Surfen und schlürfen

Nach dem Frühtau frühstücken wir wie jeden Sonntag. Dann geht es zum Gottesdienst. Unsere Jugendpastorin predigt eindrücklich über das geistliche Wachstum. Wir können uns nur sehr spät nach etlichen Gesprächen von unserer Gemeinde lösen. Die Sonne scheint prächtig, endlich wieder ein kräftiger Hauch von Frühling. – Nach der Mittagspause, die recht lange dauert, halte ich meine Predigt einer aufmerksamen Zuhörerin, die mir gute und liebevolle Tipps gibt. Wie schön, wenn man so eine Aufgabe vorbereitet hat, jetzt muss ich sie nur noch in der Gemeinde vortragen. Ich vertraue da voll auf meinen Herrn und Heiland, dass er mit mir ist. – Abends lerne ich mancherlei über Blitze, staune über Monsterwellen und bin bar jedes Verständnisses für Menschen, die in diese hinein surfen, keine Ahnung was das soll. Beim dritten Teil schließlich, wo sich wieder einmal ein wagemutiges Team in Lebensgefahr diesmal einem Vulkankrater nähert, schalte ich aus. Die kommen sich allesamt ach so gut und toll dabei vor – sollen sie doch, meinetwegen, halt ein PaL*. Ich riskiere dagegen meine Gesundheit in Maßen mit einer Scheurebe und ein wenig gut abgelagertem KWV. Die einen surfen in Monsterwellen und andere schlürfen den Rebensaft. 😉😀 – Nun ein wenig lesen und ein bisschen Solitaire und schon wieder ist es spät. Der Schlaf steht bereit und leistet eine exzellente Arbeit. Klasse.

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Von der Rolle

Ich bin wohl doch ein wenig von der Rolle. Die Woche zischt übermäßig schnell vorbei. Meine Arbeiten, die ich eigentlich machen sollte, bleiben oft liegen, eine innere Unruhe erfasst mich immer wieder mal. Ist das meine Art zu trauern? Oder kann ich gar nicht so recht trauern und bin deshalb so beunruhigt? Null Ahnung. Aufraffen kann ich mich nur ab und an und selbst das ist halbherzig, kurz und schlecht, ich bin mit mir unzufrieden. Wenn das nur Wirkung zeigen würde! Tut es aber nicht. Am allerliebsten würde ich jetzt durch die Karibik kreuzen. Seufz – schon wieder mein Lieblingsthema. Glücklicherweise passt sich unser Wetter dem dortigen so langsam an. Weiter so! – Abends lese ich wieder mal und schaue mit einem halben Auge irgendwelchen Königshäusern beim agieren, flanieren und intrigieren zu. Monarchen sind offensichtlich ein sehr eigenes Völkchen. Sollen sie doch, solange wir keinen dieses Spezies alimentieren müssen, ist das okay. Spät geht es ins Seniorenbett, noch viel später kommt der Schlaf.

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Beerdigungsfeierplanungsgespräch

Nach nur einer Tasse Kaffee brechen wir nach Reislingen auf. Mit meiner Schwester besuchen wir dort die Pastorin Vornkahl, eine äußerst nette und aktive Persönlichkeit. Es ergibt sich ein feines Gespräch über Mutti, über ihre Art, ihren Charakter und allerlei familiäre Ereignisse. Wir verlassen sie in guter Hoffnung auf eine angemessene Beerdigungsfeier. Daheim fällt mir noch ein Bibelvers ins Auge, den die Eltern zur goldenen und diamantenen Hochzeit gewählt hatten. Der soll uns bei Muttis Beerdigung ebenso begleiten. – Nachmittags feile ich ein wenig stark an meiner Predigt herum, neue Gedanken sind einzubauen und ersetzen zum Teil die bisherigen. Ich sehne so langsam das „Haltedatum“ herbei, denn mir fällt immer wieder Neues ein – so komme ich ja nie zu einem fertigen „Produkt“. – Abends schauen wir dem Alten beim Recherchieren zu, ein Fall in dem, wie sich am Ende herausstellt, eine Braut ihren Bräutigam am Tag ihrer Hochzeit ermordet. Die Ehe wäre vermutlich sowieso gescheitert 😉. Die erste Folge eines Zweiteilers aus der Karibik ist nicht weniger skurril, das zeigt sich aber erst im zweiten Teil und der kommt nächste Woche. Ich kenne beide aber ich mag die Karibik. – Fatalerweise fange ich einen neuen Krimi an und lese mich fest. So wird wieder sehr spät, was offensichtlich droht zur Gewohnheit zu werden. Im Seniorenbett verweigert mir der Schlaf seine Dienste und lässt sich nur schwer überreden meinen Körper in die erholsame Ruhe zu versenken. Die Träume wirken diesmal total realitätsnah – erschreckend sogar beim Aufwachen! Was für eine Nacht!

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Mutti und Hauskreis

Morgen erwartet uns das Trauergespräch bei der Pastorin. Ich schnappe mir also alle Unterlagen über Mutti und recherchiere erst einmal ihren Lebenslauf. Eigentlich erstaunlich was ich alles nicht weiß. Sie hatte eine arg bewegte Kindheit mit einer Mutter, die ein Jahr nach ihrer Geburt starb, vier Schwestern und einen Bruder, mit dem sie sich bestens verstand. Und der verunglückt im Alter von 12 Jahren tödlich in einer Mühle. Dazu kommt eine Stiefmutter, die mit Kindern wenig im Sinn hatte, ein Zwangsjahr auf dem Bauernhof, ihre Ausbildung im Krieg und die harten Wiederaufbaujahre. Sie heiratet Anfang der fünfziger Jahre, ist Mutter dreier Kinder, die sie mit wenig Geld aber viel Zuwendung aufziehen musste. Erst als Vati beruflich so richtig Fuß gefasst hatte, ging es flott aufwärts mit Waschmaschine, Fernseher und Urlaubsreisen. – Am späten Nachmittag bin ich damit durch, löse mich langsam aus den Erinnerungen und sehe dem Hauskreis entgegen. – Es entsteht eine antriebsschwache Diskussion, nicht schlecht aber ein wenig munterer wäre schon schön. Erst beim „Nachgespräch“ entwickelt sich das Miteinander intensiver, was mich zwar nicht überrascht aber immer erneut verblüfft. Es wird sehr spät, den Gastgebern nötigen wir viel Geduld ab. Daheim muss ich erst einmal abschalten und meinen Geist runterfahren bevor ich ans Schlafen denken kann. Ob das am Alter liegt?

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Ich habe fertig!

Heute stelle ich meine Predigt fertig. Während meine Liebste im Seniorenkreis weilt, beschäftige ich mich mit dem Zorn Gottes. Stark, welche Gedanken mir so kommen, ich staune. Natürlich verwerfe ich wieder einen Teil, schreibe neu, ergänze und bin gewiss, dass diese Vorstellung Gottes aus der Bibel manchen nicht gefallen wird, die sich ein eigenes Gottesbild gezimmert haben. Glücklicherweise habe ich ebenfalls nicht „die Weisheit mit Löffeln gefressen“, irre mannigfaltig und lasse mich durchaus belehren – aber eben aus dem Wort Gottes heraus und nicht aus menschlichen Gefühlen und Wünschen. Wunschdenken hat mit der Bibel nichts zu tun. Ich bin jedenfalls gespannt auf die Reaktionen, falls es mir gegenüber überhaupt welche gibt. Andererseits stoßen sich manche am „Zorn Gottes“, wollen ihn am allerliebsten aus der Bibel streichen obwohl er sowohl das Alte wie das Neue Testament durchzieht. Wir Menschen basteln uns halt am liebsten unseren eigenen Gott. Die Bibel nennt das Götzendienst. – Den Abend kann ich ganz entspannt genießen, die „Predigtlast“ ist zum größten Teil gewichen. Ich habe fertig. Wenigstens inhaltlich. Es folgt der übliche Abendablauf, begleitet von ein wenig unüblichem Rosé als Sommerabendvorbote trotz eisiger Temperaturen draußen aber immerhin wohliger Kaminwärme innen. Es wird üblich spät, der Schlaf gestaltet sich gewöhnlich mittel. Is wie is.

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Gedenken, Gedanken und Träumereien

Heute wäre mein Vater 97 Jahre geworden aber er ist ja schon 10 Jahre tot. Ich gedenke seiner in der Trauer um meine Mutter. Der Lauf dieser Welt, wir können uns nur vor dem Allmächtigen beugen, der unser Kommen und unser Gehen in rechter Weise bestimmt. Danke, lieber Vater! – Der gute Mr. Shorty erledigt treu seinen Job. Fein. Der FI bleibt hübsch oben. Super. Foxi zieht viel Strom vom Dach und etwas weniger aus dem Netz. So soll es sein. – Am Vormittag kommt, wie so oft, „Hölzchen auf Stöckchen“, man macht viel und schafft nichts 😉😇. Erst nach der Mittagsruhe kommt die Arbeit an der Predigt voran aber Vorankommen heißt, ich streiche ganze Passagen und ersetze sie durch neue Aussagen, offensichtlich bleiben die Inhalte lebendig. Das freut mich sehr. Es geht voran, wenn auch mühsam. Gegen Abend breche ich nach alter Rentnerweisheit ab: besser in aller Ruhe stückweise als mit Macht alles auf einmal. – Abends interessiere ich mich für ein Laufrad, das einen Rollator ersetzt, für einen Rollstuhl, der Treppen steigen kann, für den Skoda Enyaq, die MS Amethyst und zu meinem allergrößten Erstaunen für Luxuszelte obwohl mir nur wenig ferner liegt als zelten und ein Campingplatz. Vor dem Schlaf noch ein wenig lesen und dann ins Bett. Mein Ohr scheint sich vernachlässigt zu fühlen, es zuckt und praktiziert Intervallschmerzen. Das wird eine Nacht, denke ich mir. Und so kommt es: verrückte Träume, Wachzeiten, Ohrpein, Altmännerplagen und das alles im munteren Wechsel. Na toll!

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Große Hilfe, israelische Sicht und ein kretischer Krimi

Ein Freund ruft an und will vorbeikommen um uns zu helfen. Ein Stromkreis im Garten fetzt den FI immer raus. Wir haben ihn am Samstag deshalb lahmgelegt und ich wollte heute für Mr. Shorty eine Ersatzstromversorgung aufbauen. Das ist nun nicht mehr nötig. Jetzt wird von fachlicher Hand die Steckdose im Garten kontrolliert und zusätzlich abgedichtet. Der Stromanschluss für den Mähroboter (Mr. Shorty) wird kritisch kontrolliert, umgesetzt, das Netzteil fester verbunden und es verschwindet ganz unter Shortys Dach. Der FI scheint zufrieden zu sein und bleibt oben. Fein. Mehr kann erst einmal nicht getan werden, wenn es in stürmischen Zeiten dennoch Probleme geben sollte, müssten wir wohl Teile austauschen. – Trotzdem will Shorty nicht losmähen. Also schaue ich ihn am Nachmittag noch einmal an, programmiere ein wenig an ihm herum und mit einem Mal saust er los. Ich kann gerade noch sein Haus aus dem Weg reißen. Good old Shorty! – Zur Predigt fällt mir wieder etwas ein, was mich den Entwurf umschreiben lässt, dann ist das halt so. Seufz. – Abends fasziniert mich ein Vortrag von Doron Schneider, einem engagierten Israeli, der die Situation Israels mal aus dortiger Sicht schildert. Zugegeben, ich höre nur abschnittsweise rein, doch schon das dabei Gehörte stimmt mich äußerst nachdenklich. – Barnaby entfällt wegen allzu bekannter Folgen. So spiele ich ein bisschen Solitaire, lese einen Krimi, handelnd auf der schönen Insel Kreta und lasse mich hineinnehmen in die kretische Mentalität. Stark. Es wird natürlich sehr spät, einerseits wegen des Krimis, andererseits wegen der geklauten Stunde und dann lässt der Schlaf sich auch noch sehr viel Zeit. Ihn stört wohl, dass ich mental noch ganz in Griechenland weile. Meine Watch behauptet ich sei um 2:43 Uhr eingeschlafen. Eine kurze Nacht.

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Predigten, Ouzo und die Evolution

Relativ früh raus, Frühstück sparen und ab geht’s in unsere Gemeinde. Der Gottesdienst beginnt um halb elf, kein Problem wäre da nicht die liebe Sommerzeit welche ich mental noch nicht drauf habe. Egal. Unser Pastor hält eine Predigt über Geduld mit ein paar biblischen und mancherlei praktischen Beispielen. Es dauert länger als sonst, eigentlich kein Problem, nur diesmal wollen wir meiner großen Schwester etwas vorbeibringen und sind danach zum Essen eingeladen. Letztlich wird alles gut und das Restaurant erweist sich als der Renner. Direkt am Kanal gelegen, genannt nach der wunderschönen Insel Santorini, tischt man uns reichlich in bester Qualität auf. Pappsatt und nach interessanten Gesprächen mit unserer Gastgeberin, geht es mit leichtem Ouzo-Kopf direkt in den ausgiebigen Mittagsschlaf, der erst am späten Nachmittag endet. Gegen Abend schauen wir dem Bremer Pastor beim Predigen zu. Er spricht über Zuversicht, besser gesagt wie man dieselbe gewinnen kann. – Terra X ist interessant, allein ich glaube der Wissenschaftlerin nicht, dass sich alles aus einer Verkettung von humorvollen Zufällen und gegenseitigen „Absprachen“ zwischen gewissen Pflanzen und bestimmten Tieren entwickelt hat. Ich finde, wenn man Gott als Schöpfer ablehnt, sollte man wenigstens ein glaubwürdigeres Modell bieten. Eine sich selbst überlassene Evolution muss nach aller Logik entweder im Chaos enden oder bestenfalls allerschlichteste Lösungen hervorbringen (wobei letzteres schon echt unwahrscheinlich wäre). Aber das ist nicht mein Problem. – Ein wenig verdauen, ein wenig lesen, ein bisschen youtuben und schon ist die Nacht da. Ab ins Seniorenlager und auf Mister Schlaf warten. Der stellt sich bald ein was mich hoch erfreut.

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