Blöde Sommerzeit

Endlich packen wir die Koffer aus. Das geht schnell. Mein Tagesablauf ist dagegen völlig ungeordnet, denn die Zeit läuft mir davon. Ich stelle die paar Uhren, die sich noch nicht selbst anpassen, um auf Sommerzeit, versorge pausierende elektrische Geräte wieder mit Strom und fühle mich voll doof. Die Erkältungssymptome entwickeln sich prächtig, die gängigen Gegenmittelchen entfalten nur äußerst beschränkte Wirkungen – da baut sich etwas Mieses auf. Zur Ablenkung durchforsche ich das Kreuzfahrtangebot für die übernächste Reise 2024 oder 2025 – erstaunlich wie weit im voraus man buchen müsste um noch Kabinen zu erwischen. Dabei verpasse ich die Nachrichtensendung – meine innere Uhr geht noch falsch. Wieder einmal wächst der Frust über die blöden Politiker, die mir dieses Zeitwirrwarr verordnet haben. Wenn die Jungs und Mädels zu wenig echte Probleme zu bewältigen haben, wie heutzutage, schaffen sie sich (und uns) welche. Es gibt eben viel zu viele von ihnen. – Meine Erkältung bringt mich früh ins Bett aber dort baut mich „Die Bestatterin“ im Ersten ein wenig auf auf, ich mag solche leicht skurrilen Serien. Leider wird es mit dem Schlafen sehr spät – unser Zeitempfinden harmoniert offensichtlich nicht mit den Realitäten. Der Schlaf kommt intervallweise.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Jetlag

Der Jetlag schlägt zu. Mit dem Tagflug nach Barbados kamen wir gut zurecht. Der Rückflug bei Nacht macht mir arg zu schaffen. Ich schlafe bis 11 Uhr und brauche dennoch einen langen Mittagsschlaf. Außerdem schleicht sich klammheimlich eine Erkältung an. Der zugige Airportbahnhof und der eiskalte Südbahnhof in Frankfurt fordern ihren Tribut. Wir sind so schlaff und packen nahezu nichts. So ein Tag muss wohl mal sein nach so einer Reise in andere Zeitzonen. Ich komme mir fremd in der mir doch so vertrauten Umgebung vor. Die Sommerzeit ist ein weiteres übel, denn mein Zeitgefühl scheint dahin zu sein. So einem schönen Urlaub folgt ein bescheuerter Neustart. Dann ist das so. Schade.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Luft, Schiene und Straße

Kurz nach Mitternacht, Karibikzeit, bzw. halb sieben in Frankfurt werden wir zum Frühstück „geweckt“. Aber wir haben doch eben erst unser Dinner beendet?! Nun denn, es gibt ein Omelette mit Kartoffeln, dazu ein Croissant und ein großes Müsli. Meine Zeit bin ich satt! Eine Stunde früher als geplant landen wir am Zielflughafen. Unsere Koffer brauchen eine halbe Stunde bis zum Gepäckband, kommen aber mit dem ersten Schwung – Business-Class-Feeling halt. Mich quält nunmehr die Bahnfrage – welchen Zug nehmen wir? Es ist saukalt in diesem Land! Brrrr, frier, zitter, brrr … Wir müssen zum Südbahnhof in Frankfurt, der Bahnsteig ist übervoll, wir steigen in einen ICE Richtung Hamburg, die erste Klasse platzt aus allen Nähten aber endlich finden wir doch zwei freie Sitze. Das Umsteigen in Hannover gestaltet sich unproblematisch und ein äußerst netter Freund holt uns am Ziel sogar ab. Daheim sinken wir sofort ins Bett. Das tut mehr als gut! Leicht erholt wärmt uns ein Feuer im Kachelofen, eingehüllt in Decken und mit Pullovern bestückt überstehen wir den ersten Kälteabend. Ich bringe erst einmal die Computerei auf den neuesten Stand und suche eine Kreuzfahrtmöglichkeit für das nächste oder übernächste Jahr. Ich finde keine. Schade. Früh geht es in die Nachtruhe und der Schlaf steht bereit.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Bridgetown

Heute wird in Deutschland gestreikt aber wir sind bekanntlich sechs Stunden später dran. Die neuen Gäste sind einen Tag früher, also bereits am Sonntag, in Deutschland losgeflogen. In Bridgetown kommen sie nach Mitternacht an. Die Crew hat es geschafft, dass auch unser Schiff vor Ort ist und so können alle Eingetroffenen an Bord gehen, werden provisorisch auf dem Oberdeck untergebracht oder können sich in den über Nacht geöffneten Restaurants versorgen. Bei unserem Aufstehen tummeln sich also 700 Gäste mehr auf dem Kahn. Wir sollen unsere Kabine bis 9 Uhr verlassen, sind aber bereits vorher zum Einchecken, das vom Airport hierher verlagert wurde, kurz von Bord gegangen. Das geht zwar schleppend aber immerhin voran bis wir endlich im Restaurant frühstücken dürfen. Nun gilt es bis 13 Uhr auf unseren Flughafentransfer zu warten. Der Kreuzfahrtdirektor freut sich uns los zu sein und wir dürfen vier Stunden am Airport auf den Abflug harren. Nach und nach treffen die Reisenden für die vier weiteren Flüge ein. Es wird eng in der Wartehalle und miefig in den Restrooms wie man die WC-Anlagen hier nennt. Endlich dürfen wir an Bord. In der Business-Class reist es sich recht komfortabel. Das Essen ist besser als auf dem Hinflug nur die Luftstraße echt holprig, man wird auf dem Liegesitz ordentlich durchgeschüttelt. Der Schlaf hat mit solchen Sperenzchen nichts am Hut und lässt sich daher nur kurzzeitig blicken.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Fort-de-France, Martinique

Wir haben die Kreuzfahrt mit einer Rundreise begonnen und beenden sie mit einer anderen quer durch Martinique. Immerhin sind wir hier schon in Europa, wenigstens mobilfunkmäßig. Das erleichtert vieles. Eine deutsche Reiseführerin begleitet uns auf der Fahrt und schüttet uns auf total nette Weise mit Informationen zu. Ich bin schwer begeistert. Zuerst geht es auf der atlantischen Seite der Insel in eine Rumbrennerei. Die Kostprobe bekommt mir gar nicht gut. Liegt es am Rum oder an mir – egal – hier kaufe ich nichts! Kurz darauf halten wir erneut an um den Wellengang an der Atlantikküste Pixel-für-Pixel festzuhalten. Weiter geht es zu einem kreolischen Mittagessen: Vorspeise Salat mit Fischknödel, Hauptgericht Hähnchenschenkel à la Creole, Dessert so eine Art kreolisches Kokos-Pannacotta. Weiter führt uns die Tour zu einer Bananenplantage mit Erläuterungen zum Anbau von unserer Guide. Die krummen Früchte wachsen an zweigeschlechtlichen Stauden, lerne ich, diese schießen empor, bilden Fruchtansätze, werden kastriert (das männliche Teil wird abgeschnitten), während gleich nebenan sich schon ein neuer Trieb bildet, die Bananen selbst erhalten eine Plastikumhüllung je Fruchtstand (der wird bis 50 Kilo schwer) und man erntet sie generell grün damit sie nicht zu mehlig werden und Süße einbüßen. Schließlich vergeht die alte Staude und der Kreislauf startet mit dem neuen Sprössling. Man lernt nie aus 😀. Es geht zurück zum Karibischen Meer nach St. Pierre, einer vormals blühenden Handelsstadt mit 30.000 Einwohnern. Am Himmelfahrtstag, dem 8. Mai 1902, brach der Vulkan Mt. Pelée aus, mit der Folge dass nur eine Handvoll Menschendie Katastrophe überlebte. Inzwischen wieder aufgebaut, leben dort heute rund 5.000 Menschen. Ein Museum informiert über das Unglück. Die Ruinen des Theater sind zu besichtigen, gleich daneben die Reste des Gefängnisses in der ein inhaftierter Trunkenbold überlebte, geschützt durch dicke Mauern und einen kleinen Zelleneingang in Gegenrichtung zum Vulkan. Er gilt der Legende nach als der einzige Überlebende (mit Brandwunden dritten Grades allerdings). Ein paar mehr Glückliche gab es schon noch, Legenden spiegeln halt immer nur einen Teil der Wahrheit wider. Zurück auf der MeinSchiff 2 gilt es Koffer zu packen, Banderolen zu versehen und bis 22 Uhr auf dem Gang vor der Kabinentür zu platzieren. Wir schaffen das früher, gehen essen und bei der Rückkehr, zwei Gin Fizz später, ist der Gang wieder leer. So soll es sein. Das Schiff rast mit einem Affenzahn, mir wird auf dem Balkon fast schwindelig, auf Barbados zu. Statt um 7 Uhr morgens will der Kapitän schon gegen 1 Uhr nachts dort ankommen. Soll er doch.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Noch’n Seetag

Seit Mitternacht schippern wir mit 17 Knoten Richtung Martinique, unserer letzten Station. Morgen wollen wir ankommen. Die Neuen aus La Romana schlafen offensichtlich so lange wie wir, denn das Frühstücksrestaurant ist gut belegt aber wir finden dennoch einen Fensterplatz. Wie schön. Im Anschluss, bei unserem traditionellen Bordrundgang trifft mich der Schlag: wie die Heringe liegen die Touristen auf den Sonnendecks herum. Ob sie damit noch das Trauma des Economy-Flugs verarbeiten wollen? Wer weiß das schon. Ich wende mich ab mit Grausen und retiriere flugs in den Ruhepol zu einem Latte und viel Entspannung. Hier ist es auszuhalten. Dann wechseln wir auf unseren Balkon, wenig belegt 😉 und altersgerecht ruhig. Was wollen wir mehr mitten im Meer? Abends finden wir unsere Rückreiseunterlagen in der Kabine mit dem klaren Signal, dass das Ende zweier schöner Wochen kurz bevorsteht. Der Tag klingt in aller Ruhe aus, weder tägliche Barbesuche noch die Unterhaltungsangebote sind dauerhaft unser Ding. Man kann bis spät nachts auf dem Balkon sitzen, rauchen oder nicht, tief unten die Wellen und weit oben ein toller Sternenhimmel. Es wird trotzdem nicht sehr spät.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

La Romana, Dominikanische Republik

Der Hafen liegt weit draußen. Ausflüge haben wir keine gebucht. Die avisierten Sehenswürdigkeiten von La Romana üben keinerlei Wirkung aus und ein Strandbesuch reizt uns auch nicht. So bleiben wir erstmals bei einem Hafenstopp an Bord. Wir betrachten das Land von oben, begleiten emotional die abreisenden Gästen denn die Hälfte der Mitreisenden verlässt uns heute. Bis 9 Uhr müssen ihre Kabinen frei sein – das blüht auch uns am Montag. Je nach Abflugzeit hängen sie auf dem Sonnendeck oder in den Bars herum, können zwischendurch im Kreuzfahrtterminal schon für ihren Flug einchecken und warten ansonsten auf den Transferbus. Die Neuen treffen ein, plagen sich mit einem Systemausfall herum, der sie lange Schlangen an Land bilden lässt und belegen nach und nach die freigewordenen Kabinen. Die Restaurants sind heute schön leer und wir genießen die Wechselzeit mit sehr aufmerksamen Servicekräften. Den Abend beschließen wir angesichts der Klimaanlagen-Erkältung meiner Mitreisenden im Ruhepol, ich mit zwei Gin Fizz und sie mit einem Ichmöchtenix, wie es der Ober nennt. Für die unterkühlte Dame geht es dann ins Nachtlager und für mich zu einem Pfeifentreffen auf den Balkon. Es wird sogar für mich recht früh. Das muss auch mal sein.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Seetag

Wir schleichen durch das Karibische Meer und wollen eigentlich erst morgen die DomRep erreichen. Ein medizinischer Notfall veranlasst den Kapitän mehr Schweröl durch die Maschinen zu jagen und so kommen wir heute schon in La Romana an, können aber nicht anlegen, denn die Anlegestelle ist besetzt. Der Notfall wird per Tenderschiff kompetenten Händen an Land übergeben und wir kurven eine ganze Nacht lang um die Insel herum. Bei einem Seetag sind die Decks meist voll belegt und wenn es ein wenig stürmisch und feucht ist platzen die Bars aus allen Nähten. Auf unserem Balkon dagegen kann man es aushalten, er ist relativ angenehm warm und bietet genügend Windschutz. Inzwischen pflegen wir die Gewohnheit mittags nur einen Imbiss im Tag-und-Nacht-Bistro zu verzehren und fahren recht gut damit. Das Schöne bei einer Schiffsreise ist die freie Wahl zwischen Menschenmassen und Zurückgezogenheit (im steten Wechsel, falls gewünscht😉😀). Wir speisen vornehm im Atlantik-Restaurant, einmal das Menü herunter und genießen dabei einen sauteuren Rotwein, der immerhin recht gut mundet. Ansonsten vergeht der Abend in aller Ruhe und Beschaulichkeit. Das muss auch mal sein.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar