Road Town auf Tortola

Ich kenne weder die Stadt noch die Insel, doch es muss sie geben, denn wir liegen hier am Pier. Dann ist das so. Neben uns parkt die „Norwegian Escape“, höher, breiter und länger als wir und spuckt auf drei Gangways Besuchermassen an Land. Wir haben nur einen Zugang zum Kai. Das Wetter ist eher feucht, wir verlassen unser Schiff bei Sonnenschein, durchqueren die Zollfreihandelszone bei bewölktem Himmel um bald drauf von einem kräftigen Regenschauer überfallen zu werden, flüssige Sonne, wie der Kreuzfahrtdirektor ihn nennt. Das T-Shirt trocknet hierorts fix und wir kommen trocken wieder an. Kurz und gut – das ist nicht meine Insel, sorry. Im Kreuzfahrt-TV sehen wir mäßig interessiert einem Spezialisten und zwei Versuchspersonen beim Handtuchfalten zu, nun ja, wer’s mag … Während meine geliebte Mitreisende sich einen Abba-Abend zu Gemüte führt – mir warteten am Eingang zu dicht gedrängt zu viele Menschen – widme ich mich Mister Gin Fizz, beobachte das Abendpublikum beim Flanieren und lasse mir erläutern warum Kunst sexy macht. Nach dem letzten Gin samt Bruder Fizz geht es heim in die Kabine, zu einer kräftig stinkenden Nachtzigarre. So gut wie ich dachte ist und tut das nicht. Nein, ich bin kein Zigarrentyp! Es wird normal spät.

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Philipsburg auf St. Maarten samt Marigot auf St. Martin

Heute finden wir uns auf eine zweigeteilten Insel wieder. Neben uns liegt ein exklusiver Dreimaster der Traumreisen für Wohlbetuchte – starkes Bötchen. Auf der anderen Seite liegen die „Rotterdam“, ein fast gleich großes Schiff und die „Harmony Of The Seas“, ein Riesenpott für 6.780 Passagiere. Damit nicht genug hat ebenfalls die „Jewel Of The Seas“ festgemacht für rund 3.000 Reisende. Die alle und wir dazu ergießen sich heute über diese kleine Insel. – Für uns startet ein Ausflug um die Mittagszeit, eine Rundtour mit Bus, auf den eigenen Füßen und per Motorboot, der uns rund vier Stunden auf Trab hält. Die Reiseleiterin spricht perfekt deutsch, ist eine in Deutschland aufgewachsene Französin, die in Marigot lebt. Die Fahrt mit dem Katamaran führt uns an prachtvollen Protzbooten vorbei, die millionenschwere Eigentümer noch in der Karibik parken bis sie – sobald es hier stürmisch zugeht – ins Mittelmeer transferiert werden. Wir sehen den berühmten Flughafen vom Ausflugsschiff aus – nur nicht den schmalen Strand über den startende und landende Maschinen in nahezu greifbarer Höhe hinwegbrettern – schade eigentlich. Im französischen Teil der Insel befinden wir uns in Europa mit der wunderbaren Nutzungsmöglichkeit der in Deutschland geltenden Mobilfunktarife. Ich poste was das Zeug hält und lade fast siebzig App-Updates herunter. Die eindrucksvolle Panoramafahrt zeigt uns, wie gut ein selbständiger Kleinststaat und eine europäische Provinz sehr trefflich miteinander auskommen können. Man muss nur wollen. Zurück an Bord nehme ich an einem Kunstquiz teil und gewinne einen Gutschein über 20 Euro, den ich an meinen kunstsinnigen Nachbarn weiterreiche, der dafür einen Druck erwirbt (nach Zuzahlung eines nicht unerheblichen weiteren Geldbetrages natürlich). Es sei ihm gegönnt. Es wird ein wenig spät aber der Schlaf kommt zuverlässig herbei.

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St. John‘s auf Antigua

Selbstverständlich liegen wir wieder am Anleger, gehalten von starken Tauen. Diesmal sind wir völlig frei und gestalten unser touristisches Erlebnis im karibischen Schlenderschritt. In Ruhe das Frühstück genießen, anschließend auf der Liege im 14. Stock, der eigentlich der dem Aberglauben geopferte dreizehnte ist, den Blick auf die Britania lenken, ein amerikanisch-englischer Kreuzfahrtriese auf der anderen Seite des Anlegers. Die Massen strömen zu den angeblich 365 Stränden des Eilandes. Wir lassen uns Zeit, bestaunen die touristische Einkaufsmeile am Terminal, schlendern durch die mehr und meist weniger gut erhaltenen Gebäude St. John’s, denen eine Renovierung gut zu Gesicht stehen würde um schließlich die Kathedrale zu bewundern. Dem Reiseführer war sie keine Erwähnung wert, doch der kleine Bummel lohnt sich. Der hölzerne Innenausbau ist beeindruckend, die Kanzel hübsch gestaltet, der Garten Gethsemane herzanrührend dargestellt. Ich bin begeistert, ein kleines, feines Highlight. Auf den innerstädtischen Wegen ist Vorsicht geboten sonst landet man durch meist ungesicherte Löcher eine Etage tiefer in der Kanalisation. Zurück vor dem Schiff hat sich eine schier endlos lange Schlange gebildet wartend auf den Transfer zum Strand. Wieder einmal erfüllt es mich mit Zufriedenheit kein so großer Strandlieger zu sein, ganz besonders unter dieser intensiven Sonnenbestrahlung. – Abends lassen wir uns im Restaurant verwöhnen, ich gönne uns eine schweineteuere Scheurebe – welch ein Unterschied zu dem All-In-Wein! Wir sind vom Menü und dem Drumherum begeistert. Der Unterschied zum SB-Restaurant ist gravierend. Danach gönne ich mir ein Pfeifen auf dem Balkon, um den Abend in der Schau-Bar gemütlich abzuschließen. Sehr nett nur ein bisschen zu viel Alkohol. Vorsicht ist geboten, ich weiß. Der Schlaf kommt schnell, wenn auch mit mancherlei Unterbrechungen, dem Alter geschuldet. So ist das halt.

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Basseterre auf St. Kitts

Wir wachen auf und liegen fest vertäut am Kai. Die Ankunft geschah früher als geplant wegen eines Notfalls an Bord, wie wir später erfahren. Beim ersten verschlafenen Blick aus dem Fenster erschließt sich die Küstenlandschaft in ihrer Schönheit. Beim zweiten Blick hat sich schon ein anderer, nahezu gleich großer Pott dazwischengeschoben. Nach dem Frühstück legt auch noch ein drittes Schiff an und tausende Reisende stürmen die Insel. Wir lassen uns Zeit. Gegen Mittag holt uns ein Kleinbus ab und saust zum Sugar-Express. Früher wurde auf diesen Gleisen Zuckerrohr transportiert, heute sind es Touristen – zum Glück in neueren Wagons, unten geschlossen und klimatisiert, oben offen mit Sonnendach. Wie sitzen alle oben. Man serviert uns Rumpunsch und alkoholfreie Getränke während die steinalte Diesellok über die noch älteren Gleise rattert, schaukelt und schwankt. Es geht einmal quer über St. Kitts, vorbei an verwilderten Zuckerrohrfeldern, malerischen Landschaften und über sehr schmale dafür sehr hohe Brückenkonstruktionen, eine Reise vom Karibischen Meer zum Atlantik dann um die Nordspitze herum und wieder zur karibischen Seite. Der Atlantik wirft hohe Wellen, die Karibik übt sich im sanften Schaukeln. Die Fahrt in der Zucker-Schuckelbahn versetzt unsere Begeisterung in höheren Stimmungsregionen. Mit dem Bus vollenden wir unsere Inselrundfahrt, schlendern danach noch ein bisschen durch Basseterre mit seinen zahlreichen Shops am Kreuzfahrtterminal. – Zuerst entschwindet das zuletzt angekommene Schiff, welch eine unkaribische Hektik, gegen Abend legt auch der zweite sehr große Kahn ab, erst rückwärts und dann mit einer vorsichtigen Drehung. Wir dagegen bleiben noch ein wenig. Im Theater verrenken sich vier Artisten alle möglichen Glieder mit phantastischen Darbietungen, danach zuckelt MeinSchiff2 los, ich führe mir noch zwei Gin Fizz für die nötige Bettschwere zu bevor wir in der Kabine dem Schlaf seinen nötigen Raum geben. Ein echt guter Tag.

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Seetag

Ganz allein mitten im Karibischen Meer – von wegen! Um mich wirbeln 2.770 Mitreisende und 1.016 Besatzungsmitglieder herum. Das Schiff ist fast voll. Gerade heute legt die Sonne einen Ruhetag ein und schickt jede Menge Wolken und ein paar kleine Schauer vorbei. Somit ist das Sonnendeck touristenfrei und die Restaurants voll. Lange Schlangen bilden sich bei den Bedienrestaurants und wir präferieren wieder einmal die SB-Abfertigung, da sind meistens noch zwei Plätze zu finden. Es ist nicht kalt, so dass ein Balkonaufenthalt (selbiger ist überdacht) empfehlenswert erscheint, will man nicht um 2 Liegen im überdachten Bereich „ringen“. Erstaunlicherweise weist die Schau-Bar am frühen Abend recht viele freie Plätze auf und füllt sich erst viel später. Wir genießen einen Erdbeerkuss (Strawberry Kiss) und einen Roséwein, der mit jedem Schluck besser mundet. Er wurde wohl etwas zu kühl serviert. Wieder stellt sich mir die Frage ob ich eine längere Reise auf einem Kreuzfahrtschiff aushalten könnte oder wollte. Jede Mahlzeit im Restaurant, jeden Abend in einer der Bars – das wäre nicht mein Leben. Ja, in einer Suite mit Zimmerservice könnte ich mir das eher vorstellen aber das passt nicht zu meinem Geldbeutel. Ich bin gespannt wie mein Urteil am Ende der Reise ausfällt. Heute jedenfalls zieht es mich frühzeitig in die Kabine. Die Ruhe dort tut mir gut im Gegensatz zum allgegenwärtigen Hintergrundgedudel. Immerhin scheint der Schlaf hier seinen Job gut und gern zu tun. Das ist okay so.

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Castries auf St.Lucia

Wir liegen fest am Kai. Im Schlafanzug luge ich verschlafen nach draußen. Tief unter mir formieren sich brav in Zweierreihen mehrere Gruppen, die offensichtlich Ausflüge gebucht haben und geduldig auf ihren Marschbefehl warten. Putzig. Wir frühstücken in aller Ruhe mit Blick auf ein anderes Kreuzfahrtschiff in der idyllischen Hafenanlage. Heute haben wir in unserer Kabine die schlechtere Aussicht. Nun denn, dann ist das so. Ich lege einen Dreiviertelbordtag ein. Gegen Ende 16 Uhr treffen wir uns vor dem Schiff, zwar nicht in Zweierreihen wohl aber in einer großer Menge. Es geht zu einem arg verspäteten Katamaran zum Sundowner auf See. Die Fahrt fängt gut an, wir erreichen die zwei für Lucia typischen Vulkankegel, bestaunen und fotografieren diese vom Meer aus. Sehr imposant. Der Sonnenuntergang auf dem Wasser ist beeindruckend, doch die dann beginnende Disco an Bord, erst mit ohrenbetäubenden Karibik-Hits und dann mit presslufthammerlauten deutschen Schlagergesängen, lässt mich um die Haltbarkeit meiner Trommelfelle fürchten und zittern. Dazu tanzen junge Hüpfer und bewegen ihre energiestrotzenden Körper nach den Anweisungen des Sängers, mit einem Bein stampfen, dann dem anderen, hüpfen, ein Arm hoch und so weiter, Nicht mein Ding. Gar nicht. Endlich kommen wir ohne physischen und psychischen Schaden doch wieder im Hafen an. Ich bin happy, halb taub und erschüttert. Nach einer kurzen Erholungsphase in der Kabine folgt ein schnelles Dinner und die Nachtruhe. Genug für heute! Wie herrlich ruhig ist es in der Kabine. Der Schlaf belohnt unsere Ruhe. Toll.

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Roseau auf Dominica

Wir wachen in Roseau auf, genauer gesagt an einer langen Seebrücke. Der Rest unseres Kahns ist nicht etwa an Land festgemacht, nein, vier Säulen ragen aus dem Meer empor, die unseren Tauen Halt bieten. Stark – wie hat man die armdicken Taue dorthin bugsiert? Keine Ahnung, zu der Zeit weilten wir noch in anderen Traumwelten. – Die gebuchte Panoramatour ist ja ganz nett, die Fahrt selber ist sehr schön und vermittelt ein interessantes Bild von der Insel. Die Stopps an den „Sehenswürdigkeiten“, sind nun ja nicht ganz so doll: eine dampfende, müffelnde, blubbernde Schwefelquelle, zwei weit entfernte Wasserfälle und ein Aussichtspunkt mit Blick auf den Hafen mit unserem Schiff fest am Pier sowie einem Kricketstadion mitten in der Stadt. – Das Ablegemanöver wäre interessant gewesen, wenn es nicht in Dunkelheit stattgefunden hätte. Immerhin konnten wir Menschen auf den Meerespollern erahnen, die die Taue lösten und später mit einen Boot abgeholt wurden. Die Abfahrt geschieht recht lautlos per lenkbaren Steuerdüsen, die sogar eine Seitwärtsfahrt problemlos ermöglichen. – An den Restaurants warten Menschenschlangen auf ihre Platzierung, so dass wir uns spontan für das SB-Restaurant entschieden, denn dort sind noch Plätze frei. Im Anschluss ein wenig „Leute gucken“ in der Schau-Bar und der Galerie-Bar vollenden die Tagesereignisse. Es wird normalspät und der Schlaf zeigt heute großen Eifer. Sehr gut!

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Kingston auf St. Vincent

Unser Schiff gleitet quasi auf mäßigen Wellen dahin, die Maschinen brummen dabei ein klein wenig im Hintergrund. Oder ist das nur die Aircondition? Egal. Wir schlafen auf dem Karibischen Meer ein und wachen in Kingston/St. Vincent auf. Vom Anlegemanöver bemerken wir nichts. Stark. Heute sind wir ausflugsfrei und spazieren nur ein wenig ins Städtele hinein, quasi hinter den Hafenschuppen eine vielbefahrene Straße entlang. Irgendwann kapitulieren wir vor der Hitze und flüchten ins klimatisierte schwimmende Heimatquartier. Selbstverständlich wird unsere Bordkarte mehrmals gescannt, unser Handgepäck durchleuchtet und ich selbst gescannt und anschließen abgetastet. Die Prozedur werde ich nie lieben!!! – Karibik hin oder her, Restaurantmastkur drohend vor Augen weiche ich auf Currywurst, Pommes und griechischer Salat aus – schnell auf den Teller gepackt, in einem kleinen Bordbistro verspeist, eine kleine schnelle Mahlzeit. Nach einem sehr ruhigen Nachmittag legt der Pott fast lautlos um 19 Uhr ab. – Wir wollen jetzt noch eine Kleinigkeit speisen, begeben uns ins SB-Restaurant und finden kaum einen Platz – offensichtlich zur falschen Zeit am rechten Ort. – Von dem Trubel erhole ich mich bei einem alkoholfreien Mosquito in der Ruhebar im 12. Stock gegenüber der Sauna. Entspannung pur. Noch ein wenig Leute gucken in der Galerie-Bar, acht Stockwerke tiefer, und der Abend ist gelaufen.

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