrau mit den Akkus. Merde. Per App meldet mir die DHL, dass dieselben in einer Packstation zwischengelagert werden sollen aber nicht in welcher. Eine Abholkarte mit dem Öffnungscode fehlt ebenfalls. Sollte diese morgen per Post kommen? Und warum per Post? Noch bin ich ratlos. – Wenigstens habe ich heute Zeit genug für meine Abendandacht, lese, spiele und youtube ein wenig während meine studierbeflissene Ehefrau stundenlang einer hochtheologischen Diskussion zwischen einem Rabbi und Roger Liebi lauscht. Das Thema der beiden Disputanten könnte herausfordernder nicht sein: ob und ggf. wie Jesus schon im Alten Testament erwähnt wird. Ich mag keine verbale „Schlachten“ bei denen von vornherein eine Einigung nahezu ausgeschlossen ist. Ich, als Christ, freue mich einfach schlichten Herzens über jede Stelle im AT in der ich Jesus entdecke. Es wird wieder spät und der Schlaf tritt nur zögerlich herzu.

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Ja, ja, das Alter!

Es gibt Saft von oben für Foxi und Tiger, ein wenig muss zwar aus dem Netz fließen aber die Hauptlast trägt die Photovoltaik. Das ist sehr schön. – Am Nachmittag hat das Seniorenheim zu einem Angehörigentreffen eingeladen. Das neue Leitungsteam stellt sich vor, es rekrutiert sich zum Teil aus dem Schulzen Hof, ein guter Ruf eilt ihnen voraus. Das lässt hoffen und der persönliche Eindruck ist auch relativ gut. Schön wäre es, wenn es Personen wären, die voll emotional sich den älteren Herrschaften zuwenden könnten. Mir ist jedoch klar, dass derartige Pflegekräfte sich an den von Staat und Krankenkassen vorgegebenen Rahmenbedingungen aufreiben würden. So kann es eben nur eine Gruppe von Pragmatikerinnen schaffen und da scheint mir das Heim jetzt gut aufgestellt. Dafür spricht ebenfalls die lange Tätigkeit der Verantwortlichen in der Altenpflege. Hoffnung ist angesagt. Ich erzähle das alles meiner Mum aber ob sie mich überhaupt wahrnimmt erkenne ich nicht. Das ist so traurig! Ich fühle mich so bedröppelt und hilflos ihr gegenüber. Seufz. – Mein Abend gestaltet sich wieder gleichförmig – aber was soll ich sonst tun? Inmitten einer Menge fühle ich mich bedrängt und bedrückt, Gesellschaftsspiele öden mich an und spazierend flanieren finde ich doof. Ob ich mich nicht doch in eine Einsiedlerhöhle zurückziehen sollte? Doch da wäre es zu nass und zu kalt! Nun denn, dann fahre ich meinen Sessel in Halbliegeposition aus, nehme mir ein schlechtes Buch einer Autorin mit einer guten Schreibe und lasse die Zeit an mir vorbeirauschen – bis sich etwas Besseres ergibt. Der Schlaf ist gutwillig aber nachts gern und viel genossenes Wasser wirkt kontraproduktiv. Ja, ja, das Alter!

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Nachkauf mangels Durchblick

Ich stehe vor den Bauteilen der Sense, lege los und sofort verweigert sich ein Plastikteil der Montage. Das geht ja gut los! Ich probiere, schiebe, drücke und drehe hin und her, es passt einfach nicht. Puh. Die Lunchtime kommt mir da gerade recht. Nach der Mittagsruhe verbindet sich der bewusste Quertreiber problemlos perfekt mit der Sense. Wow. Der Rest fügt sich fast von selbst aneinander und ruckzuck ist das Monster fertig. Nöte bereitet mir nur die Trageweste. Bin ich zu mollig (😉😇)? Zu ungeschickt? Verwirrt? Ja, ich kann sie überziehen aber so recht zufrieden bin ich mit der Lösung nicht. Bei YouTube sieht das viel professioneller aus – ob es an dem „Hungerhaken“😀 liegt, den die Weste so perfekt umhüllt? Seufz. Jetzt erst merke ich, Dösbaddel, dass ich zwei Akkus benötige aber nur einen bestellt habe. Doppel-Seufz! Nun denn, Kaufland bietet günstige Preise also diesmal nicht Amazon. Schön, dass sich endlich ernsthafte Konkurrenz aus dem Staub erhebt 😀. – Zwei Fühler für mein neues Thermometer platziere ich nach gründlicher Überlegung an strategisch wichtigen Stellen im Haus. Die Signale erreichen tatsächlich den(?) Hub und mein Handy. Höchst erfreulich. – Heute schaffe ich mir tatsächlich genügend Raum für meine Andacht. Jetzt ist aber der Akku des iPads mit den Gebetsanliegen total ausgepowert. Seufz, so kommt eins zum anderen. Doch auch diese Hürde nehme ich schließlich. – Den altbekannten Syltkrimi breche ich am Abend ab und konzentriere mich aufs Lesen, unterbrochen von ein, zwei oder drei kurzen YouTube-Schnipseln. Es wird natürlich wieder spät und der Schlaf kommt und geht wie es ihm gefällt. Nun denn.

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Nerviger Installationskrampf

Mein recht teures aber mac-konformes Thermometer hat inzwischen einen erschreckenden Batterieverbrauch. Heute soll sein Nachfolger eintreffen. Da sich der größte Versandhändler nicht festlegen will, weiß ich nur, es soll im Laufe des Tages geliefert werden. Ein „gutes“ Argument um andere Arbeiten hinauszuschieben, schließlich muss das Teil installiert, in eine App integriert und mit drei Temperaturfühlern verbunden werden. Außerdem soll es seinen Weg in die Home-App finden. Doch wo bleibt es? Erst am späten Nachmittag trifft es ein und treibt mich, wie viele seiner elektronischen Kumpel, zunächst schier zur Verzweiflung. Nun denn, wie üblich, fügt es sich in die App dann doch ein, nimmt sich schließlich der Fühler an und diese übermitteln, nebeneinander liegend, nach einer Zeit ausgiebiger Kalibrierung fast gleiche Werte an die App. Das ist schon mal mutmachend. Nur in die Apple-Home-App wollen sie nicht hinein, die kleinen Racker. Dann eben nicht. – Meine Abendandacht fällt dadurch wieder einmal aus und das geht mir total gegen den Strich. Obwohl diese mir sehr wichtig ist, erreiche ich einfach keine Kontinuität. Das ist echt mies. – Zwei alte, oft angeschaute, obskur kuriose Barnaby-Folgen benebeln den Abend über meine Aufmerksamkeit. Es wird wieder einmal sehr spät wegen des drückenden Lesehungers im Anschluss 😀. Der Schlaf kommt schnell und zeigt einen gestern vermissten Eifer. Wohltuend.

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Vielfältiger Tag

Warum ist heute schon wieder nicht mein Tag? Immerhin geht es im Laufe des Tages voran. Normal aufstehen und zum Gottesdienst samt Sommerfest fahren bildet den Tagesbeginn. Wir verabschieden unsere Pastorenfamilie nach Augsburg. Der Gottesdienst ist dem Anlass angemessen und die Predigt des Inspektors unseres Gemeinschaftsverbandes ermutigend – sowohl für die scheidende Pastorenfamilie als auch für die hierorts verbleibende 😉 Gemeinde. Ich bin sehr froh, dass ich hinterher ein Plätzchen im Schatten ergattern und mich vom schönen Wetter neu aufrichten lassen kann. Höchst erfreulicherweise versorgt mich meine Lebenslanggefährtin mit Leckereien vom Büfett, sogar verziert mit Bratwurst und Steak. Ich hätte mich heute ganz sicher nicht in die schier endlose Warteschlange eingereiht, dazu müsste ich viel besser drauf sein. Andererseits hätte mir ein Essensverzicht kein bisschen geschadet 😀😉. Ich habe es echt gut getroffen. – Nachmittags schauen wir noch die Predigt aus Bremen und eine Kurzandacht zur Losung aus Hannover an. – Danach telefoniert meine Plauderexpertin stundenlang ☺️ mit ihrem Neffen und einer Freundin. Ich staune über die russischen Verhältnisse, „rein in die Kartoffeln, raus aus die Kartoffeln“, nehme die Empörung des ZDF über den ersten AfD-Landrat zu Kenntnis und bin überrascht über die trefflichen Kommentare Bodo Ramelows dazu. Er bringt es auf den Punkt. Die Reaktion Theo Kolls unterstreicht dagegen die mangelnde Einsichtsfähigkeit öffentlich-rechtlicher Medienvertreter. Ich habe Verständnis, wiewohl mir die AfD ob ihrer Nazi-Gesinnung ein Gräuel ist, dass vielen ostdeutschen Mitbürgern die vielschwafelnden Berufspolitiker traditioneller Couleur aus dem Hals heraushängen (sehr freundlich formuliert). – Den Abend verbringe ich draußen in unserer Lounge, lese viel und youtube ein wenig bis die nächtliche Kühle mich ins Haus treibt. Es wird leicht spät, der Schlaf trödelt herum und erledigt seinen Job halbherzig. Dann ist das halt so.

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Ruhe und Gelassenheit

Ausschlafen bis in die Puppen ist angesagt. Das fällt mir leicht. Wie schön, dass wir heute keine Termine haben und „alle Zeit der Welt“. Ich bin ein wenig trottelig neben der Spur und brauche dazu noch nicht einmal Restalkohol, einfach so, laissez faire laissez allez, es kommt wie es kommt 😀😇. Ab und an ist so ein Tag echt nett. Die Motorsense bleibt wie sie ist, zusammenbauen ist nächste Woche angesagt. Fernsehen macht keine Freude. Irgendein verrückter Russe marschiert mit seiner Privatarmee gen Moskau und zuckt auf halber Strecke zurück. Die Welt spinnt immer mehr. Alle spielen verrückter Hühnerhaufen und am Ende bleibt alles wie es war – oder auch nicht, wer weiß das schon vorher? Man kommt sich so hilf- und ratlos vor. Gottseidank haben wir unseren Herrn und Heiland Jesus Christus. Auf den vertrauen gibt Sicherheit, Hoffnung und Gelassenheit (selbst wenn ein paar Übereiferer im Wort ‚Gelassenheit‘ irgendein bescheuertes Haar in der Suppe finden 🤨😲, so sind sie halt manche Geschwister im Glauben😉😀). – So endet der Tag in alltagsüblicher Weise und das tut nach der Partynacht sehr gut. Der Schlaf ist mäßig motiviert.

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Feierabend

Es regnet bis in den Nachmittag hinein. Es kommen noch einmal 15 Liter/qm vom Himmel. Im ach so trockenen Juni sind es nun insgesamt 84 Wassereimer/qm. Das ist eine ganz schöne Menge, 12 vor und 72 nach der Dürre. – Pünktlich um halb sechs holen uns Freunde zur Tour nach Hildesheim ab. Es gilt einen 190. Geburtstag zu feiern also drei runde Geburtstage auf einen Schlag. Ich tue mich immer schwer mit solchen großen Feierlichkeiten, zu viele Menschen, zu steife Kleidung, langes Warten am Büfett und hinterher motzende Magensäfte. Doch diesmal wird es echt nett trotz der vielen Gäste und der Schlange vor den geduldig verharrenden Speisen. Ich schätze es immer mal wieder dem schallgeschwängerten Raum zu entfliehen und vor der Tür durchzuatmen. Das gelingt einwandfrei. Die obligatorischen Reden sind interessant, mit Humor gewürzt und die ebenso unvermeidbare Fotoshow wohlausgewählt in allerfeinster Bildqualität wiedergegeben. Nur die lange An- und Abreise nerven ein wenig, vor allem die nachmitternächtliche Tour. Widerborstig wie ich nun einmal bin genieße ich daheim noch ein Glas gebrannter Äpfel bevor der gute alte Morpheus mich stante pede fest in seine Arme schließt. Das tut wohl.

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