Fetenvorausschatten

Heute wird es ernst. Die Vorbereitungen nehmen kräftig Fahrt auf. Vormittags erledigen wir sämtliche Getränkebeschaffungen und alle nötigen Einkäufe. Nun wird der Esszimmertisch präpariert, ebenso verliert der Wohnzimmertisch alle dort zwischengelagerten Utensilien. Ein Kühlschrank wandert vom OG ins EG, von der oberen Terrasse verabschieden sich zwei Liegen auf Dauer, dieselbe wird vorbereitet, gefegt und bestuhlt. Das EG verwandelt sich so in eine Feierzone für gesetztere Herrschaften – irgendetwas zwischen einer Partymeile und einem Seniorenkaffeetrinken 😉😀😇. Nach und nach wird der bereits erwähnte Kühlschrank mit den gerade erworbenen Getränken bestückt. Er brummt intensiv vor sich hin, immerhin muss er etliche Liter Flüssigkeit etliche Grade herunterkühlen. Er schafft das schon. Während die meisten Räumlichkeiten sich mehr oder weniger festlich ausgestalten nimmt das Büro eher Lagercharakter an. Einen Raum trifft es immer, Schicksal halt 😀. Am Abend sieht es gut aus und wir genießen das schöne Wetter auf der Terrasse. Entspannung pur. Als es kühler wird, so unter 22 Grad, verlassen wir das Freie für die „innere Wärme“ des Hauses. Der Abend gestaltet sich in üblicher Weise, altersgerecht. Es wird leicht spät und der Schlaf kommt in aller Ruhe dazu.

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Stromfasten

Das Staubsaugen in der Gemeinde wird versüßt mit einem Vortrag Roger Liebis über die Sintflut. Hochinteressant und langatmig, also genau richtig, begleitend zu meiner Aktivität. Meine Chauffeurin, die sich in der Zwischenzeit interessenspezifisch unterhalten hat, bringt mich sicher nach Hause, wo wir Foxi mit selbsterzeugtem Strom versorgen. Mein heißgeliebtes Sofa streikt und lässt sich nicht überzeugen in die Ruheposition zu wechseln. Shocking. Nichts tut sich, nur die Kopfstützen lassen sich noch bewegen. Also probiere ich die Grundreparatur für alle stromvertilgenden Gerätschaften: Stromfasten. Stecker raus, kein Netz, warten und nach angemessener Zeit den Stecker wieder einstecken. Potzblitz, siehe da, alles okay. Verzicht hilft oft 😉😀. – Unser längst ausgetrockneter Zimmerbrunnen muss seinen angestammten Platz räumen – die Fete wirft ihre Schatten voraus. Die Getränkebestände werden erfasst und diesbezügliche Wünsche vermerkt. – Der Abend verläuft ruhig und ich versinke relativ früh in den Federn, die längst anderem Materialien weichen mussten. Bis auf mein Kissen, glaube ich wenigstens …

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Podologie und Wein

Der Vormittag vergeht mit messen und planen. Wir transportieren einen Biertisch vom Keller in den Salon und platzieren ihn als Standort fürs Büfett. Esswillige müssen sich also in dem kleinen Raum gegenseitig auf die Füße treten. Wer schlemmen will muss leiden – so ist das eben 😉😇. – Am Nachmittag erhalten meine Treterchen ihre langersehnte Pflege – es ist allerhöchste Zeit. Dann fahren wir mit Foxi zum Weindepot. Zu meiner allergrößten Freude können wir dort dreizehn Flaschen trockene Scheurebe ergattern. Toll! Dazu kommt der Fetenwein, weiß und rosé – und voilà ist die nächste Abbuchung vollzogen. So geht es zu im Leben. Wieder daheim startet meine Abendandacht, ein wenig beengt im Büfettsalon aber irgendwie geht es schon. Muss halt. – Am Abend lasse ich mich auf eine bekannte aber nette Folge von München Mord ein. Danach folgt der übliche Ablauf und es wird spät. Eine durchgegorene Scheurebe 🥂 versüßt den Abend. Fein.

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Umschaltversuche in den Alltagsmodus

Die Fetenvorbereitungswoche startet. Wir planen die Tätigkeiten sowie die zeitlichen Abläufe und laden noch ein paar Gäste ein. Alles zu seiner Zeit. Ich entferne schon mal ein paar Rumstehomaten aus unserem Hauptaktionsraum und überlege einen Standort fürs Büfett. Im Zelt war immer viel Platz, hier oben wird es deutlich enger und alles rückt uns mehr auf die Pelle. Da kommt etwas auf uns zu. Meine plauderbereite Mitbewohnerin übt schon mal für den Europarekord im Mehrfachdauertelefonieren. Klappt recht gut. Respekt – und das von einem Telefonierverzagten. – Es gibt noch ein paar bürotechnische Restarbeiten aus den beiden Urlaubswochen und ich leite langsam zur Alltagsarbeit über. Bei mir dauert das immer ein wenig lange. Immerhin klappt es mit der Andacht wieder, sogar die Teezubereitung findet wieder statt, dazu ein griechisches Knäckebrot mit Chili-Weingelee. Lecker. – Barnaby am Abend ist uninteressant, alles viel zu gut bekannt. So bleibt es schließlich bei den üblichen Abendbeschäftigungen bis ich endlich den Ruf meines Seniorenbettes erhöre. Der Intervallschlaf wartet schon. Alles roger.

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Bruderliebe

Endlich wieder Studierstube – ich freue mich sehr! Leider läuft es heute etwas schleppend aber nicht uninteressant. Die Forderung von Jesus aus dem Johannesevangelium, die Johannes in seinem 1. Brief noch einmal explizit wiederholt, dass Christen sich lieben sollen, erweist sich in der Praxis immer wieder als äußerst schwierig. Wir Menschen kämpfen viel zu verbissen um unsere Erkenntnis und tun uns umso schwerer andere Sichtweisen stehen zu lassen. Die Angst falsch zu liegen, lässt uns „bissig“ werden, viele Gemeinden sind schon daran zerbrochen. Extrem traurig. – Nachmittags hören wir noch die erkenntnisreiche Predigt aus Bremen über Gebetserhörungen – Gott hört jedes Gebet und erhört es auch – aber zu seiner Zeit, an seinem Ort, auf seine Art und im Rahmen seiner Vorhersehung. Brillante Auslegung. – Nachmittags besuchen wir meine Mum. Keine Ahnung ob sie mich versteht, registriert hat sie uns wenigstens. Frustrierend dass ich nicht verstehe was sie zu sagen versucht – frustrierend sowohl für mich als auch für sie. Man sitzt da, hält Händchen, redet viel und fühlt sich so hilflos. Immerhin hat sie den Besuch aktiv zur Kenntnis genommen und vielleicht sogar mich erkannt, hoffe ich. – Abends ziehe ich mir ein Interview mit Markus Söder rein, begleite einen Australier auf seiner Europatour und schaue anschließend Wildschweinen beim Vorsichhinleben zu. Übergenug TV-„Genuss“. Jetzt noch lesen, zwei Knäckebrote griechischer Art mit Butter bestrichen vertilgen – ich wollte doch abnehmen, seufz – und dabei ein Hemd mit Butterflecken beschmieren. Doppeltseufz. Es wird recht spät aber der Schlaf wartet geduldig. Gut so.

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Ankommen

So richtig bin ich noch nicht angekommen. Bei mir dauert es immer ein paar Tage bevor ich vom Reise- in den Daheim-Modus umschalten kann. Während meine Lebenslanggefährtin herumwirbelt mit Wäsche, Unkraut im Garten und in der Entwässerungsrinne, sitze ich rum und versuche krampfhaft das eine oder andere anzugehen. Kontopflege, Wäsche zusammenlegen, ein wenig kramen und Reiseutensilien wieder auf ihre Bereitschaftspositionen zu verfrachten ist ja ganz nett, läuft aber viel zu stockend ab. Am liebsten würde ich die nächste Reise planen aber der übermäßige Budgetverbrauch der letzten zwei Wochen steht dem entgegen. So lasse ich die Vernunft walten und bremse mich aus. Gut so! – Das Fernsehen breche ich am Abend ab, es nervt. Ein wenig YouTube, ein wenig lesen und ein bisschen virtuell Karten bewegen beruhigen meine Nerven und lassen mich zu Hause wieder heimisch werden 😉. Wunderbar. Es wird mittelspät und der Schlaf lässt sich Zeit. Dann ist das so.

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Totschlagsargumentation

Der Tag danach. Ich rechne unsere Urlaubskosten aus und bin schockiert. Hotels, speisen, Strom tanken und auf dem Bodensee herumschippern summieren sich zu einer ganz interessanten Endsumme. Dann ist das so. Damit kann ich mir mein Sparziel für die nächste Zeit abschminken – aber schön war es trotzdem (oder gerade deshalb?). Ich notiere die Regenmenge, die im August vom Himmel fiel und stelle fest, dass sie oberhalb des Vergleichszeitraums liegt. Das ist erfreulich. Per Notebook sind jetzt etliche Aufgaben zu erledigen und das tue ich dann auch. Der Mittag naht schnell, die gleichnamige Ruhe folgt dem nach. Die Post enthält die Androhung einer Kostenerhöhung vom Seniorenheim mit einer ausführlichen Begründung, so ausführlich, dass ich da überhaupt nicht durchsteige. Die schier unendlichen Bestandteile der Gesamtkosten werden im Detail so weitschweifig erläutert, dass sie ins Unverständliche abgleiten. Mir hätte eine kurze Übersicht „vorher-nachher“ mit ein paar erklärenden Worten vollkommen ausgereicht. Man kann halt mit vielen Worten ein Thema erschöpfend totreden. – Abends schaue ich einen Krimi, recht oft bewegt sich mein Finger unaufhaltsam zur Ausschalttaste, verharrt aber jedes Mal kurz davor und zuckt zurück. Hinterher bin ich mir immer noch unsicher ob ich nicht doch vorher … hätte, hätte, Fahrradkette! – YouTube unterhält mich im Anschluss noch ein wenig und schon beginnt die zweite Nacht im eigenen Bett. Der Schlaf spielt mit aber der Getränkekonsum verlangt viel zu oft sein Recht. Schade eigentlich.

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Daheim

Wir verabschieden uns vom Rhein. Ich mag ihn sehr und ich lasse ihn schweren Herzens zurück. Gern hätte ich noch ein paar Tage den Schiffen beim Passieren zugeschaut aber inzwischen ist der Drang endlich wieder nach Hause zu kommen viel zu groß. Also: Adieu mein Strom! Übrigens ist sein Pegel in den letzten Tagen kräftig gestiegen, inzwischen sind die Mittelinseln teilweise schon unter Wasser. – Zur Einstimmung auf die Fahrt wird gerade eine riesige Brücke saniert und wir dürfen uns durch Wiesbaden schlängeln. Meinetwegen. Wir kommen dennoch sehr gut durch, der Betrieb hält sich in Grenzen. Am Rasthaus Rimberg, keine empfehlenswerte Adresse fürs Stromtanken, sammeln wir neue Lade-Erfahrungen. Es gibt für beide Fahrtrichtungen der A 5 eine schwachbrüstige Säule mit maximal 50 kW Kapazität. Zu unserem Glück ist ein ID.3 gerade mit dem Laden fertig und Tiger kann den Anschluss nutzen. Mühsam füllt sich der Akku – Geduld tut dir not, lieber Bruder. Seufz. Im Anschluss übe ich mich im verbrauchsarmen Fahren. Mit 110 schleiche ich über die Autobahn, muss aber feststellen, dass der Unterschied zu 120 oder 130 eher marginal ist. Kurz vor dem Salzgitterdreieck geraten wir in einen Stau, dennoch geht es voran, nach recht kurzer Zeit passieren wir einen Unfall mit schweren Blechschäden aber offensichtlich ohne Personenschäden. Die Polizei ist noch nicht da. Ich stelle fest, dass die letzten Kilometer die nervigsten sein können. Gott sei Dank kommen wir unbeschadet zu Hause mit 18% Reststrom an, packen aus, wühlen uns durch die Post und sind einfach nur happy. Danke, HERR!!! Der Abend verläuft in aller Ruhe und im eigenen Bett schläft es sich echt gut. Wieder daheim, gut so.

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